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© Timothy Shivers / WWf Intl.
Ein Interview mit dem Regen: sein Image und seine Fähigkeiten


von Buchenblatt
21.10.2015
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„Nach den Nachrichten kommen wir nun zum Wetter: Der morgige Tag beginnt bewölkt. Gegen Mittag kann es in großen Teilen Deutschlands anfangen zu regnen. Am Abend ist besonders im Westen mit Starkregen zu rechnen..."

Viele von uns kennen das: Man hört den Wetterbericht und direkt sinkt die Laune in den Keller. Wenn man am nächsten Tag auf dem Weg zur Schule oder zur Uni auch noch nass wird, ist es endgültig vorbei. Kaum jemand von uns freut sich, wenn Regen angekündigt wird. Ich habe mich in diesem Artikel gefragt, ob sein schlechtes Image wirklich berechtigt ist? Ruiniert er wirklich nur unsere Frisur und hindert uns daran, uns umweltfreundlich mit dem Fahrrad zu bewegen?

Ihr merkt schon, dieser Artikel ist nicht ganz ernst gemeint. Mir ist klar, dass die meisten von euch wahrscheinlich den Wert des Regens kennen. Viel zu selten wissen wir ihn aber zu schätzen. Deshalb will ich euch hier die Vorteile und die schönen Seiten von Regen zeigen: Glücklicherweise hatte ich hierzu die Möglichkeit, einen Interviewtermin mit dem viel beschäftigten Regen zu bekommen :)

Hallo Herr Regen, die meisten LeserInnen hier in der Community mögen Begegnungen mit Ihnen nicht besonders. Was meinen Sie ist der Hauptgrund und wie gehen Sie mit dieser Abneigung um?

Da hast du leider recht. Sobald ich an einen belebten Ort, wie einen Park oder einen Schulhof, komme, ergreifen viele die Flucht. Nach ein paar Minuten ist der Platz menschenleer. Das habe ich nun einmal an mir: Die Leute werden nass und wenn mein Freund Wind in der Nähe ist, wird ihnen zusätzlich kalt. Manche werden dann eher krank. Außerdem ruiniere ich Frisuren und Dates. Selbst Umweltschützer mögen mich oft nicht, weil ich sie davon abhalte, mit dem Fahrrad zu fahren. Das tut mir alles sehr leid. Eigentlich versuche ich nämlich nur mein Bestes zu geben. Mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt, dass alle vor mir flüchten.

Vielleicht können Sie uns von Ihren guten Taten erzählen. Dann steigt auch das Verständnis von den LeserInnen Ihnen gegenüber. Was halten Sie davon?

Das kann ich gerne tun. Aber wo soll ich anfangen? Leider bin ich noch nicht besonders geübt darin, Interviews zu geben. Ich bin zwar viel beschäftigt - in den Medien wird allerdings immer nur über mich und nie mit mir gesprochen. Es hat sich noch nie jemand dafür interessiert, was ich dabei denke.

Wir interessieren uns jetzt genau dafür. Fangen Sie doch einfach mit der Landwirtschaft an. Ich denke, dort spielen Sie eine große Rolle.

Das stimmt. Dort bezeichnet man mich auch als Niederschlag. Es gibt humide und aride Räume. In humiden Räumen lasse ich mich relativ oft blicken. In großen Teilen der Tropen beispielsweise, tauche ich fast täglich einmal auf. Deshalb haben dort viele Pflanzen zumindest von der Temperatur und von mir optimale Bedingungen. Lediglich der Boden ist relativ nährstoffarm. Aride Räume sind zum Beispiel Wüsten. Dort lasse ich mich sehr selten blicken. Das liegt unter anderen an den Passatwinden. Die sorgen dafür, dass ich zwar die Tropen besuchen kann, sich dort die Wolken aber auflösen, sodass über den Wüsten keine Wolken mehr in Sicht sind. Wo keine Wolken sind, kann ich leider auch nicht auftreten.

