WWF Jugend Wolfsretter


Den Wölfen


auf der Spur!


Die Wölfe kehren zurück nach Deutschland. © WWF
Ein Märchen für die Wölfe


von Zerschmetterling
20.01.2012
5
0
74 P
Tags: Wolf

Schon für die Ideenstürmer hatte ich die Idee, zu erzählen, wie die Geschichte um Rotkäppchen wirklich war. Allerdings war das wohl nicht der richtige Platz dafür und auch nicht ganz die richtige Wortwahl.

Erst heute habe ich erfahren, dass sich 2moro überlegt hat, wie man die Idee aufgreifen kann, aber die Geschichte anders, weniger brutal (ich bin manchmal etwas sarkastisch) formulieren könnte.

Die Idee ist Flyer zu erstellen, sofern dies möglich ist und bei Wolfsaktionen zu verteilen.
Nur mir fällt auf, die Geschichten sind relativ lang und haben mitunter Gedankenlücken.

Ich habe nun einer Version geschrieben, die sich sehr von den vorigen unterscheidet und nur etwas länger als eine Word-Seite ist.
Denn die Idee der "wahren Geschichte" finde ich weiterhin gut.
Wenn der Flyer vielleicht noch mit einem kleinen zwei-vier Bilder Comic versehen ist, der sich an der Geschichte orientiert, wäre das doch ein schöner Flyer, der Denkanstöße für Groß und Klein geben kann.

Die Geschichte:

Rotkäppchen – wie es wirklich war

Es war einmal, vor langer Zeit ein beschauliches Dorf, was ganz in der Nähe eines Waldes lag.
In dem Wald lebte ein Wolfsrudel ganz unter sich.
Ein Wolfsrudel ist vergleichbar mit einer Großfamilie.
Bei den Wölfen macht der Onkel mit den Kindern immer spannende Ausflüge und bringt ihnen alles bei, was sie wissen müssen.
So auch an diesem Nachmittag:
„Lektion Nummer 1?“, fragte er.
„Immer im Schutz des Waldes bleiben.“, antworteten die Kinder im Chor.
„Lektion Nummer 2?“ - „Immer aufeinander aufpassen.“
„Richtig. Und warum ist das so wichtig?“ - „Weil einen sonst die Jäger erschießen.“
„Genau. Und deswegen ist Lektion Nummer 3?“ - „Immer aufmerksam sein.“
„Aber warum wollen die Menschen uns denn erschießen?“, fragte einer der Kleinen.
„Weil sie uns nicht kennen. Sie erzählen sich Geschichten über uns, die uns als wilde Kreaturen darstellen“, antwortete der Onkel.
„Was für Geschichten?“
„Geschichten wie die vom Rotkäppchen, welches von einem hinterlistigen Wolf überlistet wurde und so die Großmutter und das Mädchen selber fressen konnte.“, berichtete der weise Wolf.
„Die Großmutter wäre doch viel zu zäh.“, antwortete der älteste der Kinder.
Alle lachten.
„Gab es Rotkäppchen wirklich?“, wollte eines der Kleinen wissen.
 

