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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Plastik-Pause: Blick hinter die Kulissen


von lolfs
12.02.2015
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Am 26. Januar starteten wir ein Experiment, an dem ihr fleißig teilgenommen habt. Eine Woche lang hieß es, so wenig Plastik wie möglich zu verbrauchen. Doch wie kam es zu dieser Aktion und was haben wir mit der Plastik-Pause erreicht? - Einen Blick hinter die Kulissen gibt es jetzt.

Am Anfang war die Aktion. Wie die Aktion? - Normalerweise kommt doch zuerst die Idee. Ja, aber mit der Aktion meinen wir nicht das Experiment, sondern die Aktionswoche der Trashbusters. Dort wollten wir wie 2013 mit einer eigenen Aktion teilnehmen. Doch die Aktionswoche überschnitt sich mit der Silent Climate Parade, auf die sich die WWF Jugend konzentrieren wollte und bei der sie auch stark vertreten war. Unsere Plastik-Pause sollte also verschoben werden, und das war gut so. Denn zu dem Zeitpunkt hatten wir bis auf eine grobe Idee noch nichts.

Thema "Plastik" steht und weiter? - Viele von uns hier kennen das sicherlich: Wir haben ein Thema, welches für uns wichtig ist. Doch wie können wir das Thema nun anderen näher bringen? - Da gibt es viele Möglichkeiten. Wir können in der Community Berichte schreiben, Diskussionen in den Gruppen starten oder auch auf die Straße gehen und mittels Infoständen und Flyern die Passanten informieren. Doch wir wollten mal etwas anderes. Doch nur was? Grübeln war angesagt. Wie könnten wir die Plastikproblematik anderen näher bringen? - Was ist überhaupt die Problematik? - Ja klar ihr kennt die Kehrseite des Plastiks: Es ist einfach überall und unersetzlich. Nach der üblichen Lebensdauer dauert es Ewigkeiten, bis es abgebaut ist, oftmals auch in der Natur, wo es Schaden anrichtet. Nun gut, und weiter? Ist es denn wirklich so oder ist das einfach eine Behauptung, die jeder glaubt, ohne zu hinterfragen. Solche Behauptungen gibt es ab und zu wie bspw. das Internetnutzer niemals scrollen. Oder, dass in der Kinowerbung ein Spot über Cola den Verkauf fördert. Oder, okay, das führt gerade ein wenig vom Thema weg. Also, probieren wir es doch einfach aus, ob Plastik wirklich überall und unersetzlich ist.

Eine Woche lang kein Plastik verwenden, so war die Ursprungsidee und entstand aus der Idee des 2015-Experiments. Ich persönlich hätte es so gemacht, wie ich es in diesem Experiment erlebt hatte. Zwei Wochen vor Beginn des Experiments wird über das anstehende Experiment informiert und aufgefordert mitzumachen. Während oder am Ende des Experiments verfasst jeder einen Bericht zu den erlebten Erfahrungen. Doch dem Planungsteam war das zu wenig. Mit dieser Methode hätten wir vielleicht einige Teilnehmer erreicht und die Mitglieder der WWF Jugend. Doch wollen wir auch, dass viele teilnehmen, dass die Informationen auch nicht WWF Jugend-Mitglieder erreichen und, dass wir noch etwas für den WWF tun. Somit ist weiterhin Grübeln angesagt.

Wie schaffen wir es, dass viele Mitglieder am Experiment teilnehmen. Ein Bericht dafür ist vielleicht zu wenig. Zumal es auch Tage gibt, an denen so viele Berichte verfasst werden, sodass ein Bericht schnell von der Startseite verschwunden ist. Also, schreiben wir doch einfach mehrere Artikel.

Die einzelnen Themen der Berichtsreihe sind schnell gefunden: Ein Bericht über das anstehende Experiment, einer über die Familie Krautwaschl, einer über Müll allgemein, einer über die Geschichte des Plastiks, einer über die Problematik des Plastiks und einer über andere Initiativen gegen Plastik. Doch wer schreibt die ganzen Berichte, das Planungsteam besteht um ehrlich zu sein gerade mal aus Anne und mir. Und ob wir die Zeit haben für die Berichte zu recherchieren, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Gut, dann holen wir noch jemand mit ins Boot. Wir hatten die Wahl: Wollen wir die Redaktion oder die Berichtspaten bitten uns zu unterstützen. Die Berichtspaten sind engagierte WWF Jugend-Mitgliedern, die gern anderen beim Recherchieren und Verfassen eines Berichts helfen. Das klingt doch interessant, daher wollten wir mal dieses Angebot testen. Die Paten haben uns somit viel Arbeit abgenommen und wir sind froh über jeden einzelnen Bericht. An diese Stelle bedanken wir uns bei Carina, Janinadl, RichardParker und Ronja96.

