"Upcycling-Bude" informiert:


Upcycling kann so bambus sein,


ich krieg mich gar nicht wieder ein!


© iStock / Getty Images
Endliche Ressourcen unseres Planeten


von lolfs
23.04.2016
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Die Ressourcen der Erde scheinen endlos zu sein, doch die Erde ist kugelförmig, der Umfang beträgt etwa 40.000km. Somit kann man sich das Volumen der Erde berechnen. Es ist ein Menge, jedoch eben begrenzt.

"Die Jäger und Sammler hatten einen Verbrauch von etwa einer Tonne natürlicher Rohstoffe pro Kopf und Jahr, der Einwohner eines Industrielandes verbraucht heute zwischen 40 und 80 Tonnen pro Kopf und Jahr."

Unseren hohen Energiebedarf in Deutschland decken wir mit Kraftwerken, die beispielsweise mit fossilen Energieträgern betrieben werden. Das sind im Wesentlichen Kohle, Erdgas und Erdöl.

Fossil kommt vom Lateinischen "fossilis" und bedeutet so viel wie "ausgegraben". Fossile Energieträger sind so genannte Bodenschätze, die in einem Prozess von Millionen von Jahren in der Erdkruste entstanden sind. Ihr Vorkommen ist endlich und dennoch brauchen wir diese Rohstoffe in wenigen Jahrzehnten auf.

Der Abbau von Kohle zählt als eines der "16 Krankheitsbilder der Erde". Es werden großflächig Wälder und andere Landschaften vernichtet, Berge abgetragen, ganze Städte und Dörfer umgesiedelt.

Steinkohleabbaucommons.wikimedia.org / Komencanto~commonswiki

Der Abbau von Metallen ist noch viel umweltbelastender als der von den eben genannten Mineralien: Erz muss unter hohem Wasserverbrauch und mit oftmals giftigen Chemikalien behandelt werden, um Metall zu gewinnen. Es entsteht saures bis sehr saures Abwasser, das einen hohen Schwermetallgehalt aufweisen kann.

"Zugängliches Süßwasser beträgt gerade einmal 0,6% des Wassers auf der Erde. Das entspricht einem Reagenzglas im Verhältnis zur ganzen Badewanne. Wirtschaftliches Wachstum benötigt mehr Wasser und verursacht mehr Abwasser, verseucht mit Chemikalien."

Wasserverteilung auf der Erdecommons.wikimedia.org / USGS

Beispiel Gold:
Die Ausbeute an Gold kann erhöht werden, indem goldhaltige Sande mit Quecksilber vermischt werden. Quecksilber ist ein starkes Gift, das Gehirn, Rückenmark, Leber und Nieren angreift. Wegen seiner Einfachheit wird dieses Verfahren bei der informellen Goldgewinnung immer noch verwendet; dieser nichtindustrielle Goldabbau gehört zu den 10 größten Umweltproblemen der Erde. Doch der industrielle Goldabbau ist kaum besser: Goldhaltiges Erz wird mit einer Cyanidlösung überschüttet, in der sich das Gold löst. Auch dieses ist hochgiftig, wird in "guten" Minen aber wiederverwendet und bei Freisetzung schnell abgebaut, dennoch erfolgt eine Verunreinigung

