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Naturschutzflüchtlinge


von Kerstin
27.02.2014
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 Naturschutzflüchlinge - Die unschuldigen Opfer

Von vielen Umweltschützern wird dieses Thema nur sehr missmutig wahrgenommen, aber trotzdem sollte die Problematik einmal intensiver betrachtet werden. So erscheint sie doch auf den ersten Blick wirklich gegen den bedingungslosen Erhalt der Wälder zu stehen.

Aber eben nur auf den ersten Blick...

Ohne Frage sind die Urwälder die Lungen von Mutter Erde, sie beherbergen über 70 % der weltweiten Artenvielfalt und ihre Abholzung zerstört in erschreckendem Ausmaß unseren Planeten. Das muss unter allen Umständen verhindert werden! So die Meinung vieler Vertreter des Naturschutzes.

Aber wirklich unter allen Umständen?

Wie leider viel zu oft müssen dür den Umweltschutz genau jene unschuldigen Menschen leiden, die am wenigsten Ursache der anstehenden Probleme sind. Die Rede ist von sogenannten Naturschutzflüchtlingen, meistens Angehörige indigener Völker, die aufgrund der Errichtung eines Nationalparks oder Schutzgebietes von ihrem Land vertrieben werden. Von dem Land, das sie schon seit Generationen bewohnen und das ihre Lebensgrundlage darstellt. Indigene Völker sind vollkommen auf ihren Wald angewiesen, sie nutzen seine natürlichen Kräfte in allen Lebensbereichen, und wenn es zu Umsiedelungen kommt wird ihnen damit wortwörtlich der Boden unter den Füßen weggezogen. Für die meisten ist es schlichtweg nicht leistbar in einem anderen Gebiet zu leben, abgesehen davon, dass bereits bestehende Gesundheits- und Bildungssysteme zerstört werden. Zusätzlich haben sie anschließend, in ihren neuen, ungewollten Lebenräumen, Probleme mit Diskriminierung und Ausgrenzung durch den Rest der Gesellschaft. Die Vernichtung ihrer Kultur ist unausweichlich.

Doch es geht auch anders! Denn laut einer Studie der Weltbank, hat es sogar überaus positive Auswirkungen auf den Zustand der Urwälder, wenn es den Eingeborenen erlaubt ist in ihrer Heimat zu bleiben und sich weiterhin um den Wald zu kümmern. Angehörige indigener Völker verhindern beispielsweise nur allzu oft den Ausbruch von Waldbränden und sie stllen im Falle der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes das größte Hindernis dar. Naturvölker, als Hüter des Waldes, sind also weniger eine Hürde des Naturschutzes, sondern vielmehr ein notwendiger Grundbaustein um Naturschutz auf lange Sicht erfolgreich zu machen.

Hoffentlich sehen das auch bald all die Umweltschutzorganisationen weltweit ein und engagieren sich für den Erhalt der indigenen Völker. Zurzeit ist das aber leider noch sehr selten der Fall. Oft werden diese friedlichen Jäger und Sammler auf brutalste Weise vertrieben und als Wilderer und Kriminelle hingestellt, wenn sie es wagen weiterhin auf ihrem Land Nahrung zu suchen.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich es unglaublich traurig finde Umweltschutz und Menschenrechte als Gegner zu sehen. Wobei das doch absolut unnötig und vermeidbar wäre.

Wenn ihr euch für mehr Interessiert, hier sind meine Quellen:

www.survivalinternational.de/ueber/naturschutzfluechtlinge

www.cleanenergy-project.de/nachhaltigkeit-und-klima/item/4601-indigene-volker-als-garant-fur-waldschutz (Bild)

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Kommentare (14)
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28.02.2014
gelöschter User hat geschrieben:
Das ist echt ein super Artikel :)
Über diese Problematik habe ich noch nie wirklich nachgedacht...
Zum Umweltschutz bin ich über "Rettet den Regenwald" gekommen und die versuchen meist die Landrechte der indigenen Völker durchzusetzen, um Staudämme und Palmölplantagen zu verhindern und die Waldflächen durch die Pflege und den Schutz der darin lebenden Stämme zu erhalten.
Deswegen hatte ich bisher die großen Firmen als die "bösen Vertreiber" im Kopf.
Dass dafür auch NGOs und Nationalparkverwaltungen verantwortlich sein könnten, darüber habe ich bis heute noch nicht nachgedacht...
Ich finde es gut, dass auch der WWF alles daran setzt, Naturschutz und Naturverbundenheit miteinander zu verbinden :)
28.02.2014
Tigerlein hat geschrieben:
Klasse Artikel, vielen Dank!

