Aktuelles zur Wilderei


Wie steht's


um die Tiere?


Breitmaulnashörner am Nakuru-See, Kenia © Michael Poliza / WWF
Mit Fotos gegen Wilderei!


von Rhino
11.11.2012
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Man muss das obere Foto schon genauer betrachten, um es zu verstehen, denn erst auf den zweiten Blick erkennt man, was die reiche Vietnamsein dort sorglos in einem Topf zermahlt – das große Horn eines afrikanischen Rhinozeros, hieraus soll ein Heilmittel gegen Nierenbeschwerden und diverse andere Krankheiten hergestellt werden, da die Rhino-Hörner in der „Traditionellen Chinesischen Medizin“ als besonders wirksames Medikament gelten - für viele heute noch ein Grund jegliche Naturschutzbestimmungen zu unterwandern!

Das der illegale Handel mit den Körperteilen afrikanischer Großtiere gerade in Ostasien nach wie vor boomt, dürfte mittlerweile durchaus bekannt sein, doch fotografisch festgehalten wurden diese Verbrechen bisher kaum, doch gerade dies ändert sich nun!

Der Journalist und Pressefotograf Brent Stirton wurde zum Wildlife Photographer of the Year 2012 erklärt, und zwar für eine Reihe ebenso schockierender wie aufschlussreicher Fotos, die nicht nur das Leid entstellter Nashörner in Südafrika zeigen, sondern auch erstmalig die Täter vor die Kamera und an die Weltöffentlichkeit holen! 

"The illegal trade in wildlife is now the third largest criminal industry in the world and rhino poaching plays a key role" (“Der illegale Handel mit Naturprodukten ist mittlerweile die drittgrößte illegale Industrie weltweit und die Nashorn-Wilderei spielt dabei eine entscheidende Rolle”) – dies teilte Brent Stirton der britischen Zeitung The Observer mit.

Besucht hat er bei seinen Recherchen mehrere Schutzgebiete in Südafrika, dort ist die Lage besonders kritisch, denn während große staatliche Reservate, wie z. B. der Krüger-Nationalpark, sich teure bewaffnete Soldatentrupps als effektive Anti-Wilderer-Maßnahme leisten können, leiden kleine privat geführte Reservate, die für derart hochkarätigen Schutz keine Geldreserven haben, seit den letzten Jahren verstärkt an professionell ausgerüsteten Wilderertrupps, die flächendeckend tote Nashörner hinterlassen – ob man diese Entwicklung noch stoppen kann, bevor jedes einzelne Rhinozeros des südlichen Afrikas hornlos endet? (siehe hierzu auch: Wie retten wir die Nashörner Südafrikas?)

Zum Nutzen der Wilderei hinterließ Brent Stirton, dessen Fotos nun im Natural History Museum in London ausgestellt sind, auch ein sehr interessantes Zitat: "Their horns are made of keratin. That is the stuff from which hair, fingernails and toenails are made. In other words, chewing your own fingernails would do you as much as good as taking powdered rhino horn, and at least that would avoid the slaughter of rhinos" (“Ihre Hörner bestehen aus Keratin. Das ist das Material, aus dem auch unsere Haare, Fingernägel und Zehnägel bestehen. Anders gesagt, an seinen Fingernägeln kauen ist für Sie ebenso heilsam, wie gemahlenes Rhino-Horn, und es würde sogar das Abschlachten der Nashörner verhindern“)

Gut gesagt, nicht wahr? Hoffentlich kann er mit seinen Aufnahmen das weltweite Interesse verstärkt auf die immer weiter steigende Wilderei-Problematik und ihre drastischen Folgen lenken!

gez. Maxim Podobed 2012

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Kommentare (15)
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23.02.2013
girlofnature hat geschrieben:
Es ist erschreckend, wie leichtfertig die zwei Menschen auf dem oberen Bild mit einem Horn umgehen, für das ein Rhinozeros sterben musste! Von dem Fotografen habe ich viel gelesen und gesehen und ich finde, seine Bildreihe ist sehr wirkungsvoll! Ich hoffe, sie kann etwas bewirken!
11.02.2013
AlinaSky hat geschrieben:
Erschreckend, dass die Frau auf dem Foto bei dem was sie tut so lachen kann...
Ich hoffe sehr, dass die Wildlife-Crime-Kampagne den Leuten die noch nicht begriffen haben was für Auswirkungen diese Verbrechen haben, die Augen öffnet!!!
28.11.2012
Marcel hat geschrieben:
@Rhino: Volker wird auf Deinen "Beschwerdebrief" sicher gerne antworten. Er arbeitet seit vielen Jahren beim WWF zu diesem Thema und kann deshalb denke ich gut erklären, warum das eine der Notlösungen ist. Betonung liegt auf Not(!)-Lösung.
13.11.2012
Rhino hat geschrieben:
@ tierherzchen: Besten Dank! das gibt nen Beschwerdebrief ...
13.11.2012
Rhino hat geschrieben:
@ Angelina: Danke für die Info! :/

