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© Martin Harvey / WWF-Canon
Interview mit Angélique Todd


von Janine
13.11.2009
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Vor knapp zehn Jahren zog es Angélique Todd ins Dzanga-Sangha Schutzgebiet zu den Flachlandgorillas.Seitdem arbeitet sie daran,die Menschaffen zu habituieren, also an die Anwesenheit des Menschen zu gewöhnen. Was hat sie dazu bewogen herzukommen und was bringt sie dazu hier zu bleiben?
Ich habe für euch mit ihr gesprochen.

Angélique, was findest du an den Gorillas so faszinierend?

(lacht) Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich gar nicht so spannend. Ich finde die Anwesenheit der Gorillas sehr beruhigend. In ihrer Nähe fühle ich mich wohl. Und ich mag es mit ihnen zusammen zu arbeiten. Ich kam im Jahr 2000 hierher ins Camp. Damals wurde gerade mit der Habituierung der Gorillas begonnen. Bei der allmählichen Annäherung an die Tiere muss man sehr vorsichtig vorgehen. Nach ca. drei Jahren akzeptiert der Silberrücken, der Anführer der Truppe, die Präsenz der Forscher. Ein Jahr später können bereits Touristen den Anblick der Tiere genießen. Es dauert ungefähr sieben Jahre, bis sich die Gruppe vollständig an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt hat und sich kaum noch an ihnen stört. Wir kündigen uns bei jedem Besuch an. Durch Schnalzgeräusche mit der Zunge machen wir auf uns aufmerksam. Diese Laute geben wir auch während unserer gesamten Anwesenheit in regelmäßigen Abständen von uns.

Ist es nicht auch einfacher für Wilderer sich den habituierten Gorillas zu nähern?

Theoretisch schon. Es gibt zwei Arten von Wilderern. Die Einen, die Pygmäen, leben schon immer hier, eingebunden in die Natur. Sie ernähren sich größtenteils von Pflanzenteilen. Wenn sich aber die Möglichkeit ergibt Fleisch zu essen, dann wird das auch getan. Mittlerweile haben wir aber viel Aufklärungsarbeit geleistet und viele BaAka haben verstanden, dass der Gorillabestand geschützt werden muss. Einige von ihnen arbeiten mittlerweile als Fährtenleser mit uns zusammen.
Die schlimmeren und gefährlicheren Jägern arbeiten im organisierten Verbrechen. Sie gehen ähnlich vor wie die Mafia, ohne Rücksicht auf Verluste. Sie haben nur den Profit im Kopf. Sie aufzuhalten ist eine große Herausforderung. Hier in der Umgebung ist aber zum Glück seit langer Zeit nichts mehr passiert. Das liegt an unserer Anwesenheit. Die Ranger sichern große Teile des Schutzgebietes ab. Und durch die Habituierungsprogramme werden Touristen angelockt. Mehr Menschen bedeutet eine größere Hemmschwelle für Wilderer. Die Touristen bringen Geld mit und durch das Geld können wir mehr Wildhüter einstellen. Im letzten Jahr waren 410 Besucher von Außerhalb hier. Über dreißig Prozent von ihnen kamen aus Deutschland.

Was sind deine Wünsche für dieses Projekt?

Ich wünsche mir, dass das Projekt für lange Zeit bestehen bleibt. Das kann nur geschehen, wenn wir regelmäßig neues Personal einstellen und schulen. Zur Zeit arbeiten neunundsechzig Menschen hier, die alle unterschiedliche Aufgaben haben. Unter ihnen sind Tracker, Ökoguides oder auch Studenten. Außerdem müssen wir es schaffen mehr Gorillagruppen zu habituieren. Wenn der momentan einzigen Gruppe rund um den Silberrücken Makumba etwas zustößt, gibt es keinen Anlass mehr für Touristen uns zu besuchen. Insgesamt wollen wir vier Gorillagruppen habituieren. Unser Ziel ist es, im nächsten Jahr 1500 Touristen hierher zu locken.

Dieses Jahr ist das Jahr des Gorillas. Hatte diese Tatsache einen positiven Effekt auf das Gorillaprojekt?

Auf jeden Fall! Dadurch sind jede Menge Filmteams hergekommen, aus Frankreich, England oder Deutschland. Durch die Filme wird das Dzanga-Sangha Schutzgebiet noch bekannter werden und mehr Menschen anlocken.

Gibt es irgendetwas, das du hier besonders vermisst?

(lacht) Tee! Hier gibt es keinen. Ich bin unglaublich froh, wenn ich zu Hause in England bin und endlich wieder Tee trinken kann. Außerdem gibt es hier keine Salami und auch keinen Käse.

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