Aktuelles zur Wilderei


Wie steht's


um die Tiere?


Breitmaulnashörner am Nakuru-See, Kenia © Michael Poliza / WWF
Woher stammt das weiße Gold?


von zeemzee
07.03.2013
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Neue Isotopenmethode entschleiert die Herkunft von illegal gehandeltem Elfenbein

Tausende von Elefanten werden derzeit jährlich für ihr Elfenbein getötet. Doch nicht alles Elfenbein, was sich im Umlauf befindet stammt aus illegalen Quellen. Es kann etwa aus historischen Beständen oder aus den sogenannten „Einmal-Verkäufen“ nach China und Japan stammen. Bisher halfen Herkunftszertifikate, dessen Ursprung zu belegen, doch diese Nachweise lassen sich fälschen. Zudem nutzen sie nichts, wenn Zollbehörden konfisziertes Material zuordnen müssen. Zur eindeutigen Unterscheidung kann nun eine neue Isotopenmethode beitragen, die vom WWF und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf der Artenschutzkonferenz CITES vorgestellt wurde.

Konfisziertes Elfenbein © Mike Goldwater / WWFDurch chemischen Nachweis bestimmter Elemente in den Stoßzähnen lassen sich genaue Rückschlüsse über ihre einstige Nahrung und deren genaue Zusammensetzung ziehen und damit auf ihre Herkunftsregion schließen. „Die Ergebnisse dieser sehr valide arbeitenden Methode sollen helfen, den Ursprung von konfisziertem Elfenbein eindeutig zu bestimmen, Schmuggelrouten zu identifizieren und so den illegalen Elfenbeinhandel zu bekämpfen“, sagte Stefan Ziegler, WWF-Elefanten-Experte.

Aber woher weiß zum Beispiel der Zoll, ob es sich bei einem Fund um legales oder illegales Elfenbein handelt? Und woher stammte das Tier denn genau? Um diese Fragen zu klären haben der WWF Deutschland gemeinsam mit dem International Centre of Ivory Studies (INCENTIVS) an der Uni Mainz eine Methode entwickelt und getestet. Deutsche und chinesische Zöllbehörden, europäischen Museen, Sammler und Trophäenjäger – sie alle stellen mehr als 600 Elfenbeinproben aus 24 afrikanischen und 6 asiatischen Herkunftsländern zur Verfügung, die seit Juli 2010 untersucht werden.

Während eines Elefantenlebens werden die durch die Nahrung aufgenommenen Isotope im Gewebe eingelagert, so z.B. auch in den Stoßzähnen. Die stabilen Isotope von Wasserstoff und Sauerstoff geben Informationen über das Trinkwasser und die Klimazone. Die Kohlenstoff- und Stickstoffvarianten verraten, welche Art von Pflanzen das Tier überwiegend gefressen hat, und durch die Schwefelisotope erfahren die Wissenschaftler etwas über den Boden. Durch eine Kombination dieser unterschiedlichen Merkmale entsteht eine Art Fingerabdruck, durch den sich der Aufenthaltsort des Elefanten bestimmen lässt.

Die Entwicklung einer zuverlässigen Bestimmungsmethode und einer Referenzdatenbank ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung des illegalen Elfenbeinhandels, da sich so „Wilderei-Zentren“ identifizieren lassen und entsprechende Gegenmaßnahmen dort konzentriert werden können. Des Weiteren wird es Schmugglern erschwert illegales Elfenbein „rein zu waschen“ und als legales Material auszugeben, wie es oft in Thailand passiert. Dort ist nämlich der Binnenhandel mit Elfenbein von domestizierten Elefanten erlaubt.

Asiatischer Elefant © A.-Christy Williams / WWF-CanonDas Projekt wird vom Bundesamt für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über das BfN finanziert und läuft noch bis Ende 2014. Im Rahmen eines Schwesterprojekts wurde von der Universität Regensburg zudem die Altersbestimmung von Elfenbein unbekannten Ursprungs erforscht. Beide Methoden können in Zukunft in der Strafverfolgung eingesetzt werden und so den Kampf gegen illegalen Elfenbeinhandel unterstützten.

Bilder: Elfenbeinmarkt © A. Mercado / A. Pole / WWF; konfisziertes Elfenbein © Mike Goldwater / WWF; Afrikanischer Elefant in Botsuana © naturepl.com / Andy Rouse / WWF; Asiatische Elefanten © A.-Christy Williams / WWF-Canon

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Kommentare (2)
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26.03.2013
Saskia74 hat geschrieben:
guter bericht:) und die Bilder sind echt schön:)
07.03.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Klingt kompliziert, aber gut :)
Wenn es wirklich helfen sollte, den Schmuggel mit illegalem Elfenbein zu unterbinden, oder wenigstens einzudämmen wäre das ein super Fortschritt.

Das Foto von dem Elefanten im Schlammbad finde ich übrigens besonders schön :)
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