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© Timothy Shivers / WWf Intl.
Unser CO2-Fußabdruck im weltweiten Vergleich


von regentag
04.08.2015
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Wer hat den größten...

Co2 Fußabdruck?

Mit Hilfe des Modells des CO2 Fußabdrucks werden die CO2 Emissionen dargestellt, die eine Person direkt und indirekt verursacht. Die Einheit beträgt Tonnen pro Jahr (t/a). Weitgehend Synonym werden teilweise auch die Begriffe CO2 Rucksack oder CO2 Luftballon verwendet, wobei sich im internationalen Kontext die Bezeichnung „Carbon Footprint“ durchgesetzt hat.

Der Durchschnittsdeutsche hatte im Jahr 2010 einen Fußabdruck in Höhe von stattlichen 12, 3 t/a. Doch das ist nichts, auf das man stolz sein kann. Schlimmer waren 2010 in Europa nur die Schweizer, die Estländer, die Irländer, die Finnen, Belgier und - unschlagbar mit 24,6 t/a - die Luxemburger. Sie sind weltweite Spitzenreiter, wenn man die CO2 Emissionen des Landes durch die Bevölkerungsanzahl teilt. Allerdings sollte man dabei auch berücksichtigen, dass auf den einzelnen Bürger bei nur 562.958 Einwohnern natürlich im Verhältnis mehr hängen bleibt.

Diese Grafik des NTNU und CICERO veranschaulicht den CO2 Fußabdruck in t/a, den die europäischen Länder 2010 aufwiesen.

Der weltweit durchschnittliche CO2 Fußabdruck liegt bei ca. 6,8 Tonnen. In die kleinsten Schuhe passen, wenig überraschend, Entwicklungsländer wie Ethiopien und Sambia, aber aufgrund ihrer gigantischen Bevölkerungszahlen auch Umweltsünder wie China (4, 01 t im Jahr 2010). Die höchsten CO2 Emissionen pro Kopf und Jahr fallen auf die USA (26,46 t/a), Australien (22,41 t/a) und Kanada (20,85 t/a). Deutschland steht also im weit überdurchschnittlichen oberen Mittelfeld. 

Diese Grafik des NTNU und CICERO - hier gehts zur Website - veranschaulicht den CO2 Fußabdruck aller Länder.

Sind wir Deutschen auf dem Weg der Besserung? Leider nicht. Seit 1992 sank der CO2 Fußabdruck pro Kopf zwar und erreichte 2002 einen Tiefpunkt mit 11,6 t/a. Seitdem stagniert der Wert aber weitestgehend und schwankt um die 12 t/a. Dabei müssten wir den jährlichen Co2 Ausstoß pro Kopf auf nur noch 2 t Kohlenstoffdioxid reduzieren, wenn wir den Klimawandel eindämmen und eine lebenswerte Erde für die Zukunft bewahren wollen.

Wie setzt sich unser Co2 Fußabdruck zusammen? Den größten Anteil an hat unsere Energieversorgung mit beinahe 3 Tonnen. Und darin sind die privaten Heizungen noch nicht eingerechnet! Hier zeigt sich wieder, wie negativ Brau- und Steinkohle für unser Klima sind.

Grafik von Greenpeace

Auch Beachtlich ist das Volumen an CO2, dass wir durch unseren Konsum erzeugen: Laut Greenpeace sind es über 2 t/a, die wir durch den Verbrauch von Kleidung, Elektrogeräten und Möbeln in die Luft blasen.

Ebenfalls schlimm: Die Ernährung. Über 1 Tonne CO2 pro Jahr verfressen wir einfach. Die Nahrungsmittel, die dabei am schlimmsten ins Gewicht fallen sind mit über 60% tierische Produkte.

Aber was kann man unternehmen, damit sich der CO2 Fußabdruck unseres Landes verringert? Natürlich bedarf es dazu in erster Linie der umfassenden Energiewende. Nach der Industrialiesierung muss nun eine neue Revolution, die "Erneuerbarisierung" kommen. 

Aber auch du kannst im Kleinen bei dir selbst anfangen! Natürlich wirst du den CO2 Fußabdruck Deutschlands nicht von heute auf morgen minimieren, aber indem du dich anders verhältst und deine Gedanken mit anderen Menschen teilst, trägst du einen nicht zu unterschätzenden Teil dazu bei, dass wir bald in viel kleinere Schuhe passen!

