Regelmäßige Updates zur Kampagne


Wir: Teil einer globalen


Bewegung!


© Timothy Shivers / WWf Intl.
KlimaWende! - Komplett erneuerbar! Das Modell Deutschland


von FabianN
11.11.2015
2
6
100 P

Er gilt als die Herausforderung des 21. Jahrhunderts - der Klimaschutz. Um diesen erfolgreich zu bertreiben ist ein formuliertes Ziel unumgänglich. Dieses Ziel ist klar: Die globale Durchschnittstemperatur darf vergleichsweise mit den vorindustriellen Werten um nicht mehr als zwei Grad Celsius ansteigen. Somit liegt es nun an den Regierungen, dieses Ziel zu erreichen.


Mit seiner 2009 veröffentlichten Studie "Modell Deutschland - Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken" zeigt der WWF mit einem anschaulichen, konkreten Politikentwurf am Beispiel von Deutschland, dass dieses Ziel zwar ehrgeizig, aber durchaus umsetzbar ist. Dennoch wirken die Zahlen auf den ersten Blick ernüchternd. Um das angestrebte 2°-Ziel zu erreichen, muss der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um 80 Prozent sinken - in Industrieländer sogar 95 Prozent. Bis 2007 konnte Deutschland nur eine Minderung um 13,1 Prozent erreichen. Deshalb stellt der WWF in seiner Studie langfristige Ziele auf, die durch bestimmte Maßnahmen realisierbar sind.

 

(c) Edward Parker / WWF-Canon

Das Modell Deutschland

Um das langfristige Ziel von 2050 zu erreichen, setzt der WWF kurz- und mittelfristige Meilensteine, an denen die Entwicklung des Klimas überprüft werden. Nach diesen Zwischenzielen richten sich die Handlungen.

Zentral ist die Verminderung der Treibhausgase im Vergleich zu 1990:
⦁ -40 Prozent bis 2020
⦁ -60 Prozent bis 2030
⦁ -80 Prozent bis 2040
⦁ -95 Prozent bis 2050

Des Weiteren muss der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieaufkommen erhöht werden:
⦁ 20 Prozent bis 2020
⦁ 35 Prozent bis 2030
⦁ 55 Prozent bis 2040
⦁ >75 Prozent bis 2050

Da ein Großteil der Minderungsmöglichkeiten der Treibhausemissionen an langfrisitge Investitions- und Infrastrukutrentscheidungen gebunden sind, ist eine kurzfristig ausgelegte Klimapolitik nicht zielführend. Zu den zentralen Hauptsektoren, die sofort deutliche Rückgänge verzeichnen müssen, gehören die Stromerzeugung, der Verkehr, die Landwirtschaft, das Bauwesen sowie die Industrie. Hier bieten sich der deutschen Politik die meisten Handlungsoptionen. Im Mittelpunkt sollten hierbei sowohl der Ausbau erneubarer Energien sowie ein Anstieg der Energieeffizienz stehen. Die Forschung spielt im Klimaschutz somit neben der Klimapolitik eine zentrale Rolle. Insbesondere in der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz, der Erzeugung und Nutzung von Biomasse, der Elektromobilität, der Stromspeicherung, der Kohlenstoffspeicherung und Abscheidung sowie der Entwicklung neuer Dämmstoffe für Gebäude muss intensiv geforscht und Fortschritte gemacht werden.

(c) Carlos G. Vallecille / WWF-Canon

Um die verbindlich festgelegten, langfristigen Ziele zu erreichen, schlägt der WWF in seiner Studie mehrere Möglichkeiten vor. Einerseits wird für das EU-Emssionshandelssystem, dass eine starke Verminderung gegenüber dem Niveau von 2005 erfolgt. Als weiteres übergreifendes System wäre die Einführung einer CO2-Steuer als stationärer Einsatz ein adäquater Ersatz für die Energieträger, die nicht durch das EU-Emissionshandelssystem geregelt werden.

