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© Martin Harvey / WWF-Canon
Die Kakaoproduktion in Ghana- Ein guter Wirtschaftszweig oder nur "bittere Schokolade"?


von PandaTatze
09.05.2015
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Steckbrief:
Hauptstadt: Accra
Fläche: 238.537 km2
Einwohnerzahl: 25,37 Millionen
Einwohner pro km2: 97,6
Alphabetisierung: 42,1%
Kindersterblichkeit: 5,23%
Pro-Kopf-Einkommen: 590 US-$
Exportgüter: Gold, Kakao, Holz, Thunfisch, Bauxit, Aluminium, Manganerz, Diamanten

Stand: 30. November.2014


Wachstumsbedingungen für Kakao und die Wachstumsregionen:
Die Kakaopflanze, die bis zu acht Metern hoch wachsen kann, benötigt sehr viel Wasser. Deshalb wächst sie auch nur in Gegenden mit tropischem Klima in den tropischen Regenwäldern. Daher wächst der Kakao auch nur im Süd-Westen Ghanas, z.B. in Kumasi.

 

Entwicklung bzw. Geschichte der Kakaoproduktion in Ghana:
Seit der Unabhängigkeit (1957) sollte der Kakaoanbau die wirtschaftliche Hauptquelle werden. Doch der Plan scheiterte. In den 1970er Jahren spielte diesen Plänen viel dazwischen: Dürrezeiten, Kakaokrankheiten und politische Fehlentscheidungen. Die wirtschaftlichen Reformen verbesserten den Kakao-sektor in den 1980er Jahren.
Für rund 700.000 Kakaobauern, die größte Gruppe der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft und mehrere Millionen Familienmitglieder, liegt die Zukunft in dieser Pflanze. Viele Bauern verdienen, trotz der großen internationalen Wertschätzung des qualitätsvollen Produktes, sehr wenig. Die vielen Notsituationen haben Kinderarbeit und unterbezahlter Arbeit Vorschub geleistet. Jedem Kleinbauer stehen nur 1 bis 2 Hektar Land zu, was sehr wenig ist.

 

Kakaohandel und Kakaoexport liegen in staatlicher Hand. „Cocoa Marketing Board“ ist eine Organisation in Ghana, die von der Regierung eingesetzt wurde. Sie ist dazu da, die Bauern vor zu niedrigen Preisen zu schützen. Dennoch sehen viele Jugendliche keine Zukunft in ihrer Arbeit und suchen ihr Glück in der Stadt.

Schattenseiten der Kakaoproduktion in Ghana:
Jeder Deutsche verbraucht rund 11 kg Schokolade in Jahr. Doch auch wenn viele wissen, was der Kakaoanbau für Schattenseiten hat, kaufen sie dennoch die Billigschokolade aus dem Supermarkt. Doch was sie damit wirklich finanzieren, wissen viele nicht. Ich habe mir mal ein paar Situationen ausgedacht, die bei vielen Kakaobauern zutreffen und dazu Stellung bezogen.
1) Eine Frau im Alter von 47 Jahren arbeitet mit vielen anderen Kakaobauern auf einer Kakaoplantage. Ihr Sohn ist in die Stadt gezogen, um dort sein Glück zu versuchen. Kontakt haben sie kaum mehr. „Er ist losgezogen. Er wird kein Kakaobauer. Er ist in die Stadt gegangen und wird Lehrer.“
Tatsächlich ist das Durchschnittsalter der Kakaobauern 55 Jahre, da es an Nachwuchs mangelt. Die jungen Leute gehen in die Stadt, um dort eine bessere Zukunft zu haben. Da stellt sich natürlich die unausgesprochene Frage: Wird es in der Zukunft überhaupt noch genug Kakaobauern geben? Diese Frage ist noch unbeantwortet, aber wenn es so weitergeht, wird es in der Zukunft knapp.
2) Familie Owusu ist ein familiärer Landwirtschaftsbetrieb. Angestellte können sie sich nicht leisten. Ihre Kinder arbeiten auf ihrer Farm. Neben der Arbeit auf der Farm ihrer Eltern gibt es für sie nichts. Sie können nicht zur Schule gehen. Keine Hoffnung also für sie, im Leben je etwas zu erreichen.

In der Tat ist Schule für alle Kinder, die Kakao abbauen, ein Fremdwort. Dadurch bleibt ihnen keine Chance für eine bessere Zukunft.

3) Die kleine Afia wurde vom Leben böse angerempelt. Ihre Familie war so arm, dass sie sie als Kindersklave an eine Kakaofarm verkauft haben. Dort muss sie täglich unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen arbeiten. Sie hat keine Hoffnung mehr, im Leben etwas zu erreichen.
Schlimmerweise gibt es Kinderarbeit sowie Kindersklaven, die tagtäglich auf Kakaofarmen arbeiten müssen. Oft wurden sie von ihren Familien verkauft, da diese so arm waren, dass sie sehr dringend Geld brauchten. So geht es leider vielen Kindern, die dann auf den Farmen unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Die Organisation „Fairtraide“ setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen, fair bezahlte Arbeit und das Kinderarbeitsverbot ein. Wer also etwas dagegen tun möchte, sollte die Schokolade mit dem Fairtraide-Siegel kaufen.

