Aktuelles zur Wilderei


Wie steht's


um die Tiere?


Breitmaulnashörner am Nakuru-See, Kenia © Michael Poliza / WWF
Kamerun - Militär gegen Wilderer


von midori
15.12.2012
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Es sind Szenen wie aus dem Krieg: Vier Einheiten von Wilderern sind gerade in der Zentralafrikanischen Republik unterwegs nach Kamerun, ausgerüstet mit Maschinengewehren und Raketenwerfern. Es sind Wilderer. Ihr Ziel: Der Norden Kameruns – um massenhaft Elefanten abzuschießen. Wie Anfang 2012, als im Bouba N’Djida National Park aus dem Sudan eingesickerte kriminelle Horden über 350 Elefanten massakrierten.

Das soll so nie wieder passieren. Kamerun startet die wahrscheinlich größte Militär Aktion, die es je gegen Wilderer gab. Über 600 Elite-Soldaten des Battallion d’Intervention Rapide (BIR) der kamerunischen Armee werden auf direkten Befehl von Staatspräsident Paul Biya nun über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren gegen die Wilderer eingesetzt. Details der Operation wurden der internationalen Presse am 15.12.2012 vor Ort im Bouba N’Djida-Nationalpark vorgestellt.

„Es freut uns, dass Kamerun aktiv gegen die kriminellen Wilderer-Banden vorgeht“, sagt die WWF Afrika-Expertin Ilka Herbinger. „So traurig es ist: Der Einsatz des Militärs ist der einzige Weg, um die Elefanten gegen die hochgerüsteten Wilderer zu schützen.“ Sie sieht in der massiven Militär-Aktion eine Reaktion auf die scharfe Kritik, die Kamerun für die zu zögerlich angelaufenen Maßnahmen gegen die Wilderer Anfang 2012 einstecken musste. „Das ist ein klarer Erfolg für unsere internationale Kampagne gegen Wildlife Crime (Wilderei und Schmuggel), die auch in Kamerun sehr genau verfolgt wird“, sagt Herbinger.

Vom WWF und anderen Partnerorganisationen in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) kamen entscheidende Hinweise über Aufenthaltsorte und Bewaffnung der Wilderer. Naturschützer im Norden der ZAR hatten die Informationen über die durchziehenden Wilderer-Gruppen gesammelt.



In ganz Afrika grassiert momentan eine Wilderei-Krise bisher unbekannten Ausmaßes. Noch nie mussten so viele Elefanten und Nashörner wegen ihrer Stoßzähne und Hörner sterben wie in den letzten Jahren. Mit den Profiten aus dem Elfenbein finanzieren Verbrecherorganisationen sogar lokale Konflikte, vor allem in Zentralafrika. Wilderei ist nicht nur ein Verbrechen an der Natur, ganze Staatengebilde können destabilisiert werden. Die weltweite Anti-Wilderei-Kampagne des WWF will Regierungen zum Beispiel in Zentralafrika, Thailand, China, Vietnam und auch die Vereinten Nationen dazu bringen, Wilderei und den illegalen Handel mit Wildtieren endlich als schwere Verbrechen einzustufen - und entsprechend hart zu ahnden.

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Auch die WWF Jugend Community will dabei helfen, die Wilderei zu stoppen. Wir haben für das nächste Jahr so einiges vor. Nähere Informationen zur Wildereikampagne bekommt ihr hier *klick*

Und wir sind natürlich guter Dinge, dass wir den Kampf gegen die Wilderei gewinnen werden. Tom, unser Chefermittler in Sachen Wilderei, berichtet von internationalen Umschlagplätzen und korrupten Regierungen. Und dennoch - er ist optimistisch! Hier gehts zum Interview!

Was denkt ihr über den Einsatz von Militär im Kampf gegen die Wilderei? Angebracht oder übertrieben? Wir sind gespannt auf eure Meinungen!

Viele Grüße und einen schönen dritten Advent
Eure Uli vom WWF Team

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Titelbild: Militär gegen Wilderei © Green Renaissance/ WWF
Kleines Bild: Elefantenknochen © naturepl

 

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Kommentare (5)
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18.12.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Es ist unfassbar traurig, dass eine Regierung zu solchen Methoden gezwungen ist. Aber wie soll man diesen topausgerüsteten Mafiabanden denn sonst Einhalt gebieten? Indem man sie freundlich und höflich bittet?!
Es gibt Menschen die verstehen nur eine Sprache.......

Ich hoffe einfach nur, dass es weder unter den Tieren, noch unter der Bevölkerung zu weiteren Todesfällen kommt
17.12.2012
LeonRoy hat geschrieben:
Ich finde es absolut in Ordnung Militär einzusetzten! Sie müssen ja nicht gleich schießen, aber sie haben eine sehr starke abschreckende Wirkung.
Außerdem: Wer nicht hören will muss fühlen!!!
17.12.2012
Viveka hat geschrieben:
Aber immerhin unternimmt die Regierung etwas im Gegensatz zu manch anderen Ländern...Aber es ist auf jeden Fall schade, dass es keinen anderen Weg als das Militär gibt!
15.12.2012
LSternus hat geschrieben:
Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Es ist wirklich schade, dass das Militär hinzu gezogen werden musste.
15.12.2012
Peet hat geschrieben:
Traurig, dass es ueberhaupt soweit kommen muss...
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