WWF Jugend Wolfsretter


Den Wölfen


auf der Spur!


Die Wölfe kehren zurück nach Deutschland. © WWF
"Der Wolf hält die Natur fit."


von AliceimWunderland
15.09.2011
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Gesa Kluth ist Diplombiologin und arbeitet im wildbiologischen Büro Lupus. Diese Einrichtung bündelt alle Hinweise von Forschern und Wolfsschützern, die hier Wölfe gesehen oder zumindest Spuren Entdeckt haben. Dazu gehören natürlich auch Fotofallenbilder oder gar Filmaufnahmen, so wie sie uns am Dienstag gelungen ist. Diese Beobachtung nennt man in der Fachsprache Monitoring. Lupus macht das Monitoring der Wölfe in Sachsen und Brandenburg - Gesa versucht also immer den aktuellen Stand herauszufinden, wieviel Wölfe es hier gibt und wo sie leben.

Wir diskutierten lange mit Gesa über die Rückkehr der Wölfe und die Möglichkeiten unserer Kampagne. Und natürlich haben wir anschließend noch ein Interview für euch gemacht, mit den wichtigsten Fragen rund um dem Wolf.

Alice: Gesa, wie sind eigentlich die Wölfe zurück nach Deutschland gekommen?

Gesa: Die Wölfe kamen zurück nach Deutschland, weil sie zwischenzeitlich unter Schutz gestellt wurden, nachdem sie ausgerottet waren. Die Einstellung der Menschen hatte sich glücklicherweise gewandelt. Die Leute wollten, dass die Wölfe wieder zurückkommen, und dann haben sie sich so langsam Schritt für Schritt den äußersten Osten von Deutschland zurückerobert. Inzwischen sind sie erfreulicherweise dabei, immer weiter in Richtung Westen vorzudringen.

Alice: Wie reagiert die Natur darauf, wenn der Wolf zurückkommt?

Gesa: Der Wolf hält die Natur fit. Zu seiner Nahrung gehören die großen Huftiere, also Rehe, Wildschweine, Rothirsche. Da er in der Regel die schwachen und kranken Tiere erbeutet, trägt er letztendlich dazu bei, die Populationen gesund zu halten und auch ein bisschen zahlenmässig zu begrenzen. In Deutschland haben wir sehr viele von diesen Tieren, und deswegen finden die Wölfe hier bei uns günstige Bedingungen.

Alice: Viele Menschen freuen sich über die Rückkehr des Wolfes, manche jedoch wollen weiterhin, dass Wölfe abgeschossen werden - warum?

Gesa: Also wir haben die Erfahrung gemacht, dass Jäger häufig Wölfe ablehnen, da sie sie als Konkurenten empfinden. Jäger möchten das Wild in ihrem Revier gerne selber jagen, und sie möchten nicht, dass da noch jemand anderes ist, der hinter dem Wild her ist. Da ist oft so ein Konkurrenzdenken, und deswegen beobachtet man häufig eine ablehnende Einstellung bei den Jägern.

Alice: Du hast davon gesprochen, dass es darauf ankommt, die Akzeptanz in der Bevölkerung gegenüber dem Wolf zu steigern. Wie kann man das am besten erreichen? Kann man Menschen über das Thema Wolf für den Naturschutz generell begeistern?

Gesa: Ich denke, dass es helfen kann, die Faszination am Wolf in uns allen zu wecken - die ja bei vielen schon da ist. Denn viele Menschen haben irgendwie eine emotionale Beziehung zu Wölfen, sei es positiv oder negativ. Fest steht: Irgendwie lässt der Wolf uns Menschen nicht kalt. Und deswegen denke ich schon, dass viele sich dann auf einmal für die Natur interessieren und für die Abläufe dort, wenn sie über Wölfe nachdenken, was sie vorher vielleicht so nicht getan haben. Das kann da schon hilfreich sein, denke ich.

Alice: An welchen Stellen können Wolfskampagnen ansetzen? Wo wird Hilfe gebraucht?

Gesa: Hier in Sachsen haben wir in den letzten zehn Jahren die Erfahrung gemacht, dass drei Dinge wichtig sind: Man braucht natürlich Daten über die Wölfe, denn man muss wissen wovon man redet. Wieviele sind es? Wo leben sie? Da helfen zum Beispiel Fotofallen, das ist wichtig. Man muss zweitens diese Infos dann an die Öffentlichkeit geben. Dabei auch ruhig unangenehme Sachen nicht aussparen, sondern immer ehrlich darüber reden, welche Probleme mit Wölfen aufkommen können und aber auch was für faszinierende Tiere sie sind. Und was man drittens machen sollte, ist Tierhaltern in der Region - gerade von Schafen und Ziegen - konkrete Hilfe anzubieten, ihnen zur Seite zu stehen, denn der Schutz ihrer Tiere ist letztlich auch Wolfsschutz. Wenn man diese drei Sachen macht, dann geht eure Kampagne in die richtige Richtung und kann erfolgreich sein.

Ein Projekt läuft bereits - unsere T-Shirt-Aktion zugunsten der Fotofallen. Bitte helft mit und werdet auch Wolfsretter. Mit dem Kauf eines T-Shirts unterstützt ihr die Forschung der Wölfe. Gleich hier bestellen!

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Kommentare (6)
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Sortieren nach Aktualität:
22.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Schöner Bericht, danke ! ;)
19.09.2011
Marcel hat geschrieben:
Super Interview, Alice! Nochmal vielen Dank dafür!
15.09.2011
Wildnislehrer hat geschrieben:
Hallo Leute !
Nochmal auf diesem Wege ein GROSSES DANKE für die schöne Zeit mit Euch.
Bin gut zu Hause angekommen und ich hoffe, Bastis Vortrag war für Euch interessant und aufschlussreich. Ich wünsch Euch noch einen schönen Abend und morgen zum letzten Tag im Camp MAXIMALE ERFOLGE!
Alles Gute und viel gute Energie wünscht Euch Allen
Euer Tracker
Jörg (mit "t")... ;-)
15.09.2011
TaniaTukan hat geschrieben:
Voll spannendes Interview! :-) Man lernt doch immer wieder was dazu ;-)
15.09.2011
AliceimWunderland hat geschrieben:
Hey, midori, werden die Grüße ausrichten. ;) Und danke für deinen Kommentar zum Interview.
15.09.2011
midori hat geschrieben:
Cool! Steffi und Torsten sind ja auch dabei! Liebe Grüße an die beiden! :o)
Und danke für das tolle Interview! War bestimmt spannend dort! :o)
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