Durch Fortschritte im Bauwesen ist eine Erhöhung der Energieeffizienz die Folge. Indem man die Entwicklung nachhaltiger Dämmmaterialien fordert und den Neubaustandard beim maximalen Energieverbrauchswert für Raumwärme fordert, ist die Energienutzung pro Haushalt um einiges geringer. Des Weiteren sollte in das deutsche Schienennetz investiert werden, sodass die Kapazität bis 2030 verdoppelt ist. Durch weitere Investitionen in die Leistung öffentlicher Nahverkehrsmittel werden diese sowohl effizienter als auch attraktiver für die deutsche Bevölkerung.

Einen Wandel fordert der WWF Deutschland zudem in der deutschen Landwirtschaft. Somit soll im Jahr 2030 ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche durch ökologischen Landbau bewirtschaftet werden. Da sich die Landwirtschaft an den Konsumenten orientiert soll eine Bildungskampagne das Ernährungsverhalten der Bevölkerung hinsichtlich eines reduzierten Fleischkonsums verändern. Zudem helfen Mindesstandards für Nachhaltigkeit von Agrarrohstoffen sowie Maßnahmen hinsichtlich des Düngverhaltens und der Viehhaltung. Neben der Landwirtschaft soll auch das restliche Land nachhaltig genutzt werden. Während Handlungen einer nachhaltigen Waldwirtschaft (FSC) gefördert werden, regeln ordnungsrechtliche Beschränkungen die Bebauung unversiegelter Flächen. Die Initiierung eines Maßnahmenpaketes zur Flächentransformation führt zu Renaturierung ausgetrockneter, ehemals feuchter Landschaftsformen sowie zur Umsetzung der Ziele der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung.

Mit dem Modell Deutschland bietet der WWF eine Grundlage aus Strategien und Aktionsfeldern für eine politische Entwicklung Deutschlands, die auf Innovation und Klimaschutz ausgelegt ist, womit man eine Inspiration für andere Nationen bildet. Doch neben seiner nationalen Entwicklung muss Deutschland auch auf internationaler Ebene eine Bewegung in Richtung Klimaschutz forcieren. Als Vorreiter soll Deutschland die EU dazu bewegen, ihre Emissonen bis 2050 komplett zu unterbinden. Während die Industrieländer sich dieselben Ziele stecken, sollen sie zudem den Schwellen- und Entwicklungsländern beim Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel helfen.

(c) Richard Stonehouse / WWF-Canon

Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel zu 100 Prozent in den Klimaschutz zu investieren, indem man einerseits die Entwicklung einer kohlenstoffarmen Zukunft in Deutschland unterstützt und andererseits die Reduzierung der Emissionen aus Waldvernichtung sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel fördert. Das sind die Veränderungen, die Deutschland in Sachen Klimapolitik vollziehen muss. Deutschland als Musterschüler im Klimaschutz - der WWF zeigt mit seiner Studie "Modell Deutschland - Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken", dass es möglich ist.

____________________________________________________________________

Entscheidend für die Kimapolitik wird die Klimakonferenz diesen Dezember in Paris sein. Wie man so eine Klimakonferenz im Kleinen nachstellen kann, hat euch Lara letzte Woche erklärt.

Text: FabianN

Quelle: WWF Studie "Modell Deutschland - Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken"

           Kernaussagen der Studie

          wwf.de

Weiterempfehlen

Kommentare (2)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
11.11.2015
Peet hat geschrieben:
Danke für den Bericht, Fabi.

Im Grunde hat Uli es schon gesagt: wir haben die Lösung hier schwarz auf weiß vor uns liegen. Schauen wir uns die Realität an, so zahlen wir jetzt rund 1,3 Milliarden Euro für einige alte Kohlemeiler. So sieht dann Lobbyismus und Klientenpolitik aus - auf dem Rücken der Stromkunden auf auf Kosten zukünftiger Generationen. Eine Klimaabgabe, wie Anfang des Jahres von Sigmar Gabriel gefordert, wäre der richtige Schritt gewesen...
11.11.2015
midori hat geschrieben:
Wir haben die Lösung schwarz auf weiß vor uns liegen - jetzt müssen Politik und Industrie endlich handeln! Und wir kümmern uns um die Aufklärung der Bürger! ;o)
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Mitglied des Monats
teaser_220.png


Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil
Folgen und mit Freunden teilen