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©  Florian Niethammer / WWF
Ab ins „Land of Leopards“


von Johannes11
16.09.2010
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Hallo liebe Community,

bevor ich zu den Ereignissen am heutigen Tag komme eine ganz kleine Anekdote aus der vergangenen Nacht. Unsere Arbeit an den verschiedenen Computern, IPad´s und Satellitentelephonen ;) dauerte wieder einmal bis tief in die Nacht, bevor ich mich gegen zwei Uhr endlich auch ins Bett begeben wollte. Kaum das Licht ausgemacht, kamen im Zimmer Geräusche auf, die ich kaum deuten konnte, aber aus Faulheit Aufzustehen auf die Schlafgeräusche von Christoph schob. Als es dann plötzlich immer vehementer an der Bettdecke zog und dann auch noch neben meinem Kopfkissen scharrte, konnte ich es nicht mehr auf Christoph schieben, machte das Licht an und entdeckte einen kleinen Tiger ;) neben mir. Die sehr zutrauliche und niedliche pechschwarze Hauskatze der Jagdgenossenschaft war es (siehe Facebookphoto), die sich zu mir gesellt hatte und mit mir einschlafen wollte. Der Blick des kleinen schwarzen Pumas ließ mir letztendlich keine andere Wahl als ihr die Hälfte meiner Bettdecke zu überlassen☺ Ihr seht, hier dreht sich selbst tief in der Nacht alles um die (kleinen) Tiger.

Jetzt aber zum heutigen Tag, der am Morgen nach dem Aufstehen und einem kurzen Frühstück in ein hektisches Packen unserer Taschen überging. Schließlich aber doch alles in den randvollen Pick Ups verpackt, machten wir uns gegen 9:00 h auf in Richtung „Land of Leopard.“ Ein spannender Name für den südwestlichen Teil von Primorje (vergleichbar mit einem deutschen Bundesland), der sich, eingekesselt von der chinesischen Grenze im Westen und der nordkoreanischen Grenze im Süden, am südlichsten Zipfel des Amurgebietes befindet. Während der etwa zweistündigen Fahrt konnten wir von Frank einiges über die nur noch 40 verbliebenen Leoparden, deren Lebensraum und bürokratische Probleme in puncto Leopardenschutz erfahren. So standen dem „Leo-Schutz“ in der Vergangenheit beispielsweise die Behörden dreier Schutzgebiete auf kommunaler-, Landes- und Staatsebene, von denen keine so wirklich nachgeben, im Wege. Glücklicher Weise schaffte es der WWF dank intensiver, jahrelanger Bemühungen die bürokratischen Probleme zu beseitigen und die drei Schutzgebiete gewissermaßen unter eine übergeordnete Behörde zu stellen. Wenn ihr euch übriges fragt, ob eine nur 40 Tiere starke Großkatzenpopulation im Hinblick auf den stark eingeschränkten genetischen Pool auf Dauer überhaupt existieren kann, ist das genau die Frage, die ich mir auch gestellt habe. Frank wies jedoch darauf hin, dass die etwa 40 Tiere starke Gruppe schon seit mehreren Dekaden existiert und sehr wahrscheinlich noch weitere Exemplare in den, durch das politische System fast völlig unbekannten Wäldern Nordkoreas, vorhanden seien, die den Genpool in den letzten Jahren und auch in Zukunft noch befruchten könnten. Und außerdem meine ich: Wer´s nicht versucht, hat schon verloren und somit die Amurleoparden schon aufgegeben!!!

Kurz vor der Ankunft im Leopard Center des WWF in Primorje machten wir noch einen kurzen Halt um uns mit einigen russischen Schülern eines WWF-Schulprogrammes zu treffen. Gemeinsam pflanzten wir in einem Wald, den der WWF in Zusammenarbeit mit einem ansässigen, nachhaltig wirtschaftendem Unternehmen, managet kleine Koreanische Kiefern. Diese Art ist extrem selten, jedoch wegen ihrer nahrhaften Nüsse bei den Pflanzenfressern sehr beliebt. Somit ist sie am oberen Ende der Nahrungskette auch für den Tiger und Leopard sehr wertvoll. Gemeinsam mit Igor, dem Verantwortlichen für den Leopardenlebensraum, suchten wir eine Lichtung aus, auf der erst im Frühjahr durch einen Waldbrand beinahe alle Kiefern verschwanden und setzten unsere etwa 30-50 Zentimeter großen Bäumchen. Bäume für die Zukunft also, ganz ähnlich wie die Aktion in der WWF-Jugend-Community.(sie können ürigens bis zu 500 Jahre alt werden!!!)