Beispiel: Mobiltelefon und sein "ökologischer Rucksack":
In einem Handy stecken mehr als 60 verschiedene Stoffe, darunter rund 30 Metalle. Kupfer macht den größten Teil aus, aber auch Edelmetalle sind darunter wie Palladium, Gold und Silber, wertvolle Rohstoffe, die überwiegend in Schwellen- und Entwicklungsländern wie China, Kongo und Südafrika abgebaut werden.
Sowohl der Bau als auch der Betrieb der Minen sind umweltschädlich. Wälder werden gerodet und viele Tonnen Gestein gesprengt, um an die Metalle zu gelangen. Um Edelmetalle aus Gestein zu lösen, werden giftige Chemikalien verwendet, die in Flüsse und Meere gelangen können. Es werden auch viele Problemstoffe (Schwermetalle), die vor dem Rohstoffabbau fest in der Erdkruste gebunden waren, freigesetzt.
Anstatt dies einzudämmen werden in industriellen Prozessen aus Rohstoffen zusätzlich viele Stoffe hergestellt, die es in der Natur so nicht gibt, wie viele der über 50.000 verwendeten Chemikalien und unser hassgeliebtes Plastik.
Die Industrieanlagen, in denen die Rohstoffe aufbereitet werden, benötigen eine Menge Energie. Schließlich verbraucht auch der Transport der gewonnenen Rohstoffe per Schiff und LKW Treibstoff – und damit die knappe Ressource Öl.
Zudem verbraucht ein Handy offensichtlich Strom, dazu kommt der versteckte Stromverbrauch: So nutzt man mit jedem Anruf und jeder SMS das Funknetz – das seinerseits Energie und Rohstoffe, um die riesige Anlagen aufzubauen verbraucht.
Idealerweise werden kaputte Geräte recycelt und ein Teil der darin enthaltenen Metalle in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt. Doch Glas und Aluminium zum Beispiel können nicht in ihrer reinen Form zurückgewonnen werden. Sie landen in der Schlacke, die als "Sekundärrohstoff" Verwendung findet: Sie kann etwa Zement beigemischt werden. Auch Recycling kostet Energie und verbraucht somit Rohstoffe.
Der Ressourcenverbrauch, der sich im Laufe des Lebenszyklus eines Handys ergibt, summiert sich im Schnitt auf etwa 44 Kilogramm. Der ökologische Rucksack, das unsichtbare Gewicht eines Smartphones, ist deshalb sehr groß.

Der Großteil des ökologischen Gepäcks entfällt auf den aufwendigen Abbau von Rohstoffen. 8 Kilo Gestein sowie fossile Brennstoffe braucht man für 1 Kilo Stahl, knapp fünfmal soviel für diesselbe Menge Aluminium und ganze 348 Kilo für nur 1 Kilo Kupfer!

Somit wiegt der ökologische Rucksack einer Armbanduhr 12,5 Kilo. Eine Jeans kommt auf 30 Kilo, Laufschuhe auf 3,5 Kilo und ein Laptop mit 3 Kilo Gewicht über 300 Kilogramm.

Im folgenden Video wird die entstehung eines Plastiklöffels anschaulich erklärt.

"Global finden sich etwa 7 % der genutzten Ressourcen tatsächlich in Produkten wieder, 80% davon werden nur einmal genutzt, dann werden sie wie die sofortigen restlichen 93 Prozent zu Abfall."

Durch fehlende Kommunikation, Organisation und Koordination kommt es noch zusätzlich zu einem ineffizienten Umgang mit Ressourcen, woraus deren Knappheit resultiert und somit möchte jeder Staat sie als sein Eigentum beanspruchen. Es führt sogar so weit, dass es bewaffnete Konflikte um Öl gibt.

Doch auch das Wasser führt zu Konflikten, ein sehr gutes Beispiel ist der Aralsee in Zentralasien, dessen Zuflüsse zur Bewässerung von Baumwolle genutzt wurden, wodurch im See kein Wasser mehr ankam. Dennoch verdunstet das Wasser im See und dieser wurde immer kleiner. Die im See enthaltenen Rohstoffe verdunsten jedoch nicht und so wurde der Salzgehalt beispielsweise so hoch, dass kein Leben für Tiere dort mehr möglich ist.

"Heute kommen 80% der weltweiten Rohstoffe nur 20% der Menschheit zugute."

Leider nützen Rohstoffe meist dem armen Land, in dem sie vorkommen, nichts, sondern nur den Großunternehmen, welche gar kein Interesse an anderweitiger wirtschaftlicher Entwicklung haben.

