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© Timothy Shivers / WWf Intl.
KlimaWende! - „Ich habe nichts gegen Windräder, aber…“ (Ein Kommentar)


von Rhino
06.10.2015
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Seit 2011 in aller Munde und seitdem jedes Jahr aufs Neue kontrovers diskutiert: die Energiewende. Mehr Wind, mehr Solar, keine Atomkraft – ambitionierte Ziele, die seit Jahren laut Umfragen von der deutschen Gesellschaft überwiegend unterstützt werden. Im August 2015 ergab eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid, dass 93% der deutschen Bürger den Ausbau erneuerbarer Energien für "wichtig" oder gar "außerordentlich wichtig" erachten, so hoch war die Zustimmung noch nie. Bei vorherigen Umfragen war häufig von etwa 80% die Rede.

Solch eine hohe Zustimmung scheint geradezu unvorstellbar, wenn man sich die Diskussionen zu diesem Thema in sozialen Netzwerken oder unter Online-Zeitungsartikeln ansieht, wo es vor aufgebrachten Kritikern und Wutbürgern nur so wimmelt.

Es ist jedoch ein ähnlich verzerrtes Phänomen wie bei der aktuellen Flüchtlingsdebatte. Diejenigen, die das aktuelle Asylsystem gutheißen oder tolerieren, haben kein zwangsläufiges Bedürfnis danach, dies auch explizit zu äußern, die Asylkritiker– und -gegner hingegen posaunen ihre Meinung z. T. mit „copy & paste“ unter zig Artikel. Genauso halten es viele nicht für nötig, explizit klar zu stellen, dass sie einer Zukunft mit einer möglichst regenerativen und klimafreundlichen Energieversorgung positiv gegenüberstehen, da sie dies für vollkommen selbstverständlich halten, während Klimaskeptiker und Energiewende-Kritiker stetig Kommentarbereiche mit ihrem Frust füllen. Dies erweckt schnell den Eindruck, dass die 10-20% Energiewende-Ablehner eine gesellschaftliche Mehrheit ausmachen, was jedoch nicht der Fall ist.

Um Klimaskeptiker, soll es in diesem Artikel aber nicht gehen, da über dieses Thema bereits berichtet wurde. Auch die 10 – 20 %, die die Energiewende explizit ablehnen sind nicht der alleinige Fokus dieses Kommentars, denn es gibt noch eine weitere brisante Gruppe.

In der bereits erwähnten aktuellen Umfrage, die eine Zustimmung von 93% für regenerative Energien ermittelte, gaben nämlich lediglich 68% an, erneuerbare Energie-Anlagen in ihrem Wohnort für "gut" oder "sehr gut" zu halten. Dies ist zwar vergleichsweise extrem hoch (nur etwa 7% würden Kohle in ihrer Nähe haben wollen), zeigt jedoch, dass gut 25% der Befragten annehmen, dass die Energiewende schön und gut sei, aber dann doch bitte ganz wo anders umgesetzt werden sollte. Auch hier hat man eine interessante Parallele zur Asyl-Debatte. So wie es dort sowohl bewusste Rassisten als auch Latentrassisten mit dem Selbstverständnis „Ich bin kein Rassist, aber …“ gibt, so hat man es auch bei der Debatte um erneuerbare Energien mit erklärten Gegnern und vermeintlichen Unterstützern mit dem Selbstverständnis: „Ich bin für Windräder, aber …“ zu tun.

Haben denn alle Energiewende-Gegner und Kritiker inhaltlich Unrecht? Nicht unbedingt, doch allzu häufig zitieren diese Fakten und Zählen, aus denen sie schlichtweg absurde Schlüsse ziehen. In diesem Beitrag werden vier häufig genannte Phänomene digitaler und regionaler Energiewende-Kritik kommentiert. 

1. „Nicht auf meinem Rasen!“

Einwohner von Kleinstädten oder Dörfern kennen dieses Phänomen vielleicht. Eine ganze Reihe von Bürgern, die Jahrzehnte lang allerlei absurde und sinnlose Bauprojekte, unrentable Einkaufszentren auf der grünen Wiese und anderweitige Geldverschwendung und Flächenversiegelung sang- und klanglos hingenommen hat, greift auf einmal aufgebracht zu Fackeln und Mistgabeln, sobald der Bau von Windrädern in der Gemeinde zur Debatte steht.

