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©  Florian Niethammer / WWF
Tigergebrüll in der Bikinregion


von Killari
21.09.2010
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Privet Community!

Seit heute sind wir in einer Art Jagdhütte am Bikin Fluss mitten in der Wildnis, die im Gegensatz zu unserem Quartier der letzten Nacht regelrecht komfortabel wirkt. Die Holzhütte verfügt über zwei große Räume mit Holzpritschen, auf denen wir mit Isomatten und Schlafsäcken übernachten, und Tischen, an denen wir arbeiten können. Sogar Strom haben wir dank eines Generators Also Luxus pur. :)

Von der Baracke, wo wir die vergangene Nacht verbracht haben, sind wir gegen neun mit drei Booten aufgebrochen und etwa drei Stunden stromaufwärts gefahren. Ich glaube, wir alle haben die Fahrt sehr genossen, weil wir so die Taiga noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben konnten, und die Natur in der Gegend hier noch absolut unberührt ist. Wie Evgeni vom WWF uns erklärte, wurde hier noch nie Holz abgebaut.
Die Boote waren motorbetriebene lange schmale Kähne aus Holz, in denen neben je drei von uns, bzw. neben Kameramann und Gepäck, ein Fahrer hinten und ein weiterer vorne Platz hatten, die unsere Boote geschickt über Stromschnellen und mithilfe eines Holzstabes durch seichte Stellen lenkten.

 Unter unseren Begleitern hier sind unter anderem der Udegen Iwan und sein Bruder Jakob. An einem kleinen Strand an einem Felsvorsprung, an dem den udegischen Göttern kleine Opfergaben (inzwischen meist Geld, ansonsten lagen dort Angeln und Köder oder auch Wodkaflaschen) dargebracht werden, beteten die beiden und wir durften an einer kleinen Zeremonie teilhaben, indem wir aus einem Becher mit den Fingern Wodka ins Wasser spritzten, dann einen Schluck nahmen und den Rest in den Fluss gossen. Auf diese Weise wurden der Gott der Steine und der Gott des Wassers geehrt, was ich unheimlich interessant und spannend fand.

An unserer Jagdhütte angekommen gingen wir nachmittags auf Entdeckungstour mit dem Ziel eines Aussichtspunktes am Gipfel eines der Hügel hier. Der Ausblick über den Bikin und den umliegenden Wald war atemberaubend: unter uns der Fluss und um uns herum in einem Radius von 10-15 Kilometern dicht bewaldete Hügel, die in den verschiedensten Grüntönen leuchteten. Ich weiß nicht, ob ich schon jemals so eine wunderbare Landschaft gesehen habe.

Während wir unterwegs waren, haben unsere einheimischen Begleiter einen großen Berg Fische gefangen und ausgenommen, die Julia und ich – liebevoll als „udegische Hausfrauen“ bezeichnet – stundenlang auf einem Metallöfchen in Jakobs Hütte paniert und gebraten haben, während die Jungs sich auf dem Fluss mit einem Kanu austobten. Die Mühe hat sich allerdings gelohnt. Der Fisch war sehr lecker und Iwan hat uns für unsere Kochkünste sogar eine 5+ gegeben, die beste Note im russischen System.

Zum Schluss möchte ich euch noch vom Highlight unseres Tages erzählen: wir hörten einen Tiger brüllen als wir auf dem Weg zum Aussichtspunkt waren. Anfangs wollten wir es teils gar nicht glauben und auch Iwan war sich nicht sicher. Während manche es für den Ruf eines Rothirsches hielten, dachten andere es sei einfach der Wind in den Bäumen. Wir folgten dem Geräusch, einem dunklen Brummen, das in unregelmäßigen Abständen und unterschiedlicher Lautstärke immer wieder ertönte, ein Stück weit bis Iwan glaubte darin einen Tiger zu erkennen, der jedoch mehrere Kilometer entfernt sei.  Zurück an der Hütte bestätigte Iwans Bruder diese Ansicht – auch er und die anderen hatten den Tiger gehört.
Während unserer Diskussion ob es sich nun um einen Tiger handelte, hatten wir gemischte Gefühle. Einerseits wäre es ein unglaubliches Erlebnis, einen Tiger in freier Wildbahn zu sehen, andererseits kann es – wenn man Pech hat – auch das letzte sein. Wie würdet ihr euch fühlen beim Gedanken, dass nicht unweit von euch ein Sibirischer Tiger unterwegs ist?

Paka und bis bald!

Franka

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Kommentare (1)
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21.09.2010
midori hat geschrieben:
Und ich dachte schon ihr seid drei Stunden flußaufwärts gepaddelt! ;o) Darin haben wir ja mittlerweile Übung! :D
Es wundert mich übrigens etwas.. wenn den Göttern Geld als Opfergabe überreicht wird.. liegt das dann dort einfach so im Wald rum und sammelt sich zu einem riesigen Schatz? Oder kommt da ab und an ein Schlauer vorbei und sackt das ein? :D

ps.: Ein Tiger? Uiiiii! *________*
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