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© Timothy Shivers / WWf Intl.
KlimaWende! - Geprägt und motiviert vom Eisbär


von JohannesB
08.04.2015
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Wie es ist, einem Eisbären in Freiheit zu begegnen, was eine Reise durch’s Eis mit mir gemacht hat und warum ich mich seit Jahren als Klimabotschafter für den Klimaschutz einsetze. Das erfahrt ihr heute bei KlimaWende!

Mittlerweile ist es ziemlich genau 7 Jahre her, dass mich der WWF nach einem Bewerbungsverfahren zum deutschen Klimabotschafter ernannt hat. Als ich den erfreulichen Anruf bekam konnte ich mein Glück kaum fassen. Und ich hatte keinen blassen Schimmer davon, dass mich dieses Ehrenamt über Jahre prägen würde.

Am 09. Juni 2008 traf ich mich mit meiner Klimabotschafterkollegin Greta und Timm vom WWF am Frankfurter Flughafen. Wir flogen gemeinsam nach Oslo, wo wir mit dem Rest der etwa 30-köpfigen WWF-Gruppe zusammentrafen. Insgesamt waren 18 junge Leute zwischen 18 und 21 aus neun Ländern (Kanada, USA, Japan, Großbritannien, Niederlande, Norwegen, Russland, Schweden und Deutschland) als „Klimabotschafter“ ausgewählt worden, um den WWF bei seiner globalen Arbeit für’s Klima zu unterstützen. Von Anfang an fühlte ich mich in dieser Gruppe pudelwohl es herrschte freudige Aufbruchsstimmung. Am nächsten Morgen flogen wir nach Spitzbergen. Nach der Ankunft auf dem winzigen Flughafen von Longyearbyen, dem Hauptort Spitzbergens, mussten wir uns erstmal an die empfindlich kalten Temperaturen um den Gefrierpunkt gewöhnen. Durcheinander brachte uns auch die Mitternachtssonne. Es ist ein komisches Gefühl: Du bist müde, es ist auch schon nach Mitternacht, aber die Sonne hat einen Spaß am Scheinen, als sei es Mittag.

Einen Tag später begann dann unsere einwöchige Schiffstour an Bord der „Alexey Maryshev“, einem ehemaligen Forschungsschiff des Hydrographischen Institut St. Petersburg, das speziell für Fahrten durch Packeis konstruiert und für Passagierfahrten umgebaut worden war. Unser typischer Tag auf dem Schiff begann meist mit einem Vortrag eines Wissenschaftlers zu Hintergründen des Klimawandels und der Klimapolitik, ehe es mit Schlauchbooten an Land ging. Die Erlebnisse des Tages schilderten wir dann im Anschluss an das Abendessen in unseren Blogs, unterhielten uns und genossen die Polarnacht. Gegen Mitternacht, oft aber auch noch deutlich später, ging es dann erschöpft aber voller Tatendrang ins Bett.

Am Freitag den 13. (ausgerechnet) erreichten wir den nördlichsten Punkt unserer Reise, über 80° nördlicher Breite fuhren wir hinaus. Dabei durchbrachen wir immer wieder Packeis, was ein faszinierendes Knacken auslöste. Schon beim Frühstück wurde uns gesagt, dass in dieser Gegend immer wieder Eisbären gesichtet würden. Also warteten wir gespannt an Deck und versuchten mit Ferngläsern das größte an Land lebende Raubtier der Welt zu entdecken. Dann endlich: „Polar bear!“ – einer der mitreisenden Fotografen hatte mit seinem Objektiv bereits aus großer Entfernung den Eisbären erspäht. Plötzlich herrschte großes Gedränge an der Schiffsreling, jeder wollte endlich auch den Bären sehen. Die „Alexey Maryshev“ näherte sich langsam der Scholle, auf der sich das so sehnsüchtig erwartete Tier herumtrieb. Und wir hatten unglaubliches Glück: Der Eisbär schien fast auf uns zu warten und lief auch nicht davon, als wir uns bis auf etwa zehn Meter näherten. Unglaubliche Stille, unterbrochen nur vom Klicken der Fotoapparate rechts und links von mir. Der Bär ging auf dem eisigen Laufsteg wie ein Model auf und ab bevor er sich mit einem Bad im Meer von uns verabschiedete. Unbeschreiblich diese Minuten. Sie prägen bis heute. Und hoffentlich mein ganzes Leben.  

