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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Trashbusters (wirklich!) H2O in Leipzig


von Cookie
21.09.2015
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Der Paketbote war die letzte Woche über praktisch Dauergast bei mir. Beinahe täglich stand er mit einem neuen Paket mit Material für unsere Müllsammelaktion in Leipzig vor der Tür. Vom WWF kamen kistenweise Flyer zum Thema Plastik, unserer WWF Jugend Anti-Plastik-Kampagne und zum Jugendprogramm des WWF allgemein. Von der NAJU kamen Flyer zu Trashbusters H2O, dem Projekt, an dem wir uns als WWF Jugend Sachsen beteiligen, und drei ziemlich coole Trashbusters-T-Shirts. Antonia konnte uns außerdem ein Clean-Up-Starter Kit mit Handschuhen, Aufklebern und einer Waage zum Müllwiegen sichern. Am Samstagabend stand ich dann vor all den Paketen und versuchte, einen Weg zu finden, all das Material am nächsten Tag von Jena nach Leipzig zu transportieren. Ein Koffer erwies sich als einzige Möglichkeit, alles unterzubringen, und so kommt es, dass ich am Sonntagmorgen einen kleinen, aber sehr schweren Koffer hinter mir herziehe, um zu einer Müllsammelaktion zu fahren.

Gegen 11:00 Uhr treffe ich mich mit Felix, Tina, Franzi und Jara am Cospudener See. Felix hat es sogar geschafft, doch noch Tische für unseren Infostand aufzutreiben. Dadurch, dass wir unseren Infostand sozusagen mitschleppen müssen, gehen wir etappenweise voran, sodass wir unser Gepäck immer im Blick haben. Wir geben sicher ein lustiges Bild ab, wie wir so mit unseren Müllsäcken und Plastikeimern, dem Koffer, den Tischen und Franzis Fahrrad den Weg langziehen und immer wieder Halt machen, um den Wegesrand vom Müll zu befreien. Zuerst machen wir uns noch Sorgen, ob wir überhaupt Müll finden werden, denn es sieht ziemlich sauber aus. Allerdings nur auf den ersten Blick. Sobald wir genauer hinschauen, entdecken wir überall Plastikverpackungen, Zigarettenstummel, Flaschen und dergleichen.

Schon nach wenigen Minuten findet Franzi das erste Ausstellungsstück für unser Kuriositätenkabinett: Einen Golfball. Der wandert in einen Extra-Sack, dicht gefolgt von einer Schere und einem undefinierbaren silbernen Metallteil. Kurz darauf macht Jara einen weiteren sehr interessanten Fund im Gebüsch: Eine Männerunterhose. Diese soll nicht das einzige Kleidungsstück bleiben, das wir heute entdecken, noch eine weitere Unterhose, einen Bikini sowie ein T-Shirt und einen einzelnen Hausschuh können wir aus der Natur um den See herum bergen. Große Rätsel gibt uns außerdem eine Art kleiner Fallschirm auf. Wie das wohl alles dort hingekommen ist? Wobei, vor allem bei den Unterhosen wollen wir das eigentlich gar nicht so genau wissen.

Die Bergung der Unterhose

Was genau ist das eigentlicht?!

Unser Kuriositätenkabinett 

Stück für Stück befreien wir den Wegrand vom herumliegenden Abfall und unsere Müllsäcke füllen sich nach und nach, da stoßen wir auf ein richtiges Müllnest. In einem kleinen Waldstückchen liegt alles voll. Hier finden wir hauptsächlich Flaschen, die einmal Alkohol enthalten haben, aber auch jede Menge Plastikverpackungen. Zudem scheint es sich um eine Art inoffizielle Toilette zu handeln, denn neben unzähligen Papiertüchern liegen auch eine Menge Tampons herum. Ganz schön ekelhaft. Gut, dass wir mit Handschuhen und Müllzangen ausgestattet sind.

Die Sonne scheint, der See glitzert, wir befreien den Strand vom Müll und sind bester Laune. Tolle, Aktion, tolles Wetter, alles bestens… bis wir unseren Blick etwas weiter schweifen lassen und die dicken dunkelgrauen Wolken sehen, die auf uns zukommen und mit ziemlicher Sicherheit jede Menge Regen mit sich bringen. Kurz darauf sind die wärmenden Sonnenstrahlen verschwunden und die ersten Tropfen prasseln auf uns nieder. Wir bauen einen notdürftigen Unterstand aus den Tischen für die Sachen, die auf keinen Fall nass werden dürfen, während der Regen immer stärker wird und uns in minutenschnelle bis auf die Haut durchnässt. Wir harren das Unwetter unter ein paar Bäumen aus und machen mit Pausenbroten und heißem Apfeltee das Beste aus der Situation. In der Ferne zeichnet sich schließlich schon wieder strahlend blauer Himmel ab.