Natürlich hängt die Einteilung in humid und arid nicht nur von mir ab. Auch die Landschaftsbeschaffenheit und die Temperatur spielt eine Rolle.

Überall dort, wo ich viel auftrete, ist für viele Pflanzen Regenfeldbau möglich. Das heißt, dass ihr Menschen keine teuren Bewässerungsanlagen installieren müsst. Die Bewässerung erledige ich ganz alleine.

Insgesamt bin ich also für die Landwirtschaft unersetzbar. Wenn ich nicht wäre, hättet ihr nichts zu essen. Vielleicht könnt ihr das nächste Mal daran denken, wenn ich euren Weg kreuze und ihr ungewollt nass werdet.

Das ist eine gute Idee. Ich werde mich auf jeden Fall daran erinnern. Wobei vielleicht auch jetzt schon - schließlich bin ich mittlerweile ganz schön nass. Vielleicht hat Sie deshalb noch keiner nach einem Interview gefragt. Meine Regenjacke ist zwar noch dicht, aber meine Beine sind ziemlich nass und kalt. Inzwischen ist auch mein Schreibblock komplett durchgeweicht...

Das tut mir leid. Ich weiß, dass es nicht gerade angenehm ist, sich mit mir zu unterhalten. Auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, wie es wäre, trocken zu sein. „Trockener Regen“ wäre allerdings auch schon ein Widerspruch in sich.

Wenn du es noch ein bisschen mit mir aushältst, würde ich dir gerne von meinen positiven Auswirkungen auf die Luftqualität erzählen.

Ja klar! Dafür bin ich hier. Erzähl.

Besonders in Städten, in denen immer wieder Smog herrscht, werde ich willkommen geheißen. Sobald ich auftauche, werden Feinstaub und Schadstoffe aus der Luft gewaschen. Der Smog verschwindet somit zumindest kurzzeitig. Natürlich müssten auch noch andere Maßnahmen getroffen werden, damit Smog gar nicht erst entstehen kann. Wenn er einmal da ist, bin ich allerdings immer eine große Hilfe.

Doch nicht nur bei Smog wasche ich den Feinstaub aus der Luft. Auch sonst sinkt die Feinstaubbelastung stark ab, wenn ich vorbeischaue. Das ist gut für eure Gesundheit.

Apropos, Gesundheit. Wenn man keinen Schnupfen hat, kann man Sie bei uns auf dem Land manchmal riechen., bevor es überhaupt anfängt zu regnen. Woran liegt das eigentlich?

Es wird oft etwas kühler bevor ich ankomme und die Luftfeuchtigkeit steigt. Außerdem werden viele Pflanzen aktiver und sondern Geruchsstoffe ab. Eure Nasen nehmen die Geruchsstoffe dann wegen der hohen Luftfeuchtigkeit sehr intensiv wahr. So wisst ihr, dass es bald anfängt zu regnen.

Davon wusste ich gar nichts. Sie scheinen ziemlich gut vorbereitet zu sein. Vielleicht spricht sich diese Vorbildlichkeit herum und Sie werden demnächst öfter zu Gesprächen und Diskussionsrunden hinzugezogen.

Hier in der Community ist der Klimawandel ein großes Thema. Alle setzen sich gemeinsam für das 2°-Limit ein. Hat der Klimawandel eigentlich Einfluss auf Sie?

Ja, leider schon. Der Klimawandel zwingt mich, mehr in die Extreme zu gehen. In manche Regionen kann ich immer weniger kommen, obwohl die Menschen dort auf mich angewiesen sind. Es kommt zu Dürre und Hunger. In anderen Regionen muss ich seit ein paar Jahren immer öfter auftreten. Dort habe ich leider auch keine andere Wahl. Ein Beispiel dafür ist Bangladesch. Alle paar Jahre muss ich dort als Monsunregen auftreten. Dörfer, Felder und Straßen werden dann vollkommen überschwemmt. Auch hier sterben Menschen.Wenn der Klimawandel nicht eingedämmt wird, kann ich in immer weniger Regionen der Erde ein regelmäßiges Auftreten für die Landwirtschaft garantieren.