Und das ist ganz einfach: den riesigen Luftballon voller CO2, der sich durch die Energiebereitstellung anhäuft, kann man auf 0 reduzieren, wenn man zu einem Ökostromanbieter wechselt. Rede doch mal mit deinen Eltern darüber!

Denk über dein Konsumverhalten nach. Weniger ist (fast immer) mehr! Wie sinnvoll ist es, sich die neuste Frühjahrskollektion zu kaufen, wenn die T-Shirts vom letzten Jahr noch pfenniggut sind? Brauchst du wirklich schon wieder ein neues Smartphone, oder lässt es sich auch noch ein Jahr mit dem alten Leben?

Jedes mal, wenn du Geld ausgibst, beeinflusst du damit den Markt! Was zu welchem Preis angeboten wird, hängt zum Großteil damit zusammen, was von der Mehrheit nachgefragt wird! Kaufe ökologische, fair produzierte Kleidung. Das muss nicht immer teuer sein, inzwischen gibt es sogar bei H&M Klamotten aus Biobaumwolle. Und selbst wenn man für Armedangels, Kuyichi, bleed oder andere Ökolabels etwas mehr zahlen muss - dafür kann man diese Stücke mit gutem Gewissen jahrelang tragen. Dasselbe gilt für Elektrogeräte, Möbel (Holz oder Plastik? Holz woher?), Papier, Kosmetikprodukte, Lebensmittel... Betreibe Politik mit deinem Geld!

Recycling, Reparieren und Upcycling sind im Kommen. Deine Socken haben Löcher? Näh sie doch! Die Schuhsohle löst sich? Ich wette, du warst schon lange nicht mehr beim Schuster, der macht dir für wenig Geld eine neue Sohle auf die Lieblingsschuhe!

Hier ein anderes Modell zur Aufschlüsselung des deutschen CO2 Ausstoßes 2010 (UBA)

Ernährung ist ein sensibles Thema, aber dennoch ist es einfach nicht zu leugnen, dass Fleisch, Milch, Eier und co. die größten Treibhausgasemittenten unter den Lebensmitteln sind. Wenn du nicht teilweise oder gar komplett auf tierische Produkte verzichten willst, dann reduziere sie wenigstens auf deinem Speiseplan. 300-600g Fleisch und Wurst empfiehlt die deutsche Gesellschaft für Ernährung. Und wenn man so selten darauf zurückgreift, kann man sich für den Sonntagsbraten auch Biofleisch gönnen. Ansonsten empfiehlt dich der Kauf von regionalen Lebensmitteln, da...

...auch die Transportmittelwahl einen immensen Einfluss auf deinen CO2 Fußabdruck hat! Den privaten Autoverkehr und die Flugreisen sollte man so stark wie möglich reduzieren. Und wenn der nächste Autokauf bei deinen Eltern ansteht kannst du ja ganz vorsichtig mal vorschlagen, ein Hybrid- oder Elektroauto anzuschaffen.

Letzte Woche schrieb an dieser Stelle Ronja über den Hitzerekord.

 

Quellen: 

http://carbonfootprintofnations.com

https://www.greenpeace.de/co2fussabdruck

http://uba.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/page/

https://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Bilanz

 

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Kommentare (2)
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08.08.2015
Luke24 hat geschrieben:
Deinen Bericht habe ich mit Interesse gelesen. Die Grafiken gefallen mir auch sehr gut.

Zweifellos muss Deutschland beim Thema CO2-Reduzierung noch viele Schritte gehen. Dennoch wurden in Deutschland insgesamt beim Thema Umwelt-, Natur- und Klimaschutz schon große Fortschritte gemacht. Ich habe schon den Eindruck, dass sich in den letzten Jahren mehr und mehr ein Umweltbewusstsein bei Bevölkerung und Behörden / Verwaltungen etabliert hat.
07.08.2015
RichardParker hat geschrieben:
Vielen Dank für den interessanten Bericht! Ich wollte schon immer wissen, wie sich der Fußabdruck zusammensetzt. :)
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