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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Müll aus der Tube - Mikroplastik auf dem Vormarsch


von JonathanBau
12.05.2016
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Nur mehrere Nano- oder Mikrometer sind die Plastikpartikel groß, um die es sich im Folgenden drehen soll - und jeder von uns nimmt sie täglich mit der Nahrung auf.

WARTE. WAS?

Studien haben in allerlei täglichen Nahrungsmitteln, wie Wasser, Bier oder Honig, synthetische Fasern nachgewiesen. Ein riesiges Desaster!

Doch wie entstehen die winzigen Killerpartikel überhaupt?

Man unterscheidet bei der Entstehung von Mikroplastik zwischen zwei Arten.

Primäres Mikroplastik bezeichnet die bewusste Herbeiführung von Mikroplastik, wie es z.B. bei vielen Kosmetika der Fall ist. Zum einen dienen die kleinen Partikel als Füllmittel, Bindemittel in Shampoos oder bei Badezusätzen. Zum anderen kommen sie auch oft als Granulat oder pulverisiert in Peelings vor und dienen zur Glättung bzw. Abtragung der Haut. Das Problem hier ist, dass die mikroskopisch kleinen Plastikpartikel so durch das Abwasser zu den lokalen Kläranlagen gelangen und diese leider nicht über die Technik verfügen, das Mikroplastik zu filtern. Es gelangt also ungefiltert in unsere Umwelt, die Gewässer und schließlich auch in die Meere. Immer mehr Unternehmen verzichten auf die Verwendung von Mikroplastik und entscheiden sich für umweltfreundliche Alternativen.

Sekundäres Mikroplastik entsteht hingegen beim normalen Verwitterungsprozess von größeren Kunststoffteilen.

Beide zusammen führen dazu, dass das Plastik über Jahrzehnte im Meer verbleibt und mit den Strömungen in allen Ozeanen verbreitet wird.

 

Tödliche Nahrung

Da Meeresbewohner (und natürlich auch andere Tiere) das Mikroplastik nicht von der eigentlichen Nahrung unterscheiden können, gelangt es so in die Mägen der Tiere. Da der Organismus das Mikroplastik nur sehr schwer abbauen kann, führt es immer wieder zu Problemen bei den Tieren, nicht selten auch zum Tod.

 

Kleidung aus Polyester und Acryl

Fast jeder hat ihn im Schrank. Den warmen Fleece Pullover für die kalten Tage im Winter. Nicht selten bestehen diese sogar aus Recyclingstoffen wie PET-Flaschen. Eigentlich hat man damit doch was gutes getan oder? Auf der einen Seite natürlich schon. Auf der anderen Seite gelangen bei jedem Waschgang von Kleidung, die überwiegend aus synthetischen Fasern besteht, fast 2000 solcher Fasern in das Abwasser.Wie bereits oben erwähnt haben die Kläranlagen keine Möglichkeit diese Fasern herauszufiltern. Sie gelangen also wieder quasi ungefiltert in das Ökosystem.

 

Polyester - Alternativlos?

Ganz klares NEIN! Neben Fleece-Textilien, ausgewählter Sportkleidung und vereinzelten Ketten (PRIMARK, KIK) wird Polyester oft gar nicht mehr verwendet.

Dennoch mein Appell an euch: Achtet darauf, dass eure Kleidung aus Baumwolle besteht (am besten aus Bio-Baumwolle von armedangels ;-)).

Eine andere Alternative zu Baumwolle ist übrigens Hanf. Dazu schreibe ich die nächsten Wochen mal einen neuen Bericht!

 

Habt ein schönes Wochenende! :)

 

Quellen: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/meere/131119_bund_meeresschutz_mikroplastik_produktliste.pdf; http://www.bund.net/mikroplastik; http://plastikmeer.plasticontrol.de/mikroplastik/fleece/; https://de.wikipedia.org/wiki/Mikroplastik

 

 

 

 

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Kommentare (4)
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09.06.2016
Fiene.Weber hat geschrieben:
Echt toller Bericht!
Find ich super, dass du dieses immer wichtiger werdende und leider noch viel zu unbekannte Thema hier mal angesprochen hast. Plastik, zum Beispiel im Grundwasser, stellt jetzt schon ein riesen Problem dar, obwohl die vollen Ausmaße noch gar nicht bekannt sind. Doch zum Glück greifen jetzt schon viele Marken bei der Herstellung auf alternative Produkte zurück, oder lassen die Plastikpartikel einfach ganz weg.
Wenn das nur alle tun würden...
18.05.2016
vince hat geschrieben:
Ein wirklich großes Problem.. bloß was gibt es für Alternativen (z.B. in Zahnpastas)?
18.05.2016
Wasserjunge hat geschrieben:
Ein sehr sehr wichtiger Beitrag, von dir, zum Thema!
Leider wissen viel zu Wenige, außerhalb der WWF Jugend, von den Gefahren von Mikroplastik, bzw wo dieses überhaupt drin ist oder dass es überhaupt existiert.
Früher oder später muss sich unsere Konsumgesellschaft der Verantwortung stellen und Mikroplastik komplett verbannen - hoffen wir sehr bald! :)
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