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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Neues aus Südafrika #4


von peacemeinfreund
19.02.2015
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Vor rund drei Wochen konntet ihr von mir lesen wie es so ist das Experiment zu wagen in Südafrika ohne Plastik zu Leben. Das es dabei eher schlecht als recht ging hat mich nicht weiter gestört, das Experiment erfüllte bei mir einen ganz anderen Zweck. Sich umzusehen und zu erkennen, was nicht nur ich sondern viel mehr die anderen täglich an Plastik benutzen.


Die Gartenarbeit

Wie ihr sicherlich in meinem ersten Artikel gelesen habt, verbringe ich die Hälfte meines Tages im Garten. Wenn ich mich sehr strickt an das Experiment gehalten, dann hätten sie im Garten wahrscheinlich eine Woche lang ohne mich auskommen müssen. Denn unsere Hauptaufgabe ist es täglich den Spinat in den Tunnel zu gießen, der Tunnel selber gesteht aus Plastikstäben und einem Plastiknetz. Die Tunnel sind gespendet worden, doch meiner Meinung nach sind sie nicht sehr langlebig bzw. Wirken sie nicht sehr robust. Im Faranani Garten sehen sie nach fast sechs Jahren noch recht passabel aus, im Waterworks Garten sind die Tunneln allerdings dem ständigen Wind ausgesetzt und haben sich mit Hilfe der Sonne mittlerweile rechtstark verbogen. Der Spinat in den Tunneln ist in kleinen Plastiksäcken gepflanzt worden, jeden morgen muss jeder Plastiksack einzeln mit dem Wasser gegossen werden. Um die Pflänchen zu wässern nutzen wir große Plastikeimer und eine alte Metalldose, da jeder Plastiksack eine volle Metalldose erhält. Der große Tunnel hat dagegen ein Beregnungs system, welchen mittlerweile funktioniert und hier besteht nur die Außenhülle aus einer dünnen Folie, das Gestell selber ist aus Metall.

Das muss ich mir jeden morgen ansehen und innerlich weinen.. Die thermische Verwertung des Schulmülls

Die Schule
Den Garten den ich so gut wie täglich besuche ist der Faranani Garten, dieser befinde sich hinter der Faranani Grundschule. Aus diesem Grund durchlaufe ich täglich die Schule und hatte während meines Experimentes die besten ein Blick in deren Plastikkonsum. Die Kinder lernen natürlich mit den in Plastik eingepackten Büchern und schreiben mit ihren Kugelschreibern. Die Füller wie man Sie die meisten noch aus ihrer Grundschul Zeit oder ihn heute noch benutzten, kennen die Kinder hier eher nicht.
Jeden Morgen sehe ich wie der Hausmeister damit beschäftigt ist, denn ganzen Müll alleine nur vom vorhergien Tag ein zu kehren. Wenn sich an manchen Nachmittag die Schule wieder betraht konnte man nicht meinen das die Kinder seine Arbeit schätzen, über all fliegen keine Tütchen herum oder sammeln sich in den Abflussrillen. Die Kinder lieben hier die kleinen Chips Packungen, Bonbons und kleine Wassereis, die sie an den unglaublich vielen Ständen vor oder in der Schule kaufen können. Nicht nur das fast jedes Kind der 700 Grundschüler sich jeden Tag eines der Dinge in den kleinen Plastikverpackungen kauft, sondern fast die Hälfte der Kinder lässt dies dann auch an Ort und Stelle fallen an der sie es aufgegessen haben.
In der Schule kommt glücklicher Weise fast jeden Tag der Hausmeister und räumt hinter ihnen auf. Viel schlimmer sieht der COPESSA Park an manchen Tagen aus. Der Park wurde an einer ehemaligen freien, vermüllten Fläche angelegt und in dem befindet sich neben einem Spielplatz und einem Fußballplatz die Bibliothek, in dieser werden jeden Nachmittag Freizeit Möglichkeitenangeboten z.B. Lesen oder unsere Computer Kurse. Dieser Park befindet sich direkt neben der Schule und auf dem Weg dorthin sowie davor werden sehr gerne die Verpackungen fallen gelassen, obwohl sich direkt im Park ein Mülleimer befindet. Ein bis zwei Mal die Woche kommen ein paar Helfer von der Stadt um den Park auzuräumen, doch nicht immer bleibt deren Werk für längere Zeit erkennbar. Als ich letzten Freitag meinem Vater ein Foto von da schicken wollte, muss ich mich wirklich erst einmal genau über legen wohin ich die Kamera halte ohne das man zu viel Müll auf dem Foto erkennen kann.

