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© Martin Harvey / WWF-Canon
Nur eine schwimmende Tonne?!


von RichardParker
26.06.2016
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Der Begriff Tonne ist vielfältig - Abfalltonne, Tonne beim Barrel Racing (Westernreiten), Gewichtseinheit, Schimpfwort, wenn man schwerfällig ist...

Wenn man schwerfällig ist...., denkste!  Flusspferde, Hippos oder Nilpferde, wie diese Dickhäuter eben genannt werden, mögen zwar über eine Tonne schwer sein, aber langsam, faul, schwerfällig?

Das macht das zweitgrößte Landtier nach dem Elefanten wirklich aus. Es wird etwa 1,5 Meter groß und rund 4,5 Meter lang und das bei einem Gewicht von bis zu 4 Tonnen. Der Körperbau ist recht stämmig, ein Koloss mit kurzen Stummelbeinen. Diese Tatsache führt schnell zu der irrtümlichen Annahme Flusspferde seien langsam. Weit gefehlt! Die Tiere können bis zu 50 Stundenkilometer schnell werden!

Dennoch sei gesagt, den größten Teil des Tages verbringen die Tiere in Wasser oder Schlamm. Aber nicht weil sie eben doch faul sind, nein, zum einen reagiert ihre Haut besonders empfindlich auf die Sonne und Schlamm ist da die ideale Sonnencreme. Sind sie länger mal nicht im Wasser, sondern sie über ihre Hautdrüsen eine rotbraune Flüssigkeit ab die die Tiere ebenfalls vor der Sonne schützen.

Man mag es glauben oder nicht, obwohl Wasser sozusagen die Zweitheimat der Flusspferde ist, sind síe nur mäßige Schwimmer. Deshalb bevorzugen sie Wassergebiete die etwa anderthalb Meter tief sind, sodass man gerade so noch laufen kann. Die Nähe zum Wasser hat aber noch einen anderen, überlebenswichtigen Grund: Flusspferde sind nicht in der Lage ihre Körpertemperatur selbst zu regeln. Deshalb die ständige Suche nach Wasser, ohne das die Regulierung ihrer Körpertemperatur nahezu unmöglich ist.

Abends wird an Land gegangen, um zu fressen. Die Futtersuche am Tag würde ihre empfindliche Haut massiv gefährden. Die Tiere sind reine Pflanzenfresser und brauchen bis zu 40 Kilogramm Gräser pro Tag um satt zu werden. Das kann bis zu 6 Stunden in Anspruch nehmen. Wie Kühe haben auch Flusspferde mehrere Mägen

Der wissenschaftliche Name des Flusspferdes ist Hippopotamus amphibius. Das erklärt das gerne benutzte Kürzel "Hippo". Aber warum denn auch Nilpferd? Schnell erklärt: Die ersten Tiere dieser Art wurden tatsächlich am Nil entdeckt. Verwandte sind unter anderem Schweine und wie seit neuesten Untersuchungen auch der Wal.

Flusspferde leben in Herden von bis zu 25 Tieren. Die Revierkämpfe der (Leit-)Bullen sind äußerst blutig und enden nicht selten tödlich. Ihr Territorium markieren sie mit Kot, den sie durch Schwanzwedeln verteilen. Die Weibchen bringen etwa alle 2 Jahre ein Junges zur Welt, was bei seiner Geburt bereits zwischen 30-50 Kilogramm wiegt. Geschlechtsreif werden sie mit ca. 6 Jahren. Die Lebenserwartung liegt bei rund 50 Jahren.

Früher war der Koloss über weite Teile des afrikanischen Kontinents verbreitet. Mittlerweile stuft man die Art als gefährdet ein. Am Nil leben keine Flusspferde mehr, sie wurden ausgerottet. Man schätzt die Bestände auf etwa 150.000 Tiere geschätzt.

Bildquellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Flusspferd#/media/File:Nilpferd_auftauchend_0505012.jpg

https://de.wikipedia.org/wiki/Flusspferd#/media/File:Hippo_(Hippopotamus_amphibius)_grazing_(12033127823).jpg

https://de.wikipedia.org/wiki/Flusspferd#/media/File:Hippopotamus_@_Barcelona_zoo.jpg

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Kommentare (4)
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28.06.2016
Papillon hat geschrieben:
Ich wusste überhaupt nicht, dass Nilpferde gefährdet sind. Man denkt dabei auch nicht daran, da man sie aufgrund ihrer Größe und "Gefährlichkeit" für weit verbreitetet annimmt.
27.06.2016
PauLine13 hat geschrieben:
Ich finde die genannten Fakten auch sehr interessant :)
Vor allem weil diese Tierart sonst eigentlich nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie vielleicht verdient hätte. Ich finde es traurig, dass so viele Tierarten vom Aussterben bedroht sind, wie auch die Nilpferde, und hoffe, dass man diesen irgendwie helfen kann...
27.06.2016
Orcara hat geschrieben:
Tatze hoch für die interessanten Fakten :)
27.06.2016
Orcara hat geschrieben:
Als ich noch jünger war, bin ich mit meinem Opa mal in den Zirkus gegangen. Als Pause war und man hinten in den Zelten die Tiere besuchen konnte, war ich besonders bei dem jungen Flusspferd schockiert! Das Tier hatte nur einen Baukontainer mit schmutzigem Wasser gefüllt als Gehege! Es konnte sich darin kaum umdrehen und paddelte traurig und verloren darin herum. Seitdem gehe ich nicht mehr in Zirkusse bei denen Tiere mitreisen müssen.
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