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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Plastikfressende Pilze, plastikfreies Lego und jede Menge Mitmachmöglichkeiten


von Cookie
28.06.2015
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Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt selbst ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

Ist das Lego der Zukunft plastikfrei?

Wer von euch hat früher nicht mit Lego gespielt? Fast jeder kennt die kleinen bunten Steinchen, aus denen sich alle nur erdenklichen Fantasiewelten zusammenbauen lassen – und die aus Plastik bestehen. Im Jahr 2014 zum Beispiel stellte die Firma unvorstellbare 60 Milliarden Legobausteine her. Um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen, verbraucht Lego jährlich mehr als 6000 Tonnen Plastik. Plastikfreies Lego klingt bei diesem Ausmaß nahezu utopisch, aber genau das hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt. Um ein nachhaltigeres Material zu entwickeln, aus dem sich die beliebten Bausteine herstellen lassen, investiert Lego 1 Milliarde Dänische Kronen, eine Summe, die etwa 134 Millionen Euro entspricht. Ein Teil davon wird in ein Forschungszentrum in Dänemark investiert, in dem ab dem kommenden Jahr 100 Experten nach einer geeigneten Plastikalterative forschen sollen. Zudem plant Lego, die Verpackungen der Produkte umweltfreundlicher zu gestalten. In einem Langzeitplan verkündet das Unternehmen, dass bis 2030 nachhaltige Alternativen sowohl für Verpackung als auch für Rohstoffe gefunden und eingesetzt werden sollen.

(c) www.pixabay.com Alexas_Fotos

Plastikfressende Pilze könnten Müllhalten aufräumen

Eine Lösung, wie man bereits vorhandenes Plastik auf Müllkippen schneller zersetzen könnte, wurde nun vielleicht von ein paar Yales Studenten gefunden. Oft dauert es hunderte oder gar tausende Jahre, bis Plastik sich zersetzt. Ein Grund dafür ist, dass Plastik von Mikroorganismen meist nicht als Nahrung angesehen wird. Im Regenwald Ecuadors sind die Studenten nun allerdings auf eine neue Pilzart gestoßen, die anscheinend großen Hunger auf das Polymer Polyurethan, das für so ziemlich alle Plastikgegenstände genutzt wird, hat. Diese bisher unbekannte Pilzart scheint die erste zu sein, die allein auf der Basis von Polyurethan überleben kann und das sogar in einer sauerstofffreien Umgebung. Das bedeutet, man könnte diese Pilze auf dem Boden von Müllhalten einsetzen, um sie dort quasi Kunststoffmüll auffuttern zu lassen. Ob dies tatsächlich eine Lösung ist, unsere Welt vom Plastikmüll zu befreien, muss allerdings erst noch erforscht werden.

(c) www.pixabay.com mauriceangres

Entdecke Mikroplastik mit dem Smartphone

In den vielen Jahren, die Plastik braucht, um sich zu zersetzen, zerfällt es oft in immer kleinere Teile. Bei denjenigen, die nicht größer als 5 Millimeter sind, spricht man von Mikroplastik. Dieses befindet sich mittlerweile fast überall, zum Beispiel im Wasser, und kann meist auch von Kläranlagen nicht aussortiert werden. Genaueres zum Mikroplastik hat euch Carina hier schon einmal erklärt. Mikroplastik entsteht allerdings nicht nur aus größeren Plastikteilen, sondern wird auch für Kosmetikprodukte wie zum Beispiel Peelings verwendet. Wie erkenne ich jetzt, ob sich in meinen Kosmetikartikeln Mikroplastik befindet? Das ist nicht immer ganz einfach. Findest du bei den Inhaltsstoffen zum Beispiel "Polyethylen" (PE), "Polypropylen" (PP), "Polyamid"(PA) oder "Polyethylenterephtalat" (PET), ist ganz sicher Mikroplastik enthalten. Allerdings gibt es auch noch andere Stoffe mit deutlich komplizierteren Namen. Hilfreich ist hier zum Beispiel die Liste vom BUND, in der mikroplastikhaltige Produkte aufgeführt sind. Für alle, die diese aber nicht bei jedem Einkauf durchforsten möchten, gibt es praktische Apps fürs Smartphone. Zum einen Codecheck, die nicht nur über Mikroplastik, sondern auch über andere bedenkliche Inhaltsstoffe aufklärt. Dazu muss man lediglich den Barcode des Produkts scannen. Beat the Microbead hingegen ist ganz auf die Erkennung von Mikroplastik ausgerichtet. Entwickelt wurde die App 2012 von zwei niederländischen NGOs. Scannt man ein Kosmetikprodukt, zeigt eine Farbkodierung, ob es Mikroplastik enthält. Bei Rot ist dies der Fall, bei grün nicht und bei orange ist zwar noch Mikroplastik enthalten, die Hersteller haben aber versprochen, dies zu ändern.