 

Zwar weiß man, dass man auf solch einer Tour gewisse Chancen hat, einen wilden Eisbären zu sehen, aber wenn man das Glück dann wirklich hat und dieses majestätische Tier so unfassbar nah vor einem steht, ist das einfach ein wahnsinnig beeindruckender Moment. Beeindruckend, aber auch traurig: Nach wissenschaftlichen Prognosen wird es durch den Klimawandel zu einem dramatischen Rückgang der Eisbärenpopulation (2/3 sollen bis 2040 verschwunden sein) kommen, sollte die globale Erwärmung weiter gehen wie bisher. Wenn wir so weitermachen, nehmen wir diesem imposanten Tier, das doch so viel beeindruckender und stärker ist als der Mensch, die Lebensgrundlage weg. Irgendwie absurd.

 

Doch mit der Rückkehr nach Deutschland endete natürlich nicht meine „Klima-Arbeit“, sie ging erst richtig los. So erklärte ich Schülern und Studenten bei Workshops die Hintergründe des Klimawandels und erarbeitete gemeinsam mit ihnen, wie jede(r) Einzelne im Alltag etwas für’s Klima tun kann. Außerdem war ich bei der UN-Klimakonferenz 2008 im polnischen Posen vor Ort und berichte seither hier in der Community über die jährlichen Konferenzen. Und, das Wichtigste: Ich versuche gemeinsam mit Euch Aufmerksamkeit auf den Klimawandel zu lenken und für schnellen, umfassenden und nachhaltigen Klimaschutz zu trommeln. Diese Aufgabe ist so groß und so wichtig, dass jede(r) mit seinen individuellen Stärken und seinem Herzblut gebraucht wird. Deshalb freu‘ ich mich über jede(n) der sich auch für’s Klima einsetzt. Wir haben noch viel vor! Gerade in diesem Jahr. 2015 wird DAS entscheidende Jahr in Sachen Klimaschutz. Es ist SO wichtig, dass am Jahresende bei der UN-Klimakonferenz in Paris ein umfassendes neues Klimaabkommen beschlossen wird. Über ein Scheitern will ich gerade gar nicht nachdenken …

 

Die Reise in die Arktis, wo sich der Klimawandel besonders gravierend auswirkt, war für mich eine unglaublich intensive und eindrucksvolle Zeit mit vielen prägenden Momenten und bleibenden Erinnerungen. Mir war der Klimaschutz zwar schon zuvor wichtig, aber diese Tage haben mich nochmal darin bestärkt, mich dafür einzusetzen, dass unser Klima und damit unsere Zukunft geschützt werden.

 

Auch wenn Euch kein wildlebender Eisbär begegnet ist, hoffe ich, dass ihr in diesem Jahr genauso motiviert seid, Euch für‘s Klima einzusetzen. Wir brauchen wirklich jeden. Der Eisbär wird’s uns danken …  

 

Fotos: © Sindre Kinnerød (WWF), J. Barthelmeß

 

Letzte Woche hat Euch Uli bei KlimaWende! erklärt, wie der Wind unser Wetter macht.

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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
19.04.2015
JohannesB hat geschrieben:
Danke @Franiz und KikiFi!
Ich hoffe, ihr seid in den kommenden Monaten dabei wenn wir uns bis zur UN-Klimakonferenz im Dezember gemeinsam für mehr Klimaschutz einsetzen.
17.04.2015
KikiFi hat geschrieben:
Man merkt so richtig, wie sehr dir das Thema am Herzen liegt. Toll, dass du dich als Klimabotschafter engagiert. Wir brauchen mehr Leute wie dich, die Bewusstsein für die Problematik des Klimawandels schaffen!
10.04.2015
Franiz hat geschrieben:
Wirklich ein toller Bericht Johannes! Es klingt nach sehr viel Spaß :)
Aber es ist leider eine sehr traurige Tatsache, dass die Eisbären so bedroht sind durch den Klimawandel :( Ich hoffe ebenfalls, dass es noch nicht zu spät ist um diese tollen Tiere zu retten! Lasst uns gemeinsam etwas dafür tun!
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