Was gibt's Neues?


Thema Plastikmüll:


Aktuelle Artikel


Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Unsere Marktforschungsaktion - Das sind die Ergebnisse


von Cookie
07.09.2015
7
12
100 P

Vor etwa zwei Monaten haben wir euch dazu aufgefordert, im ganzen Land auf Wochenmärkte zu gehen und dort Marktforschung zum Thema Plastiktütenverbrauch zu betreiben. Hier als allererstes ein GANZ GROSSES DANKESCHÖN an alle von euch die teilgenommen haben! Danke, dass ihr euch die Zeit genommen und uns interessante Ergebnisse geliefert habt! Einen großen Gefallen könntet ihr uns tun, wenn ihr uns jetzt noch kurz Feedback zur Aktion geben könntet, damit wir wissen, wie wir solche Aktionen in Zukunft besser gestalten können. Dauert auch nur ganz kurz, versprochen!

(c) geralt www.pixabay.com

Jetzt müssen wir leider sagen, dass die Teilnahme trotz des verlängerten Aktionszeitraums sehr gering ausgefallen ist. Insgesamt sind bei uns 9 ausgefüllte Fragebögen eingegangen: 5 aus Hessen, 3 aus Berlin und einer aus NRW. Das bedeutet, dass unsere Umfrage alles andere als repräsentativ ist. Zudem war die Aktion auch eine kleine Generalprobe für uns. Eigentlich hatten wir nämlich für das nächste Jahr eine Anti-Plastiktüten-Aktion im Sinn, bei der man ganz aktiv auf Menschen zugehen und sie von etwas überzeugen muss. Da man auch bei einer Umfrage fremde Menschen ansprechen muss, sollte die Marktforschungsaktion zeigen, wie solche Aktionen hier in der Community ankommen. Wie es scheint, leider weniger gut.

Diese Erkenntnis ist zwar schade für uns, aber auch sehr wichtig, da wir nun wissen, dass unsere ursprüngliche Aktionsidee vermutlich auf wenig Beteiligung stoßen würde. Um uns ganz sicher zu sein, haben wir uns folgendes einfallen lassen: Eine Umfrage zur Umfrage! An dieser Stelle bitte ich alle unter euch, die nicht an der Marktforschungsaktion teilgenommen haben, sich zwei Minuten für diese Online-Umfrage zu nehmen. Es gibt nur 2 Multiple Choice Fragen und ein Textfeld, in dem ihr wenn ihr wollt weitere Kommentare hinterlassen könnt. Eure Antwort ist uns eine große Hilfe für die Planung weiterer Aktionen, deshalb schon mal danke an alle, die sich Zeit nehmen!

(c) www.pixabay.com geralt

Nun aber zur eigentlichen Auswertung der ausgefüllten Bögen, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Hier gilt ein großes Dankeschön Martin, der all die Daten in den Computer eingegeben und daraus jede Menge Tabellen und Diagramme gemacht hat! Für all die vielen Zahlen und Ergebnisse haben wir hier leider keinen Platz, aber hier kommen die (unserer Meinung nach) wichtigsten:

Welche Standarten sind auf Märkten vertreten?

Zunächst wollten wir einen Überblick über die auf Märkten vertretenen Standarten bekommen. Dabei zeigte sich, dass Fleisch-, Wurst und Fischstände, Obst- und Gemüsestände und Kleidungsstände am häufigsten vorkommen. Im folgenden Diagramm seht ihr im äußersten Ring den prozentualen Anteil der einzelnen Standarten insgesamt. In den inneren Ringen könnt ihr (von außen nach innen) die Daten für Berlin, Hessen und NRW ablesen.

(c) Martin K. 

Welche Transportmöglichkeiten werden angeboten?

An nahezu allen Ständen, an denen Händler befragt wurden, kann man kostenlose Plastiktüten bekommen. Ein großer Teil der Stände bietet zudem Papiertüten an. Stoffbeutel findet man nirgends kostenlos. Dafür gibt es an manchen Ständen Papier zum Einwickeln oder ganz andere Alternativen.

(c) Martin K.

Welche kostenlosen Tragemöglichkeiten angeboten werden variiert zwischen verschiedenen Standarten, Plastiktüten gibt es aber bei allen Arten von Ständen. An ausnahmslos allen Obst- und Gemüseständen gibt es gratis Plastiktüten.

(c) Martin K. 

