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©  Florian Niethammer / WWF
Ranger im Leopardenland


von Killari
17.09.2010
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Privet Community!


Der Tag heute war wieder einmal sehr lang und wir sind alle hundemüde. Inzwischen sind wir im Hotel in Wladiwostok angekommen, was echt ein komisches Gefühl ist nach einer Woche in der Wildnis. Die Autofahr hierhin war viel länger als normal, weil hier gerade ein Filmfestival stattfindet und in der ganzen Stadt Stau herrschte. Aber Hauptsache wir sind angekommen. :)


Am Vormittag haben wir das Zapovednik (ein Schutzgebiet, das eigentlich nur Ranger und Wissenschaftler betreten duerfen) von Kedrovaya Pad besucht, in dem Amurleoparden leben. In dem kleinen Reservat (18000 Hektar), das übrigens 1916 gegründet wurde und somit das zweitälteste Reservat Russlands ist, und dem umliegenden Wildlife Refuge leben etwa 30 Leoparden und 10 Tiger. Auf dem Gebiet von Kedrovaya Pad alleine leben 3-4 Leoparden. Ein Tigerweibchen bewohnt das Reservat konstant und ein Männchen kommt ab und zu vorbei. Auf einer Tour durch das Reservat hat Sergey uns viel über die einheimischen Pilze erklärt und wenn wir in der Wildnis verloren gingen, wüssten wir zumindest, wie man herausfindet, welche giftig und welche essbar sind. Na, was meint ihr? Wie kann man das erkennen?
 

Nachmittags hatten wir Besuch von dem Ranger Anatoly Iwanowitsch, der seit 20 Jahren in der Gegend arbeitet und im November sogar eine hohe Auszeichnung für seinen Einsatz erhalten soll. Als Ranger hat er natürlich vor allem mit Wilderern zu tun. Wie oft er auf welche trifft? Täglich, wenn man diejenigen, die nach Ginseng oder anderen Pflanzen suchen, mit einrechnet. Und wie geht er mit Wilderern um? Das ist unterschiedlich sagt Anatoly, denn Wilderer ist nicht gleich Wilderer. Es gibt die Reichen Leute aus der Stadt, die mit Jeeps angereist kommen und zum Spaß Tiere schießen. Und es gibt die armen Menschen vom Land, die wildern, weil ihre Familien nichts zu essen haben. Das erste, was er in allen Fällen machen muss, ist, die Waffen – Gewehre und Messer – zu konfeszieren, und dann lässt er die armen Wilderer meist laufen. Für die Reichen droht, wenn man ihnen Wilderei nachweisen kann, eine Gefängnisstrafe von mehreren Jahren. In China droht für das gleiche Verbrechen die Todesstrafe.
Ob Anatoly schon einmal in Lebensgefahr war? Zumindest sagt er, dass die Wilderer noch nie auf ihn direkt geschossen haben. Denn sie wissen, wenn sie das tun, haben die Ranger das Recht zurückzuschießen und sie so im Notfall auch zu erschießen. Aggressiv werden die Wilderer aber schon zuweilen, vor allem wenn sie getrunken haben. Und das kommt bei den „Freizeit-Wilderern“ aus der Stadt wohl häufig vor.
 

Was ich interessant finde, ist die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten von Wilderern. Was meint ihr dazu. Hat Anatoly Recht?
 

Grüße aus Wladiwostok!
Franka
 

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Kommentare (3)
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18.09.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
ich kann mir worstellen, dass das unschlüsige ergebnis daher kommt, das viele noch zu oberflächlich denken [erste antwortmöglichkeit], denn da betrachtet und beklagt man nur das problem an statt daran etwas zu ändern. die anderen beiden sichtweisen sind ganzheitlicher gedacht und stellen wechselwirkungen in beziehung zueinander. nur wenn man das gedanklich kann ist ma in der lage probleme bestmöglich für alle seiten zulösen.
17.09.2010
Marcel hat geschrieben:
Spannend! Wir hatten diese Woche eine Umfrage in der Comunity zu diesem Thema. Die Frage lautete: "Wenn du an Menschen denkst, die Tiger und andere Tiere wildern, was geht dir da durch den Kopf?" 313 Leute haben abgestimmt. Und das Ergebnis ist alles andere als eindeutig. 30 Prozent antworteten: "Wilderei ist ein ekelhaftes Verbrechen! Wegsperren, am besten lebenslänglich!". 33 Prozent waren hingegen der Meinung: "Gefängnis bringt nichts. Die eigentlichen Verbrecher sind diejenigen, die Tigerprodukte kaufen wollen." Und 37 Prozent haben die Antwort gewählt: "Wilderer ist nicht gleich Wilderer. Vielleicht blieb ihm keine andere Wahl. Man muss ihm neue Wege anbieten, Geld zu verdienen." Seit heute fragen wir in der Community, wer sich vorstellen könnte, als Ranger zu arbeiten. Wir sind gespannt, was da herauskommt...
17.09.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ich finde es richtig, zwischen "Wilderer" und "Wilderer" zu unterscheiden ;-)
Die Freizeitwilderer bekommen zu recht ihre Strafe. Bei den Menschen, die aus Not heraus wildern ist es natürlich schwierig. Das ist eine Sache des Sozialstaates im jeweiligen Land. Meiner Meinung nach muss der Staat das verhindern, einmal zugunsten der sozial schwachen Menschen und dann natürlich zugunsten der Natur und dem Ökosystem. Abgesehen davon, dass die Arten bedroht sind, greift der Wilderer ja massiv in die Wechselwirkungen von Räuber - Beute ein, oder in die Pflanzenwelt. Denn wenn einmal ein Glied in der Kette gestört ist, kann das ganze System zusammenbrechen.
Man muss den Wilderern, die aus Notwehr handeln eine Alternative geben, wie sie sich über Wasser halten können. Sie zu bestrafen würde niemandem nützen...und die nächsten kommen bestimmt.
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