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© Martin Harvey / WWF-Canon
Im Einsatz für Löwen


von Buchenblatt
10.07.2015
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100 P

Am Dienstagabend habe ich die Dokumentation „Im Einsatz für die Löwen“ von Hannes Jaenicke im ZDF gesehen. Diese Doku hat mich wie auch andere Dokus der Reihe „Im Einsatz für...“ von Hannes Jaenicke sehr fasziniert, aber auch berührt. Deshalb würde ich hier gerne die Hauptfakten der Doku mit euch teilen. Außerdem würde ich jedem von euch, der ein bisschen Zeit hat, empfehlen, sich die Doku hier  einmal selbst anzuschauen. Denn mit den fantastischen Bildern sind die Fakten noch berührender und eindrucksvoller.

Um zu wissen, warum Löwen bedroht sind und welche Bedingungen sie zum Überleben benötigen, zeigt die Dokumentation zunächst einmal, wie sich Löwen in der Serengeti verhalten: Löwen sind sozial lebende Großkatzen. Sie können also nur im Schutz des Rudels überleben und benötigen auch einen engen Körperkontakt zu dem Rest des Rudels. Dadurch wird ihr Zugehörigkeitsgefühl gestärkt.

Im Rudel sind die Rollen klar verteilt:

Die Weibchen, die den Kern des Rudels bilden und alle verwandt sind, kümmern sich um die Jagd und ziehen die Jungen groß. Dabei gibt es unter ihnen keine Hierarchie. Jede Löwin ist also gleichberechtigt. Löwen können hervorragend hören und auch bei der nächtlichen Jagd noch relativ gut sehen. Zudem erleichtert ihnen ihr hervorragender Tastsinn an Schnurrhaaren und Pfoten die Jagd. Wie auch bei der Jungenaufzucht, zählt auch bei der Jagd Teamwork. Die Löwen schleichen sich alle von verschiedenen Seiten an die Beute heran und greifen gleichzeitig zu.

Die Männchen schließen sich mit anderen Männchen zusammen und verteidigen so das Revier und schützen den Nachwuchs. Diese Koalitionen werden durchschnittlich alle 2 Jahre von einer anderen Koalition abgelöst, die das Rudel übernimmt. Dadurch wir die genetische Vielfalt innerhalb eines Rudels garantiert. Obwohl Männchen selbst im Rudel nicht für die Jagd zuständig sind, bekommen sie oft einen Großteil der Beute (Pro Tag können Löwenmännchen bis zu 40kg Fleisch fressen – die Weibchen fressen nur bis zu halb so viel).

Die Jungen werden nach vier Monaten Tragezeit meist von allen Weibchen eines Rudels zur gleichen Zeit geboren. Das erhöht die Überlebenschance der Jungen, da diese so mehrere Mütter haben, von denen sie gesäugt werden können und eine Art Kinderkrippen zum Schutz der Jungen gebildet werden. Dadurch, dass es oft etwa 20 Jungen gleichzeitig in einem Rudel gibt, haben die Jungen zudem immer Spielgefährten, mit denen sie sich austoben können.

Die Vorfahren des Löwen breiteten sich über den ganzen Planeten aus. Vom Ende der Eiszeit bis heute sind sie jedoch in fast allen Regionen der Erde ausgestorben oder durch den Menschen ausgerottet worden. Nur in Indien und Teilen Afrikas konnten sie überleben. Doch auch in Afrika haben die Löwen in den letzten 60 Jahren drei Viertel ihres Lebensraumes verloren, sodass sie mittlerweile auch dort stark bedroht sind. Über die Hälfte des heutigen wildlebenden afrikanischen Löwenbestandes lebt im Südosten Afrikas in fünf isolierten Schutzgebieten, von denen eines die Serengeti umfasst.

Für das Gleichgewichts des Ökosystem der Serengeti sind die Löwen wichtig. Ohne sie würden zu viele Pflanzenfresser der „großen Migration“, einer jährlichen Tierwanderung mit über 2 Millionen Huftieren, überleben.

Das „Serengeti Lion Project“,betreibt schon seit etwa 50 Jahren Studien zum Verhalten von Löwen. Die meisten wissenschaftlichen Erkenntnisse über Löwen, die es heute gibt, sind dor entstanden. Es überwacht zum Beispiel die Abgänge und Neuzugänge einzelner Löwen oder Koalitionen von Männchen, sowie neugeborene Junge und Todesfälle der Rudel in diesem Gebiet. Diese können so genau dokumentiert werden, weil jeder Löwe mit der Anordnung seiner Schnurrhaare einen eigenen „Fingerabdruck“ hat. Dadurch kann ihnen zunächst ein Code und, wenn sie das erste Jahr überlebt haben, ein Name zugewiesen werden.

In dem Projekt wurde außerdem beispielsweise herausgefunden, dass Löwen strategisch planen, ob sie angreifen oder sich besser zurückziehen sollten, indem sie die Stimmen Gegner unterscheiden. Wenn die Gegner die Minderheit sind, greifen sie an, wenn sie selbst jedoch in der Minderheit sind, ziehen sie sich eher zurück. Löwen können also zählen.