Tatsächlich werden unsere Hoffnungen erfüllt und die Sonne kehrt zurück, wärmt uns und trocknet unsere nassen Sachen, während wir zu Teil 2 unserer Aktion übergehen: Während ein Teil von uns weiterhin Müll sammelt, bauen wir unseren Infostand zum Thema Plastik auf und stellen unsere kuriosesten Fundstücke zur Schau. Trotz des kurzen Unwetters sind zwar eine Menge Menschen am Cossi, wie die Leipziger ihren See nennen, unterwegs, Interesse an unserer Aktion zeigen sie allerdings kaum. Die meisten sind auf Fahrrädern unterwegs und da Zeit Geld ist, wie uns ein älterer Mann zuruft, will keiner kurz absteigen, um sich zu informieren. Da müssen wir eben nebenherlaufen und tatsächlich lassen sich einige Vorüberkommende unsere Flyer in ihren Fahrradkorb werfen.

Wir kommen grade so richtig in Fahrt, als am Horizont schon wieder tiefschwarze Wolken aufziehen, die nichts Gutes verheißen. Widerwillig müssen wir unseren Stand wieder abbauen und erneut unter Bäumen Schutz suchen, während wir abermals kalt geduscht werden. Sollen wir die Aktion etwa jetzt schon abbrechen? Aber noch haben wir unseren Optimismus nicht verloren, sondern harren tapfer aus, werden sogar noch ein paar Flyer an andere vom Regen Überraschte los und werden schließlich mit Sonnenschein belohnt. In Windeseile steht unser Infostand wieder bereit und wir können noch mehr Sonntagsspaziergänger darüber informieren, welche Gefahr Plastik für die Natur darstellt, und unseren gesammelten Müll präsentieren.

Das Wetter spielt verrückt - So war das mit H2O eigentlich nicht gedacht gewesen

Als sich dann in der Ferne allerdings der nächste Regenschauer abzeichnet, beschließen wir, aufzugeben und die Aktion etwa eine Stunde früher abzubrechen. Gerade noch rechtzeitig können wir alles wieder verstauen, bevor es auch schon wieder in Strömen regnet. Doch auch, wenn wir lange nicht so viele Menschen auf die Plastik-Problematik aufmerksam machen konnten, wie wir wollten, haben wir immerhin 25 Kilo Müll aus der Natur geborgen und vielleicht doch bei dem ein oder anderen Interesse an diesem wichtigen Thema geweckt. Zuhause stelle ich erleichtert fest, dass nichts von meinem Infomaterial zu Schaden gekommen ist. Das war sicher nicht unsere letzte Aktion zum Thema Plastik!

Wenn ihr euch auch bei Trashbusters beteiligen und beim Müllsammelwettbewerb tolle Preise gewinnen wollt, findet ihr in diesem Bericht alle weiteren Infos. Sagt auch ihr dem Plastikmüll den Kampf an!

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Kommentare (6)
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24.09.2015
Felix_der_Blaue hat geschrieben:
Franzi, du Schluckspecht... :P

Wir können nur jedem empfehlen, dass bei sich auch mal zu machen, geht ja auch außerhalb der Aktionswoche. Nur geringer Aufwand im Verhältnis zu dem Nutzen, wenn man guten Tag und gute Zeit wählt, und es gut organisiert und präsentiert :)
Bei uns war Luft nach oben, besonders das Wetter hat uns reingehauen, aber kann man insgesamt besser machen :)
23.09.2015
FranziL hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht, Anne :) Der ist echt super geworden ;D
22.09.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Super Aktion! Ich hoffe unsere Aktion in Köln wird genauso erfolgreich.
22.09.2015
Wasserjunge hat geschrieben:
Super toll! Danke, dass ihr es durchgezogen habt! :) Schon krass, was Leute alles einfach achtlos in die Umwelt schmeißen, ich meine man selbst nimmt das früher oder später auch war und das MUSS einen doch selbst stören. Scheiß Ignoranz! Das regt mich echt auf! :O
22.09.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Super Aktion! Danke für euren Einsatz, auch bei dem Wetter! =) Und wirklich interessante Dinge, die ihr da gefunden habt. Bei manchen Sachen möchte man wirklich nicht wissen, wie das dorthin gekommen ist. =)
22.09.2015
midori hat geschrieben:
Toll toll toll! Ich bewundere euren Enthusiasmus bei diesem Wetter :D Alle Tatzen hoch für euren Einsatz und schön, dass es jetzt rund um den Cossi wieder etwas sauberer ist! ;o)
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