Ein weiterer wichtiger Punkt unsere Aktion ist die Unterstützung des WWF. Das Experiment allein unterstützt den WWF nur indirekt. Die aktive Unterstützung fanden wir auch recht schnell. Wir verbinden die Aktion mit einer Spendensammelaktion. Wenn man mit Plätzchen backen schon den WWF helfen kann, kann das unser Experiment doch schon lange. Hierfür wagten wir ein weiteres Experiment.

Wir haben uns mehrere Fundraisingplattformen angeschaut, doch fanden wir keine Plattform, die uns das geboten hat, was wir am Anfang wollten: Einfach eine Aktion anlegen in der man beschreibt, was man in der Aktionswoche macht. Wenn der Internetnutzer diese Aktion sieht, kann er diese Aktion mit einer Spende unterstützen. Betterplace schien die beste Alternative für unser Vorhaben zu sein. So beschäftigten wir uns mit der Materie. Nach einem kurzen Austausch mit den Betreibern von Betterplace scheint unser Vorhaben zu funktionieren. Die Projektseite ist schnell angelegt und nun auf "Projekt freischalten" klicken. Tja, was soll man sagen, da haben wir wohl was missverstanden. Das Projekt, welches von uns angelegt wurde, wurde abgelehnt. Das Projekt muss der WWF selbst anlegen und verwalten. Dabei wollten wir die Arbeit für den WWF gering halten. Nun gut, was muss, das muss. So haben wir Marcel, unseren Communitymanager, kontaktiert. Er hat uns den Kontakt mit Stefan, dem WWF-Verantwortlichen für Betterplace, hergestellt. Stefan hat dann letztendlich das Projekt auf betterplace.org erstellt. Nun hieß es noch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu schreiben und: Voila! - Die Spendenaktion kann beginnen. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Marcel und Stefan. Aber auch ein großes Danke an midori und Anais, welche die Aktion hier in der Community verbreiten. Sei es durch Erwähnungen des Experiments in Berichten, Teasern oder auf der Plastik-Kampagnen-Seite.

So, nun haben wir doch alles. Wir haben die Aktion, wir haben die Berichte und wir haben die Spendenseite. - So geschrieben sieht das für mich aus, als ob die Planung schon geplant und strukturiert war. Doch wir sind hier beim Blick hinter den Kulissen.

Wie es begann

Nachrichtenstream während der Planung

Nachrichtenstream während der Planung

 

Wie wir auf den Aktionszeitraum kamen? - Wie gesagt, sollte es zuerst ein Beitrag zur Trashbusters-Aktionswoche werden, doch dann:

Nachrichtenstream während der Planung

Nachrichtenstream während der Planung

Nachrichtenstream während der Planung

Nachrichtenstream während der Planung

Ja, richtig gelesen, eigentlich solltet ihr während des Experiments auch noch Müll sammeln, und zwar ohne Plastikmüllbeutel.

 

Planung der Berichtsreihe

Nachrichtenstream während der Planung

Nachrichtenstream während der Planung

Und so hangelten wir uns an den verschiedenen Punkten entlang, bis wir letztendlich unsere Themen hatten, diese in eine Reihenfolge gebracht haben und zu jedem Bericht das Datum hatten, an dem der Bericht veröffentlicht werden soll. Und dann wurde diese Informationen in der Berichtspaten-Gruppe geschrieben, wo wir letztendlich auch unsere Autoren gefunden haben.

Gruppennachricht: Suchen Autoren!

