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Die Abholzung der Regenwälder und die Folgen


von IsabelleR
26.05.2009
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Rund die Hälfte der ursprünglichen Waldfläche ist inzwischen durch menschliche Nutzung verschwunden. Jedes Jahr werden etwa 15 Millionen Hektar der Urwälder abgeholzt.

Die tropischen Regenwälder gehören zu den produktivsten Ökosystemen der Erde und sie bieten eine unermessliche Fülle ökologischer Nischen. Wenn die Abholzungen wie bisher weitergehen, werden die Regenwälder in einigen Jahrzehnten verschwunden sein. Welche wiederrum die Lebensgrundlage für eine große Zahl von Arten bilden, die jeweils speziell an sie angepasst sind. Daher muss bei einer nachhaltigen Nutzung der Wälder diese Vielfalt, besonders die in den tropischen Regenwäldern, geschützt werden.

Durch den wachsenden Nutzungsdruck werden weltweit jährlich Millionen Hektar tropischer Regenwald abgeholzt und brandgerodet. Der größere Teil der entstehenden freien Flächen dient als landwirtschaftliche Nutzfläche. Viele Millionen Kleinbauern betreiben einen Waldrodungshackbau, was eine direkte Folge der Bevölkerungszunahme und der Armut in diesen Regionen ist.

Der geringe Nährstoffgehalt der meisten tropischen Böden ist schnell erschöpft.
Nach wenigen Jahren müssen dann neue Waldflächen gerodet werden, um die unfruchtbar gewordenen Felder zu ersetzen. Die alten Flächen scheiden aufgrund der Bodenzerstörung vielfach für eine Wiederbewaldung aus.

Auch bei sorgfältig aufgeforsteten Flächen wird es mindestens 100 Jahre dauern, bis sich auch nur ein annähernd ähnliche komplexes Artengefüge des tropischen Regenwaldes wieder eingestellt hat.

In den tropischen Regenwäldern finden sich viele Edelhölzer wie Teak- oder Mahagoniebäume, die auf der ganzen Welt als Bauholz oder zur Herstellungvon Möbel gefragt sind. Diese Edelhölzer sind für die tropischen Länder ein wichtiger Exportartikel, genauso wie Rohstoffe für Zellstofffabriken.

Auch klimatische Veränderungen sind durch die großflächigen Abholzungen der Regenwälder zu befürchten. In den entwaldeten Gebieten fließt das Wasser ungebremst ab und nimmt dabei die Bodenkrumme mit. Ebenso ist die Wasserverdunstung vermindert, da die Transpiration über die riesige Blattoberfläche fehlt. Der kurzgeschlossene Kreislauf zwischen Wald und Atmospäre wird dadurch unterbrochen. Es kommt zu einer Veränderung des lokalen und regionalen Klimas, das nun durch geringe Feuchtigkeit und höhere Temperaturen bis hin zur Steppen- und Wüstenbildung gekennzeichnet ist. Eine Wiedebewaldung solcher gebiete ist dann nur schwer möglich. Die tropischen Regenwälder spielen als Kohlenstoffdioxidspeicher eine große Rolle.
Ihre Vernichtung verstärkt den Treibhauseffekt.

Desweiteren kommt bei der Vernichtung der Regenwälder ein humaniäres Problem hinzu: Es wird vielen Naturvölkern, die in und mit dem Regenwald leben, die Lebensgrundlage entzogen

Um die besteheneden Wälder zu schonen, müsste man die tropischen Sekundärwälder (die aus nachgewachsenen oder angepflanzten Bäumen bestehen) besser pflegen und nutzen. Teilweise werden schon auf den abgeholzten Flächen schnell wachsende Eukalyptus-, Akazien- oder auch Nadelbaumarten in Monokulturen angepflanzt.
Einige dieser Arten wachsen in den Tropen so schnell heran, dass sie schon nach 10 Jahren erntereif sind. Dieses Holz könnte zum Beispiel den Brennholzbedarf der einheimischen Bevölkerung decken helfen, aber es könnte auch als Baumaterial oder zur industriellen Papierherstellung genutzt werden.

Eine veränderte landwirtschftliche Nutzung durch die Kleinbauern könnte ebenfalls einen Beitrag zur Erhaltung des Regenwaldes leisten. Dazu werden nun schon unterschiedliche Kulturpflanzen aus der Region unter dem Schutz größerer Bäume angebaut. Die negativen Folgen einer Brandrodung werden dadurch abgemildert. Desweitern sollte nur noch der Export von zertifizierten Tropenholz legitimiert werden.

Ein Großteil der Menschheit lebt in bitterster Armut, während rund 20 Prozent der Weltbevölkerung 80 Prozent der Ressourcen beanspruchen. Derartige Probleme können nur durch internationale Zusammenarbeit gelöst werden!

Eine nachhaltige Entwicklung ist nur möglich, wenn die ökonmische Entwicklung unter den Vorbehalt ökologischer und sozialer Verträglichkeit gestellt werden. Man muss den betroffenen Ländern eine angemessene ökonomische Entwicklung unter weitgehender Erhaltung ihrer Regenwälder ermöglichen!

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Kommentare (1)
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28.05.2009
Franzi hat geschrieben:
Ich stimme dir voll zu zu, es ist schrecklich wie rücksichtslos mit unserer Natur und grade den Regenwäldern umgegangen wird - wenn man bedenkt dass man sie vielleicht unwiederbringlich zerstört. Ich denke jeder einzelnen von uns hat die Aufgabe zu versuchen etwas dagegen zu unternehmen, durch gezielte Aktionen oder einfach dass man darauf achtet was man für Holz, Papier oder Möbel kauft. Wir alle haben diese Verantwortung.
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