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KlimaWende - Wie unsere Meere das Klima beeinflussen


von Madamsel
15.07.2015
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Klima ist wandelbar. Es verändert sich im Laufe der Zeit und ist von Region zu Region verschieden. Regionale Unterschiede kommen durch äußere Einflüsse zu Stande, die stets anders zusammengestellt und unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Wir nennen diese Einflüsse Klimafaktoren. Was man sich darunter vorstellen kann? Zum einen ist das die geografische Breite einer Region: Klar, dass es an den Polen grundsätzlich kälter ist als am Äquator. Zum anderen ist es die Höhenlage: Auf der Zugspitze ist es kälter als in München. Auch die Bodenbedeckung spielt eine Rolle: Asphaltierte Städte heizen sehr viel schneller auf als schneebedeckte Flächen, die das Licht reflektieren. Doch welchen Einfluss haben unsere Ozeane auf das Klima? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Meeresströmungen, Temperatur und Wirbelstürmen und was hat dies für Auswirkungen auf Ökosysteme? Diese und weitere Fragen rund um Klima und Meer möchte ich in diesem Bericht beantworten.


Das Klimasystem der Erde


Bei dem Klimasystem der Erde handelt es sich um ein sehr komplexes Gefüge. Keines der Erdsysteme, wie zum Beispiel die Atmosphäre, ist isoliert, sondern steht in Wechselwirkung mit anderen Komponenten, dem Ozean etwa. Daneben ist sie auch mit der Lithosphäre (Gestein), der Pedosphäre (Böden), der Biosphäre (Tiere und Pflanzen) sowie der Kryosphäre (Eis und Schnee) in Kontakt. Zusammen formen diese Komponenten das Klimasystem, wobei jeder einzelne Bestandteil unterschiedlich schnell auf Veränderungen reagiert. Während sich die Atmosphäre innerhalb von Stunden bis Tagen an Bedingungen wie die Meerestemperatur oder die Eisbedeckung anpassen kann, reagieren Strömungen in der Tiefsee erst nach vielen Jahrzehnten auf veränderte Rahmenbedingungen. Umso alarmierender sind die Beobachtungen, die Wissenschaftler anhand von Datenmessungen im Golfstrom über einen Zeitraum von 50 Jahren hinweg gemacht haben. Vergleicht man die Messwerte von 2004 mit denen von 1957 konnte eine deutliche Abschwächung des Golfstromes festgestellt werden, abschnittsweise ist er bloß noch halb so stark wie noch vor rund 60 Jahren. Warum das für Beunruhigung sorgt? Der Golfstrom wird nicht umsonst als Europas Wärmepumpe bezeichnet. Sein Zirkulationssystem sorgt dafür, dass aufgeheiztes Wasser vom Golf von Mexiko über den Atlantik nach Europa gelangt. Ohne ihn wäre es hier bei uns im Schnitt fünf bis zehn Grad kälter und die Nordsee wäre monatelang vereist. Außerdem nutzen ihn zahlreiche Tierarten als Transportmittel, um auf ihren Wanderungen von der Karibik in den Norden zu gelangen.

Der Goltrom bringt warmes Meerwasser von der Karibik nach Europa.


Wieder einmal steht der Klimawandel im Verdacht de Ursache für die Erlahmung des Golfstroms zu sein. Durch das Abschmelzen der Pole gelangt mehr Süßwasser ins Meer, weshalb der Salzgehalt des Meerwassers abnimmt. Die verringerte Dichte des Wassers im Nordatlantik habe zur Folge, dass der Strom dort nicht mehr im gewohnten Umfang absinken kann, weshalb er letztendlich verlangsame. Teilweise stößt diese Studie, die eine Abschwächung des Stroms belegen soll, auf Skepsis bei anderen Wissenschaftlern. Das Gebiet, in dem gemessen wurde, sei zu klein um ein Fazit zu ziehen, das auf die gesamte Strömung zutreffe.


Tropenstürme als Warnzeichen


Viele von euch haben sicher schon gehört, dass eine Folge des Klimawandels die Zunahme von Tropenstürmen wie Taifune und Hurrikanen sei. Auch hierbei spielen die Ozeane die entscheidende Rolle. Da Tropenstürme nur entstehen können, wenn die ersten 50 bis 100 Meter des Meeres über 26 Grad warm sind, ist es nicht verwunderlich, dass die Intensität der Stürme mit der globalen Erwärmung immer weiter steigt. Tatsächlich habe ihre Häufigkeit zwischen 1970 und 2004 um 75 Prozent zugenommen. Fast immer sind Zerstörung, Hunger, Krankheiten und Tod die Folgen der Naturkatastrophen.


