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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Mit Metallstrohhalmen und Holzfahrradhelmen in den plastikfreien Sommer


von Cookie
31.07.2016
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Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

Das gibt es diesen Monat:

- Mit Styropor-Verbot zur müllfreien Stadt
- Der nachhaltige Styropor-Ersatz
- Ruhe in Frieden, Plastiktüte
- Barcardi gegen Strohhalme
- Blutsauger plastikfrei vom Leib halten
- Lesestoff für die Ferien
- Selbst aktiv werden

(c) www.pixabay.com

Mit Styropor-Verbot zur müllfreien Stadt

Müllfrei werden bis 2020 – dieses Ziel hat sich eine US-amerikanische Stadt bereits 2002 gesetzt. Und zwar nicht irgendeine unbekannte Kleinstadt, sondern die viertgrößte Stadt Kaliforniens: San Francisco. Klingt nach völliger Utopie, aber die Stadt ist auf keinem schlechten Weg. Durch ein gut funktionierendes Recycling-Programm landet hier so wenig Müll auf Deponien wie sonst nirgends in den USA. Doch die Stadt ist nicht nur darauf bedacht, dass der anfallende Abfall wiederverwertet wird, sondern bemüht sich auch darum, die Müllberge insgesamt zu reduzieren. Auf dem Weg zu diesem Ziel steht nun der nächste Schritt an: Nach kostenlosen Plastiktüten und Plastikwasserflaschen sollen nun auch Styropor-Produkteverboten werden. Das Verbot betrifft neben Take-Away-Behältern, Coffee-to-go-Bechern und Verpackungschips auch Wasserspielsachen und Styropor-Kühlboxen. Für die meisten dieser Produkte gilt ab dem 1. Januar nächsten Jahres ein Verkaufsverbot. San Francisco zeigt, dass Zero Waste auch für ganze Städte durchaus umsetzbar ist und ist somit eine echte Vorbild-Stadt.

(c) www.pixabay.com

Der nachhaltige Styroporersatz

Styropor steckt nicht nur in Verpackungen und Badespielzeug, sondern als Dämmstoff in unseren Wänden und zum Schutz gegen Stöße in unseren Fahrradhelmen. Das muss aber vielleicht bald gar nicht mehr so sein, denn Forscher aus Schweden haben womöglich eine nachhaltigere Alternative entdeckt: Nämlich Holz. Genauer gesagt, Zellulose, der Hauptbestandteil von Holz. Mithilfe von proteinähnlichen Molekülen, die wie ein Stabilisator wirken, Wasser und Luft kann man aus den zerkleinerten Zellulosefasern styroporähnlichen Schaum herstellen. Einen Zellulose-Fahrradhelm gibt es sogar schon. Dieser besteht sogar komplett aus nachwachsenden Rohstoffen: Die Außenschale besteht aus Holzfurnier und die Riemen aus einem besonders starken japanischen Spezialpapier.

(c) www.pixabay.com

Ruhe in Frieden, Plastiktüte!

Mit seinen 11.000 Einwohnern kann Billerbeck zwar nicht ganz mit San Francisco mithalten, dafür versucht die Gemeinde aber auf unglaublich kreative Weise plastiktütenfrei zu werden. Dazu wurde der Plastiktütenmann Mr. Unplastic ins Leben gerufen, der regelmäßig durch Billerbeck läuft und Tüten einsammelt. Den Einwohnern ist er dort bereits wohlbekannt und so manch einem merkt man schon das schlechte Gewissen an, wenn er Mr. Unplastic mit einer Plastiktüte in der Hand über den Weg läuft. Nun hat der Plastiktütenmann auch seinen eigenen Song inklusive Musikvideo, in dem die Einwohner Billerbecks ihre letzten Plastiktüten feierlich beerdigen. So geht man mit Humor statt mit Belehrungen gegen die Plastikflut vor!

