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© Timothy Shivers / WWf Intl.
KlimaWende! Schüler*innen forschen für den Klimaschutz beim 2°Campus


von Sunlight
10.06.2015
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4x20 Klimaschützer*innen, 4x5 Referent*innen, 4x4 Forschungsfragen, 4x4 Mentor*innen, 4 Sektoren, 4 Universitäten, 4 Städte unzählbar viel Spaß, unendlich wertvolle Kontakte und unglaublich viele tolle Freundschaften – das sind drei Jahre 2°Campus in Zahlen!

Aber was genau ist eigentlich der 2°CampusDer 2°Campus ist eine jährlich stattfindende Schülerakadmie zur Klimaforschung und wird vom WWF Deutschland sowie der Robert Bosch Stiftung initiiert und finanziert. Seit 2012 werden jedes Jahr 20 umwelt- und forschungsbegeisterte Schüler*innen zwischen 15 und 19 Jahren aus ganz Deutschland gesucht, die aktiv eine treibhaugasarme Gesellschaft erforschen und mitgestalten wollen.

Und warum gibt es den 2°Campus eigentlich? Dass die globale Durchschnittstemperatur auf der Erde immer weiter ansteigt, ist kein Geheimnis. Wie die Studie „Modell Deutschland“ des WWF zeigt, können wir einer globalen Klimakatastrophe entgehen, wenn die Erderwärmung bis 2050 das 2°C- Limit nicht übersteigt. Dafür müssen allein in Deutschland die Teibhausgasemissionen um 95% bis 2050 gesenkt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind ein Umdenken in der Gesellschaft und ambitionierte Forschung notwendig. Deswegen bekommen beim 2° Campus Schüler*innen die Möglichkeit, selber in den besonders klimarelevanten Sektoren Ernährung, Mobilität, Wohnen und Energie an verschiedenen Universitäten zu forschen. Somit können sie aktiv Forschung erleben und mitgestalten, mit Wissenschaftler*innen auf Augenhöhe diskutieren und sich mit Gleichgesinnten austauschen.

Wie genau sieht die Zeit beim 2°Campus für die Teilnehmer*innen aus? Die Zeit ist in drei Blöcke in den Oster-, Sommer- und Herbstferien unterteilt. Beim ersten Block bekommt man zunächst beeindruckende Einblicke in die aktuelle Klimaforschung und Klimapolitik, indem man mit Persönlichkeiten, wie z.B. dem renommierten Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif oder Vertretern des BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) diskutieren kann oder Exkursionen zu Praxisbeispielen, wie einem Plusenergiehaus oder einem Windrad macht.

Außerdem werden im ersten Block eigene Zukunftsvisionen für eine treibhausgasarme Gesellschaft entwickelt und nachdem man sich für einen der Sektoren Ernährung, Mobilität, Wohnen und Energie entschieden hat, zu einer konkreten Forschungsfrage formuliert. Dabei stehen einem wissenschaftliche Mentor*innen von den Universitäten Münster, Wuppertal oder Eberswalde sowie die Junior-Mentor*innen (welche selber Teilnehmer*innen im vorherigen Jahr waren) mit Rat und Tat zur Seite. Die Zeit zwischen den ersten beiden Blöcken wird dann Zuhause zur eigenen Vorbereitung und Literaturrecherche für die Praxisphase im Sommer genutzt. Hierbei steht man weiterhin mit seinen Gruppenmitgliedern und Mentor*innen in Kontakt. Im zweiten Block in den Sommerferien gibt es dann ein großes Wiedersehen und die konkrete Forschung an den eigenen Fragestellungen direkt an den Universitäten der Mentor*innen beginnt.