Gibt es noch andere Wirtschaftszweige?
Die wichtigsten Exportgüter (neben Kakao) für Ghana sind: Bodenschätze, wie Gold, Diamanten und Erdöl, und Edelhölzer. Da fragt man sich: Warum Kakao und nicht Erdöl oder Diamanten, die wahrscheinlich viel mehr einbringen würden?
Ein wichtiger und entscheidender Grund sind die Kakaobauern. Wo sollen sie hin, wenn zum Beispiel Erdöl der Hauptexport Ghanas wird? Es sind so viele Menschen vom Kakaoanbau abhängig, sodass über 700.000 Menschen keine Arbeit mehr hätten. Dazu kommt noch, dass Erdöl, Gold und Diamanten endlich sind. Sie werden irgendwann alle sein, und man sucht schon jetzt nach Auswegen, dieses Ende hinauszuzögern und Alternativen zu finden. Klar können Kakaopflanzen eingehen, wenn es zum Beispiel nicht regnet, was im Regenwald äußerst selten der Fall ist. Das einzige Problem, das die Kakaoanbauer haben, ist der sehr unfruchtbare Boden im Regenwald, der nur eine ca. 10 cm dicke Humusschicht hat. Deshalb ist zur Zeit der Kakaoanbau der wichtigste Wirtschaftszweig Ghanas.

Beantwortung der Themenfrage:
Kakao ist ein guter Wirtschaftszweig Ghanas, da die Kakaopflanze das Wichtigste im Leben vieler Bauern ist. Allerdings sind Dinge wie Kinderarbeit und Kindersklaven eine große Schattenseite der Kakaoproduktion, und wir alle müssen gemeinsam daran arbeiten, sie zu bekämpfen. Aber nicht alle Kakaobauern leben wegen Unterbezahlung und Missernten in Armut. Viele Kakaobauern haben sich auch ein Leben darauf aufgebaut. Die Kinder können zur Schule gehen und die Eltern verdienen genug Geld, um davon gut zu leben. Da Kakaopflanzen nicht endlich sind, verspricht man sich für die Zukunft noch viele weitere gute Jahre für die Wirtschaft mit Kakao.

 

 

 

 

 

http://www.suedwind-institut.de/fileadmin/fuerSuedwind/Publikationen/2011/2011-4_Ghana_Vom_bitteren_Kakao.pdf
http://ghana-ausstellung.de/kakao/
http://xago.org/ghana/steckbrief.php
http://www2.klett.de/sixcms/list.php?page=geo_infothek&article=Infoblatt+Von+der+Kakaopflanze+zur+Schokolade+-+Teil+1&node=Schokolade

http://ghana-ausstellung.de/kakao/ii-3-kakao-in-ghana/
http://www.geo.de/reisen/community/bild/regular/437574/Kakaopflanze-am-Rio-Toa-bei-Baracoa-Kuba.jpg
http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.afrika-reisen.biz%2Fwp-content%2Fuploads%2F2010%2F11%2Fkakao-pflanze-elfenbeinkueste.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fprezi.com%2F9uzpxkfwgc1s%2Ftropische-nutzpflanzen%2F&h=282&w=426&tbnid=D_jfMsHEEoYCiM%3A&zoom=1&docid=EzC6cChr_7t_kM&ei=RDuuVPXyN8rXPZPugOAK&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=239&page=1&start=0&ndsp=25&ved=0CCkQrQMwAQ
http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.oeko-fair.de%2Fmedia%2Fimage%2F629.Kakaofrucht_by_Helene_Souza_pixelio.de.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.oeko-fair.de%2Fclever-konsumieren%2Fessen-trinken%2Fkaffee-tee-co%2Fgetraenke-und-genussmittel%2Fkakao%2Fdie-kakaopflanze2&h=160&w=240&tbnid=3CeJaAJXK7V9rM%3A&zoom=1&docid=n3S0l-AbDsrEMM&ei=RDuuVPXyN8rXPZPugOAK&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=204&page=1&start=0&ndsp=25&ved=0CDsQrQMwBw
http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?session=42f94b1e5229d970_32610&a_no=26998&main=drucken
http://de.wikipedia.org/wiki/Bergbau_in_Ghana

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Kommentare (5)
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12.05.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
@midori: Ja, das ist mir auch schon aufgefallen! Ich glaube, es wäre mal sehr interessant, wenn darüber hier berichtet würde. Ich meine man kennt das Siegel ja, aber auch im Detail... :-)
11.05.2015
midori hat geschrieben:
Kinderarbeit ist schrecklich :o( Aber ich verstehe bspw. auch nicht, warum die billigste Schokolade in unserem Discounter (49ct) UTZ zertifiziert ist. Wie kann das funktionieren?
10.05.2015
PandaTatze hat geschrieben:
Vielen Dank! @Luke24 und @LSternus Das freut mich! Ich habe mir auch wirklich viel Mühe gegeben!
10.05.2015
Luke24 hat geschrieben:
Durch diesen Bericht hast du ohne Zweifel einen super Einblick in dieses westafrikanische Land gegeben. Sehr interessant geschrieben.
09.05.2015
LSternus hat geschrieben:
Ein interessanter Bericht und gut recherchiert. Ich denke Kakaoanbau ist eine bessere Einnahmequelle als der Abbau von Bodenschätzen.
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