„Oh ja, in der Tat. Vor eurer Zeit, als ich in meinen besten Jahren war, hörte ich bei einem Ausflug ein leises Schluchzten. Vorsichtig näherte ich mich den Geräuschen und fand das arme Mädchen weinend auf dem Boden kauernd, ihren Fuß umklammernd. Sie wollte Blumen pflücken, die nicht am Wegesrand wuchsen und stolperte. Sie verstauchte sich ihren Fuß und war völlig hilflos.
Ich konnte sie dort ja schließlich nicht alleine sitzen lassen und so näherte ich mich ihr und beruhigte sie, sie brauche keine Angst vor mir zu haben. Ich lies zu, dass sie mich streichelte und fragte wohin sie wolle.
„Zur Großmutter.“, erzählte sie mir. „Sie ist krank und wohnt abseits des Dorfes am anderen Ende des Waldes. Ich wollte ihr etwas zu essen bringen, Gesellschaft leisten und sie mit Blumen überraschen.“ - „Na das klingt doch toll.“, sagte ich. „Dann wollen wir mal dafür sorgen, dass das noch klappt.“ Ich stütze sie und so gingen wir gemeinsam zu ihrer Großmutter.
Dort klingelte das Rotkäppchen und die alte Dame machte auf. Sie erschrak sich sehr als sie mich mit ihrer Enkelin sah und schlug mit dem Stock nach mir. Natürlich duckte ich mich und entfernte mich ein paar Schritte. „Sie zu dass du verschwindest du Monster!“ rief sie. Doch da erklärte ihr das Mädchen, warum ich wirklich da war und dass ich ihr geholfen hatte.
„Ach so ist das.“, sagte die alte Dame. „Und ich habe mir schon Sorgen gemacht. Deine Mutti hatte ja angerufen, dass du kommst. Aber du kamst und kamst nicht, da habe ich den Jäger angerufen. Er solle doch bitte nach dir gucken. - Aber jetzt ist ja alles in Ordnung.“
„Und mein neuer Freund?“, fragte sie. Ich war der alten Dame immer noch suspekt, aber sie lies die Tür offen. Sie meinte, wenn es so ist wie Rotkäppchen es sagte, gäben sie mir gerne ein Stück Kuchen ab, wenn ich reinkommen mag.
Die Dame litt wohl an Vergesslichkeit, denn als ich nach einigen Überlegungen beschloss, hineinzugehen und den vielversprechenden Kuchen zu probieren, schrie sie entsetzt. Und dann hörte ich von hinten schnelle, schwere Schritte und da traf mich ein Schuss am Bein. Ich wusste nicht recht was los war, aber konnte noch fliehen.“
 

„Hinkst du deswegen so Onkel?“, fragte einer der Kleinen.
„Ja, aber ich habe noch Glück gehabt. - Trotzdem, die Menschen erzählen sich die Rotkäppchen - Geschichte anders und feiern den Jäger als Helden.“
„Aber Rotkäppchen weiß doch wie es wirklich war, warum hat sie es nicht einfach gesagt?“, fragte ein Wolfsjunges.
„Ach weißt du, die Menschen haben da noch so eine Angewohnheit:
Ihren Kindern nicht zu glauben. ''Es seien noch Kinder.''“
„Aber Onkel, das ist traurig. Was kann man denn nur tun?“, fragte der Älteste.
„Ich weiß es nicht. Denn der Wolf den die Menschen beschreiben, existiert so nicht. All die Geschichten über den ''bösen Wolf'' haben sich so angehäuft und werden so maßlos übertrieben, dass es auch schwer möglich ist, den Menschen zu erklären, dass wir anders sind.
Deswegen: Bleibt immer im Schutz des Waldes, passt immer aufeinander auf und: -“
„Immer aufmerksam sein.“, riefen die Kinder aus.

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Kommentare (5)
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02.05.2012
gelöschter User hat geschrieben:
die idee mit der geschichte finde ich gut. es ist gemein das die wölfe in geschichte immer als böse und hinterlistig bezeichnet werden, wie auch in die 7 geislein und der wolf. daweil sind es eigentlich die menschen die böse sind ( zumindest viele)
21.01.2012
Julie31 hat geschrieben:
Sehr schöne Geschichte (:
traurig ist es wirklich nur wie elinchen sagte, dass bestimme tiere in filmen oder geschichten immer wieder als blutrünstig dargstellt werden. man versucht sie nicht zu verstehen, sondern macht sie sich lieber zum feind.
20.01.2012
Babbuina hat geschrieben:
wow, das Märchen ist wirklich toll. :-)
20.01.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Deine Version ist wirklich schön, gefällt mir jetzt auch besser als die vorherige.:)
Tja, allerdings soll es ja jetzt keinen Fight zwischen uns geben, welche Version wir jetzt nehmen...:/ Wir haben uns schließlich beide wirklich viel Mühe damit gegeben. Wir können natürlich auch beide nehmen, schadet auch nicht.
20.01.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Tolle Geschichte.. es stimmt,dass Menschen gewisse Tiere oft als Monster darstellen, aber in Wahrheit nichts über sie wissen bzw kaum etwas über sie wissen. Nicht nur der Wolf leidet darunter..mir fällt spontan der Weiße Hai ein, der ja in allen möglichen Filmen eine Killermaschine darstellt,die nur auf Menschenfleisch aus ist... oder der Tiger! Shir Khan will Mogli töten..wie könnte es auch anders sein -.-

Auf jeden Fall :D Gefällt mir die Geschichte
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