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Klimawende! - Klimafreundlich reisen!


von Gluehwuermchen
18.11.2015
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Urlaub macht jeder Mensch gerne. Auch in der Community geht regelmäßig das Reisefieber um. Doch je mehr man sich mit Klima- und Umweltschutz befasst, desto komplexer wird die Urlaubsplanung: Kann ich es verantworten, zu fliegen? Soll ich stattdessen mit dem Bus fahren, dem Zug oder dem Auto? Muss es tatsächlich Mallorca oder Australien sein, oder reicht auch ein Trip an die Ostsee?

Was kann ich tun, um das Klima zu schonen und trotzdem klimafreundlich zu reisen?

Im Folgenden wollen wir die Fakten rund ums Reisen einmal näher beleuchten und versuchen eine Antwort zu finden!

Erster Fakt: Wer Verkehrsmittel nutzt, beteiligt sich am CO²-Austoß - egal, wie man es dreht oder wendet.

Daran ist nichts zu rütteln. Auch wenn man aufs Fliegen verzichtet und mit dem Auto nach Spanien fährt, stößt man klimarelevante Gase aus - die Frage ist nur, in welchem Ausmaß.

Werfen wir nun einen Blick auf die verschiedenen CO² -Emissionen (pro Person) unterschiedlicher Verkehrsmittel:

* Flugzeug: 380 g/ km

* Mittelklasse-PKW: 150 g/km

* Bahn: 40 g/ km

* Reisebus:  20 g/km

Dass das Flugzeug an erster Stelle steht, dürfte uns allen klar sein. Um es aber noch einmal in Zahlen auszudrücken: Wenn wir mit dem Flugzeug reisen, erzeugen wir 153% mehr CO²-Emissionen als mit einer PKW-Reise, 950% mehr als mit einer Bahn- und 1900% mehr als mit einer Busreise. Am günstigsten schneidet bei diesem Vergleich der Reisebus ab. Wer sich näher mit den Zahlen beschäftigen möchte, kann dies auf dieser Seite nachlesen: http://www.co2-emissionen-vergleichen.de/verkehr/CO2-PKW-Bus-Bahn.html

Was bei solchen Vergleichen allderings oft Außen vor gelassen wird, ist die Miteinbeziehung der Auslastung. Ein PKW ist selten voll besetzt, im Schnitt transportiert er 1,5 Personen - was einer Auslastung von 30% entspricht. Die Bahn ist im Mittel zu 40 % ausgelastet. Dieser Auslastungsgrad lässt bei den Vergleichen auch die Reisebusse so gut abschneiden. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein voll besetztes Auto klimafreundlicher sein kann, als eine Bahn, in der nur wenige Personen mitfahren.

Bei Flugzeugen rechnet man übrigens meist den sogenannten RFI-Faktor (Radiative Forcing Index) mit ein - ein Faktor, welcher mit dem direkten CO²-Ausstoß der Flugzeuge multipliziert wird, da sich in den Höhenlagen die ausgestoßenen Gase schädlicher auf die Atmosphäre auswirken, als in Bodennähe.

Werfen wir noch einmal einen genaueren Blick auf das Reisen mit dem Fernbus:

Reist man mit einem durchschnittlich besetzten Bus, so soll man ca. 1,3 Liter Diesel pro 100 km pro Kopf verbrauchen, mit der Bahn wären es 2,3 Liter und mit dem PKW 6,2 Liter. Nach einer Studie des Bundesumweltamtes soll der Fernbus das Verkehrsmittel mit den wenigsten Luftschadstoffen sein.

Auch in einem Artikel von BayernRadio schneidet der Reisebus im Fazit am besten ab. Interessant ist dieses gute Abschneiden vor allem, da der Markt für Fernbusse erst seit zwei Jahren so richtig ins Rollen gekommen ist - also ein Verkehrsmittel mit Potenzial und Zukunft!

Auf der Seite von BayernRadio finden wir auch folgende interessante Fakten (Quelle: http://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/verkehr-co2-ausstoss-bahn-bus-umwelt-100.html)

"Anteil der Verkehrsmittel:  Von 70 Millionen Urlaubsreisen werden
46 Prozent mit dem PKW oder Wohnmobil
37 Prozent mit dem Flugzeug
gut acht Prozent mit dem Bus
gut fünf Prozent mit der Bahn
zurückgelegt.
Bei Inlandsreisen dominiert das Auto, bzw. Wohnmobil, bei Auslandsreisen das Flugzeug."

Obwohl das Flugzeug nur an zweiter Stelle steht, sind 37% immer noch viel zu viel, berücksichtig man, wie viel mehr CO² ein Flugzeug ausstößt!

Wer einmal Lust hat, seinen Co²-Verbrauch im Detail auszurechnen, kann sich auf der Seite natuerlich-fairreisen.de umschauen.