 

Wie ihr sehen könnt, steckt schon ein wenig Arbeit dahinter. Daher kann man auch nicht immer ein Punkt nach den anderen abgearbeitet werden. Während der Planung gab es immer wieder verschiedene Stellen, an denen wir zeitgleich arbeiten konnten und mussten. Sonst wären wir wahrscheinlich heute noch nicht fertig mit der Planung. Ein Nachteil an der gleichzeitigen Bearbeitung der verschiedenen Punkten: Es kann schnell unübersichtlich werden. Wenn man bspw. gesagt hat, der Bericht X soll am 12. online gehen, dann sucht man in der (mittlerweile 100 Nachrichten-)-Nachricht einfach ewig. Und ob das der aktuelle Stand ist, oder ob die Veröffentlichung auf den 14. verlegt wurde, weiß man noch immer nicht. Daher war klar, wir müssen uns irgendwo einen Ablaufplan oder eine Todoliste anlegen.

Todo-Liste

 

Die Liste war am Anfang natürlich nicht so ausführlich. So zeigten sich viele kleinere, aber wichtige Punkte erst im Gespräch miteinander: Der Aktionsname, ein einheitliches Titelbild, den Verweis auf die Aktion am Ende eines Berichts aus der Berichtsreihe, ein Kalendereintrag, … .

Ja, wie wollen wir eigentlich die Aktion nennen? - Dazu haben wir euch in der Tüten-Wahnsinn-Gruppe um Hilfe gebeten. Dabei kamen einige Namensvorschläge zustande. Wir wägten die einzelnen Vor- und Nachteile ab und gaben euch dann drei Namensvorschläge in der "kurzen Frage" zur Auswahl: Kein Platz für Plastik, Replace! oder Plastik-Pause. Mit 17% zu 39% zu 45% (das zusätzliche Prozent ist wohl ein Rundungsfehler ;) gewann der Vorschlag "Plastik-Pause".

Der Name steht, das Titelbild kann erstellt werden. Der Name stand erst am 19. Dezember fest. In etwa einer Woche soll der erste Bericht mit dem Titelbild veröffentlicht werden. Das heißt nun noch mal Stoff geben. So ein Titelbild malt sich schließlich nicht von selbst. Es müssen Ideen/Bilder entwickelt werden, welche das Thema unterstreichen, welche zum Titel passen und natürlich, welche auch zur WWF Jugend passen. Dann sind Bilder auch immer noch Geschmackssache. Vielleicht findet man als Einziger das Bild toll, alle anderen finden ein anderes viel besser, wo man sich an den Kopf fassen möchte. Also, eine Woche für ein Titelbild, welches zur Wiedererkennung genutzt werden soll, ist vielleicht ein wenig kurz. Daher wurden schon vor der Aktionsnamen-Umfrage Ideen gesammelt. Während der Umfrage konnten diese verfeinert werden. Und nach Abschluss konnten wir uns für ein Bild entscheiden. Das folgende Bild zeigt noch eine Idee aus der Zeit vor der kurzen Frage.

Anderer Titelbild-Vorschlag

Einiges an Orga liegt nun hinter uns, viel haben wir gelernt. Eine Aktionsidee entsteht aus dem Ziel, was man erreichen möchte. Also, versucht euch nicht eine coole Aktion auszudenken und danach ein passendes Thema zu finden, sondern sucht euch das Thema aus und schaut, welche Aktion dieses Thema unterstreichen würde. Wenn ihr dann ein Thema und eine passende Aktionsidee habt, sucht euch jemanden, der euch dabei unterstützt. Es ist immer gut eine zweite Stimme zu hören, oder auch weitere Stimmen. Das reduziert den Aufwand für den Einzelnen und steigert die Motivation und die Freude am planen. Weiterhin können die Stimmen natürlich auch über die Berichte lesen, die ihr veröffentlichen wollt. Das macht immer Sinn, denn nicht immer kommt beim Empfänger (der Leser) das an, was der Sender (der Autor) abgeschickt hat. Und dieser Probelauf ist ein Schritt in Richtung besserer Bericht. Die Berichte, die ich im Rahmen des Experiments geschrieben habe, hat bspw. Anne gegengelesen. So sah die erste Überarbeitung des Ankündigungsberichts ziemlich pink aus. Pinke Textstellen kennzeichnen die Änderungen.
Erste Änderungen im Ankündigungsbericht

An dieser Stelle bedanke ich mich herzlichst bei Anne für ihren vollen Einsatz bei dieser Aktion.