Bauern haben auf einmal Angst um ihre Hühner, Eltern um ihre Kinder, Eigentümer um ihre Grundstückspreise. Man munkelt, dass Windräder anderswo bereits Brunnen vergiftet und Jobs geklaut haben. Bürgerinitiativen zur konservativen Selbstbeweihräucherung und gegen die Willkür der bösen Öko-Regierung dominieren auf einmal alle Kneipenstammtische.

Dabei ist es eigentlich ausgesprochen lobenswert, wenn Bürger den Bau von erneuerbaren Energie-Anlagen in ihrem Ort mit Interesse verfolgen, den Dialog mit den entsprechenden Energieversorgungs-Unternehmen suchen, diese mit Fragen, auch kritischen Fragen, löchern und versuchen, ihre Anregungen und auch Sorgen in die Planung einfließen zu lassen. So können die Energieversorger auf absurde und unberechtigte Sorgen reagieren, aber auch gleichzeitig, berechtigte Sorgen berücksichtigen und so letztlich eine möglichst durchdachte Lösung finden.

Doch genau das wollen die meisten „Windkraft-kritischen“ Initiativen gar nicht: eine Lösung oder auch nur den Hauch von Alternativen. Mit einfachen Parolen wie „KEINE WINDKRAFT IN XY“ sind sie meist vollkommen destruktiv ausgerichtet und versuchen erneuerbare Energien einfach aus ihrem Sichtradius zu verbannen, ohne Rücksicht auf die Tatsache, dass Windräder und Solaranlagen im Gegensatz zu Einkaufs- und Vergnügungspalästen u. ä. langfristig elementar wichtig für die gesamte deutsche Energieversorgung sind.

Kaum eine dieser Initiativen bleibt sachlich und fordert von den Energie-Unternehmen Pläne, um diese zu prüfen und evtl. alternative oder bessere Standorte innerhalb des Ortes vorzuschlagen, stattdessen organisiert man mancherorts bereits Demonstrationen und Shitstorms, wenn ein Kommunalpolitiker auch nur die etwaige Option des Baus von Windrädern nennt. Es geht fast ausschließlich darum, das Schreckgespenst Windkraft so schnell wie möglich zu verscheuchen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wo denn die Energie dann bald herkommen soll, wenn auf einmal jede Gemeinde derart töricht reagiert.

Hier argumentieren zwei Lager äußerst egoistisch und widersprüchlich. Diejenigen, die „Windräder ja eigentlich für richtig halten, aber …“ halten Windräder eigentlich NICHT für richtig und diejenigen, die am liebsten gar keine erneuerbaren Energien fördern und weiterhin auf Kohle setzen würden, nehmen nicht nur die weitere Erderwärmung bedenkenlos in Kauf, sondern auch die Tatsache, dass anderenorts für ihren Strom riesige Flächen vernichtet und Menschen umgesiedelt werden müssen – aber solange die eigenen vier Wände stehen und der Strom aus der Steckdose kommt, scheint das ja in Ordnung zu sein ... 

2. „Die anderen machen’s doch auch nicht“

Machen wir mal eine kleine Zeitreise, wir sitzen als sechs jähriger Rotzlöffel am Esstisch und meckern: „Mama, warum müssen wir hier immer so viel Salat, Gemüse und so‘n Zeug essen? Hendriks Eltern holen zum Mittag voll oft einfach Burger vom Imbiss – warum macht ihr das nicht auch?“ – so und nun reisen wir mal 30 Jahre vorwärts, allerdings ohne die ein oder andere elementare geistige Weiterentwicklung durchzumachen, und was kommt dabei raus?