Anschließend werden die Forschungsergebnisse in Form eines wissenschaftlichen (wie z.B. einem Poster oder einer Power Point-Präsentation) und kreativen Präsentationsformates (wie z.B. einem Film, Radio-Spot oder einem Science Slam) aufgebarbeitet. Dann heißt es nach dieser intensiven Zeit auch schon wieder Abschiednehmen Aber es gibt ja ein Wiedersehen beim dritten Block in den Herbstferien. Dort lernt man dann das Alumni-Netzwerk des 2°Campus kennen und präsentiert bei der öffentlichen Abschlussveranstaltung seine Ergebnisse einem breiten Publikum aus Wissenschaftler*innen, Politiker*innen, Lehrer*innen, Eltern, Alumni und Interessierten.

Wie kann die Forschungsarbeit konkret aussehen? Da ich die Energiegruppe selber drei Jahre lang begleitet habe (2012 als Teilnehmerin und 2013 und 2014 als Junior-Mentorin), möchte ich die Forschungsarbeit anhand dieser Gruppe etwas näher beschreiben. 2012 lautete unsere Forschungsfrage allgemein: „Wie können wir die organische Solarzelle optimieren?“. Die Vorteile der organischen Solarzelle liegen darin, dass sie dünn, flexibel, leicht, schnell abbaubar und einfach mit organischen Materialien herzustellen ist, jedoch hat sie noch Mängel beim Wirkungsgrad und in der Langzeitstabilität. In den Sommerferien ging es dann für uns als Energiegruppe an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster zu unseren Mentor*innen, wo wir verschiedene Herstellungsverfahren für organische Solarzellen ausprobierten und unsere Zellen u.a. auf ihre Langzeitstabilität und ihren Wirkungsgrad untersuchten. Was genau wir herausgefunden haben, findet Ihr hier auf unserem Poster. Danach ging es mit der ganzen 2° Campus- Gruppe weiter auf die wunderschöne Naturschutzinsel Vilm bei Rügen, wo wir mit der Climate Media Factory die Drehbücher für die filmische Umsetzung unserer Forschungsergebnisse entwickelten. Zurück in Berlin trafen wir unsere Mentor*innen wieder und fassten mit ihnen unsere Forschungsergebnisse auf wissenschaftlichen Postern zusammen. Zu guter Letzt drehten wir mit der Climate Media Factory die geplanten Filme, welche wir zusammen mit unseren Forschungspostern bei der Abschlussveranstaltung im Herbst präsentierten.

Außerdem überreichten wir aus unseren Forschungsergebnissen resultierende politische Forderungen an Ingrid Müller, eine Vertreterin vom BMU.  

Welche Forschungsergebnisse gab es bis jetzt? Da es hier zu weit führen würde, die Forschungsergebnisse aus allen Jahrgängen vorzustellen, sind hier jeweils mit der Forschungsfrage verlinkt, also könnt Ihr einfach kurz draufklicken ;)

2013 setze die neue Energiegruppe genau an unserer Forschungsfrage an, indem sie sie spezifizierte: „Wie kann man die organische Solarzelle durch Einsatz anderer Farbstoffe und/oder Elektrolyte optimieren?“ und im Theaterstück: „Poesie zwischen zwei Glasplatten“ umsetzte.

2014 folgte dann ein ganz anderer Ansatz, denn es ging nicht mehr um Solarzellen, sondern Windräder, insbesondere den Vergleich von horizontal und vertikal drehenden Windrädern: „Wie kann man die Rotoren von Kleinwindkraftanlagen optimieren, so dass sie möglichst leise und effizient sind?“

Forschungsfragen Mobilität:

2012: „Wie kann die Batterie der Elektroautos optimiert werden?“ 

Film: „Feuerzangenbowle reloaded“:

2013: Wie kann die Batterie in E-Autos preislich (und technisch) optimiert werden?“

Theaterstück:"Der Konflikt um eine Mauer"

2014: „Wie kann die Reichweite eines Elektroautos mit einem ökologischeren und sicheren Akkumulator optimiert werden?“

Radioclip: „Klimafreundlich fortbewegen“

Forschungsfragen Wohnen:

2012: „Welche Konzepte gibt es, um klimafreundliches Wohnen in der Kombination von Neu- und Altbau umzusetzen?“

Film: „In der Zukunft bestens eingerichtet“:

2013: „Wie kann man Schulen klimafreundlich sanieren, um ihre Energieeffizienz und Behaglichkeit zu steigern?“

Theaterstück: „Gefrierschock in der Schule“

2014: „Wie kann man Lichtverhältnisse in Schulen so optimieren, dass sie energetisch günstig sind und die Schüler*innen im Lernprozess unterstützen?“

Forschungsfragen Ernährung:

2012: „Wie beeinflussen Landnutzungsänderungen den Ausstoß klimawirksamer Gase?“

Film: „Grillfest im Jahr 2050“:

2013: „Wie können Jugendliche zu klimafreundlicher Ernährung motiviert werden?“

Theaterstück: „Eine Szene im Supermarkt“

2014: „Welche Faktoren bestimmen die CO2-Bilanz von Milch und Milchersatzprodukten?“

Radioclip: „Wie viel CO2 steckt in deiner Milch?

Und wie lauten die aktuellen Forschungsfragen?

Da die aktuellen Forschungsfragen ja erst beim Sommerblock gelöst werden, sind hier die Erläuterungen der Forschungsfragen verlinkt ;)

Energie: „Wie ist es möglich, ein komplexes Windenergiesystem bestehend aus einzelnen Rotorelementen, flächeneffizient zu planen und zu konstruieren?

Mobilität: „Kann die Umweltfreundlichkeit von Akkumulatoren der Elektroautos optimiert werden, wenn die Anode aus recyceltem Material (Plastik, Pappe) besteht?“

Wohnen: „Um wie viel Prozent können wir unseren Wohnraum minimieren und welchen Beitrag leistet dies zum 2°C-Limit?“Ernährung: „Wie können deutsche Verbraucher*innen Lebensmittelverschwendung wirkungs- voll reduzieren?“

Wir dürfen also gespannt bleiben! :) Die neuesten Ergebnisse und Berichte „Live“ aus der Forschungsfrage findet Ihr immer hier im Blog. Wenn Ihr gern die Gesichter hinter der Forschungsarbeit kennenlernen möchtet findet Ihr hier Porträts von den Teilnehmer*innen aus den Jahren 2012, 2013, 2014 und 2015 sowie einen Überblick über die Mentor*innen und Referent*innen.

Und hier kommen die Mentor*innen auch einmal selbst zu Wort:

Wie haben denn nun die Alumni den 2°Campus erlebt?

Freya (Ernährungsgruppe 2012 und Junior-Mentorin 2013): "Die Insel Vilm war eins der vielen besonders schönen Erlebnisse, wenn man von Blutvergiftungen und verstauchten Armen absieht. Aber die Natur war so unglaublich schön und das Arbeiten an den Konzepten für den Film hat auch viel Spaß gemacht. Das Ganze mit dem Wissen, dass es eine besondere Ehre ist, diese Insel überhaupt betreten zu dürfen und die zu diesem Zeitpunkt schon sehr gut zusammengewachsene Gruppe, haben den Aufenthalt zu etwas ganz besonderem gemacht. Vom Meer und vom Buchenurwald umschlossen, wurde die Motivation, sich für die Erhaltung der Natur einzusetzen, kräftig gestärkt."

Antonia (Energiegruppe 2012): "Mein schönstes Erlebnis beim 2 Grad Campus kann ich dir ganz ehrlich nicht sofort nennen, denn es waren um ehrlich zu sein zu viele dabei. Doch eines der schönsten Erlebnisse war der komplette Besuch der Naturschutz Insel Vilm! Man könnte fast sagen, dass die Zeit beim Campus meinem Leben eine komplette Wende verpasst hat: der Campus hat meine Faszination für die Forschung gesteigert, mich zur WWF Jugend gebracht und ich habe dort die tollsten Leute kennen lernen dürfen. Ich habe aber nicht nur viel über den Klimawandel, den Umweltschutz und Forschungsarbeit gelernt. Nein, ich durfte zum ersten Mal bei einem professionellen Filmdreh mitmachen - mit dem Film haben wir sogar bei einem europäischen Filmwettbewerb einen Preis ergattern können- und ich bin persönlich mehr als über als nur mich hinaus gewachsen."

