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©  Florian Niethammer / WWF
Wenn das russische Fernsehen kommt


von Chrisly
15.09.2010
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Gruess euch liebe Community,

Nach einer recht kurzen Nacht bei der Jagdgenossenschaft Orlinoye, wir waren noch bis ca. 3 Uhr Ortszeit mit Berichte schreiben und hochladen beschaeftigt (was wir nicht alles fuer euch tun), trafen wir mit einiger Verspaetung am Fruehstueckstisch ein.
Danach fuhren wir »wie immer« auf sehr schlechten, Schlagloecher und Pfuetzen gesaeumten Waldwegen durch die russische Taiga. Dabei kamen wir in den Autos einige Male in extreme Schieflagen, sodass man das Auto vor dem inneren Auge schon umgekippt sah, erstaunlicher Weisedie kam es dazu aber Gott sei Dank nicht!!
Unser Ziel war schliesslich eine Wildfuetterungsstelle mitten im Wald, genauer gesagt eine Mineralienfutterstelle. Dabei handelt es sich im Prinzip, um eine kleine Erdmulde im Waldboden, in welche Mineralien gestreut werden, die dann von den Tieren dort aufgenommen werden koennen.
Unser Expeditionsleiter Sergej erklaerte uns, dass es in den Jagdgebieten, welche von den Jagdgenossenschaften gefuehrt werden, üblich ist, solche Mineralfutterstellen anzulegen, da die Waldtiere wie Rotwild, Sikawild oder Wildschweine, also die Beute des Tigers, ueber die natuerliche Pflanzennahrung nicht genuegend Mineralien aufnehmen koennen. Ohne diese zusaetlichen Naehrstoffe wie Natrium, Chlorid, Phosphat, Flurid…. sind die einzelnen Tiere physisch deutlich labiler und die Populationen wachsen langsamer oder gar nicht. Will man nachhaltig und ohne natuerliche Jaeger wie Baer und Tiger zu schaedigen jagen, ist es deshalb notwendig diese Mineralien in die Natur auszubringen.
Praktisch sah es dann so aus, dass vier schmale, aber tiefe Loecher in den Boden gebohrt wurden, in welche das Salzstreu eingebracht wurde und dann wurde alles mit den Fuessen festgestampft! Es ist wichtig in einem Jagdgebiet viele verschiedene solcher Mineraliestellen anzulegen, ansonsten wird es den Jaegern wie Tiger und Baer zu leicht gemacht ihrer Beute an diesen Plaetzen aufzulauern.
Einmal jaehrlich werden im Jagdgebiet 30-50 Kg Mineralien ausgebracht.
Dann wurde es aufregend und etwas hektischer, denn ein ganzer Tross an russischen Journalisten kam in zwei grossen Gelaendewagen angefahren.
Insgesamt waren es drei Fernsehteams, mit je einer grossen Kamera und einem Reporter mit Mikrofon. Ausserdem eine Dame von einer russ. Zeitung sowie die Pressesprecherin vom WWF in Vladiwostok. Es war ein Team vom russischen Staatsfernsehen ( groesster Sender in Russland) sowie zwei private Fernsehteams bei uns.
Zusammen liefen wir ein kleines Stueck zu einer anderen Mineralienfutterstelle, natuerlich wurde staendig alles gefilmt! Dort mussten wir vier Tigerbotschafter zusammen mit den drei russischen Jugendlichen, vor laufenden Kameras selbst eine Mineraliengrube ausheben, Loecher graben und die Mineralienmischung dort ausbringen.
Dann fuellten wir noch etwas Hafer und Weizen in eine Futterkrippe. Dies wird normalerweise nur im Winter gemacht, zur Anfuetterung, wenn es zu viel Schnee gibt, uns wurde aber gesagt, dass dies jetzt schon gemacht wird, um die Tiere daran zu erinnern, dass dort die Futterkrippe ist. Offensichtlich sind russische Wildtiere vergesslicher als deutsche ☺, ich denke es war wohl eher eine Art Show fuer die Journalisten und nicht wirklich notwendig.
Dann fingen die Journalisten an Interviews mit uns zu fuehren. Beeindruckt waren sie natuerlich von Julia, die in fliessendem russisch von dem Tiger und unserer Expedition berichtete.
Fuer die deutschen Botschafter wurde auf englisch uebersetzt, was die Reporter von uns wissen wollten und das war so einiges ☺ .Was wir bisher so alles gelernt haben ? Was wir machen wollen, wenn wir wider in Deutschland sind, welche Tiere wir gesehen haben und, und, und.
Es war eine ganz neue und aufregende Situation von drei grossen Kameras und Mikrofonen fixiert zu werden und auf Englisch vom unseren Erfahrungen, Zielen und Aktionen fuer das Tigerprojekt zu berichten. Auf Englisch und mit etwas Adrenalin im Blut war dies durchaus eine Herausforderung fuer uns, die war aber alle gut gemeistert haben und die bestimmt viel Aufmerksamkeit auf den Tiger und das einmalige Oekosystem hier richten wird !!
Anschliessend fuhren wir zu den Fotofallen, welche wir vor vier Tagen dort im Wald angebracht hatten. Diese schiessen Bilder von allem, was den Infrarotstrahl der Kameras kreuzt- vielleicht war ja auch ein Tiger dabei, wir werden sehen !! Wir sammelten alle 7 Fotofallen wider ein und fuhren zurueck zu den Jagdhuetten, denn allmaehlich wurde es Zeit fuers Mittagessen.
Nachmittags fuhren wir dann ca. zwei Stunden in ein Wildgehege. Endlich bekamen wir also mal wirklich Tiere mit eigenen Augen zu sehen. In diesem Wildgehege waren sowohl Tierwaisen, aber auch normale Wildtiere untergebracht. Das Tolle war, dass wir ins Gehege direkt zu den Tieren gehen konnten und so einen ganz direkten Eindruck von den Wildtieren bekamen. Zuerst waren wir in einem Gehege mit Sika, Rotwild und einem Moschustier. Ausserdem sahen wir einen sehr zutrauliches Hausschwein –Wildschweinmix. Insgesamt waren die Tiere alle sehr zutraulich und an Menschen gewohnt und liessen sich teilweise sogar streicheln, der einzige Gefahrenherd war ein grosser Sikahirsch, der allerdings friedlich blieb.
Dann wechselten wir das Gehege und konnten drei sehr suesse, 6 Monate alte Schwarzbaerjungen beobachten, welche frei im Gehege rumliefen und auf den Baeumen herumturnten. Einige Male beschnupperten sie uns und es war einfach faszinierend und schoen diesen Tieren einmal so Nahe sein zu koennen. Zusammen mit den Baeren waren auch zwei Fuchse, einige asiatische Dachse und ein Marderhund mit im Gehege und es war eine Augenweide die Tiere aus naechster Naehe zu beobachten. Es machte uns allen noch einmal eindruecklich bewusst wie wichtig es ist all diese Tiere und ihren Lebensraum zu schuetzen!!!
Am Ende dieses Tages bleibt uns die Hoffnung mit unseren Interviews im russischen Fernsehn etwas fuer den Tiger bewegt zu haben und nach den tollen Eindruecken aus dem Tiergehege der dringende Wunsch, die wunderbare Tierwelt im Russischen Fernen Osten zu bewahren !!!

Es grüsst euch herzlich aus dem Tigerland,

Euer Tigerbotschafter Christoph
 

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Kommentare (1)
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15.09.2010
Morgan hat geschrieben:
:)
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