Aktuelles zur Wilderei


Wie steht's


um die Tiere?


Breitmaulnashörner am Nakuru-See, Kenia © Michael Poliza / WWF
Südafrikas Nashörner leiden nach wie vor!


von Rhino
15.01.2013
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Kaum eine Tiergruppe hat in den vergangenen Jahrzehnten so stark unter menschlichen Verbrechen gelitten, wie die Familie der Nashörner. Während die gewaltigen Dickhäuter in verschiedenen westafrikanischen Staaten und auch im Vietnam bereits für ausgestorben erklärt wurden und Naturschützer weltweit sich darum bemühen, die letzten 20 Java-Nashörner in Indonesien noch dauerhaft am Leben zu halten, leiden die Exemplare in den Savannen Südafrikas schon seit 2010 unter den von Jahr zu Jahr erschreckenderen Folgen von massiver Wilderei … 

Waren es im Zeitraum von 2000 bis 2007 durchschnittlich nur etwa 20 getötete Nashörner im Jahr, so konnte man bereits 2010 ganze 333 Opfer verzeichnen, 2011 waren es sogar insgesamt 448 Exemplare und auch 2012 nahm der gravierende Trend in Südafrika mitnichten ein Ende, auf dem gesamten Staatsgebiet erlagen letztlich über 660 Breitmaul- und Spitzmaulnashörner den Angriffen von Wilderertrupps, ein wahrlich fragwürdiger neuer Rekord!

Dies scheint mehr als paradox, denn man konnte in den letzten Jahren definitiv vielfältige Bemühungen zur Bekämpfung der zumeist strikt organisierten Wilderei erkennen, so wurden mehrere entscheidende Gesetze erheblich verschärft, sodass auch diejenigen, die im Handel gewilderter Produkte "nur" als Mittelsmänner fungieren, mittlerweile mit weitaus härteren Strafen zu rechnen haben. Insgesamt wurden 2012 letztlich knapp 260 Wilderer und Unterstützer gefasst, dabei war die Verurteilung des einflussreichen thailändischen Wilderei-Unternehmers Chumlong Lemtongthai zu einer Rekordstrafe von stolzen 40 Jahren Haft besonders bemerkenswert!

Auch die Schutzmaßnahmen in den Nationalparks von Südafrika wurden immer weiter ausgebaut, mittlerweile sind hier auch Polizei und Militär in hohem Maße involviert!

Doch in der High Society von China und Vietnam, die nach wie vor den Hauptabnehmer der Wilderei-Produkte darstellt und für ein Kilo Horn auch durchaus tausende von Dollar zu Zahlen bereit ist, bleibt nach wie vor ein extrem hohes Verlangen nach dem angeblich medizinisch wertvollen Keratin, aus dem die begehrten Rhino-Hörner bestehen. Die Tatsache, dass Keratin nicht eine existierende Krankheit bewältigen kann, weil es ein völlig wirkungsloser Stoff ist, der sich keineswegs nur in Hörnern und Stacheln findet, sondern auch genauso in den menschlichen Fingernägeln, scheint bis heute auf taube Ohren zu stoßen. Man besinnt sich nach wie vor auf die „Traditionelle Chinesische Medizin“ und behindert damit weiterhin das Überleben der ohnehin schon stark bedrohten afrikanischen Nashornarten, indem man professionell ausgerüstete Verbrechertrupps mit überaus gewaltigen Summen finanziert …

Ob sich an diesem Zustand im Jahre 2013 wirklich noch etwas ändern kann? Bisher sieht es da eher düster aus, allein in den letzten Wochen konnten bereits drei weitere, von Wilderern attackierte, Nashorn-Exemplare für tot befunden werden – ein gutes Omen ist das sicher nicht …

Weiterführende Informationen zu der Thematik findet ihr u. a. hier!

Text: Rhino (Maxim Podobed)
Bilder: © Michael Gunther WWF-Canon; © Michael Poliza WWF; © John Downer WWF; © Brent Stirton Getty Images/WWF-UK
Quellen: offizielle Informationen des WWF Deutschland
Redaktion: Seema Mehta

 

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Kommentare (5)
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25.02.2013
Smilex hat geschrieben:
D-:< grrrrr .. und man sollte meinen, inzwischen hätte die Menscheit ein BISSCHEN was dazu gelernt .. echt enttäuschend !!!
03.02.2013
Puma hat geschrieben:
das ist grausam!und dann sind die chinesen noch weltwirtschaftsmacht.sorry,aber wie kann man das mit einem so nach hintengerichteten denken werden?????
16.01.2013
david.s hat geschrieben:
ich finde es schrecklich, was mit den Nashörnern passiert. Es sollte noch viel strengen bewacht werden und das auch in Asien.
16.01.2013
LSternus hat geschrieben:
Es ist tragisch, wirklich tragiscch und ich wette je härter die Strafen werden, desto mehr sind die Abnehmer bereit zu zahlen. :(
16.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Einfach nur unfassbar traurig
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