Das sowas noch als brauchbare Lösung angegeben wird, ärgert mich extrem! Weißt du, von wem der betreffende Artikel stammt?
13.11.2012
Angelina hat geschrieben:
Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte...Ich hoffe, dass die Bilder wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Natürlich einen, der möglichst viele menschen zum Nachdenken bringt. Habe auch eben im national Geographic Magazin eine Nahaufnahme, eines Nashorn, leider ohne Horn, gesehen. Wirklich schrecklich und das Tier hatte so einen Mitleidserregenden und gleichzeitig erschreckenden Blick drauf...wirklich traurig.

@Rhino: Das neue WWF Jugend Magazin ist heute angekommen und dort wurden drei Notlösungen zum Retten der Nashörner angegeben. Neben dem Ausfliegen und den Sendern, war auch das Absägen des Hornes dabei...
13.11.2012
Rhino hat geschrieben:
@ Zerschmetterling: Bringt aber nichts, die Wilderer bringen das Tier dann trotzdem um, damit sie's nicht nochmal finden - die Aktion ist deshalb mittlerweile weitesgehend als gescheitert eingestuft und wird glücklicherweise kaum noch praktiziert!
13.11.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
Ich habe auch gelesen, dass den Rhinos teilweise von Naturschützern die Hörner amputiert werden, damit es für Wilderer kein Grund mehr gibt, diese zu jagen.
Schlimm, dass es soweit gekommen ist.
12.11.2012
Animalfriend hat geschrieben:
Wirklich schlimm wie die Frau auf dem Foto bei so etwas grausamen so lachen kann!
Ich hoffe unsere Kampagne bringt etwas!!

Respekt an den Fotografen, dei Bilder regen zum Nachdenken an und seine Worte sind so wahr!

Ich hoffe unsere Kampagne gegen die Wilderei bringt etwas und regt die Leute auch zum Nachdenken an und rüttelt sie wach!
12.11.2012
Viveka hat geschrieben:
Traurig, dass für manche Menschen solche Arbeiten tagtäglich sind!
Und ich glaube auch, dass die Bilder eine sehr gute Methode sind, um viele Menschen zu erreichen. Menschen reagieren heute viel sensibler auf Fotos als auf Texte. Das ist für die meisten zu viel "Arbeit"...
12.11.2012
LSternus hat geschrieben:
Das Bild ist wirklich erschütternd, aber wenigstens ist ein Nashorn vor Wilderen sicher.
Der Vergleich mit den Fingernägeln gefällt mir.
Im übrigen habe ich gehört, dass unter den als Nashornhörnern verkauften Produckten unglaublich viele Fälschungen sind. Nicht umbedingt ein Trost, denn dass bedeutet es gibt eine ziemlich hohe Nachfrage.
12.11.2012
Rhino hat geschrieben:
@ Janine: Das weiß ich leider nicht, für die Hintergründe zu diesem Bild müsste man wohl die Ausstellung in London besuchen!
12.11.2012
Janine hat geschrieben:
Ich kann mich Urmeli nur anschließen..

@Rhino: Weißt du, warum das Nashorn auf dem Foto überlebt hat? War es eine Schutzmaßnahme ihm das Horn zu entfernen, oder haben die Wilderer es etwa beteubt und ihm "behutsam" das Horn entfernt?
12.11.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Das Bild haut mich wirklich um!!! Es ist gleichzeitig so friedlich und erschütternd traurig......
Ich weiß gar nicht was ich zuerst empfinden soll. Wut, Trauer, Gerührtheit wegen der Schönheit der Tiere.....

Der Frau würde ich das Lachen am liebsten aus dem Gesicht schlagen! (Ja ich weß, dass darf ich nicht und ist auch keine Lösung. Das Bedürfnis ist trotzdem da)
Wie kann man bei einer solchen barbarischen Brutalität noch lachen?!
12.11.2012
zeemzee hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen tollen Bericht. Mit Bildern kann man in der heutigen, schnellen, digitalen Welt viele Menschen auf einmal erreichen und auch diese, die "keine Lust" haben, lange Texte zu lesen.
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