Egal aus welchem Material sie bestehen, nahezu alle Tragevarianten sind kostenlos. Kostenpflichtige Tragemöglichkeiten wie im Supermarkt findet man nur sehr selten. Die Wahl der Händler was ihre Verpackungsmöglichkeiten angeht richtet sich in erster Linie nach der Erwartung der Kunden. Sehr wichtig ist es auch, dass die Taschen für den Händler billig sind. Dass die Verpackungen möglichst umweltschonend sein sollen, ist immerhin der am dritthäufigsten genannte Grund.

(c) Martin K.

Wie und wie oft kommen die Kunden zum Markt?

Unsere Umfrage zeigt: Die meisten Marktgänger sind Wiederholungstäter. Fast 70% der Befragten gehen einmal die Woche auf den Markt.


(c) Martin K. 

Um zum Markt zu gelangen, nutzen nur ca. ein Drittel der Befragten das Auto. Fast ein weiteres Drittel ist auf dem Fahrrad unterwegs, der Rest geht zu Fuß oder nutzt öffentliche Verkehrsmittel. In dieser Hinsicht scheinen Marktbesucher recht umweltbewusst zu sein.


(c) Martin K. 

Wie oft sind eigene Taschen mit im Gepäck?

Ein Ergebnis hat uns positiv überrascht: Beinahe drei Viertel der befragten Kunden waren mit eigenen Taschen unterwegs. Betrachtet man nur diejenigen, deren Einkauf geplant war, sind es sogar 84%. Von denen, die spontan auf dem Markt einkaufen, hat immerhin etwa die Hälfte eine eigene Transportmöglichkeit mit. Glücklicherweise ist der Anteil derjenigen, die ihren Markteinkauf geplant hatten, deutlich höher als der der Spontaneinkäufer, er beträgt nämlich 75%. Wir freuen uns über dieses Ergebnis, haben aber auch einen kleinen Verdacht, warum es so positiv ausfällt: Als Marktforscher ist es deutlich einfacher, Menschen anzusprechen, die mit eigenen Taschen unterwegs sind, als jemand mit Plastiktüte zu fragen, warum er denn keine eigene Tasche dabei hat.

(c) Martin K.

Es wurden allerdings nicht nur die Kunden gefragt, ob sie eigene Transportmöglichkeiten im Gepäck haben, sondern auch die Händler sollten schätzen, wie viel Prozent ihrer Kunden eigene Taschen mitbringen. Hier sieht es etwas anders aus: Nach der groben Schätzung der Händler haben insgesamt nur etwa ein Drittel ihrer Kunden eine eigene Tragemöglichkeit dabei. Hier gibt es allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Standarten und das ist auch logisch: Schließlich lässt sich nicht alles gleich gut in die eigene Tasche packen. So haben zum Beispiel bei Imbiss- oder Blumenständen die wenigsten ihren eigenen Beutel für die Ware mit. Bei Brot- und Backwaren sind es dafür über 70%. Was unsere Marktforscher aber auch bemerkt haben: Teilweise lassen sich Leute, obwohl sie ihre eigene Tasche oder ihren eigenen Korb mithaben, die einzelnen Waren noch einmal in Plastik einpacken, bevor sie sie in ihr eigenes Behältnis stecken.

(c) Martin K.

Das ist noch nicht alles, wir haben natürlich noch jede Menge mehr Diagramme und Tabellen, dies sind unserer Meinung nach allerdings die wichtigsten Erkenntnisse. Wer den Rest auch noch sehen möchte, kann sich hier die Datei runterladen.

Und was sagt uns all das jetzt?

Unsere Umfrage hat uns gezeigt, dass unser Einsatz auf dem Markt vielleicht gar nicht unbedingt nötig ist, da wie es scheint die meisten Kunden eigene Tragemöglichkeiten mit haben. Wie aber bereits erwähnt, ist unsere Umfrage nicht repräsentativ und wir vermuten, dass generell eher Leute mit eigenen Taschen angesprochen wurden. Deshalb können wir auf keinen Fall sicher annehmen, dass drei Viertel der Marktgänger in Deutschland auf Plastiktüten verzichten.
Fakt ist aber, dass es anscheinend an fast allen Ständen Plastiktüten kostenlos zu haben gibt. Dies würde bedeuten, unsere ursprüngliche Idee, Händler dazu zu bringen, diese nicht mehr auszugeben bzw. es zu fördern, dass Kunden eigene Taschen mitbringen, ist gar nicht so abwegig. Dies würde allerdings jede Menge Kommunikation mit Standbesitzern und viel Überzeugungskraft erfordern. Angesichts der geringen Beteiligung an der Marktforschungsaktion bezweifeln wir, dass eine solche Aktion großen Erfolg hätte.

