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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Was am Kunststoff so gefährlich ist


von MaRyLoU
12.06.2014
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 „Rückruf: Gummi Spielzeug Schlangen mit verbotenen Weichmachern“

Der Aufruhr nach solchen Meldungen ist groß. Besorgte Eltern, die das Spielzeug zurückzugeben und sich vornehmen von dieser Marke nix zu kaufen. Im Fernsehen ein paar Sendungen zum Thema Plastik. Beschwerdebriefe an den Konzern…Drei Wochen später scheint alles vergessen. Doch das Problem bleibt.

Tagtäglich nutzen wir Gegenstände aus oder mit Kunststoff. Jährlich werden 20.000.000 Tonnen Kunststoff produziert. Und davon landen jährlichen 6.000.000 Tonnen im Weltmeer. Das Plastik biologisch nicht wirklich abbaubar ist, brauche ich wohl kaum zu erwähnen. Doch was steckt eigentlich im Kunststoff, das es so gefährlich macht?

Eine der am häufigsten produzierten Industriechemikalien ist zum Beispiel Bisphenol A. Ob in Lebensmittelverpackungen, Konservendosen, DVD’s oder Plastikflaschen – dort überall lässt sie sich finden. Alles wäre ja gut und schön, wenn sie auch dort drinnen bleiben würde, doch problematisch ist vor allem der Austritt. Bei Erhitzung oder längerem Hautkontakt tritt die Chemikalie aus und kann beträchtlichen Schaden im menschlichen Körper anrichten. Besonders gefährdet sind dabei Neugeborene, Kinder und ältere Menschen. Gelangt Bisphenol in unseren Körper wirkt sie wie das Hormon Östrogen. Im Laufe der Zeit kann es mit einer größeren Wahrscheinlichkeit zu sexuellen Störungen, Diabetes oder Herzkrankheiten kommen.

Tipps wie ihr Bisphenol A meidet:
- Kauft keine herkömmlichen Plastikflaschen (ein „Hormonschock aus der Colaflasche“ ist nicht wirklich erstrebenswert)
- Beim Schnullerkauf sollte man auf den Aufdruck BPA-free achten
- Erhitzt Fertiggerichte nicht in der gekauften Packung

Oftmals werden in Kunststoffen Weichmacher verwendet, die sich schnell wieder rauslösen. Dazu gehören auch Phthalate. 90% aller Weichmacher werden z.B. für PVC genutzt, welches wiederum in z.B. Frischhaltefolie und Lebensmittelverpackungen enthalten ist. Phthalate gelangen durch Ausdunstung in Umwelt und in den Körper. Bisher ist noch nicht das ganze Gefahrenpotential bekommt, vermutlich ist es jedoch krebserregend und hat hormonähnliche und fortpflanzungsgefährdende Auswirkungen.

Tipps:
- Meidet Gegenstände aus PVC (z.B. Plastikgeschirr, Folien, Tischdecken, Bälle, Schnuller, Wickeltischauflagen, Spielzeug aus Asien)
- Tragt Gummistiefel und Regenbekleidung nicht auf bloßer haut
- Putzen hilft gegen den Weichmacher, der sich im Hausstaub ansammelt
- Nehmt lieber Lebensmittel ohne Folienabdeckung

Auch PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sind Weichermacher. Diese sind Bestandteile von Erdöl und Kohle, die auf natürlichem Wege bei Verbrennung entstehen. Diese PAKs lassen sich in Abgasen, Tabakrauch, gegrilltem Fleisch, Kunststoffen, Kabeln, Gummistiefeln, Badelatschen und Wasserbällen finden und fördern Lungen- und Halskrebs. Zudem können sie entwicklungsschädigend wirken.

Tipps:
- Kauft keine Spielzeugbilligprodukte
- Achtet auf GS-Siegel (die Gegenstände sind dann auf Grenzwerte geprüft)
- Falls etwas sehr stark nach Gummi oder Öl riecht, kann es gut sein, dass viel PAKs

Von solchen Informationen kann man sich leicht verrückt machen lassen. Immerhin pflegen wir den tagtäglichen Umgang mit Kunststoffen und ganz wird es sich von heute auf morgen auch nicht verhindern lassen. Verrückt machen sollte man sich aber auf keinen Fall. Es hilft schon den Plastikkonsum zu reduzieren, zu recyceln und z.B. Produkte ohne Weichmacher für Kinder zu kaufen.