Ja, das Thema Umweltflüchtlinge wird von einigen Umweltschützer*innen gerne unter den Teppich gekehrt...
Dabei ist es ein Aspekt, der auch sehr wichtig ist und den wir auf keinen Fall außer Acht lassen dürfen!
28.02.2014
MaggieMaus hat geschrieben:
Interessantes Thema!
Ich hab tatsächlich noch nie darüber nachgedacht, was mit den Menschen passiert, wenn ein Gebiet "geräumt" werden muss.
Ich bin froh, dass es Organisationen gibt, die sich darum kümmern, nicht nur Umwelt und Tier zu retten, sondern auch Menschen, die sich um Umwelt und Tier kümmern,aber nicht akzeptiert werden.
28.02.2014
Puma hat geschrieben:
Vielen,vielen Dank für diesen Bericht.So hab ich das noch nie gesehen und finde es genauso wie du schade,dass Umweltschutz und Menschenrechte nicht Hand in Hand gehen können.Vor allem,wenn man festgestellt hat,dass es doch eigentlich funktioniert,wenn indigene Völker auf ihrem land bleiben.

Hast du eigentlich irgendwelche Informationen,wie der WWF das handhabt?Das würde mich nämlich mal brennend interessieren.
27.02.2014
LSternus hat geschrieben:
Danke für diesen interessanten und wichtigen Artikel.
Ich denke dass indigene Völker zu einem Regenwald dazu gehören, eben so wie die Vögel auf den Bäumen.
27.02.2014
Cookie hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen total interessanten Bericht! Ich habe fürs Abitur eine Ausarbeitung über Indianer geschrieben und bei meiner Recherche auch oft festgestellt, dass wir uns in vielen Bereichen eine Scheibe von einigen indigenen Völkern abschneiden können, dazu zählt definitiv auch der Umgang mit der Natur.
Ich finde es auch schön, in den Kommentaren noch einmal eine Bestätigung zu finden, wie wichtig dem WWF auch die Menschenrechte sind.
27.02.2014
LenaLuchs hat geschrieben:
Schöner und interessanter Bericht!
27.02.2014
AfriKaro hat geschrieben:
Ein sehr wichtiges Thema und ich bin da ganz deiner Meinung. Aber wie Marcel und Uli schon richtig bemerkt haben passt der WWF darauf auf.
Super Bericht!

Liebe Grüße
27.02.2014
Line hat geschrieben:
ich schließe mich der meinung meiner vorgänger an und möchte auch noch ein beispiel bringen:
letzten sommer war ich in ghana und habe mir natürlich auch den größten nationalpark dort angeschaut. im mole nationalpark im norden ghanas leben mitten in dieser weiten atemraubenden natur neben elephanten und anderen tieren auch menschen.
auch weiter im süden im kakum nationalpark haben wir einheimische getroffen, die uns dort vorallem, wie von ulrike schon angesprochen, selber gemachten honig verkaufen wollten.
menschen dürfen nicht wegen dem naturschutz leiden sondern er soll auch ihnen zugute kommen.
27.02.2014
LaLoba hat geschrieben:
Sehr interessantes Thema! Ich bin voll deiner Meinung, dass Umweltschutz und Menschenrechte gut zusammen funktionieren können und dies auch überall so sein sollte. Das ist ein Grund, warum ich den WWF so toll finde - hier werden die Menschen nicht von ihrem Land vertrieben, sonder vielmehr in den Umweltschutz integriert. Indem man ihnen den Wert ihres Lebensraums näher bringt und ihnen zeigt, wie man ihn schützen kann, hilft man ihnen gleichzeitig, ihre Lebenssituation zu verbessern. So sollte Umweltschutz aussehen!
27.02.2014
Marcel hat geschrieben:
Was den WWF angeht, sehen wir keinen Gegensatz zwischen Naturschutz und Menschenrechten - ganz im Gegenteil: Beides gehört unweigerlich zusammen, wie Uli schon richtig angemerkt hat. Hier gibt es einen Überblick über die Grundsätze des WWF zu indigenen Völkern: http://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/wwf-indigene-voelker-und-naturschutz/

Danke, dass Du dieses wichtige Thema aufgegriffen hast. Naturschutz und Menschenrechte sind vereinbar - der WWF nimmt dieses Thema sehr ernst.
27.02.2014
Lisa18 hat geschrieben:
Vielen Dank für den guten Bericht! Ich kann mich midori nur anschließen, denn es ist absolut wichtig und richtig, dass die indigen Völker in ihrem Lebensraum bleiben dürfen! Wie du bereits sagtest, sind sie die Hüter der Wälder und somit über lebenswichtig für den Wald.
27.02.2014
Carinaa hat geschrieben:
toller und lesenswerter Bericht!
27.02.2014
midori hat geschrieben:
Liebe Kerstin, Du hast absolut recht! Und genauso sehen wir das auch beim WWF. Deshalb ist es uns ganz besonders wichtig, Harmonie zwischen Mensch und Natur herzustellen und die Menschen vor Ort einzubinden. So zum Beispiel in Indonesien, wo die Menschen von uns unterstützt werden, ihren eigenen Waldhonig zu produzieren und zu verkaufen, um so Geld zu verdienen. Du sprichst hier wirklich ein wichtiges Thema an. Akzeptanz für Umweltschutz kann man nur schaffen, wenn man die Menschen einbringt! :o)

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