Aktuelles zur Wilderei


Wie steht's


um die Tiere?


Breitmaulnashörner am Nakuru-See, Kenia © Michael Poliza / WWF
Teilerfolge in Bangkok


von Marcel
12.03.2013
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Wie ihr wisst, sind wir vom WWF ganz dicht dran an der Artenschutzkonferenz "CITES" und versuchen gemeinsam mit vielen anderen Umweltorganisationen, dort die Politiker zum Handeln zu bewegen. Nun mehren sich die guten Nachrichten. Ein Hoffnungszeichen für Afrikas Nashörner und Elefanten entsandten die Delegierten heute in Bangkok. Zahlreichen Staaten sollen die Daumenschrauben angezogen werden, die bislang im Kampf gegen die Wilderei ihren Verpflichtungen nicht nachkamen. Bei Nichterfüllen der Auflagen drohen Handelssanktionen, die Millionenverluste für die jeweiligen Länder bedeuten würden.

"Gelbe Karte für ungenügenden Nashorn- und Elefantenschutz - dem Strom von illegalen Hörnern und Elfenbein aus Afrika wird damit hoffentlich ein Riegel vorgeschoben", sagte Volker Homes, Leiter Artenschutz des WWF, der die Konferenz in Bangkok begleitet. Zudem wurde heute in Bangkok entschieden, Dutzende von kommerziell genutzten Holzarten zukünftig besser zu schützen. Die Entscheidung muss allerdings noch bis Donnerstagabend im Abschlussplenum der Artenschutzkonferenz bestätigt werden.

Zum Schutz der Nashörner wurde Vietnam aufgefordert, einen Aktionsplan gegen illegalen Nashornhandel im Land zu entwickeln und umzusetzen, andernfalls würden spätestens im nächsten Jahr Handelssanktionen gegen das Land drohen. Die stark gestiegene Nachfrage nach den Hörnern der Tiere, die laut vietnamesischem Aberglauben gegen Krebs und Kater helfen, heizt die Wilderei kontinuierlich an. In Südafrika wurden in diesem Jahr bereits 146 Tiere gewildert. "Bisher stellte sich Vietnam beim Nashornschutz auf beiden Ohren taub. Mit Sanktionsandrohungen greifen wir zum schärfsten Schwert der Artenschützer", sagt Volker.

Im Falle der Elefanten wurden Thailand, China, Uganda, Kenia, Tansania, Südafrika, Malaysia, Vietnam und die Philippinen verpflichtet, ihre illegalen, unkontrollierten nationalen Elfenbeinmärkte zu schließen und ihre zum Teil erheblichen Elfenbeinvorräte zu registrieren und besser zu sichern. Auch müssen Strafverfolgung und länderübergreifende Zusammenarbeit verbessert werden und neue Techniken wie DNA- und Isotopen-Analyse eingesetzt werden. Ziel ist es, die mafiösen Wildereikartelle zu zerschlagen, indem auch Mittelsmänner und Schaltzentralen der Wilderei aufgedeckt werden. Können die Staaten bis zum nächsten Treffen des Ständigen Ausschusses von CITES im Frühjahr 2014 keine Fortschritte vorweisen, droht den Ländern ebenfalls ein Handelsbann, der alle in CITES aufgenommenen Tier- und Pflanzenartenbetreffen würde.

Für viele Arten von Ebenhölzern, Rosenhölzern und Palisander aus Lateinamerika, Asien und Madagaskar ist der internationale Handel zukünftig nur noch unter strengen Auflagen möglich. Sie wurden in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES aufgenommen. "Damit gelang es, Umweltschutz vor Wirtschaftsinteressen zu stellen und der Übernutzung der nur sehr langsam wachsenden Harthölzer entgegen zu wirken", erklärt Volker. Die auf dem internationalen Markt hochpreisigen Edelmaterialien werden vor allem im Möbel- und Instrumentenbau eingesetzt. Vor allem Hölzer aus Madagaskar wurden in den vergangenen Jahren in großen Mengen illegal abgeholzt und nach China und Europa ausgeführt, trotz eines Exportverbots, das Madagaskar im Jahr 2010 eingeführt hatte.

Gerstern konnten wir euch bereits berichten, dass auch für die Haie erfreuliche Entscheidungen gefallen sind: "Ein Herz für Haie". "Die Mitgliedsstaaten auf der Artenschutzkonferenz CITES haben die abgestimmten Haiarten endlich von der Speisekarte vieler asiatischer Restaurants gestrichen. Damit siegt der Artenschutz über kulinarische Begehrlichkeiten und wirtschaftliche Interessen. Immer wieder sind auf den Artenschutzkonferenzen Anträge zum Schutz der Haie an dem Widerstand Japans, Chinas und anderer vornehmlich asiatischer Länder gescheitert. Jetzt konnte sich endlich die Stimme der Vernunft durchsetzen. Die alten Schein-Argumente haben offensichtlich ausgedient", sagt Volker.