Barcadi gegen Strohhalme 

Wer sehnt sich in der Sommerhitze nicht nach einem fruchtigen Smoothie oder erfrischenden Cocktail? Bestellt man sich solch ein buntes Erfrischungsgetränk, bekommt man jedoch meist eine umweltschädliche Beilage mitgeliefert: Einen Strohhalm. Der eigentlich Plastikhalm heißen sollte, denn aus natürlichen Materialien besteht er in der Regel nicht. Allein in Deutschland werden jedes Jahr etwa 40 Millionen dieser Plastikröhrchen verbraucht, die, seien wir mal ehrlich, nicht wirklich notwendig sind. In den USA ist der Verbrauch an Trinkhalmen noch um einiges höher. Und lange nicht alle davon landen im Mülleimer: Strohhalme sind der am fünfthäufigsten aus dem Meer gefischte Gegenstand und gefährden Wasserlebewesen maßgeblich. Barcadi möchte dem Wahnsinn ein Ende machen und klärt Besucher ihrer Gin-Destillierie in England über die Probleme auf, die die kleinen Röhrchen verursachen. Bei Veranstaltungen auf dem Hauptsitz in Florida werden alle Getränke nun strohhalmfrei serviert, wodurch immerhin 12.000 Trinkhalme jährlich eingespart werden sollen. Hoffentlich nehmen sich noch viele weitere Unternehmen ein Beispiel an Barcadi. Bis dahin kann jeder von uns selbst versuchen, die Strohhalmflut einzudämmen, indem wir Strohhalme in Restaurants gleich bei der Bestellung abbestellen. Für wen das Trinkröhrchen einfach zum Cocktailgenuss dazugehört, der sollte sich einen wiederverwendbaren Edelstahlstrohhalm wie zum Beispiel diesen hier zulegen.

(c) www.pixabay.com

Blutsauger plastikfrei vom Leib halten mit selbstgemachtem Mückenspray

Während wir unsere Cocktails schlürfen, schlürfen lästige kleine Vampire unser Blut. Was wäre der Sommer doch ohne fiese blutsaugende Mücken! Da hilft manchmal leider nur eine ordentliche Ladung Insektenspray, um von juckenden Stichen verschont zu bleiben. Diese sind aber meistens in Plastik verpackte Chemiekeulen. Dabei kann man mit nur 3 Zutaten in 30 Sekunden sein eigenes Mückenspray mischen. Wie das geht, erfährst du hier.

(c) www.pixabay.de

Noch Lesestoff für den Urlaub gesucht?

Strand-Lektüre
Sonne, Sand und Meer – und leider noch mehr Plastik. Journalistin Jennifer Timrott, Gründungsmitglied und Vorsitzende des Vereins Küste gegen Plastik e.V. wird an ihrem Wohnort, der Hallig Hooge, täglich mit diesem unerwünschten Treibgut konfrontiert. Das hat sie genutzt, um mit ihrem Buch "Strandgut aus Plastik und anderer Meeresmüll" darauf aufmerksam zu machen, welchen Schaden Plastik in der Natur anrichtet. Anhand von 40 typischen Plastik-Fundstücken erklärt sie, wie der Müll ins Meer kommt, was dort mit ihm passiert und welche Folgen daraus für Meeresbewohner und Menschen entstehen. Ein bunt illustriertes Buch für alle, die sich genauer über das Thema Plastik im Meer informieren wollen.

Kreative Bastelideen
Wer sich über das Thema informiert hat, kann gar nicht anders, als seinen Plastikkonsum verringern zu wollen. Dazu muss man nicht viel Geld für teure Plastikalternativen ausgeben, vieles kann man auch ganz leicht selbst herstellen. Über 60 kreative Ideen dazu enthält das Buch "Statt Plastik" von Jutta Grimm. Obstbeutel und Einkaufsnetze selbst nähen, Frischhaltefolie mit selbst gemachtem Bienenwachs-Wrap ersetzen oder Zahnpasta ganz einfach selbst machen – das Buch ist voller praktischer Ideen und Bastelanleitungen, mit denen der plastikfreie Alltag eine Menge Spaß macht.