Somit haben wir den mehr oder weniger objektiven Teil des "Hinter den Kulissen" abgeschlossen. Nun fragen wir doch mal die Einzelnen.

Anne, welche Momente haben dir an der Plastik-Pause am meisten Spaß gemacht?
Was mich mit unglaublich viel Freude erfüllt hat, war zu sehen, mit wie viel Engagement sich die Teilnehmer in das Experiment gestürzt haben. Martin, du erinnerst dich sicher noch daran, wie ich die ganze Zeit Angst hatte, dass wir die Regeln zu streng formulieren und keiner mitmachen will, oder? Ich glaube, diese Sorge war unbegründet, so begeistert wie die WWF Jugend ans Werk gegangen ist und wie konsequent viele gehandelt haben. In jedem Bericht habe ich neue Inspiration für meine eigene Plastik-Pause gefunden und es ist unglaublich spannend, mitzuverfolgen, wie die Community das Experiment erlebt.
[Anmerkung: Ja, an diese Diskussion kann ich mich noch gut erinnern.]

Anne, gab es Situationen / Momente, die du bei der Plastik-Pause verfluchen hättest können?
Nein, die Plastik-Pause habe ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt verflucht. Klar, manchmal wenn man dann total kaputt von der Uni nach Hause kommt und einen noch kilometerlange Mails zur Planung erwarten, möchte man einfach nur Laptop aus dem Fenster werfen und sich ins Bett legen, aber letzten Endes macht die Planung dann doch Spaß. Besonders wenn man dann die ersten positiven Reaktionen aus der Community kommen, ist der Stress schnell vergessen. Ein bisschen Panik bekam ich bei der Plastik-Pause allerdings, als recht kurz vor Aktionsbeginn immer noch nicht fest stand, ob wir betterplace.org nutzen können.

Martin, welche Momente haben dir am meisten Spaß gemacht?
Diesen Bericht hier zu verfassen. Es macht mir gerade total Spaß das Experiment noch mal im Schnellverfahren zu durchleben. Des Weiteren habe ich mich total gefreut, als die erste Spende für den WWF eingetroffen ist. Und als die Teilnehmerzahl die 30 überstiegen hat, und der erste Bericht eines Teilnehmers vor dem Experiment, und eigentlich alles, was mir gezeigt hat, dass das Experiment ankommt und nicht für die Katz ist.

Martin, gab es Situationen / Momente, die du verfluchen hättest können?
Da gibt es tatsächlich zwei Dinge:
Erstens, als das erste Projekt von uns auf Betterplace nicht freigegeben wurde. Glücklicherweise hat uns dann der WWF weitergeholfen, sodass wir über Betterplace noch Spenden sammeln konnten.
Zweitens, als ich das Titelbild im ersten Bericht gesehen habe. Ich finde es gut, doch hat es scheinbar ein doofes Format. So wird es als Titelbild immer angeschnitten. Aber glücklicherweise kann man den Schriftzug noch immer lesen.

Marcel (Community-Manager), passt das Experiment überhaupt zum WWF und zur WWF Jugend?
Auf jeden Fall passte es zur WWF Jugend! Die Plastik-Pause war ein typisches Beispiel, wie kreativ und innovativ die WWF Jugend ist. Unser Wunsch war immer: Die WWF Jugend soll ein Raum sein für alle, die ihre Ideen für den Naturschutz verwirklichen wollen. Der WWF schreibt euch nicht einfach vor, was ihr tun könnt, sondern ihr gestaltet eure Kampagnen selbst. Der WWF will euch dabei unterstützen, und so kann aus der Idee von einigen ein Top-Thema für die komplette WWF Jugend werden. Deshalb freue ich mich immer riesig, wenn solche Initiativen entstehen. Das Thema Plastik ist ein sehr wichtiges Thema: Mit dem ganzen unnötigen Plastik, das tagtäglich durch unsere Hände wandert, belasten wir unseren Planeten - obwohl es nicht sein muss. Ich bin total stolz, dass die WWF Jugend mit ihren Aktionen darauf aufmerksam macht und konkret dazu beiträgt, die Menschen zum Umdenken zu bewegen. Denn es gibt Alternativen.