Ebenfalls vor Ort in Bangkok ist unsere Campaignerin Astrid, die noch vor ein paar Wochen gemeinsam mit euch eine riesige Unterschriftenaktion gegen Elfenbeinhandel auf die Beine gestellt hat. Um über die Medien Druck auf die Politiker auszuüben, organisierte sie zusammen mit internationalen WWF-Kollegen starke Aktionen direkt neben der Konferenz. Zum Beispiel diesen 3D-Elefanten, ein echter Hingucker:

Denn für die CITES hatten sich Astrid und ihr Team etwas ganz Besonders überlegt: Sie haben die beliebtesten religiösen Vorbilder Thailands zusammengebracht und mit ihnen gemeinsam eine Ahnenzeremonie für die Seelen der getöteten Elefanten zelebriert. Normalerweise werden Ahnenzeremonien nur für Familienangehörige oder geliebte Menschen abgehalten. Die Familienmitglieder bringen Mönchen Gaben dar, damit diese die Seelen der Verstorbenen mit Gebeten in ihre zukünftigen Leben begleiten. Eine Ahnenzeremonie gibt der Familie die Möglichkeit, ihre Liebe für das verstorbene Familienmitglied auszudrücken. Diese Geste wird in Thailand, wo die Konferenz stattfindet, nicht ohne Wirkung bleiben.

"Ich kann nicht in Worte fassen, wie stimmungsvoll und ergreifend die Zeremonie für alle Beteiligten war – schaut euch am besten die Bilder an und seht selbst", schreibt Astrid in ihrem Blog. Hier findet ihr regelmäßige Updates und viele weitere Fotos von Astrid, auch aus dem Inneren des Konferenzgebäudes.

Wir kämpfen weiter für die bedrohten Arten und werden uns nicht auf den bisherigen Erfolgen ausruhen - der WWF gibt nie auf! ;)

Fotos: © WWF; © Brent Stirton / Getty Images / WWF-UK; © WWF; © WWF

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Kommentare (10)
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26.03.2013
Saskia74 hat geschrieben:
hammer fotos:)
21.03.2013
Puma hat geschrieben:
Dieses JAhr wurden schon 146 Tiere gewildert...Eine erschreckende Zahl...Aber deshalb freut es mich umso mehr,dassman jetzt endlich was auf den Weg gebracht hat,um die Wilderei zu stoppen.Freut mich!!! :)
20.03.2013
MrJay hat geschrieben:
Das hört sich wirklich gut an! Weiter so :)
14.03.2013
Cosima hat geschrieben:
Hört sich nach einigen Erfolgen an!!
Es freut mich immer zu sehen, wenn langjährige Kämpfe ihre Ergebnisse zeigen.
Die Zeremonie hört sich sooo toll an :)
Sicherlich eine große Ehre für alle die dabei waren
13.03.2013
Anne95 hat geschrieben:
Das mit dem Aberglauben kann ich auch nicht verstehen... Aber vielleicht schafft man es ja doch noch, die Leute zu überzeugen, den Schwachsinn zu vergessen.
Die Ergebnisse der CITES sind jedenfalls schon mal ein Anfang!!
13.03.2013
Zerschmetterling hat geschrieben:
Ich versteh nicht, wie man an so einem Aberglauben festhalten kann. Das eine hilft gegen Krebs, das andere stärkt die Potenz, jenes heilt vor Schmerzen und wenn man einem Frosch um Mitternacht in die Schnauze rotzt ist man seine Erkältung los. ...
Wie kann man diese Bilder denn aus deren Köpfen vertreiben?

Trotzdem: Das sind tolle Neuigkeiten. :))
13.03.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Applaus Applaus!!! :)

Die Bilder sind richtig schön!!! Das Gemälde ist der Hammer!
12.03.2013
Tarja_H hat geschrieben:
Wow! Da tut sich ja so Einiges, ich bin begeistert. Hoffentlich halten sich die Länder dann auch daran.
Danke für diesen tollen Bericht.
Die Idee mit der religiösen Zeremonie ist ja auch echt toll. So kann man in Thailand bestimmt viele Menschen erreichen.
12.03.2013
Tierfreundin hat geschrieben:
Schön zu hören, dass sich die Arbeit lohnt ! :)
12.03.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
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