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© Martin Harvey / WWF-Canon


von GreenSmarty
02.03.2010
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Möchte euch heute einen Baum vorstellen, der mich in Afrika jeden Tag von neuem fasziniert hat, den Affenbrotbaum oder Baobab (Adansonia digitata).
Er ist im Prinzip über ganz Afrika verbreitet, wird jedoch von Niederschlag, Frost oder der Höhenlage begrenzt. Auch auf Madagaskar haben sie es geschafft.
Der Baobab hat eine eher gedrungene Erscheinung, typisch für Flaschenbäume. Der Stamm wird nicht besonders hoch sondern wächst eher in die Breite. Pro 100 Jahre Lebensalter legt er etwa einen Meter Stammumfang zu. Die für uns eher unförmig erscheinenden Äste können eine ausladende Krone bilden. In den Legenden heißt es er wäre vom Teufel aus dem Boden gerissen und verkehrt herum wieder eingepflanzt worden („growing upside down“).
Die Rinde ist zwischen 5 und 10 cm dick und hält das im ganzen Stamm gespeicherte Wasser vor der Hitze geschützt. So kann ein Baum von 200 Kubikmetern Volumen bis zu 140.000 Liter Wasser speichern. Die bei jungen Bäumen vorhandene Pfahlwurzel wird mit zunehmendem Alter zu einem Lateralwurzelsystem, das in den ersten Metern des Bodens gut Wasser aufnehmen kann. Im Laufe der Individualentwicklung hat er immer wieder eine andere Erscheinungsform.
Baobabs blühen das erste Mal im Altern von 10 bis 16 Jahren. Nach Beginn der Regenzeit treiben schnell die süß duftenden Blüten aus, die von Flughunde oder Galagos bestäubt werden. Typisch für diese weißen Blüten sind die hervorstehenden, zu einer Säule verwachsenen Staubblätter. Die einzelne Blüte blüht nur einen Tag. Die ersten Blätter sind von einfacher elliptischer Form, werden jedoch bald abgeworfen und die typischen handförmigen Blätter folgen.
In den nächsten acht Monaten entwickelt sich die bis zu 40cm große, behaarte Kapselfrucht. Die darin enthaltenen Samen und deren Fruchtfleisch schmecken auch dem Menschen. In der Natur jedoch dienen sie vor allem Elefanten, Pavianen aber auch Antilopen oder Kleinsäugern als Nahrung.
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Auch Webervögel nutzen die dicken Äste für ihre Gruppennester.
Die etwa 1cm großen Samen bleiben lange keimfähig. Genutzt werden sie unter anderem um draus Öl zu pressen. Auch die Blätter werden die Spinat gegessen.
Über das maximale Alter streiten sich die Botaniker noch, es wird wohl zwischen 1000 und 2000 Jahren liegen.

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Bei diesem Baobab meinte der uns führende Ranger er wäre 1100 Jahre alt, Mapungubwe National Park, Südafrika.
Das viele Wasser ist sehr attraktiv für Elefanten, die in der Trockenzeit die Rinde aufbrechen und die Baumfasern kauen um an das gespeicherte Wasser zu kommen. Bei hohen Elefantendichten können sie eine Baobabpopulation nachhaltig schädigen. Weniger intensiven Fraß durch Elefanten können sie nur überstehen, da sie lediglich durch primäres Dickenwachstum ihren Stamm verbreitern und nicht durch sekundäres wie heimische Bäume.
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Von Elefanen geschädigter Baobab im Krüger Nationalpark, Südafrika.


In Antoine de Saint-Exupérys Geschichte Der Kleine Prinz sorgt sich dieser, dass Baobabs seinen kleinen Asteroiden überwuchern und mit ihrem Wurzelwerk sprengen könnten:
Die Affenbrotbäume beginnen damit klein zu sein, bevor sie groß werden.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanischer_Baobab
und eigene Erfahrungen
Fotos © Kristina Schröter
 

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Kommentare (8)
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13.03.2011
Cedric hat geschrieben:
Jaaa diese Bäume sind soo faszinierend!!! Ich war selbst schön öfters in Afrika und stand einfach nur staunen davor!!! Total schööö!! :)
08.03.2010
Fredi hat geschrieben:
der ist in der tat mal sehr kräftig.
07.03.2010
Konsti hat geschrieben:
Interessante Bäume. Ich finde es erstaunlich, wie alt diese Bäume werden können und wie dick der Stamm (Bild 3) werden kann.
06.03.2010
Maide hat geschrieben:
Auf dem Baum würde ich gerne ein Baumhaus errichten!
03.03.2010
GreenSmarty hat geschrieben:
Ich konnte auch immer nur staunen! Der Vergleich mit dem Auto macht einem erstmal die Dimension deutlich. Vielen Dank für die vielen netten Kommentare!
03.03.2010
Anni09 hat geschrieben:
Hui ist das ein Koloss. Wirklich beeindruckend!
03.03.2010
LeniKalte hat geschrieben:
Echt interessant !!! Afrika fasziniert einfach...
02.03.2010
Linda hat geschrieben:
Wow was für ein Stamm! Auch Pflanzen können einfach faszinierend sein.
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