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© Martin Harvey / WWF-Canon
Bai Hokou


von Janine
12.11.2009
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Ein gewaltiger Donnerschlag zerreißt die Luft. Ich wache auf. Es ist fünf Uhr am Morgen, Zeit aufzustehen. Heftiger Regen prasselt auf das Dach der Hütte, in der ich liege. Ich bin einige Male aufgewacht. Weil ich die Nacht ungeplanter Weise im Basiscamp verbracht habe, musste ich auf einer dünnen Ersatzisomatte schlafen. Genauso gut hätte ich ein Handtuch unter mich legen können. Eine dünne Decke hat meinen Schlafsack ersetzt. Trotz Regen war es aber nicht sonderlich kalt.

Weil meine Knieschmerzen zurückgekehrt sind, bleibe ich im Camp. Eigentlich hätte ich nun weiterlaufen sollen. Eineinhalb Stunden zur Bai, auf der Silke und Olli übernachtet haben. Stattdessen packen wir unsere Sachen zusammen und beladen den Jeep. Mit ihm wollen wir zur Bai Houku fahren, wo das ganze Team sich wieder vereinigen soll.

Das Gepäck ist verstaut, der Regen wird stärker. Zusammen mit Kameramann Klaus teile ich mir aus Platzgründen den rechten Vordersitz. Der Motor wird angelassen. Wir haben Startprobleme. Das Auto ist im Schlamm versunken. Nach etwa zwei Minuten hat der Fahrer das Problem im Griff. Nun heißt es eine Stunde lang Schaukeln. Wir bleiben ab und zu stecken, müssen zurück setzen. Ein paar Mal fahren wir durch knietiefe Pfützen. Teilweise sind die Straßen so uneben, dass die Reifenrillen auf unterschiedlicher Höhe liegen. Dadurch kippt das Auto stark zur Seite. Wir können uns nicht anschnallen und hüpfen auf unseren Sitzen auf und ab.
Als wir ankommen fangen wir gleich an das Auto leer zu räumen und das neue Büro einzurichten. Nach einiger Zeit kommen auch Silke und Olli, in Begleitung von einigen Guards, in der Bai Houku an. Es ist schön sie wieder zu sehen. Nachdem wir uns ein wenig eingerichtet haben, tauschen wir die Erlebnisse des vergangenen Tages aus.

Kurze Zeit später kommt eine weitere Person ins Camp. Ihr Gesicht kommt uns bekannt vor. Eine blonde Dame mit Babybauch gesellt sich zu uns. Es ist Angélique Todd. „I need some tea, cause I'm English.“ lacht sie. Wir setzen uns an einen kleinen Tisch. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde beginnt sie von ihrer Arbeit zu erzählen. Seit knapp zehn Jahren erforscht sie nun schon das Leben der Flachlandgorillas hier im Nationalpark. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Gorillas zu habituieren. Dies bedeutet, dass die großen Affen langsam an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt werden. Dadurch können neugierige Touristen in die Gegend gebracht werden. Die Besucher bringen zwei Vorteile mit. Erstens ist ihre bloße Anwesenheit ein Hindernis für Wilderer und zweites bringen sie Geld ein.

Wir fragen Angélique, wieviele Gorillas im letzten Jahr gewildert wurden. “Etwa fünfzehn.“ sagt sie. Diese Zahl reicht aus, um die Population zu zerstören. Insgesamt gibt es hier circa 3.000 Tiere. Um den Bestand der Gorillas nach solchen Angriffen wieder zu stabilisieren, braucht es 74 Jahre Jahre.

Es wird dunkel. Eine Gottesanbeterin hangelt sich an unseren Zelten entlang. Morgen werden wir eine weitere Gelegenheit haben mit Angélique zu sprechen. Dann wollen wir tiefer bohren. Wir sind neugierig auf ihre Arbeit. Wir wollen von den Problemen hier erfahren. Aber vor Allem interessieren uns die Lösungen.

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