Richtig, eine erwachsene Person, die allen Ernstes meint, die Energiewende wäre komplett falsch, nur weil andere Länder keine Energiewende machen oder weil es in anderen Ländern Negativbeispiele bzgl. erneuerbarer Energien gibt, da man ja aus Fehlern bekanntlich nicht lernen sondern nur aufgeben kann … definitiv ein Argument, dass höchstens noch in den Kindergarten gehört, aber nicht in eine ernsthafte Debatte …

3. „Immer auf die Kleinen!“

Die EEG-Umlagen sind zurecht ein stetiges Streitthema. Häufig kritisiert werden die Ausnahmen für große, in höchstem Maße klimaschädliche, Industrie-Unternehmen. Immer wieder gibt es jedoch auch „Kritiker“, die ernsthaft behaupten, die gesamte Energiewende wäre von Anfang an nur dazu da, den armen kleinen Steuerzahler um sein Geld zu prellen und sprechen sich deshalb gegen jegliche Förderung erneuerbarer Energien aus, ohne die langfristigen Konsequenzen einer solchen Entscheidung zu bedenken.

Zu allerlei Irrtümern, Denkfehlern und Falschrechnungen rund um das Thema EEG-Umlagen, hier ein fantastisches Video des deutschen YouTube-Journalisten Rayk Anders:

https://www.youtube.com/watch?v=Lv027QqvLpE

4. „Och, die schöne deutsche Landschaft“

Wenn es um den Bau von Windrädern geht, dann bekommt man stellenweise das Gefühl, dass so mancher besorgter Bürger Deutschland als eine Art riesiges Caspar David Friedrich-Gemälde sieht, dass Jahrhunderte lang voll unberührter Schönheit glänzte und dessen Pracht nun erstmals von kleinen, hässlich rotierenden Energie-Erzeugern befleckt wird. Von Roland Tichy bis Oskar Lafontaine beklagen sich Menschen von allen gesellschaftlichen und politischen Seiten darüber, wie furchtbar „landschaftszerstörend“ doch Windräder seien.

Das Absurde an diesem Vorwurf: Windräder werden nur deshalb als landschaftsZERSTÖREND, kritisiert, weil sie eben nicht landschaftsZERSTÖREND sind, sondern lediglich landschaftsBEEINTRÄCHTIGEND. Landschaftszerstörend sind hingegen Braunkohle-Tagebaue, ebenso wie riesige industrielle Landwirtschaftsflächen, schicke Neubausiedlungen und protzige Shopping Malls mit riesigen Parkplätzen, die heute noch stetig am Rande von Siedlungen entstehen und für die Landschaften derart zerstört werden, dass wir sie eben gar nicht mehr als Landschaften wahrnehmen und sie überhaupt nicht mehr in den Zusammenhang mit Landschaften setzen. Windkraftanlagen behalten jedoch meist einen Bezug zur Landschaft, da man noch das Gras und z. T. auch Bäume und Sträucher sieht, die zwischen einzelnen Windrädern wachsen und eine vermeintliche Natur-Idylle vor Augen hat, die nur durch die grauen Pfähle „vernichtet“ wird …

Was bleibt letztlich zu sagen? Kritik an erneuerbaren Energien wird es noch so lange geben, wie es erneuerbare Energien geben wird und es ist auch absolut wichtig, dass auch etwas so Ambitioniertes wie die Energiewende mit Kritik begleitet wird, allerdings nicht mit irgendeiner Kritik, sondern mit konstruktiver Kritik … aktuell dominiert jedoch leider klar die gänzlich destruktive Kritik, die erneuerbare Energie entweder gar nicht oder aber nicht auf ihrem Rasen sehen will, dabei aber nicht begreift, dass Solaranlagen, Windräder und Wasserkraftwerke kein romantisches Öko-Spielchen sind, sondern unentbehrliche Investitionen für eine lebenswerte Zukunft. Wer seine Steckdosen in nutzbarer Form behalten will, dem sollte deshalb klar sein, dass der ein oder andere Rasen langfristig geopfert werden muss …

Text: Maxim Podobed
Fotos: © Carschten ; © Petersberg aktuell

Und hier kommt ihr zum letzten "Klimawende"-Bericht: Klimafreundliche Innovationen der Zukunft
 

