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Ecofarming


von Franzi
31.10.2009
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Seit diesem Schuljahr ist Geographie mein Leistungsfach und unser momentanes Thema ist nachhaltige Landwirtschaft in den Tropen. Im Zuge dessen haben wir auch über das sogenannte Ecofarming gesprochen, was ich so interessant fand, dass ich mich gleich etwas weiter informiert habe.
Beim Ecofarming im tropischen Regenwald geht es im Grunde darum, den Wald nicht abzuholzen, sondern ihn in die landwirtschaftliche Nutzung zu integrieren. Momentan ist leider in vielen Ländern der Tropen der Plantagenanbau noch sehr verbreitet, dem, um Platz für die weitläufigen Plantagen zu schaffen, oft die Brandrodung voran geht. Dabei wird zunächst eine Fläche Regenwald mit der Hand grob gerodet und dann abgebrannt. Zurück bleibt sehr fruchtbare Asche, die jedoch durch häufige Regenfälle schnell weggespült ist. Ist dies einmal geschehen ist zunächst einmal natürlich der Regenwald unwiederbringlich zerstört, der Boden aber auch für mindestens zehn bis zwölf Jahre landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar, er ist unfruchtbar. Der Bauer ist gezwungen schon nach kurzer Zeit eine neue Fläche zu roden, die Zerstörung ist immens. Auch die Plantagen an sich sind ökologisch nicht wertvoll, es handelt sich dabei um riesige Monokulturen, die immens viel Dünger benötigen und sehr anfällig für Schädlinge sind.


Den Aufwand, den die einheimischen Bauern betreiben müssen ist also immens und rentiert sich oft nicht. Deswegen wird nun immer mehr versucht ihnen das Prinzip des Ecofarmings näher zu bringen, um einerseits den Regenwald vor weiterer Zerstörung zu bewahren und den Bauern andererseits eine sicherere Lebensgrundlage zu schaffen.
Zunächst einmal werden nun beim Ecofarming die großen Urwaldriesen des Regenwaldes stehen gelassen und nur der Boden leicht von Pflanzen und Unterholz befreit. Das hat – neben dem Erhalt der Bäume – den Vorteil, dass der sogenannte Mykorrhizae Pilz erhalten bleibt, der in Symbiose mit einigen der in den Tropen vorkommenden Baumarten lebt. Er sitzt unterirdisch an den Wurzeln der Bäume und filtert Nährstoffe aus dem Boden. Der Baum kann diese dann schneller aufnehmen. Dies ist insofern wichtig, als dass der Boden in den Tropen nur sehr beschränkt Nährstoffe speichern kann, es ist also wichtig für die Pflanzen diese so schnell wie möglich aufzunehmen.
Von dieser Symbiose können auch andere Pflanzen profitieren, die nun neben die Bäume gepflanzt werden. Dabei wird darauf geachtet, dass z.B. Pflanzen mit hohen Nährstoffansprüchen neben eher genügsamere Pflanzen gesetzt werden, schattenverträgliche Gewächse sollten von eher sonnenbedürftigen überdeckt werden und direkt neben Pflanzen mit kurzem Wachstumszyklus stehen Dauerkulturen wie z.B. Bananen- oder Kaffeepflanzen. Zusammen gibt dies eine bunte Mischung aus Gewächsen, wobei die Ansprüche jeder Art bedacht werden. Es entstehen keine Monokulturen, Schädlinge können sich also nicht so schnell ausbreiten und der Nährstoffkreislauf des tropischen Regenwaldes ist weitgehend gewahrt. Des Weiteren ist der Bauer nicht mehr Abhängig von einer Pflanzensorte, er ist flexibler bei Missernten. Diese Art der Landwirtschaft kann über viele Jahre hinweg betrieben werden, wobei die Bodenfruchtbarkeit erhalten und das ökosystem mit all seinen Lebewesen intakt bleibt.


Bis jetzt gibt es durchweg positive Resultate beim Ecofarming, auch wenn es teilweise schwierig ist die einheimischen Bauern von dieser neuen Form der Landwirtschaft zu überzeugen. Auch die Wirtschaftspolitik der einzelnen Länder sieht Ecofarming oft nicht vor. Es gibt also noch viel zu tun um die Menschen und Regierungen davon zu überzeugen, ihren Regenwald nicht weiter abzuholzen sondern mit ihm „zusammenzuarbeiten“!

 

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Kommentare (6)
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21.04.2014
Lienchen hat geschrieben:
Wenn die so weitermachen gibt es in 50 Jahren kein Regenwald mehr:(
26.11.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Bei uns im Unterricht wird gerade Ecofarming, cash crops und die grüne Revolution genau unter die Lupe genommen. Ich bin der Meinung, das Ecofarming die beste Idee ist. Klar zweifeln die Bauern, aber wenn der Regenwald weiterhin abgeholzt wird (ist ja die Alternative), dann wird es auch im Endeffekt nicht besser, sogar schlimmer. Durch Ecofarming bleibt der Regenwald erhalten!
25.10.2010
Conse2410 hat geschrieben:
Hallo

Das was du in deinem Bericht geschrieben hast ist ansich eigentlich alles richtig.
Das Problem für die Bauern im Regenwald ist, dass sie von Ecofarming kaum überleben können. Zu groß ist der Druck von den schon angesprochenen Investoren.
Deshalb sind die Bauern gezwungen Shifting Cultivation zu betreiben, oder ihre "Höfe" aufzugeben und sich arbeit bei den investoren zu suchen.

Um den Regenwald zu schützen ist der erste und wichtigste Schritt die Großgrundbesitzer davon zu überzeugen, dass de Zerstörung des Regenwalds ein großes Verbrechen an der Natur ist und uns schon in wenigen Jahren selbst zu Verhängbnis werden könnte.
Viele Tierarten werden bedroht und das nicht nur im Regenwald. Selbst Meeresbewohner leiden unter der Zerstörung der "Lunge der Erde"

LG Conse
07.11.2009
Speedy hat geschrieben:
also ich finde die Idee auch ziemlich gut. die Bauern in den Tropen müssten nur selbstständiger sein und auch die richtigen Absatzwege finden für ihre so gewonnen Lebensmittel. Vielleicht gibt es ja einige Umweltorganisationen wie den WWf der den Bauern eine soloche wirtschaftsweise nahe bringt. Ich glaube, dann wären die bauern auch nicht so abhängig von den Investoren, vielleicht könnten sie mehr und mehr selbstständig für sich sorgen, also auch sich mit Lebensmitteln z. B. selbst versorgen.
01.11.2009
Franzi hat geschrieben:
Ja, das stimmt vielleicht, obwohl es vielfach so ist dass sich die einheimischen Bauern viel besser mit "ihrer" Natur auskennen als ausländische Investoren (die die Plantagen finanzieren) und meist im grunde wissen was "zusammenpasst". Die Möglichkeiten des Ecofarmings sind nur leider oft noch nicht zu ihnen durchgedrungen weil ihnen oft erzählt wird dass Brandrodungen die beste Möglichkeit sind (natürlich ebenfalls von den gleichen Investoren, die ihre Planatagen schließlich erhalten wollen)!
Alles Liebe, Franzi
01.11.2009
Bienenkoenigin hat geschrieben:
Das ist echt ne gute Idee, wobei ich denke, dass das ziemlich kompliziert ist auf jede Pflanze einzelnd einzugehen und die perfekten "verknüpfungen" zuschaffen... da ist es für den Bauer einfacher einfach nur eine Bananenplantage zupflanzen... ich glaube das ist schwer sie davon zuüberzeugen...
viele grüße
die bienenkönigin
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