Cosima (Ernerährungsgruppe 2013): "Der 2°Campus war einfach super! Ich habe sehr viel gelernt, über den Klimawandel, das Klimasystem, aber auch etwas über Rhetorik und ganz konkrete Beispiele für eine nachhaltige Zukunft, wie das Energieplushaus. Außerdem habe ich wahnsinnig tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich auch jetzt noch befreundet bin. Der 2°Campus ist eine unglaubliche Chance für viele Jugendliche und eine einzigartige Erfahrung :)"

Jorma (Energiegruppe 2014): "Für mich persönlich war der 2°Campus gerade deshalb so schön, weil ich derart viele junge Menschen mit einem sehr ähnlichen Interesse, einer ähnlichen Leidenschaft treffen konnte – nämlich dem Umweltschutz. Zu sehen, wie verschieden wir alle in unserem Charakter waren, wie unterschiedlich wir alle die Bedrohung durch den Klimawandel angingen und trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) so gut zusammenarbeiten konnten, solch beeindruckende Ergebnisse vorzuweisen hatten, hat mich zutiefst beeindruckt und geprägt. Das Gefühl, im Verlauf des Campus zu einer richtigen Einheit zusammenzuwachsen, werde ich nicht vergessen."

All dem kann ich mich nur anschließen, auch für mich war und ist die Zeit beim 2°Campus eine wundervolle Erfahrung gewesen für die ich unglaublich dankbar bin! Noch heute staune ich, welche weitreichenden Folgen diese Zeit hatte... Ohne den 2°Campus hätte ich mich nicht in dieser Community angemeldet, all die tollen Menschen hier kennengelernt, wäre nicht bei all den Aktionen gewesen und heute nicht Teil der Redaktion. Aber nicht nur hier in der WWF Jugend, auch in der Schule hat man sich plötzlich für das Thema interessiert und mir die Chance gegeben, eine Diskussion mit Umweltminister Remmel zu leiten oder meine Abschlussarbeit über den 2°Campus zu schreiben. Letztlich hat der 2°Campus auch die Wahl meines Studienganges beeinflusst, denn u.a. der Vortrag „Welche Auswirkungen hat die Finanzwirtschaft auf den Klimawandel?“ von Matthias Kopp (WWF) und der Workshop mit Dr. Maja Göpel, indem wir die Transformation in eine treibhausgasarme Gesellschaft im Bereich der Ökonomik diskutierten, haben mein Interesse für nachhaltige Wirtschaftskonzepte geweckt.

Hier kommen nun auch noch mal ein paar Referent*innen und Teilnehmer*innen zu Wort:

Aber das Beste kommt zum Schluss: 2016 gibt es einen weiteren Durchlauf des 2° Campus! Wenn Du also zwischen 15 und 19 Jahren alt bist und Dein Interesse geweckt ist, kannst Du Dich im Herbst 2015 hier bewerben!

Es lohnt sich auf jeden Fall und wir müssen ja auch „nur noch kurz die Welt retten...“

Fotos: WWF/D. Heene und P. Grewer

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Hier geht's zur letzten Folge: "Unser Klima in der Community!" :)

 

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Kommentare (2)
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17.06.2015
Ivonne hat geschrieben:
Liebe Lisa, ich bin total gerührt nach dem Lesen deines Artikels. Wirklich! Danke, dass du die letzten drei Jahre so anschaulich und greifbar zusammengefasst hast. Es ist wirklich toll, mit so motivierten Leuten wie euch zusammenzuarbeiten! Dafür bin ich wirklich dankbar! Liebe Grüße,
Ivonne
11.06.2015
midori hat geschrieben:
Absolut oberfantastische Erlebnisse und megatolle Videos! Der 2°Campus ist einfach eine super Chance für junge Weltretter. Danke, dass Du uns das nochmal so anschaulich verdeutlicht hast!! :o)
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