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Kommentare (3)
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10.10.2015
OekoTiger hat geschrieben:
Bei uns im Ort wollen fast alle kein Windräder aber, Atomkraft, Kohle wollen sie auch nicht.
07.10.2015
Peet hat geschrieben:
@Maura: "Hier geht es m.E. nicht im Entferntesten darum, zur Energiewende beizutragen. "

Hier geht es darum, Geld zu machen. Die Energiewende ist durch das EEG ja gerade erst erfolgreich geworden. Sollten also monetäre Anreize sowie windkräftige Stellplätze (letztere werden zwangsläufig benötigt) dazu führen, dass Windkraftanlagen gebaut werden, ist mir das nur recht.

Für einige Regionen, gerade in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, die grundsätzlich als wirtschaftlich strukturschwach gelten, ist dies eine Rettung (Strom wird vom windkraftstarken Norden/ Nordosten in den Süd/ Südwesten geliefert), tragen sie doch zur 'energetischen Revolution' des Landes bei - wenn sich nicht gerade Bayern, was Stromtrassen angeht, querstellt.

Bezüglich der Vogelschutzgebiete: Deutschland ist weltweit gesehen ein kleines Land aber eines der größten Industrienationen der Welt. Der Wohlstand des Landes steht und fällt mit einer sicheren und CO2 armen Energieversorgung. Ein Kohlekraftwerk, oder gerne auch AKW, können nicht mit ein oder zwei WKA ersetzt werden. Der Ausbau in Deutschland sieht bis zum Jahr 6.000 WKA vor, zudem etliche Solaranlagen und in Zukunft auch die notwendigen Stromspeicher.

Es müssen also zwangsläufig Kompromisse gemacht werden. Und es gibt auch Beispiele, wo keine dieser WKA gebaut werden dürfen - siehe Nationalparks, Biospährenreservate oder andere geschützte Gebiete.

Grundsätzlich stimme ich Dir aber zu, dass die Hobbyverbände hier unterschiedlich aufgestellt sind: Touristenverbände und Immobilienbesitzer schneiden besser als als Umweltverbände. Das hat aber auch einen großen Haken: Letztere trommeln jährlich auf der Energiewende Demo für einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren. Was also tun? Für und gegen Erneuerbare sein?

Selbstverständlich muss dem Thema mit Bedacht begegnet werden. Aber die 'Schäden' der WKA stehen in keinem Verhältnis zu Atom- oder Kohlekraftwerken. Letztere nicht nur aufgrund des Landgrabbings, wie im Artikel erwähnt, sondern auch der CO2- und Quecksilberemmittierung.

Solarenergie, die Du als Lösung ansiehst, ist momentan, ebenso wie WKA, nicht Grundlastfähig. Wie oben erwähnt, ist Dt. eine Industrienation. Strom wird also nicht nur im Sommer und tagsüber benötigt, sondern auch im Winter und nachts. Dem entsprechend erfordert eine dezentrale Energieversorgung, die Du ja auch befürwortest, eine deutlich höhere Flexibilität in Stromnetzen aber vor allem auch eine deutlich größere, landesweite Verteilung von Kraftwerksanlagen (WKA und Solar). Die Dächer Dt. mit Solarenergie vollzupflastern klingt durchaus gut, führt aber nicht direkt zur Lösung des Problems.

Einerseits entstehen dadurch viel zu große Schwankungen im Stromnetz (man erinnere hierbei an Sommertage und 'Energiepeaks', die viel zu viel Strom in kurzer Zeit erzeugen), welche zur Überlastung und somit zum Blackout des Stromnetzes führen können (und das nicht nur bei uns, sondern auch Nachbarländern) und andererseits ist somit wie oben erwähnt, immer noch nicht das Problem der Grundlast gelöst. Bei Nacht und Nebel bringen auch sämtliche Solarpanele Deutschlands nichts.