Recycling & Dumping
Plastik ist ja nicht unbedingt in allen Fällen schlecht. Es ist vor allem immer eine Frage des Wiederverwendens oder des Recyclens. In Deutschland hat man das Glück sich bei den meisten Dingen über im klaren zu sein, dass es Recycled wird. Man nehme nur mal das Beispiel der Pfandflaschen. Bereits einige Male im Östereich Urlaub habe ich mitbekommen dürfen wie gut das Pfandsystem in Deutschland doch eigentlich ist, wenn ich wandern war musste ich ab und zu schon in Mitten der schönsten Natur Plastikflaschen oder Dosen liegen sehen. Klar, die Bierflaschen befinden sich meisten in einem Pfandsystem alle anderen Flaschen sind in einem solchen System noch nicht aufgenommen worden. In den Momenten in dem man über Recycling spricht, muss man oft über Dumping reden, denn auf Grund des Pfandflaschensystems neigen die meisten Menschen eher dazu sich zu bücken und die Natur vom Müll zu befreien. Dumping ist in Südafrika ein unglaublich großes Problem an den Straßenränden an den großen Highways findet man häufig immer wieder ein Schild das daraufhinweist nicht den Müll in die Natur zu entsorgen. Diese Schilder zeigen allerdings weniger Wirkung. Wie mir ein Kumpel erklärt hat sind die Südafrikaner von der Natur, dass ein solches Schild sie eher zum „rebelieren“ aufruft. Nach meinen ersten paar Tagen in Südafrika dachte ich mir beriets, also mit der WWF Jugend könnte man hier mehr als nur eine Müllsammelaktion im Jahr machen.
Jeden Dienstag, wenn die Müllabfuhr kommt denke ich mir eine „Plastik gehört daneben!“-Kampange, ähnlich wie die „Pfand gehört daneben!“ Kampange in Deutschland, sollte von der südafrikanischen Regierung ins Leben gerufen werden. Da einige Leute hier keinen festen Beruf haben, nutzen sie jede Gelegenheit der Selbsständigkeit. Neben dem Verkauft von Südwaren oder Obst am Straßenrand oder dem führen eines eigenen Tuck Shops (ein kleiner Tante Emma Laden), gibt es auch einige Müllsammler die den Plastik sammeln und ihn dann an Recycling Höfe verkaufen. Allerdings würde das Problem des Mülldumpings glaube ich nicht ändern, herumliegende Plastikflaschen und Dosen würden vielleicht nur durch ein Pfandsystem immer weniger werden. Doch selbst dann würden noch sonst sehr viel Müll weiterhin herumliegen, trotz das die Müllabfuhr kostenlos ist und für Mülldumping stark zur Kasse gezogen werden kann.


Im Gespräch mit einem Freund ist mir noch ein ganz anderer Aspekt aufgefallen, warum man denn den Müll von Plastik befreien muss – Eigentums und Grundstückswert. Er selber wohnt nicht in Soweto, sondern in einen Suburb von Joburg. Jeder Mensch ist doch viel eher dazu geneigt, ein Haus in einer sauberen sowie gepflegten Umgebung zu kaufen, anstelle in einer vermüllten. Wenn dort jemand seinen Müll nicht in der Mülltonne entsorgt, sondern anderweitig, stört dies keinen. Viel mehr wird sich gedacht, dass dadurch ein Job geschaffen, in dem Suburb von Joburg würde man dagegen gleich zur Kasse gebeten werden.

Im Park von COPESSA

Mülltrennung ist für mich hier auch nur bedingt möglich. Zum Glück arbeite ich im Garten mit, so dass ich meinen Küchenmüll dorthin mitnehmen kann. Bei Gläsern kann man sogar im doppelten Sinne etwas gutes leisten, zum einem wird das Glas zurück in den Wertstoffkreislauf gebracht und zum anderen gehen dafür Spenden an COPESSA. In unserem Park stehen zwei große Glaskontainer, die nicht nur versuchen sollen den Park Flaschen frei zu halten, sondern auch kleine Einnahmen erbringen sollen. Wie gut dies jedoch angenommen wird, konnte ich allerdings noch nicht wahrnehmen. Bisher ist mir kein anderer aufgefallen, der dort Flaschen wegbringt.

Auch an diesesm verlassenen Strand hat sich einiges angesammelt

Das war es auch schon, dabei muss ich dazu sagen, dass dies meine eigenen Eindrücke aus Soweto waren, ob dies auch auf die anderen Teile von Südafrika zu trifft kann ich leider nicht direkt sagen. Nach meinem Zwischenseminar und meinem Urlaub gemeinsam mit meiner Schwester könnt ihr dann lesen, wie es um den Tourismus und Ökotourismus steht. Es heißt weiterhin gespannt bleiben.

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Kommentare (2)
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21.02.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für deinen interessanten Bericht! Das scheint ja wirklich ein ganz schönes Problem mit dem Müll dort zu sein. Das ist wirklich traurig =(
20.02.2015
Ria2000 hat geschrieben:
Immer wieder das Plastikproblem...traurig! :( Aber dein Bericht ist echt interessant!:)
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