Ihr leistet also wirklich gute Arbeit, wenn ihr die Menschen in Industrieländern darauf aufmerksam macht, wie viel sie zum Klimawandel beitragen und was sie verändern sollten. Auch die Politiker müssen in Paris endlich klaren Richtlinien, Regeln und Ziele festlegen, die helfen, das 2°-Limit einzuhalten.

Danke für das Lob und danke für das informative Interview. Wir geben unser Bestes. Gibt es etwas, was sie uns noch mitteilen wollen?

Zwei Sachen würde ich gerne noch loswerden: Erstens, ich bin nicht immer so schlimm, wie ihr denkt. Vielleicht kann es auch einmal befreiend sein, bei meiner anwesenheit zu radeln, wenn ihr euch anschließend zuhause mit warmen Tee in eine Decke kuscheln könnt.

Zweitens, ich habe mitbekommen, dass ihr euch bei Aktionen nicht von eurer „Mission“ abbringen lasst - selbst wenn ich so neugierig bin und auch vorbeischaue. Danke, dass ihr nicht wie viele andere sofort die Flucht ergreift.

Dankeschön! Wir sehen und bestimmt bald wieder: auf dem Schulweg oder auch bei einer WWF Jugend Aktion. Dann werde ich Begegnungen mit Ihnen nicht mehr so negativ sehen wie noch vor Kurzem. Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft und verspreche Ihnen, dass wir alles für die Einhaltung des 2°-Limit tun.

 

 


Bitte schreibt mir in die Kommentare, ob ihr solche kreativen Experimente, wie zum Beispiel ein fiktives Interview oder auch eine Geschichte öfter haben wollt oder eher sachliche Artikel.

Hier sind meine Quellen:
http://german.china.org.cn/environment/txt/2014-02/18/content_31515071.htm


http://www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/6846/warum-riecht-die-natur-bei-einem-kurzen-regenschauer-so-intensiv/


Erdkundeunterricht


Expertenbefragung: Herr Regen :)

 


In diesem Interview hat uns der Regen noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, das 2°Limit einzuhalten. Warum es das 2°-Limit und nicht das 1°- oder 3°-Limit gibt, erfahrt ihr im letzten Bericht der KlimaWende: "...und es wird noch heißer. Das 2°Ziel "von Anja

 

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Kommentare (5)
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Sortieren nach Aktualität:
24.10.2015
BlueLikeTheSky hat geschrieben:
Super Artikel, das ist echt spannend zu lesen! :)
23.10.2015
Puma hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen Artikel! Ich kann mich den anderen nur anschließen mit dem Lob. Denn ich kann mir die Infos auf diese Art und Weise besser merken. Also gerne mehr von solchen Artikeln! :D
21.10.2015
RichardParker hat geschrieben:
Richtig tolles Interview und eine klasse Idee! :)
Du kannst gerne wieder Berichte dieser Art schreiben, allgemein lese ich deine Berichte echt gerne. ;)
21.10.2015
Squirrel hat geschrieben:
Ich finde den Artikel mega klasse geschrieben.
Du hast genau dir richtige Mischung aus Information und Unterhaltung getroffen, gerne mehr :)
Und immer daran denken, es geht sehr viel mehr Regen vorbei, als Tropfen die euch treffen ;D
21.10.2015
Anne-Sophie hat geschrieben:
Liebes Buchenblatt,

Dein Artikel mit dem "Herrn Regen" ist sehr interessant und informativ!
Zum Beispiel weiß ich jetzt, warum wir den Regen "riechen" können. Die Frage hat sich mir in der Tat schon öfter gestellt.
Ich würde mich freuen, wenn Du noch mehr solcher Interviews, Berichte oder Experimente veröffentlichst.
Vielleicht ist das nächste Interview ja eins mit der Sonne; da lernst du dann gleich das andere Extrem kennen ;)
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