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Eine Alternative zur Jagd?


von Marcel
07.07.2009
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Ob das was bringt? Wenn sich ein paar Touris die Gorillas anschauen? Davon kann man doch bestimmt kein Dorf ernähren... Natürlich kann man Menschen nicht sagen: "Hört auf zu wildern und zu roden", ohne ihnen eine Alternative zu bieten. Doch das sogenannte "Gorillawatching" ist eine solche Alternative. Eine Möglichkeit, Naturschutz und Entwicklung zu kombinieren.

An Leuten, die Geld dafür ausgeben wollen, mangelt es nicht. Gorillas fast hautnah im dichten Regenwald zu beobachten, ist ein einzigartiges Erlebnis. Damit die Tiere Menschen in ihrer Nähe akzeptieren, müssen sie mit ihnen zunächst vertraut gemacht werden. Das geschieht über mehrere Jahre behutsamer Gewöhnung, der so genannten Habituierung durch gorillakundige Experten.

Bereits Anfang der '70er wurde diese Art des Tourismus im Kahuzi-Biega-Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo entwickelt. Sanfter Tourismus, der sich für Tiere und Menschen des Regenwaldes lohnt: Für einen Besuch bei den Gorillas bezahlen Touristen heute mehr als 350 Euro. Das Geld fließt sowohl in Schutzmaßnahmen für die Tiere als auch in lokale Entwicklungsvorhaben für die einheimische Bevölkerung.

Auch im WWF-Projektgebiet Dzanga-Sangha ist seit 2004 die Begegnung mit diesen beeindruckenden Tieren die Hauptattraktion für Touristen. Der WWF hat dort zum ersten Mal erfolgreich Westliche Flachland-Gorillas an Menschen gewöhnt. In Ruanda und Uganda sind die Berggorillas mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wenn ein Gorilla im Jahr 50 Mal von fünf Touristen besucht wird, hat dieses Tier im Laufe eines durchschnittlichen Gorillalebens von etwa 35 Jahren mehr als drei Millionen Euro erbracht: Ein Gewinn für den Naturschutz!

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Kommentare (4)
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10.07.2009
estrella hat geschrieben:
Ich finde das eine sehr gute idee.
Natürlich können auch Gefahren für die Gorillas entstehen, jedoch gibt es mehr Vorteile(wie der zweite Teil des Berichtes zeigt) durch diese andere Art der Geldeinnahme.
Auch finde ich es gut, dass das Wohlergehen der Gorillas nicht außer acht gelassen wird, was bei ''Touristenatraktionen'' (ich nenne sie mal so) ja leider oft der Fall ist.
Doch die Gorillas werden von Experten umsorgt und tragen so zu ihrem eigenen Schutz bei.
09.07.2009
Marcel hat geschrieben:
Spannende Fragen, Janine. Unser Dzanga-Sangha-Experte Johannes aus dem WWF-Waldteam hat mir hierzu auch direkt Antworten gegeben. Wer sich also für die Rolle der Wilderer interessiert und welche Gefahren auch mit der Habituierung von Gorillas verbunden sind, findet weitere Infos im zweiten Teil: http://tinyurl.com/na36wn
09.07.2009
Janine hat geschrieben:
Das Programm des WWF ist wirklich gut. Es ist doch auch so, dass der WWF Wilderern die Möglichkeit auf einen "Karrierewechsle" bietet, oder? Vom Wilderer zum Wildhüter. Dadurch verdienen die Menschen offiziell Geld, tragen zum Schutz der Tiere bei und sind nicht mehr auf die Jagd angewiesen, die teilweise auch gar nicht von den Einheimischen unterstützt werden will, aber der Hunger einen Verzicht nicht zulässt.
Einen Nachteil könnte die Gewöhnung an den Menschan aber doch haben. Ich hab gestern noch gelesen, dass in der Demokratischen Republik Kongo vor ein paar Jahren 7 Gorillas erschossen wurden. Die Gorillas hatten keine Scheu vor den Schützen und haben sie somit nicht als Gefahr erkannt. Auch hier wurden die Gorillas zuvor an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt.
08.07.2009
Franzi hat geschrieben:
Klingt nach einer sehr tollen Idee, gerade wenn man bedenkt dass es für die Tiere eigentlich keine Nachteile hat. Wenn sie an die Menschen gewöhnt werden fühlen sie sich nicht gestört und die Menschen dort haben einen Anreiz diese wundervollen Tiere nicht abzuschlachten! Super=)!
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