Dieser kleine Vergleich hat zumindest deutlich gemacht, dass es Alternativen zu Reisen mit dem Flugzeug gibt. Doch es gibt noch weitaus mehr Möglichkeiten, als einfach nur das Auto oder den Bus zu wählen, um in den Urlaub zu fahren. Für eine effiziente Nutzung von PKWs bietet sich die Nutzung von Mitfahrgelegenheiten und Carsharing an. Beliebte Netzwerke hierfür sind die Seiten mitfahrgelegenheit.de oder blablacar.de - einfach mal reinschauen.

Im Trend scheint auch das Reisen mit dem Caravan zu sein. Auf oeko.de (Quelle am Ende des Artikels) heißt es dazu: "Im Sommer entstehen pro Nacht im Wohnmobil etwa 1,5 Kilogramm CO2-Äquivalente anstelle von rund 17 Kilogramm im Hotel. Das sind zentrale Ergebnisse einer vergleichenden Klimabilanz unterschiedlicher Reiseformen des Öko-Instituts im Auftrag des Caravaning Industrie Verbands e.V. (CIVD)." Demnach wird offensichtlich, dass an einer klimafreundlichen Urlaubsplanung deutlich mehr dran hängt, als nur die Wahl der Reisemittel - auch die Unterkunft ist hier entscheidend.

Immer mehr deutsche Regionen werben mit "klimafreundlichen" Urlaubszielen. So kann man z.B. in der Uckermark auf Flüssen Boot fahren oder mit Eseln wandern. Ein anderes Beispiel ist das Projekt "Klimatour Eifel", ein Netzwerk für Klimaschutz und Toursimus.

Womit wir auch gleich beim nächsten relevanten Punkt wären: Urlaubsziele in Deutschland oder den unmittelbaren Nachbarländern sind aus klimatechnischer Sicht einfach die beste Wahl - aber damit geht einher, dass man auf "Ferien auf Malle" verzichten kann...und das will nicht jeder.

Der WWF hat in Kooperation mit BUND, Germanwatch, NABU und VCD ein Konzept namens "Klimafreundlicher Verkehr in Deutschland" erarbeitet. Das Konzept basiert auf Effizienzsteigerung und Elektromobilität, Verkehrsvermeidung und -verlagerung auf umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln und regenerativen Kraftstoffen. Ziel ist es, den Energiebedarf des Verkehrs deutlich zu reduzieren. dazu ist es notwenig, auf klimafreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. Für die Zukunft beinhaltet dies eine ausgedehnte Nutzung von Fahrrädern, gut vernetzten öffentlichen Verkehrsmitteln und ein leistungsfähiges Bus- und Bahnnetz für Langstrecken. damit das Konzept erfolgreich umgesetzt werden kann, empfehlen die Verbände die Einführung einer PKW-Maut. Auf wwf.de heißt es dazu: "Mit den im Konzept skizzierten Maßnahmen lässt sich der Energiebedarf des Verkehrs bis 2050 gegenüber 2005 um 70 Prozent reduzieren, die Treibhausgasemissionen sinken um zwei Drittel. "

Die Studie könnt ihr euch hier in voller Länge anschauen: http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Verbaendekonzept_Klimafreundlicher_Verkehr.pdf

 

Das klimafreundlichste Verkehrsmittel ist und bleibt...das Fahrrad!

 

 An dieser Stelle möchte ich euch einfach noch einmal einen inspirierenden Artikel aus der Community ans Herz legen. Es geht um Felix, der mit dem Fahrrad um die Welt gereist ist: http://www.wwf-jugend.de/leben/oeko-reisen/pedal-the-world-felix-antworten-auf-eure-fragen;7085

Wirklich beeindruckend!

 In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg bei der nächsten Urlaubsplanung! :o)

Hier geht es zum Thema der letzten Woche: Komplett erneuerbar! Das Modell Deutschland

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Quellen:

http://www.co2-emissionen-vergleichen.de/verkehr/CO2-PKW-Bus-Bahn.html

https://www.vcd.org/themen/klimafreundliche-mobilitaet/verkehrsmittel-im-vergleich/

http://bonsum.de/magazin/fernbusse-die-umweltfreundliche-alternative-zu-auto-und-bahn

 http://www.oeko.de/presse/presseinformationen/archiv-presseinformationen/2013/klimafreundlich-reisen-mit-dem-caravan/

http://www.klimatour-eifel.de/

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Kommentare (1)
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26.11.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Danke für die Zusammenfassung! Ich habe den Film auch gesehen und finde ihn toll! Mit dem Fahrrad kommt man tatsächlich weit! :-) Mein Plan für die Sommerferien nächstes Jahr: Mit in ein WWF Jugend Camp! :-)
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