Das liegt auch an der von der Regierung verfolgten Politik und der Funktionsfähigkeit staatlicher Institutionen. Gerade in rohstoffreichen, jedoch armen Ländern gibt es oftmals keine Regierungen, die dem Wohl ihres Volkes verpflichtet sind und keine funktionierenden Institutionen; und dann haben bei hohen Einnahmen durch Rohstoffe Korruption und Misswirtschaft leichtes Spiel...

2002 wurde prognostiziert, dass bei unveränderter Wirtschaftsweise die Welt noch 70 Jahre bis zum Kollaps habe. Denn in der Wirtschaft geht man von einem kontinuierlichen Wachstum aus. Doch selbst mit dem so genannten "Grünen Wachstum" werden natürliche Ressourcen verbraucht. 

Diagramm
flickr.com / alex_muc

Unsere Gesellschaft basiert auf Massenkonsum. Wohlstand, Frieden und Sicherheit sollen doch nicht dazu führen, dass man andere Länder dahingehend ausbeutet. Wenn man Wohlstand in die Kategorie von Sicherheit und Frieden zählt, erlangt das Wort eine andere Bedeutung als der Konsument fälschlicherweise annimmt!

Wer mithalten will, braucht Geld. Die Unternehmen wecken ständig neue Bedürfnisse, um weiter und mehr produzieren zu können.

Jeder Einzelne kann mit seinem Verhalten seinen direkten und indirekten (die Ressourcen, die zur Herstellung benötigt werden) Rohstoffverbrauch beeinflussen. Mit dem Verhalten können auch Unternehmen und Regierungen in ihrem Tun - das Ausbeuten und Vergeuden der Ressourcen der Erde - unterstützt werden, oder eben nicht. Denn, wenn niemand das umweltunfreundliche Verhalten der Unternehmen bzw. Regierungen unterstützt, bleiben Gewinne aus, Regierungen können verändert werden. Dazu müssen nur viele Einzelne einen kleinen Beitrag zum Großen leisten.

Man sollte sich fragen, brauche ich wirklich immer das neueste Smartphone? Muss ich immer weit weg fahren um Urlaub zu machen, um etwas Neues zu sehen? Brauche ich die momentan "angesagte" Mode im Kleiderschrank? - Eigentlich weißt du doch, es geht auch mit einem Handy, von dem du viel länger etwas hast, einem Urlaub in deinem größtenteils unentdeckten vielseitigen Heimatland, oder wie wäre es mit einem Kleidertauschevent, auf dem du andere mit deinen Klamotten beglücken könntest und sie dich zurück? Das machst du bereits? Du nutzt sowieso lieber öffentliche Verkehrsmittel, liest lieber ein gutes Buch, anstatt fernzusehen, isst regional und nimmst wiederverwendbare Tüten? - Das alles ist überhaupt nicht uncool, denn es ist ein Beitrag dafür, dass wir weiterhin Gäste auf diesem grünen Planeten bleiben können!

Vergeude nicht deinen Wohlstand, indem du die Lage für ärmere Länder verschlechterst, sehe in ihm die Chance, durch bewussten Konsum als gutes Beispiel vorrangehen zu können!

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Dieser Bericht entstand im Rahmen der "Upcycling-Bude" - eine Aktion der WWF Jugend um Mitmenschen anzuregen, über die Auswirkungen ihres Konsumverhaltens nachzudenken. Weitere Informationen zur Aktion erhaltet ihr im Bericht, in dem die Upcycling-Bude vorgestellt wurde.

Weiterhin wurde dieser Bericht von Talskn verfasst, welche aus technischen Gründen den Bericht nicht veröffentlichen konnte.

 

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Kommentare (1)
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23.04.2016
Akatsuki hat geschrieben:
Mir fällt zu diesem Thema immer wieder das Lied "Wachstum über alles" von Saltatio Mortis ein. Ich persönlich benutzte die meisten Sachen auch solange bis sie kaputt sind. Zum bespiel Klamotten, wenn so komplett dahin sind hole ich mir neue und wenn ich einfach rausgewachsen bin dann werden die halt zu wohltätigen Organisationen gebracht. Ich versuche auch im allgemeinen nicht soviel zu verbrauchen.
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