Als wir gegen halb drei im Leopard-Centre in Barabasch angekommen waren, belegten wir zunächst kurz unsere Unterkünfte für die kommende Nacht, bevor wir uns bei einem anschließenden Mittagessen ein wenig stärken konnten. Die darauffolgende Pause von etwa einer Stunde, einer der ganz seltenen Stunden zum Ausruhen, nutzten wir um uns euch, der Community, und euren Fragen anzunehmen und die Interviews mit Ivan und Sergej für die Beantwortung der Fragen zu planen.

Auf die kurze Pause folgte eine theoretische, aber zum Großteil auch praktische Übung zum Thema: „FireFighting“. Anders als rund um Moskau, wo die diesjährigen Waldbrände absolut außergewöhnlich waren, brennt der Wald hier im Amurgebiet regelmäßig. Sergej und Andre, der Leiter des Leopard-Centres stellten uns die nötigen Utensilien vor und konfrontierten uns am Ende auch mit einer praktischen Übung. Wir sollten ein kleines, absichtlich gelegtes, Feuer so schnell wie möglich und vor allem so sicher wie möglich mit Wasser und Laubsauger löschen (Bilder folgen);)

An die heiße Angelegenheit bot sich uns die Gelegenheit einen Strand am Pazifischen Ozean (!), genauer am jap. Meer zu besuchen und den Aufenthalt sogar für ein kurzes Bad zu nutzen. Eine absolut coole Sache kann ich euch sagen, vor allem weil das Meer von unserer Unterkunft nur etwa 15 Autominuten entfernt ist. Ein aufziehendes heftiges Gewitter machte unserem kurzen Stopp an die See nach etwa einer Stunde ein Ende. Zurück im Camp gab es dann Abendessen, wobei Steffen, Flo, Frank und ich die Ehre hatten den Udegen Ivan zu interviewen und ihm dabei eure Fragen zu stellen. Das Essen war zwar danach kalt ;), aber das Interview war es alle Mal wert - freut euch schon darauf; wir werden es sobald als möglich hochladen.

Schließlich endete unser Tag mit einem idyllischen Lagerfeuer, das wir nutzten um uns weitere Tigergeschichten von Ivan erzählen zu lassen. Wer könnte das schließlich besser als er??? Und glaubt mir-es waren ein paar echt sagenhafte Stories dabei, die es morgen in einem Themenbericht zusammen gefasst gibt. Freut euch drauf!
Zum Abschluss noch die Bitte: Wenn ihr irgendwelche Fragen speziell zum Amurleopard habt, dann meldet euch per Kommentar so bald wie möglich, weil wir morgen von hier schon wieder aufbrechen. Also fragt und kommentiert kräftig mit, wir freuen uns über jede einzelne Frage.

Gruß aus dem „Land of Leopard“ und bis Morgen,

Euer Tigerbotschafter Johannes #tt10
 

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Kommentare (5)
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17.09.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Also nur ein relativer Wert... Danke :-)
17.09.2010
Johannes11 hat geschrieben:
@ Glühwürmchen: Großkatzenpopulationen, egal ob Tiger oder Leopard, werden hier überwiegend per Photofallen (siehe Berichte) gezählt, dokumentiert und den Revieren zugeordnet. Farbmarkierungen und Satellitenkontrolle durch Peilsender sind zwar auch möglich, aber sehr teuer, aufwendig und wg. der Betäubung der Tiere auch gefährlich und werden daher nur sehr selten angewandt. Gruß Joe ;)
17.09.2010
Johannes11 hat geschrieben:
Hi Leute und DANKE für die Kommentare.
16.09.2010
Morgan hat geschrieben:
Pumabesuch...:)
16.09.2010
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Heyyy, toller Bericht :) Man hat echt das Gefühl dabei zu sein ;-) Die Story mit dem nächtlichen "Pumabesuch" ist echt süß !
Wie dokumentiert man eigentlich die Großkatzenpopulation? Werden die Tiere markiert oder wird sowas hochgerechnet...?
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