Martin, wo steckt deiner Meinung nach der größte Aufwand bei der Planung?
Vor der Aktion, die dann die Community mitbekommt, muss einfach 'ne Menge gemacht werden. Wobei "machen" an der Stelle vielleicht das falsche Wort ist. Bspw. die Findung des Aktionsnamen: Hier stellt sich die Frage, wie man diesen findet. Wir hätten auch einfach einen Namen uns ausdenken können, ohne die Community zu fragen. Oder wir denken uns drei aus, und stellen diese drei via kurzer Frage zur Auswahl. - Letztendlich haben wir die Community zuerst um Vorschläge gebeten, haben dann diese genauer betrachtet und haben dann noch mal drei der Vorschläge via kurzer Frage zur Auswahl gestellt. Und so geht es weiter. Berichte schreiben ist die eine Sache, aber was soll überhaupt der Inhalt des Berichts sein, sollten wir das Thema nicht lieber teilen und diese zusammennehmen. Das sind Absprachen / Diskussionen, die man in der Planungsphase führt. Bei diesen Diskussionen ist es natürlich wichtig, dass man konstruktiv bleibt. Also, dass man seine Einwände und Entscheidungen erklärt, damit die anderen den Gedankengang nachverfolgen können. Ich finde, dass das bei uns super geklappt hat. Mal abwarten, ob Anne da andere Meinung ist.
Natürlich, die Berichte zu schreiben und zu veröffentlichen, das Titelbild erstellen, die Namensvorschläge auszuwerten, die Projektseite zu aktualisieren sind auch alles Aufwände - auch nicht nur kleine - die "gemacht" werden müssen. Aber es ist eben auch nicht alles, sondern nur ein Teil des Ganzen. Letztendlich machen die vielen kleinen Sachen den großen Aufwand.

Anne, wo steckt deiner Meinung nach der größte Aufwand bei der Planung einer Aktion?
Der größte Aufwand ist eigentlich, überhaupt in die Wege zu leiten, dass eine Aktionsidee Wirklichkeit wird. Da müssen unglaublich viele E-Mails und Nachrichten geschrieben werden, Pläne, die man hatte, gehen nicht auf und man muss sich etwas Neues überlegen... Da muss man wirklich gut organisiert sein und sich einen großzügigen Zeitplan erstellen, damit das ohne größere Probleme funktioniert. Danach kommt das Bekanntmachen der Aktion: Berichte und Kommentare schreiben und Werbung in den Gruppen machen. Das kann auch ganz schön viel Zeit in Anspruch nehmen.

Martin, du hast das Aktionslogo entworfen. Was hat dich auf die Idee zu dem Logo gebracht?
Wie bereits geschrieben, sammelt man für so ein Titelbild mehrere Ideen. Die Idee für dieses Bild entstand aus dem Namensvorschlag "Replace!" für die Aktion. Während der Entstehung stellen sich jedoch verschiedene Fragen, welche letztendlich das Ergebnis beeinflussen. So stellte sich mir bspw. die Frage, ob das Bild selbsterklärend sein müsse oder nicht. Wenn es sowieso immer mit dem Titel der Aktion erscheint, kann man andere Ideen sammeln. Eine weitere wichtige Frage ist auch immer die Frage nach den Lizenzen der verwendeten Bilder. So kann man nicht einfach Bilder, die vielleicht super passen, einfach verwenden. Zum Thema Bildrechte gab es hier in der Community auch einen super Tipp der Woche! Dann wird das Bild natürlich auch vom Thema und Titel der Aktion beeinflusst. Thema stand fest, eine Woche kein Plastik verwenden stattdessen Alternativen finden. "Replace!" passt an sich. Wie könnte man nun das "Ersetzen" visualisieren. Mit einem fotorealistischen Bild wird es schwierig, also dann wohl eher eine Grafik. Trotzdem fiel mir kein gutes Motiv ein. Ich dachte an mein Studium. Dort musste ich mal von einem beliebigen Buchstaben drei verschiedene Fotos machen. Ein und derselbe Buchstabe kann so unterschiedlich aussehen. So entschloss ich mich, einfach mal den möglichen Titel auf meine virtuelle Arbeitsfläche zu platzieren. Plastik … ersetzen … *grübel* … *Bilder auf der Arbeitsfläche hin und herschieben* … *Wasserfalsche aufs ! gelegt.* ... Die Idee war da. Doch sehen die Fotos von den Plastikgegenständen so unterschiedlich aus, dass man das nicht wirklich so nutzen kann. Zumal ich nicht die Rechte an den Bildern habe und somit nicht verwenden darf. So hatte ich nun die Wahl entweder die passenden Gegenstände selbst in einem einheitlichen Stil zu fotografieren oder eben die Gegenstände als Grafiken darzustellen. Ich entschied mich schließlich die Gegenstände als Grafiken umzusetzen, da dies vom Stil eher zur WWF Jugend passt. Dann noch schnell die Farben der WWF Jugend WWF Jugend verwenden und schon ist es fast fertig. Doch nur der Schriftzug allein wirkte auf mich wie im Nichts verloren, also vielleicht noch ein Hintergrundbild einfügen. Da entschied ich mich recht schnell ein Bild auszuwählen, welches ein weiteres Ziel unser Aktion visualisiert - Ein Bild von der Bergung von Geisternetzen aus der Ostsee.