(c) www.pixabay.com Kaboompics 

Selbst aktiv werden

Neben dem Kauf von mikroplastikfreien Produkten, könnt ihr selbst noch viel mehr tun:

Kommt zum plastiktütenfreien Tag nach Berlin!

Am 3. Juli ist der internationale plastiktütenfreie Tag. Zu diesem Anlass findet am Alexanderplatz in Berlin ein Aktionsfest statt, bei dem die WWF Jugend natürlich nicht fehlen darf. Dort werden jede Menge interaktive Aktionen rund ums Thema Plastiktüte angeboten. Was genau dich erwartet und wie du mitmachen kannst, erfährst du hier.

Petitionen

Berlin ist zu weit weg und du hast keine Zeit? Macht nichts, aktiv werden geht auch in wenigen Minuten auf der Couch zu Hause, indem du diese beiden Petitionen unterschreibst:

Die Kinder von Bye Bye Plastic Bags wollen ihre Heimat Bali von den lästigen Tüten befreien. Gib ihnen hier deine Unterschrift.

Coca Cola will die Mehrwegflaschen aus dem Sortiment nehmen. Hilf mit deiner Unterschrift, das zu verhindern!


(c) www.pixabay.com dbmcclay

Plastik-Pause – wie ging es bei euch weiter?

Hier ein Aufruf an alle Teilnehmer unserer Aktion Plastik-Pause:
Viele von euch haben nach dem Experiment beschlossen, ihren Plastikkonsum auch weiterhin einzuschränken. Die Aktion ist nun schon fast ein halbes Jahr her und ich möchte von euch wissen, wie sich euer Umgang mit Plastik seither verändert hat. Eure Erfahrungen möchte ich gerne in einem Bericht veröffentlichen. Wenn ihr eure Erkenntnisse und Gedanken also teilen wollt, freue ich mich auf eure Nachrichten!

(c) Martin K./WWF

Unsere Gruppe

In unserer Gruppe Gemeinsam gegen den Tütenwahnsinn planen wir Aktionen, tauschen Neuigkeiten rund ums Thema Plastik aus und geben uns gegenseitig Tipps zum plastikfreien Leben. Schaut mal vorbei!

Tütenverbot auf Mauritius
Zum Ende noch eine gute Nachricht: Die Regierung auf Mauritius hat verkündet, Plastiktüten ab dem nächsten Jahr zu verbieten. Welche Ausnahmen es zum Beispiel aus Hygienegründen geben wird, muss allerdings noch diskutiert werden.

Quellen: 

http://news.islandcrisis.net/2015/04/plastic-bags-or-no-plastic-bags-in-mauritius/
http://en.indian-ocean-times.com/Mauritius-Prohibition-of-plastic-bags-on-the-island-in-January-1-2016_a5391.html
http://www.utopia.de/magazin/mikroplastik-kosmetik-produkte
http://www.beatthemicrobead.org/de/kurzer-uberblick
http://www.utopia.de/magazin/app-codecheck
http://www.huffingtonpost.com/2015/06/24/lego-plastic-sustainable-materials_n_7651190.html
http://www.lego.com/de-de/AboutUs/responsibility/environment/progress
http://truththeory.com/2015/06/02/newly-discovered-fungus-could-rid-landfills-of-plastics/

Titelbild: www.pixabay.com rkit

 

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Kommentare (3)
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02.07.2015
BlueLikeTheSky hat geschrieben:
Super spannender Bericht! :) Hab mir sofort die App Codecheck heruntergeladen und ausprobiert. Bin sehr zufrieden, danke für den Tipp!
Es wäre echt der Hammer, wenn die plastikfressenden Pilze bald erforscht und eingesetzt werden können, bin mal gespannt wie es in Zukunft damit aussieht!
Außerdem denke ich, alle Länder können sich an Mauritius ein Beispiel nehmen :)
30.06.2015
LSternus hat geschrieben:
Plastikfreies Lego, klingt cool.
Und der plastikfressende Pilz klingt wahnsinnig interessant.
30.06.2015
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Danke für diesen spannenden Bericht. Die Nachricht von den plastikfressenden Pilzen lässt ja mein Herz höher schlagen. Ich bin gespannt, ob man da nochmal etwas von hört!
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