Versauerung der Ozeane


Die Weltmeere sind ein gigantischer Kohlenstoffdioxidspeicher. Das CO2, das durch den Menschen in die Atmosphäre gelangt, wird zum Großteil von den Ozeanen aufgenommen. Das Positive daran ist, dass der Treibhauseffekt, den CO2 in der Atmosphäre hervorruft, dadurch abgeschwächt wird. Jedoch hat die vermehrte Aufnahme von CO2 auch für die Ökosysteme des Meeres verheerende Folgen: Da das im Wasser gelöste Kohlenstoffdioxid zu Hydrogencarbonat und einem Proton weiterreagiert, sinkt der pH-Wert der Ozeane – die Meere werden saurer. Eine saure Umgebung macht vor allem Schalentieren das Leben schwer, denn sie können ihr Kalkskelett unter diesen Umständen nicht mehr aufbauen. Insbesondere Korallen, Stachelhäuter wie Seesterne und Seeigel und Weichtiere leiden unter der Versauerung. Dabei sind Korallenriffe von so großer Bedeutung. Sollte manche Menschen das Argument, sie seien als „Regenwälder des Meeres“ nicht nur Lebensraum von etwa einer Million Arten, nicht überzeugen, so macht ihnen deutlich, dass Riffe auch natürlichen Schutz vor starken Ozeanwellen bieten, Ressourcen von pharmazeutischen Wirkstoffen sind und können eine Küstenregion zum Touristenmagnetpunkt machen.
Auch das mikroskopisch kleine Plankton, die Grundlage des marinen Nahrungsnetzes, besitzt zum Teil Kalkstrukturen und sind daher empfindlich gegenüber der Versauerung. Eine Veränderung im Plankton hat daher schwerwiegende Konsequenzen für das gesamte Ökosystem: Einige Tiere wie der Riesenhai oder der Blauwal ernähren sich direkt von Plankton, an anderer Stelle treten indirekte Auswirkungen auf: Phytoplankton ist das Grundnahrungsmittel von Zooplankton, das von Heringen gefressen wird. Dieser landet im Maul des Kabeljau, den wiederum die Robben liebend gern verspeisen, die dann von Orcas und Haien gejagt werden.

Eine vereinfachte Darstellung des Nahrungsnetzes im Meer. Veränderungen auf einer einzelnen Ebene hätte Auswirkungen auf das gesamte System.


Klimawandel verstärkt sich selbst


Doch es ist noch komplexer als das. Nicht überall trifft das oben beschriebene Szenario von einer erhöhten CO2-Aufnahme in Meeren auch in der Praxis zu. Im Südlichen Ozean rund um die Antarktis haben Wissenschaftler nämlich genau das Gegenteil beobachtet. Trotz der erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird an dieser Stelle kein Kohlenstoffdioxid vom Meer aufgenommen, sondern abgegeben. Wie kann das sein? Ursache seien die stets zunehmenden Winde in der Region, die tiefere, kohlenstofdioxidreiche Wasserschichten an die Oberfläche wirbeln. Auch diese Winde würde, ähnlich wie die Tropenstürme, als Folge des Klimawandels entstehen. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Umstände, die bislang als konstant galten, durch sehr verflochtene Wechselwirkungen, die schwer vorhersehbar sind, umgeworfen werden und das gesamte System wieder in eine andere Richtung lenken können.


Ausblick


Die Ozeane haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie das Klima unseres Planeten regulieren können. So konnten sie als große Kohlenstoffdioxid-Senke die Auswirkungen der Industrialisierung abpuffern. Jedoch kommen nun die negativen Konsequenzen dieser CO2-Aufnahme für Organismen und Ökosysteme zum Vorschein. Zirkulationssysteme, Temperaturen und Säuregehälter verändern sich langsam, beeinflussen sich gegenseitig und tragen verstärkt zu Klimaveränderungen bei.

 

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Im Letzten KlimaWende Bericht beantwortet Lisa die Frage, wie Wirtschaft und Klimawandel zusammenhängen

 

Quellen: 

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/co2-speicher-meer-klimawandel-verstaerkt-sich-selbst-a-483315.html

http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/dossier-umwelt/61203/meere-und-klimawandel?p=al

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-forscher-warnen-vor-abschwaechung-des-golfstroms-a-1025163.html

http://www.br.de/themen/wissen/golfstrom-meeresstroemung-klimawandel100.html

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Kommentare (2)
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16.07.2015
Luke24 hat geschrieben:
Ein wirklich sehr gelungener Gericht. Total informativ und dennoch gut zu folgen.

Einen Großteil wusste ich noch nicht.

Es ist immer wieder überraschend, wie viel aufeinander abgestimmt ist, damit Leben auf diesem Planten möglich ist.
15.07.2015
RichardParker hat geschrieben:
Vielen Dank für den interessanten Bericht Sina! :)
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