 

Quellen: http://www.utopia.de/magazin/plastik-die-unvermeidliche-gefahr-im-alltag; Bild wikimedia commons

 

 

 

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Kommentare (9)
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23.06.2014
Lisa18 hat geschrieben:
Vielen Dank für den wirklich sehr informativen Bericht! Ich finde, es ist immer wieder erschreckend, wo überall solche "Gifte" enthalten sind! Das es überhaput legal ist und dann auch noch in Schnullern verwendet wird, ist eine echte Frechheit!!!
23.06.2014
Tigerlein hat geschrieben:
Super interessante Tipps, einiges davon war mir ehrlich gesagt nicht bekannt ...

Vielen Dank!! :)
18.06.2014
FranziL hat geschrieben:
Natürlich gibt es zu normalen Plastikflaschen Alternativen, das Problem ist nur das ich z.B. 20 Kilometer vom nächsten Laden weg wohne, wo es Säfte in Glasflaschen gibt und nur Leitungswasser trinken halte ich auch nicht für die Superlösung. Das meine Eltern nicht wirklich jedes mal so weit fahren wollen, wenn der nächste Supermarkt doch nur zwei Straßen weiter ist, ist, glaube ich, verständlich.
Gegenstände aus PVC meiden: Das mag bis zu einen gewissen Grad gehen, aber nicht immer. Was ist zum Beispiel mit Plastikgeschirr bei kleinen Kindern oder beim Picknicken oder bei Salatschüsseln? Wenn man keine Folien nimmt, womit deckt man dann Schüsseln im Kühlschrank ab? Tischdecken...Ich persönlich könnte ja darauf verzichten, aber erklärt das mal bitte euren Eltern, Großeltern,... Die sind da nicht so begeistert von. Bälle: Mit was sollen kleine Kinder denn dann spielen? Lederfußbälle sind ja für dreijährige nicht wirklich die Optimallösung. Schnuller und Wickeltischauflagen: Schnuller mag ja noch gehen, aber ich wüsste gern, wo man sein Kind unterwegs sonst wickelt?

Es gibt also sehr wohl einige Dinge die man nicht, bzw. nur selten oder sehr schwer vermeiden kann.
14.06.2014
Zweitagsfliege hat geschrieben:
Vielen Dank für die Infos. Man kennt ja grob das Problem, aber es ist gut genauer zu wissen, womit man zu tun hat.
@Schilffeder: Wieso nicht?
Ich finde das Meiste durchaus umsetzbar und zu herkömmlichen Plastikflaschen z.B. gibt es ja auch inzwischen Alternativen.
14.06.2014
FranziL hat geschrieben:
Danke, dass du über ein so wichtiges Thema informierst, allerdings finde ich die meisten Hinweise leider nicht wirklich umsetzbar, auch wenn man natürlich versuchen sollte es so weit wie möglich zu vermeiden.
13.06.2014
LenaLuchs hat geschrieben:
Ja, das ist zweifelsohne ein wichtiges Thema, das uns alle angeht und ich finde es echt gut, dass du darüber informierst!
12.06.2014
AnnaGreen hat geschrieben:
Sehr interessanter bericht! Wenn man genauer darüber nachdenkt wird das gefahrenpotenzial offensichtlich.. Das problem ist nur, wie du schon sagst, dass wir an plastik und co. gewöhnt sind ohne es zubhinterfragen. So wie es leider bei vielen themen ist..
(:
12.06.2014
Cookie hat geschrieben:
Sehr wichtiges Thema! Danke, für den Bericht! Ich find es toll, dass du direkt Tipps gibst, wie man den gesundheitsschädigenden Stoffen aus dem Weg gehen kann.
12.06.2014
somebodywholovesourearth hat geschrieben:
Mir läuft ein Schauer über den Rücken, wenn ich sowas lese...
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