„Es geht nicht um die Sache, sondern darum, aus der "Energiewende" den meisten Profit zu ziehen.“

Diese Meinung ist vorbildlich aber romantisch. Es in einem kapitalistisch ausgerichteten Land immer um Profit. Ansonsten würden wir Umweltprobleme anders angehe und hätten schon längst reagiert.
07.10.2015
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Das ist ein sehr interessantes Thema und ich muss sagen, dass inhaltlich nicht hundertprozentig zustimmen kann.
Keine Frage, wenn man das Thema vor dem Standpunkt "Kohle oder Windräder" betrachtet, dann sollten die Windkraftgegner zu Recht "das Maul" halten. Für mich hat es dennoch den etwas bitteren Beigeschmack von der Wahl zwischen Teufel und Beelzebub, um es drastisch auszudrücken.
Ich habe die Debatte um Windräder in verschiedenen ländlichen Orten selbst miterlebt. Hier geht es m.E. nicht im Entferntesten darum, zur Energiewende beizutragen. Das Aufstellen eines Windrades bringt der Gemeinde oder dem Bauern , dem die Fläche gehört einen Haufen Asche und das ist z.T. der einzige Grund, warum teilweise wahllos die Landschaft mit Windrädern zugestellt wird. In meinen Augen kann dies die Landschaft in erheblichem Maße "beeinträchtigen". Hier ist es aber anscheinend eine sehr individuelle Wahrnehmung, die den Grad des "Störfaktors" festlegt. Ich bin mir bewusst, dass ich in dieser Hinsicht auf wenig Konsens stoßen werde.

Dass Windräder in unittelbarer Dorfnähe in Höhe eines Doms gesundheitliche Beeinträchtigungen der Anwohner mit sich bringen können (wegen ununuterbrochener Geräuschkulisse) und Arten wie Rotmilan, Uhu und Co. erheblich beeinträchtigt werden können, interessiert dabei die Befürworter herzlich wenig. Wenn dann aber der Tourismusverband kommt und sich beschwert, dass man das Windrand von Burg XY aus am Horizont sehen kann, dann wird es eben nicht gebaut. Wie gesagt, es geht hier nur um GELD. Zumindest ist das mein Eindruck aus der Lokalpolitik.
Ich persönlich halte es nicht für die beste Lösung, Deutschland mit Windrädern zuzupflastern, (nebenbei Atomstrom aus dem Ausland zu importieren) und alle Kritiker für schwachsinnig zu erklären, da sie ja die Wahl zwischen Kohle und Windrändern haben. Nein, wir wollen keine Kohle. Und nein, ich finde die aktuelle Entwicklung TROTZDEM nicht gut. Ich weiß, dass man diferenziert betrachten muss, aber nur weil das eine auf gut Deutsch scheiße ist, werde ich das andere nicht einfach gut finden können.
Aus meiner Sicht ist vieles in der Energiepolitik letztendlich nur Augenwischerei. Einen wirklichen Wandel in der Energiepolitik sehe ich vielmehr in der Entwicklung autarker Energieversorgungen in den Gemeinden. Was ist mit Solarenergie? Ich weiß nicht, viele hundertausend Quadratkilometer Dächer Deutschland hat, die man dafür nutzen könnte. Es gibt bereits Beispiele von Gemeinden, die sich selbst mit Strom versorgen - und dann tut es auch ein kleines Windrad.
Oder anders: Mal auf der anderen Seite ansetzen: Wie viel Strom man in Deutschlands Städten und Gemeinden sparen könnte, wenn man auch nur halbwegs ernsthaft darüber diskutieren würde.. Dass wir zu viel Strom verbrauchen, ist aber anscheinend bei Deutschlands Bürgermeistern und Politikern noch nicht angekommen. Aber das ist es eben. Es geht nicht um die Sache, sondern darum, aus der "Energiewende" den meisten Profit zu ziehen. Zumindest in den lokalen Gemeinden, die ich kenne.
Ich verteufele die Windräder nicht. Aber ich finde das schwarz-weiß Denken nicht gut. Hier soll sich jeder seine eigene Meinung bilden, aber ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass hinter Windkraft-Kritik mehr steht und dass dies alles komplexer zu betrachten ist, als dies in diesem (wie immer gut geschriebenen) Artikel der Fall ist :-)
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