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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Plastk: Geschichte des Kunststoffes


von Ronja96
15.01.2015
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Plastik. Ein Begriff, der immer wieder und gerade jetzt während der Berichtreihe immer wieder aufleuchtet. Plastik ist immer wieder ein Thema in der Community. Ein Problem gegen das wir etwas tun wollen. Doch seit wann gibt es Plastik eigentlich? Und wer hat es erfunden?

Die Geschichte beginnt im Jahr 1839. Der Amerikaner Charles Goodyear stellte fest, dass Kautschuk, welches schon im 17. Jahrhundert entdeckt wurde, formbar ist, wenn man diesem Hitze zuführt und Schwefel beimischt. Daraus entstand ein halbsynthetischer Kunststoff, den wir als Gummi kennen. Dies war also die Entdeckung des Zellulids, d.h. des ersten Kunststoffes, der durch Wärme plastisch verformbar ist.

  Charles Goodyear

 

Ein paar Jahrzehnte später, 1870, war John Wesley Hyatt auf der Suche nach einem Material, welches den teuren Elfenbein von Billardkugeln ersetzen sollte. Dafür benötigte er Zellulosenitrat und Kampfer, welche zusammen ein brauchbares Material ergaben. Jedoch bewährte sich dieses Material nicht, da es zu leicht brennbar war.

37 Jahre später sollte der erste vollsynthetische Kunststoff erfunden werden. Der Belgier Leo Hendrik Baekeland startete einige Experimente Phenol und Formaldehyd, nachdem er dieses während einer Studienreise in den USA als große Möglichkeit für seine Forschung entdeckte. Aus Phenol und Formaldehyd schaffte er es Bakelit, den ersten vollsynthetischen Kuststoff, herzustellen. Dies stellte sich als Vorteil für einige Industriezweige heraus, da sich Bakelit als elastisch und hitzebeständig herausstellte. Für die damalige Zeit war dies eine Sensation, weshalb es in großen Mengen produziert und auf verschiedene Weisen eingesetzt wurde. Dieser Zeitpunkt wird auch als Beginn der modernen Kuststoffindustrie beschrieben.

Leo Hendrik Baekeland

Wenig später begann der deutsche Chemiker Fritz Klatte mit Chlorgas zu experimentieren, da es etwa 10 Jahre zuvor erhebliche Probleme bei der Herstellung von Produkten mit Chlorgas gab. Er versuchte also das giftige Chlorgas mit einem anderen Stoff zu binden, der harmlos reagiert. Dabei machte er die Entdeckung, dass ein weißes Pulver entsteht, wenn das Gas mit Sonnenlicht in Berührung kommt. Jedoch gelang es ihm nicht diesen chemischen Prozess zu erklären, was erst neun Jahre später Hermann Staudinger gelang. Die Erklärung, dass durch den Einfluss des Lichtes langkettige Makromoleküle entstehen, verhalf ihm, PVC (ein thermoplastischer Kunststoff) herzustellen. Durch diese Entdeckung der langkettigen Molekülstruktur gelang es vielen Industriezweigen bessere Herstellungsverfahren von Kunststoff zu entwickeln, was den endgültigen Durchbruch bedeutete.

Somit konnten im weiteren Verlauf der Geschichte immer mehr Produkte aus Kunststoff hergestellt werden, wie zum Beispiel das Plexiglas, Radiogehäuse, Tüten und vieles mehr. Kuststoffe erhielten von da an einen immer größeren Einzug in das Leben der Menschen. Um etwa 1950 wurde weltweit jährlich rund 1 Millionen Tonnen Kunststoff verwendet. 50 Jahre später waren es weltweit 200 Millionen Tonnen Kuststoff.

Heute wird Kunststoff aller Art Plastik genannt und hat sich seit der Entwicklung des Zelluloids zu einem weltweiten Problem ausgeweitet.

 

Ist ein Leben ohne Plastik überhaupt noch möglich? Wir wollen es mit euch gemeinsam herausfinden. Hast du Lust das Experiment zu wagen? Dann sei dabei bei der WWF Jugend Plastik-Pause vom 26.01. bis zum 01.02.2015. Alle Infos zum Experiment findest du in diesem Bericht.

Hier kommt ihr zum letzten Bericht von Carina über das Thema: Plastik: Wo ist überhaupt das Problem?

 

Quellen:

http://www.plastic-planet.at/generation-plastik-eine-uebersicht/#more-79
http://www.plastic-planet.at/die-geschichte-des-kunststoffs/
http://www.plastic-planet.de/hintergrund_plastikalsproblem.html
http://www.hr-online.de/website/specials/wissen/index.jsp?rubrik=68531&key=standard_document_49820507
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/anfaenge-des-plastiks-kunststoff-aus-dem-neandertal-1.2096041

Bildquelle:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d7/Leo_Baekeland_ca_1906.jpg/220px-Leo_Baekeland_ca_1906.jpg
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fc/Charles_Goodyear.png

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Kommentare (6)
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16.01.2015
Luke24 hat geschrieben:
Naja, man kann einem der Wegbereiter des Kunststoffes, Herrn Hyatt, wahrlich kaum einen Vorwurf machen, als er versuchte, den teuren Elfenbein von Billardkugeln zu ersetzen ;-) .
15.01.2015
Ronja96 hat geschrieben:
@jayfeather: Ich nehme an, dass Gummi zwar biologisch abbaubar ist, aber es trotzdem ziemlich lange dauert, da der Kautschuk ja chemisch verändert wurde. Allerdings ist das nur eine Vermutung. =)
15.01.2015
Jayfeather hat geschrieben:
So wie du es gechrieben hast ist gummi ja auch ein kunstoff. Ist es denn auch genauso schlecht wie die umwelt wie z.B. Plastiktüten? Da es aus Kautschuk besteht müsste es doch besser ab zu bauen sein oder? Oder geht das durch die Verarbeitung nicht mehr?
Diese Frage stell ich mir echt schon lang :D

Super informativer Bericht :)
15.01.2015
Ria2000 hat geschrieben:
Sehr interessanter Bericht, danke! :)
15.01.2015
KikiFi hat geschrieben:
Wir nehmen Kunststoffe grade in Chemie durch, deswegen hab ich eine ziemlich genaue Vorstellung von den Chemischen Prozessen und den Begriffen, die du verwendest...Total interessantes Thema, aber leider auch ein großes Problem, das die ganze Erde umfasst.
Danke für den Bericht.
15.01.2015
Janinadl hat geschrieben:
Oje und so nahm das Grauen seinen Lauf^^ Aber eigentlich kann es ja auch nützlich sein:D
Danke für den Bericht!
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