"Upcycling-Bude" informiert:


Upcycling kann so bambus sein,


ich krieg mich gar nicht wieder ein!


© iStock / Getty Images
Vom Überfluss in die Wegwerfgesellschaft zum Upcycling


von lolfs
08.04.2016
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Primetime im deutschen TV - Spielfilmlänge: 90 Minuten - Werbung 30 Minuten. Radio: 5 Minuten vor den stündlichen News: Werbung. An der nächsten Kreuzung eine Litfaßsäule. Auf der anderen Straßenseite riesengroße Plakatwände. In Bussen und Straßenbahnen: Werbung, …  Mehr Funktionen! Längere Laufzeit! 20% Rabatt! - Ja, wenn man sich die Werbung so anschaut, Leben wir wohl mit einem gewissen Überfluss von allem. [Anmerkung: Der Artikel endet mit einem Aktionsaufruf ;]

Werbung ist wie Plastik - nicht mehr aus dem heutigen Leben wegzudenken. Immer wieder soll man sich ein neues Smartphone, neue Klamotten, neues Spielzeug für die Kleinen oder was auch immer kaufen. Doch mein Smartphone funktioniert noch, meine Klamotten von vor drei Jahren passen noch und mein eigenes Kinderspielzeug von früher ist im Keller verstaut. - Doch wie ich immer wieder feststelle, denken und handeln viele Menschen anders.

Jeder Mensch konsumiert Güter um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Aber was genau ist das eigentlich, "Konsum"? Das Wort leitet sich vom lateinischen "consumere" und bedeutet übersetzt "verbrauchen". Dabei ist das Konsumverhalten von Person zu Person verschieden stark ausgeprägt. Der Eine kauft sich alle 2 Jahre ein neues Smartphone, der Andere hat seit 7 Jahren noch sein erstes Handy. Der Eine trägt jeden Winter den selben Pulli, der Andere braucht jeden Winter einen neuen. Verschiedene Ausprägungen von Konsumverhalten lassen sich auch auf ganze Gesellschaften übertragen, die dementsprechend kategorisiert werden können. So gibt es die negativ assoziierten Konsumgesellschaft, Überflussgesellschaft und Wegwerfgesellschaft.

Die Konsumgesellschaft ist eine "in ihrem ganzen Lebensstil vorwiegend auf die Sicherung und Steigerung des Konsums ausgerichtete Gesellschaft mit relativ hohem Wohlstand breiter Bevölkerungskreise". (Quelle: Duden)

Die Überflussgesellschaft ist eine Gesellschaft "mit unverhältnismäßig hohem Wohlstand breiter Bevölkerungskreise". (Quelle: Duden)

Die Wegwerfgesellschaft ist eine Gesellschaft "in der Dinge, die wiederverwendet und/oder [nach einer Überholung, einer Reparatur o. Ä.] weiterverwendet werden könnten, aus Überfluss, aus Bequemlichkeit o. Ä. weggeworfen (…) werden". (Quelle: Duden)

Da wir diese Definitionen kennen, stellt sich als erstes die Frage: Ist Deutschland eine Konsumgesellschaft, eine Überflussgesellschaft und/oder eine Wegwerfgesellschaft? Laut der WWF-Studie "Das große Wegschmeißen" landen pro Tag etwa 27.000 Tonnen genießbare Nahrungsmittel auf dem Müll. - Laut statista.com besitzen Mitte 2015 mehr als jeder zweite Einwohner Deutschlands ein Smartphone. 23,2 kg Elektroschrott produziert jeder Einwohner im Jahr. Kleidung landet pro Einwohner etwa 18 kg pro Jahr im Müll. Hieran kann man sehen, dass es in der deutschen Gesellschaft über Konsum und Überfluss hinaus geht. Wir leben nicht nur im Überfluss, wir werfen auch einen großen Anteil der Konsumgüter einfach wieder in den Müll.

Aber, und damit sind wir bei der zweiten Frage, was genau ist eigentlich das Problem dabei? Die Erde ist zwar groß, aber dennoch sind die Ressourcen begrenzt. 2015 war der Welterschöpfungstag - der Tag an dem die natürlichen Ressourcen für das komplette Jahr aufgebraucht sind - bereits am 13. August. Dennoch liegen 72 Millionen ausrangierte Handys ungebraucht in deutschen Schubläden herum, durch Überfischung drohen leere Meere, Regenwälder werden vernichtet, … . Doch jeder kann etwas dagegen tun!

Der erste Schritt ist wohl seinen Müll zu trennen. Dadurch können die Rohstoffe aufbereitet und wiederverwendet werden. Das neue Produkt ist hierbei gleich viel oder weniger Wert als das alte. Man sagt dazu: der Rohstoff wird recyclet. Natürlich ist es besser erst gar keinen Müll zu produzieren, doch das ist manchmal schwieriger als man denkt.

Seit kurzem ist neben Recycling auch Upcycling in aller Munde. Upcycling bedeutet, aus etwas Altem etwas Neues zu schaffen, das einen höheren Wert hat. So kann man bspw. aus einem leeren Tetra-Pak ein neues Portemonnaie basteln, ausgelesene Zeitschriften können ein neues Leben als Korb finden, ein ausrangiertes T-Shirt kann weiter als Stoffbeutel benutzt werden.

Logo der Upcycling-Bude

Upcycling ist ein tolles Thema für die Community! - Daher gibt es in den folgenden Wochen eine kleine Berichtsreihe, welche noch einmal genauer auf die ebenen gestreiften Themen eingeht. Doch damit nicht genug! Im Spätsommer brauchen wir die Unterstützung zahlreicher Communitymitglieder, sodass wir über ganz Deutschland verbreitet Upcycling-Infostände organisieren können. Das Ziel des Ganzen ist es, unsere Mitmenschen auf die Vorgänge in Deutschlands Wegwerfgesellschaft aufmerksam zu machen und ihnen zu zeigen, wie wichtig es ist, aber auch wie viel Spaß es macht, nachhaltiger zu konsumieren, indem man zu Kleber, Schere, Hammer, Tacker, Nadel und Pinsel greift. Ein Infostand mit coolen Upcyling-Produkten muss doch ein Hingucker sein! Für den Infostand haben wir auch bereits fleißig gesammelt und gebastelt, sodass wir in den kommenden Berichten euch auch Ideen und Tipps mitgeben können. Infomaterial wird es zudem natürlich auch geben! - Doch dazu gibt es demnächst einen weiteren Bericht in unserer Berichtsreihe. Es sei jedoch schon mal angemerkt: Sammelt sehr, sehr, sehr, wirklich sehr viele Korken und Kronkorken (heuert am besten dafür auch Freunde und Bekannte an :)

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Dieser Bericht entstand im Rahmen der "Upcycling-Bude" - eine Aktion der WWF Jugend um Mitmenschen anzuregen, über die Auswirkungen ihres Konsumverhaltens nachzudenken. Weitere Informationen zur Aktion erhaltet ihr im Bericht, in dem die Upcycling-Bude vorgestellt wurde.

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