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© Martin Harvey / WWF-Canon
Löwen in Afrika: Könige ohne Land und Zukunft


von midori
24.03.2016
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"Die Herrschaft eines Königs geht auf und unter wie die Sonne. Eines Tages, Simba, geht die Sonne meiner Herrschaft auch unter und geht mit Dir als neuer König wieder auf."

Der Löwe ist untrennbar mit Afrika verbunden, er ist der König der Tiere, das Symbol des Kontinents. Er gilt als stolz und unnahbar, steht für Kraft, Schönheit und Eleganz. Und trotzdem: Die Löwen sind vom Aussterben bedroht.

Habt ihr gewusst, dass die zweitgrößten Raubkatzen früher sogar im südlichen Europa beheimatet waren? Der Mensch hat sie immer weiter zurückgedrängt. Seit einigen Jahren wird der Löwe auch immer seltener in Afrika gesehen. Wissenschaftler und Forscher haben sich auf die Suche nach dem König gemacht. Die Bilanz - schockierend: Zwischen 20.000 und 40.000 Löwen leben noch in freier Wildbahn. In den nächsten zwei Jahrzehnten werden über 50 Prozent von ihnen verschwinden.


Trautes Familienglück - Wie lange noch? © Michael Poliza / WWF

Im westlichen Afrika gibt es nur noch etwa 500 Tiere. Das ist eine Katastrophe. Meist leben sie isoliert in großen Parks, haben keinen Kontakt zueinander und sind so dem Untergang geweiht", sagt Brit Reichelt-Zolho vom WWF Deutschland.

In Afrika bricht ein Konflikt zwischen Raubkatzen und Menschen hervor, den die Löwen nur verlieren können. Um zu überleben, erweitern die afrikanischen Kleinbauern ihre Felder und dringen dabei immer weiter in den Lebensraum der Löwen ein. 75 Prozent ihres ursprünglichen Lebensraums haben die Jäger dadurch schon verloren. Und auch Beutetiere wie Zebras, Büffel und Antilopen werden selten. Stattdessen kommen die Löwen auf ihren Streifzügen immer wieder an menschlichen Siedlungen vorbei und reißen die Nutztiere der Bauern - der Konflikt verschärft sich zusehends.


Der Löwe ist in Bedrängnis - wir dürfen ihn jetzt nicht seinem Schicksal überlassen © iStock / Getty Images

Den Menschen kann man keinen Vorwurf machen. Sie leben in den ärmsten Ländern der Welt - ein Rind ist ein Vermögen wert und der finanzielle Schaden durch einen Löwenriss kaum zu begleichen. Deshalb werden die Jäger oft vergiftet oder sogar erschossen und damit selbst zum Gejagten. Und nicht nur das: Wilderer sind ihnen auf der Spur, um ihre Körperteile in Asien zu verkaufen, wo sie laut traditioneller chinesischer Medizin einen hohen Wert haben.


Durch Drahtschlinge verletzte Löwin © mauritius images

Dabei sind die Könige des Kontinents viel wertvoller. Im südlichen Afrika spielt Tourismus eine große Rolle als Einkommensquelle. Und auch für die Löwen ist der funktionierende Tourismus lebenswichtig. Denn sie locken die Touristen an und holen damit Geld ins Land. Damit wiederrum können die Löwenbestände geschützt werden. Länder wie Botswana, Sambia und Namibia setzen schon jetzt lokale Schutzmaßnahmen um.

In KAZA, dem größten Schutzgebietsnetzwerk der Welt, sollen 21 Schutzgebiete miteinander vernetzt werden, um zukünftig 6.000 Löwen eine neue Heimat zu bieten. Durch Korridore sollen isolierte Löwenpopulationen wieder zueinander finden und Konzepte zur Verringerung der Konflikte zwischen Mensch und Tier sollen für Frieden sorgen.

KAZA - fast anderthalb mal so groß wie Deutschland © WWF

Wie der WWF dabei hilft, die Harmonie in Afrika wiederherzustellen? Mit sogenannten Kraals, verstärkten Nutztierzäunen, sollen die Löwen von den Rinderherden der Kleinbauern abgehalten werden. Mobile Kraalsysteme im Wert von 20.000 Euro sollen an drei Communities verteilt werden, damit diese ihre Tiere schützen können. Erfahrungswerte zeigen, dass die Löwenrisse damit um bis zu 80 Prozent vermindert werden können.

Unterstützt das Vorhaben des WWF mit einer Spende und helft damit nicht nur den Kleinbauern vor Ort, sondern schenkt auch den Löwen Afrikas wieder eine Zukunft. Oder werdet Löwen-Pate und unterstützt mit einem Euro pro Tag gezielt die Schutzmaßnahmen des WWF für den König der Tiere.

"Vergiss niemals wer du bist. Du bist mein Sohn und der wahre König. Du musst dich wieder daran erinnern..."  

Mit Deiner Hilfe kann Simba seinen Platz einnehmen und als wahrer König über das geweihte Land herrschen. Denn "wir sind alle Teil dieses Universums..."

****************

Brüllender Löwe © iStock / Getty Images

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Kommentare (4)
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05.04.2016
Puma hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen Bericht. Ich finde das echt schockierend, denn für mich war der Löwe ein Tier, dass es immer gab, immer gibt und immer geben wird. So nach dem Motto: Es kann eine Apokalypse geben, aber der Löwe wird dabei nicht sterben. Ich hätte nie gedacht, dass sie mal vom Aussterben bedroht sein könnten. ...
25.03.2016
Franzichen hat geschrieben:
Ich hoffe so sehr das es nie dszu kommen wird das die Bestände der Löwen noch weniger werden! Es ist so schrecklich das es überhaupt schon so weit gekommen ist, immer hat man von den Tigern gehört und das diese bedroht sind und nun auch noch meine zweit liebste Raubkatze nach den Tigern.
Simba darf nicht aussterben!
Ich überlege schon länger wieder über den Löwenflüsterer zu berichten, wie schon einmal, inzwischen ist ja doch ziemlich viel passiert...
25.03.2016
Hummelelfe hat geschrieben:
Vielen Dank midori für deinen Bericht.
Wenn ich höre, dass es noch 20.000 und 40.000 Löwen in freier Wildbahn gibt, denke ich mir, das ist doch viel. Aber wenn ich lese, dass nur noch 500 Löwen in West-Afrika gibt, dann denke ich mir, wie wenig das ist. Man muss den Löwen helfen.
Gut, dass es den WWF gibt, sonst wären bistimmt fast keine Löwen mehr da, aber es braucht trotzdem immer mehr Engegement.
25.03.2016
PandaTatze hat geschrieben:
Ein wunderschöner Bericht, der sehr gut die Problematik veranschaulicht hat und die Zitate von König der Löwen haben einen zum Nachdenken angeregt :)
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