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© Martin Harvey / WWF-Canon
Aus dem Leben eines unschuldigen Gorillas


von MarcelB
30.05.2016
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"Langsam werde ich wach. Ich spüre die ersten Sonnenstrahlen, die mir ins Gesicht scheinen. Wie jeden Morgen schaue ich mich erstmal nach etwas essbaren um. Auf dem Weg durch mein Gehege genieße ich die Ruhe. Morgens ist es immer am schönsten. Keine nervigen Menschen die rumbrüllen, mir Sachen zuwerfen oder mich mit Blitzlicht blenden. Ab und zu setze ich einen kurzen Sprint ein, um mich zu bewegen und meine Muskeln warm zu machen. Es macht einfach so ein Spaß durch die Gegend zu laufen, schade dass das Gehege nicht größer ist.

Ich höre wir die Tore geöffnet werden. Endlich dürfen wir rein. Jerry hat uns wie immer unser Futter vorbereitet. Frisches Obst und Salat, lecker! Ich mag ihn. Er kümmert sich um uns, seitdem ich denken kann. Und ehrlich gesagt ist er der Einzige den ich hier außer Chewie und Mara kenne. Mit den Beiden verstehe ich mich sehr gut und sie haben mir das Leben hier, in meinem neuen Zuhause, leichter gemacht. Auf diesem Fleck Erde bin nun ich der Chef.

Mit Frühstück im Bauch schaue ich jetzt bei den Mädels vorbei. Obwohl es noch sehr früh ist merke ich, wie es schon sehr warm ist. Heute werden wohl wieder viele Menschen kommen. Bei den beiden abgekommen, merke ich schon wie die ersten Menschen Fotos von uns machen. Warum tun die das? Was ist so besonders an uns? Ich werde diese Menschen wohl nie verstehen.

Mit Mara und Chewie spiele ich den restlichen Vormittag, bis ich mich am kühlenden Wasserfall ausruhe.

Doch dann passierte es. Ich höre wie etwas plötzlich ins Wasser geplatscht ist. Ich bin ganz verwundert. Sonst passiert hier nicht sehr viel. Was kann es sein. Langsam nähere ich mich. Es ist ein Mensch. Was macht er hier? Will er uns angreifen? Ich muss unsere Gemeinschaft um jeden Preis beschützen! Aber nein. Es ist nur ein schutzloses Menschenkind. Von ihm geht keine Gefahr für uns aus. Trotzdem muss ich es weiter beobachten, besser ich bleibe bei ihm.

Die umstehenden Menschen sind plötzlich lauter als sonst. Sie sind in Aufruhe. Es stört mich. Besser ich bewege mich ein wenig von ihnen weg, vielleicht beruhigt sie das..." 


**************************
Ein paar Minuten später wird Gorilla Harambe erschossen. Wie viel ist ein Gorilla wert? Erschossen um das Leben des Vierjährigen „zu retten“. Dabei ist der Silberrücken stark vom Aussterben bedroht. Harambe sollte im Cincinatti-Zoo für Nachwuchs sorgen, daraus wird jetzt wohl nichts mehr.

Auch in Chewies und Maras Herzen hinterlässt Harambe eine große Lücke, laut Verhaltensforschern. Wie bei menschlichen Familien kann man kein Familienmitglied so einfach durch ein anderes ersetzen. Ein Interview zum Sozialverhalten des Cincinatti-Unfalls lest ihr hier

Wie konnte der Junge ins Gehege fallen? Viele sehen die Eltern des Jungen in der Verantwortung, die ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Unterschreibt die Petition an den Cincinatti-Zoo, damit die Eltern für den Tod von Harambe zur Verantwortung gezogen werden können. 

Eine wahre Geschichte. Foto © flickr.com/aon/

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Kommentare (14)
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04.06.2016
Weltverbesserer hat geschrieben:
Es kann nicht sein das man ein seltenes Tier umbringt. Was ist das für ein Gehege, in welches Kinder einfach rein klettern können? Meiner Meinung nach sollte ein Gehege so abgesichert sein, das die Menschen nicht nur von den Tieren geschützt sind, sondern auch die Tiere vor den Menschen.
31.05.2016
B0uld3r hat geschrieben:
@MarcelB: Ups, sorry:/ Mit den Fakten meinte ich !meine Fakten! Das Betäuben und so...
Und zu deinen Argumenten: Auch wenn Harambe den Jungen nicht verletzen wollte, der weitere Verlauf der Situation wäre ungewiss. Der Stress durch die Menschenmenge oder durch eventuelle Beruhigungsversuche hätten die Situation eskalieren lassen können. Das Risiko war einfach zu groß.

In unserer Gesellschaft ist es (leider?) so, dass Menschenleben vorrangig sind. Ob einem das gefällt oder nicht (Ich persönlich würde da noch ein Wörtchen mitreden). Außerdem wäre es schwer festzulegen,welche Leben dem Menschen gleichzustellen sind und welche nicht:
1 Menschenleben = 1 Gorillaleben?
1 Menschenleben = 1 Ameisenleben?
1 Menschenleben = 1 Pilzleben?
Du siehst es entsteht eine schwierige, ethische Diskussion.