Anne, würdest du bei der nächsten Aktion anders an die Organisation ran gehen?
Die Organisation der Plastik-Pause war eine der Erfolgreichsten, die ich bisher erlebt habe. Wir waren zwar ein sehr kleines Team, aber die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert und auch die Zeiteinteilung hat größtenteils hingehauen. Da gibt es eigentlich wenig, was ich ändern würde. Allerdings würde ich nächstes Mal gerne mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben, damit die Erfahrungen und unsere Botschaft weiterverbreitet werden, denn das haben die vielen tollen Berichte hier definitiv verdient. Auch würde das sicher mit dem Spendensammeln helfen. Das war unser erster Versuch in Sachen Online-Fundraising, und während ich das hier schreibe, ist das Ergebnis der Spendenaktion noch nicht klar, aber es wird vermutlich nicht allzu viel zusammenkommen. Da müssen wir sicher noch diskutieren, woran das lag und was wir besser machen können.

Marcel (Community-Manager), hattet ihr irgendwann irgendwelche Bedenken im Bezug auf das Experiment?
Dieses Experiment war wirklich hart. Wir hatten schon einmal vor ein paar Jahren ein ähnliches Experiment, bei dem es darum ging, dass 15 Jugendliche eine Woche lang nur halb so viel CO2 verursachen wie im normalen Alltag. Diese krasse Stromeinsparung haben einige nicht gepackt. Das Plastik-Experiment war mindestens so anspruchsvoll. Auf alle Plastikprodukte im Alltag zu verzichten war den Teilnehmern quasi unmöglich - was mach ich mit meinem Handy, meiner Zahnbürste, meinem Computer, wo überall schon Plastik drin ist? Aber zumindest haben viele den Verbrauch von neuen Plastikprodukten und -verpackungen in der Woche stark verringert. Keine Extra-Tüten, Extra-Tuben, Extra-Folien... Und das bringt schon sehr viel! Wenn man so ein Experiment nicht schafft, ist das überhaupt keine Schande! Im Gegenteil: Alle Teilnehmer waren echt mutig. Es ging ja vor allem darum, bei den Menschen das Nachdenken anzuregen, und das ist euch absolut gelungen. Wir finden, solche Experimente sind eine super Idee, um Umweltthemen auf eine ganz andere Weise eindringlich zu vermitteln - und sie sind neben dem Dschungel-Camp-TV-Müll eine echt spannendere und sinnvollere Alternative.

Anne, möchtest du noch etwas los werden?
Loswerden möchte ich eigentlich nur noch mal, wie dankbar ich dafür bin, dass so viele mitgemacht haben und wie viel Einsatz ihr alle gezeigt habt!

Martin, möchtest du noch etwas los werden?
Nicht viel, nur, wenn auch ihr ein Thema mit Aktionsidee habt und Unterstützung sucht, dann schreibt in der Aktionsteamer-Gruppe einfach einen Beitrag. - Und: Danke fürs Mitmachen!

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Kommentare (2)
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16.02.2015
lolfs hat geschrieben:
Wir kommen auf 150 Euro. Damit helfen wir bei der Finanzierung der Miete eines Fischkutters samt geschulter Besatzung, plus ein bisschen mehr.
14.02.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Sehr interessant! :-) Wisst ihr inzwischen, wie viel Geld alles in allem während des Experimentes gesammelt wurden?
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