Während wir auf die Ergebnisse Mini-Umfragen an euch warten, überlegen wir also noch mal mehr oder weniger von vorne, wie unsere große Anti-Plastik-Aktion im nächsten Jahr aussehen könnte. Ideen und Anregungen, welche Art von Aktion ihr euch wünscht und auf welche Art von Plastik (Plastiktüten, Märkte, Plastikbecher, Plastik im Alltag…) wir uns eurer Meinung nach konzentrieren sollten, könnt ihr gerne in unserer Gruppe posten.

(c) www.trashbusters.de

Eine Aktion gibt es außerdem, an er ihr jetzt schon teilnehmen könnt: Trashbusters, der Müllsammelwettbewerb der NAJU. Dieser hat dieses Jahr Plastik in Gewässern zum Thema. In mehreren Bundesländern werden schon Aktionen geplant. Befrei auch du die Natur vom Plastikmüll und gewinne dabei tolle Preise! 

Titelbild: www.pixabay.com cocoparisienne

Weiterempfehlen

Kommentare (7)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
10.09.2015
FranziL hat geschrieben:
Ich kann mich luisa2412 nur anschließen: Die geringe Beteiligung lag nicht daran, dass man auf Menschen zugehen musste, sondern dass die Märkte meist nur wochentags bis 16 oder 17 Uhr geöffnet haben und deswegen in der Schulzeit für Umfragen gänzlich ungeeignet sind. Auch die Ferien sind kein gut gewählter Aktionszeitraum. Die beiden Wochenende innerhalb der Schulzeit hätte man nutzen können, aber da kam, zumindest bei mir, Privates dazwischen, sodass sich da Nichts machen ließ :/
09.09.2015
Luke24 hat geschrieben:
Bezüglich der geringen Abgabe von Fragebögen kann ich mich den Vorrednern anschließen. Ich vermute auch, dass bei vielen der zeitliche Aspekt eine Rolle spielte.

Die Diagramme sind trotzdem sehr interessant. - Mein Eindruck ist aber auch, dass zwischenzeitlich viel mehr Menschen auf eigene Tragetaschen setzen als noch vor ein paar Jahren. Das Umweltbewusstsein entwickelt sich schon, wenn auch nur langsam.
08.09.2015
BlueLikeTheSky hat geschrieben:
Danke für die Auswertung, das ist echt interessant! Nur von meiner Stadt ausgehend kann ich schon sagen, dass wirklich kaum einer mit einer Plastiktüte auf dem Markt einkaufen gegangen ist, vielleicht sind die Ergebnisse also doch recht realistisch. Obwohl es echt einfacher war, Menschen ohne Plastiktüten anzusprechen :D Ich glaube auch wie Johannes und luisa2412, dass das Problem für die geringe Beteiligung nicht am Ansprechen von fremden Menschen lag. Unser Markt ist z. B. auch nur Freitag nachmittags und wenn man zu der Zeit, in der der Markt ist, keine Zeit hat, konnte man nicht mitmachen, wahrscheinlich lag es daran. Jedenfalls ist es spannend zu sehen, was die Marktforschung ergeben hat! :)
08.09.2015
luisa2412 hat geschrieben:
Ich denke auf keinen Fall, dass die geringe Beteiligung daran lag, dass man fremde Menschen ansprechen musste, sondern das es einfach eine sehr zeitaufwändige Aktion ist und zB bei mir in der Nähe gibt es nur Märkte, die während der Schulzeit stattfinden...
08.09.2015
midori hat geschrieben:
Spannende Ergebnisse! Solche Umfragen sollten wir viel öfter machen, um mehr über das Umweltbewusstsein unserer Mitmenschen zu erfahren und dementsprechend zu handeln. Auch wenn es zunächst Überwindung erfordert.
07.09.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für die Auswertung! Das sind wirklich interessante Ergebnisse. Ich wollte eigentlich auch mitmachen, aber ich hatte zu der Zeit echt viel um die Ohren.
07.09.2015
johannesS hat geschrieben:
Vielen lieben dank, für diese Auswertung. Das hätte ich ja nicht gedacht, dass nur so wenige Ergebnisse eingereicht haben.

Ich denke aber nicht, dass nur so wenige WWF-Jugendliche mitgemacht haben, weil man dort Fremde Menschen ansprechen muss.

Bei der Amazonas-Aktion in Köln war ja die Beteiligung auch sehr groß. Und hier haben wir auch den ganzen Tag Fremde Menschen davon überzeugt, eine Unterschrift für den Amazonas "abzugeben" :D

Vielleicht war der Zeitraum generell schlecht gewählt? Die meisten Jugendlichen sind mit der Familie unterwegs oder im Urlaub.
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Mitglied des Monats
teaser_220.png


Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil
Folgen und mit Freunden teilen