Aber um es nochmal festzuhalten: Das Ereignis ist eine grausame Tragödie und ein herber Rückschlag in puncto Arterhaltung.
31.05.2016
MarcelB hat geschrieben:
@B0uld3er: Ich habe bei diesem Bericht besonders auf die "Fakten" wert gelegt, weil es ein sehr emotionales Thema ist. Weswegen alles in dieser Geschichte tatsächlich nachweisbar ist.

Wie der Link zum Verhaltensforscher-Prof. belegt wollte Harambe zu keinem Zeitpunkt den Jungen tödlich verletzen. Hätte er es gewollt, so wäre der Junge direkt am Anfang umgekommen. Gorillas kündigen ihre Angriffe durchs Brusttrommeln an, Harambe war jedoch die ganze Zeit ruhig und stand observierend neben dem Jungen. Ja, er hat ihn einmal durchs Gehege gezogen, aber nur weil er durch die Aufruhe der Besucher unter Stress stand.
Peta und andere Organisationen fordern deswegen stärkere Schutzmaßnahmen für die Gehege der Tiere. Außerdem hätte man versuchen können Harambe zu beruhigen, bis er den Jungen freigibt. Ein ähnliches Ereignis gab es schon einmal mit den Orcas in Seaworld. Der einzige Trainer der einen "Orca-Angriff" überlebt hat, erreichte dies durch das Beruhigen des Tieres. Da kann ich nur auf die sehr gute Doku "blackfish" verweisen.

@KikiFi: Ja, das ist eine ehtische Frage. Der Affe ist gestorben und viele Natur- und Artenschützer wollen Gerechtigkeit für ihn. Hätte er den Jungen getötet würde man heute darüber reden ob Harambe zu aggressiv ist... etc.
Zu allererst hätte man aber die Frage klären müssen, wie der Junge überhaupt in das Gehege gelangen konnte. Und gerade an diesem Punkt verletzen die Eltern die Aufsichtspflicht, deswegen aus meiner Sicht Harambe und alle anderen Menschenaffen garkeine Schuld hätte treffen können.

-------
Was mich hier an manchen Kommentaren stört ist, wie selbstverständlich manche hier das Leben der Menschen sehen. Dieser Gorilla ist stark vom Ausstertben bedroht und hat eine wichtige Rolle die Arterhaltung gespielt. Trotzdem war es "wichtig oder notwendig" um den Jungen zu retten. Was geht in euren Köpfen vor, dass ihr 1 Menschenleben über 1 Gorillaleben setzt? #NoHate aber seid ihr dann noch bei einer der größten Artenschutzorganisationen der Welt richtig?
31.05.2016
KikiFi hat geschrieben:
Man muss sich, denke, ich auch vor Augen halten, was geschehen wäre, wenn der Gorilla den Jungen tatsächlich getötet hätte. In welcher Situation wäre der Zoo dann? Und nicht nur dieser Zoo, sondern alle Zoos in denen Menschenaffen gehalten werden.
Wenn ein Gorilla erschossen werden muss, weil er einem Kind zu nahe kommt, das ins Gehege gefallen ist, hat das Auswirkungen auf die Sicherheitsmaßnahmen dieses Geheges und vielleicht denkt man in anderen Zoos auch über die Sicherheit nach.
Wenn ein Kind von einem Menschenaffen getötet wird hat das weltweit Auswirkungen auf die Haltung vom Menschenaffen und ich bin mit nicht sicher, ob diese Auswirkungen positiv wären. Unter dem Druck der Öffentlichkeit neigen die Verantwortlichen manchmal dazu jemanden vorschnell zu verteufeln. In dem Fall die Menschenaffen.

Was passiert ist, ist total tragisch, aber ich denke es war richtig, das Leben des Jungen zu schützen.
31.05.2016
B0uld3r hat geschrieben:
Ich finde es wichtig, dass man hier sachlich bleibt.
Auch, wenn der Gorilla unter normalen Umständen dem Kind nichts getan hätte, kann man nicht wissen, wie ein in Gefangenschaft lebender Gorilla in solch einer Stresssituation (Das schreiende Kind, die aufgeregte Menge) reagiert. Außerdem wiegt ein ausgewachsener Gorilla bis zu 230 kg, weshalb das Kind auch durch einen banalen Unfall tödlich verletzt hätte werden können.
Zur Tötung: Ich bin zwar kein Experte, aber die Betäubung eines gestressten Silberrückens, ist nicht so einfach wie manch einer vielleicht denkt. Selbst mit einer hohen Dosierung dauert es seine Zeit, bis die Betäubung einsetzt. Durch den Schuss könnte der Gorilla sich angegriffen fühlen und würde das Kind eventuell doch verletzen.
Es war ein zu großes Risiko für den Zoo. Sie wollten sich 100%ig sicher sein, dass keine Gefahr für das Kind besteht.