Doch diese intelligenten Tiere sind bedroht. Dadurch,dass ihr Lebensraum schrumpft, geraten sie immer wieder in Konflikte mit der wachsenden afrikanischen Bevölkerung und den Viehherden der Massai. Das Vieh und die Schafe sind leichte Beute für die Löwen. Deshalb werden immer wieder Schafe oder Vieh gerissen, was die Existenz der Viehhirten bedroht. Einige Löwen werden deshalb aus Angst abgeschossen.
Die Organisation „African People and Wildlife Fund“ versucht dem entgegenzuwirken. Sie arbeitet eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen, klärt auf und hat schon die Viehpferche von 530 Dörfern, in die das Vieh abends getrieben wird, mit “living walls“ und Maschendraht löwensicher ausgestattet.
Diese Sicherheit führt dazu, dass auch die lokale Bevölkerung die Löwen mit anderen Augen sieht. Nicht mehr nur als Gefahr, sondern auch - oder besonders - als faszinierende, aber gefährdete Tierart.

Am Schluss behandelt die Dokumentation noch die Großwild- und Gatterjagd, das sogenannte „Canned Hunting“: Die - meist europäischen oder nordamerikanischen - Jäger zahlen bis zu 25.000 Euro, um einen Löwen abzuschießen. Um diesen Jägern Erfolg zu garantieren, werden die Löwen teilweise sogar in Zuchtfarmen aufgezogen und später in einem Gehege von den Jägern abgeschossen. Dafür müssen die Jäger meist nicht einmal einen Waffenschein vorweisen. Die Löwen, die abgeschossen werden, sind also an Menschen gewöhnt, sind kaum scheu und haben keine Möglichkeit zu fliehen.

Doch nicht nur die Gatterjagd ist in Afrika ein lukratives Geschäft: Die Zuchtfarmen verdienen sich außerdem ihr Geld, indem sie die Jungen nach zwei bis drei Wochen von ihren Müttern trennen, damit sie von Touristen als Touristenattraktion gefüttert werden können. Durch die frühe Trennung von der Mutter sind viele von ihnen traumatisiert und aufgrund der fehlenden Muttermilch anfällig für Krankheiten.

Die Organisation „Vier Pfoten“ geht davon aus, dass mindestens 1000 Löwen so jährlich getötet werden. Zudem werden viele getötet, weil die Knochen in der asiatischen Medizin verwendet werden.

Um die ehemaligen Löwen aus Zuchtfarmen, sowie ehemalige Zoo- und Zirkuslöwen zu schützen und ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen, ha die Organisation ein Großkatzenrefugium „Lions Rock“. Dort haben 85 Löwen ein neues Zuhause. Sie leben dort in Freigehegen im Rudel. Da sie nie gelernt haben zu jagen, werden sie jedoch gefüttert. Einmal an den Menschen gewöhnte Löwen können nämlich nie wieder ausgewildert werden.

Am Ende macht die Dokumentation jedoch auch Hoffnung. Der Löwenbestand in Namibia, sowie in Indien und in Botswana hat sich teilweise erholt, da Löwen extrem anpassungsfähig sind. Das Wichtigste in Zukunft wird also sein, Schutzgebiete einzuhalten und zu erweitern. Dann wird es auch dem König der Tiere bald wieder besser gehen. Zudem muss die Trophäenjagd verboten werden. Eine Petition gegen die Gatterjagd findet ihr hier.

Ich kann nur jeden von euch empfehlen, sich die Doku einmal selbst anzuschauen.

 

Titelbild:

von Frank Vassen

https://www.flickr.com/photos/42244964@N03/3897043057/in/photolist-6Wnn8x-9hEdiS-9hEdyS-awHg5t-6XPGxh-6XPGxb-awHpRi-6XM8Q6-dsNyvc-dZVamQ-dZVaq1-dZPsK2-dZPsJr-dsNyGx-oGa5FF-oGoQ9Y-nr2HNf-8SoYjQ-aEAHoh-dvdahN-px2bFm-puHwPW-qahKgZ-iquyRG-gVV9yJ-iqsK1U-iqrfeq-fN3Qh1-S2Q7p-dZVamC-f84ycd-2b281Q-2b27Zm-cABw3m-pAsUar-fDFSAK-5drsuh-oLsohE-ansnSA-fvY2oi-pW4HP2-aAHKH7-tuPjTS-bMJxxk-8dQr1Y-6ayZX5-8Jcev2-a6cKAK-9odkgC-dRP1Yx

 

Quellen:

http://www.zdf.de/dokumentation/hannes-jaenicke-im-einsatz-fuer-loewen-38926834.html

 

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Kommentare (3)
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12.07.2015
EvaUll hat geschrieben:
Vielen Dank für deine filmempfehlung und die gute Zusammenfassung! :)
Habe den Film gerade geschaut; er war sehr interessant!
11.07.2015
Franzichen hat geschrieben:
Ich finde immer noch das sich "Der Löwenflüsterer" so toll für die Löwen einsetzt! Müsst mal nach ihm suchen oder meinen alten Bericht über ihn lesen:)
11.07.2015
RichardParker hat geschrieben:
Von der Doku habe ich auch gehört :) Ich schau sie mir auf jeden Fall noch an! Danke für die Zusammenfassung!
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