Nichtsdestotrotz ist es eine Tragödie, was dort passiert ist. Meiner Meinung nach muss der Zoo darauf achten, dass die Geländer entsprechend gesichert sind.
Ob die Eltern wirklich Schuld an all dem sind bleibt bitte zu klären. Und ich hoffe, dass nichts überstürzt aus Rache-Motiven entschieden wird. Denn die Eltern haben zweifelsohne um das Leben ihres Kindes gebangt...

Das ist meine eigene Meinung und die Fakten sind bisher nicht belegt.
31.05.2016
MarcelB hat geschrieben:
@Jayfeather: Ja, der Junge wurde mit angeblich schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Ob die aber nur vom Gorilla kommen ist nicht abschließend geklärt. Denn er ist immerhin 4,5 Meter ins Gehege gefallen. Daher könnten die Verletzungen auch daher gekommen sein.

CCassySh: Der Zoo hat sich dagegen entschieden ihn zu betäuben. Da eine Betäubung nicht sofort einsetzt und noch einige Sekunden dauert. Womöglich hätte Harambe das als Angriff interpretiert und das Kind attackiert. So zumindest die Argumentation gegen die Betäubung und für den tödlichen Schuss.

@Buchenblatt: Wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, dann haben sie grob fahrlässig gehandelt und tragen definitiv die Schuld an Harambes Tod!
30.05.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Ein Betäubungsschuss hätte meiner Meinung nach wirklich gereicht - den der Gorilla konnte da bin wirklich nichts dafür. Allerdings auch nicht die Eltern, die Wärter oder gar das Kind können für so etwas sie Schuld tragen - deswegen finde ich es auch falsch, die Eltern zur Verantwortung zu ziehen.
30.05.2016
Hawkeye hat geschrieben:
Ich kapiere es einfach nicht. Die Zoo´s prahlen damit :" wir kümmern uns sehr um unsere Tiere" . Doch letzten Endes das. Ein 4 Jähriger fiel / kletterte / wie auch immer in das Gehege. Das einzige , was Gorillas nicht tun würden ist das Kind verletzten.Dafür sieht es den Gorillas einfach zu ähnlich. Wahrscheinlich hätte der Gorilla das Kind sogar beschützt.Hätte man das nicht anders regeln können.....
30.05.2016
CCassySh hat geschrieben:
Ich hab davon gehoert und verstehe nicht warum sie ihn erschiessen mussten! Reichte nicht einfach eine Schlafpatrone oder wie es heisst? Dann koennte man den Jungen retten und der Gorilla waere noch am leben. Also warum?
30.05.2016
Orcara hat geschrieben:
Die Medien machen aus so einer Begebenheit doch meistens eh das was am besten ins Geselschafftsbild passt.
30.05.2016
Jayfeather hat geschrieben:
Davon hab ich auch in der Zeitung gelesen :(
Allerdings stand dort, dass der Gorilla ihn hinter sich her gezerrt hat oder so und das Kind auch im Krankenhaus gelandet ist. Was stimmt denn nun?

So oder so finde ich es traurig, dass ein Tier durch die Fehler der Menschen sterben muss. Egal wessen Fehler es letztendlich war - der der Eltern, des Zoos oder des Kindes selbst. Der Affe war jedenfalls nicht daran schuld.
30.05.2016
MarcelB hat geschrieben:
Der Junge kann nichts dafür? Klar, er ist erst vier Jahre alt. Aber er ist mit Absicht unter den Zaun durchgeklettert. Wäre er nicht durchgeklettert, so würde Harambe heute noch leben.

Kind entziehen halt ich für völlig schwachsinnig. Nur weil der Junge Mist gebaut hat, muss er nicht gleich den Eltern entzogen werden. Die Eltern müssen sich jedoch jetzt verantworten. Geld oder Freiheitsstrafen bringen den Silberrücken trotzdem nicht zurück.
30.05.2016
RichardParker hat geschrieben:
Die Geschichte habe ich heute morgen im Radio gehört, das ist wirklich krass!! Ich finde weder Harambe noch der Junge können etwas dafür. Auch die Wärter zu verurteilen finde ich nicht richtig, weil die mussten es abwägen und das Verhalten nach dem Betäubungsschuss hätte man nicht abschätzen können, ein Zwispalt in den ich nicht geraten wollte. Ich glaube dass sie im Affekt eine Entscheidung treffen mussten und es stand Leben gegen Leben. Der Junge hätte tot sein können! Ein Wunder, dass er nicht lebensgefährlich verletzt wurde!
Was sind das bitte für Eltern???? Die sollten sich für Harambe verantworten müssen und ihr Sohn sollte ihnen weggenommen werden, das geht ja wohl überhaupt nicht!
30.05.2016
Noah02 hat geschrieben:
Oh...
Das ist echt traurig, vor allem es ist wahr. Wenn der Gorilla doch nicht den Jungen angreift, sollte man sich ruhig verhalten und den Jungen aus dem Gehege rausholen.
Wieso wurde er erschossen? Ist er gar nichts mehr wert? Er hat doch nichts gemacht!
:(
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