(c) www.pixabay.com

Selbst aktiv werden

Deine Chance, Trashbusters mitzuorganisieren!
Den Müllsammelwettbewerb Trashbusters kennen bestimmt die meisten von euch. Wie wäre es, drei Monate lang hinter die Kulissen zu blicken und am Trashbusters Projekt mitzuarbeiten? Wenn du ab 1. September Zeit hast, hast du die Chance, ein dreimonatiges Praktikum bei der NAJU zu absolvieren und dich für das Projekt zu engagieren. Zu deinen Aufgaben zählt unter anderem, die Kampagnen-Websites zu pflegen, Texte für Websites und Social Media Kanäle zu verfassen, für Infomaterial zu recherchieren und bei der Kampagnenorganisation mitzuarbeiten. Du arbeitest 40 Stunden in der Woche und erhältst dafür eine Aufwandsentschädigung von 450 Euro im Monat. Interesse bekommen? Dann lies dir die Ausschreibung durch und bewirb dich bis zum 15. August.

(c) http://www.trashbusters.de/downloads/

Spannende Zero Waste Vorträge in Dortmund
Vom 1. bis zum 3. September findet in Dortmund die Fair Friends Messe für neue Lebensmodelle, Fairen Handel und gesellschaftliche Verantwortung statt. Auch zum Thema Zero Waste ist dort einiges geboten: Wie passen Zero Waste und Modedesign zusammen? Das erklärt Laura Schlütz, die den Studiengang Mode-Textil-Design absolviert hat und Zero Waste bereits anhand einer Kollektion visualisiert hat. Bloggerin Shia Su von Wasteland Rebel gibt Tipps für einen müllfreien Alltag. Anja Minhorst, die Initiatorin von natürlich unverpackt in Münster, berichtet über Chancen und Grenzen von Unverpackt-Läden. Außerdem könnt ihr lernen, wie man aus Quark selbst Wandfarbe herstellen kann. Zudem gibt es natürlich jede Menge interessante Messestände. Gratis ist der Eintritt leider nur für Kinder bis 13 Jahre, eine ermäßigte Tageskarte kostet online 4,50 und vor Ort 5 Euro. Falls jemand von euch hingeht, schreibt doch mal einen Bericht!

(c) www.fair-friends.de

Unterstütze Coffee to go again!

Kennst du schon Coffee to go again? Die 26-Jährige Julia Post hat diese Initiative vor einem Jahr gegründet und macht sich gegen Einwegbecher stark. Mittlerweile gibt es im ganzen Land verteilt Kaffeeverkaufsbetriebe, die mit dem Coffee-to-go-again-Aufkleber darauf hinweisen, dass man sich dort auch seinen eigenen Becher befüllen lassen kann. Bei dem Ausmaß, in dem das Projekt gewachsen ist, ist es klar, dass Julia nicht mehr alles aus eigener Tasche bezahlen kann. Vor allem nicht, wenn das Projekt noch größer werden soll. Deshalb hat Julia ein Crowdfunding gestartet, das noch eine Woche lang läuft. Helft mit, um Flyer, Plakate, einen Arbeitsplatz, eine Homepage, eine App und Infoveranstaltungen in ganz Deutschland zu finanzieren und sucht euch ein cooles Dankeschön dafür aus!

(c) https://www.startnext.com/coffeetogoagain

Du möchtest den Sommer nutzen, um deine eigene Aktion gegen Plastikmüll zu starten? Anregungen findest du hier

Im letzten Plastik-Update gab es unter anderem essbares Besteck, essbare Verpackungen und plastikfressende Bakterien.

Quellen: 

http://www.naju.de/die-naju/bundesverband/jobs/
https://www.startnext.com/coffeetogoagain
http://www.fair-friends.de/start.html
https://de.wikipedia.org/wiki/San_Francisco
https://utopia.de/san-francisco-verbot-styropor-23962/
http://www.usatipps.de/aktuelles/2016/san-francisco-moechte-bis-2020-muellfrei-werden/
http://sfenvironment.org/zero-waste
https://utopia.de/fahrradhelm-aus-holz-plastikfrei-und-nachhaltig-18671/
http://www.materialist.se/A-helmet-from-the-forest
http://www.natur.de/de/20/Holzschaum-statt-Styropor,1,0,1837.html
http://statt-plastik.blogspot.de/p/blog-page.html
https://www.ecobookstore.de/shop/action/productDetails/26060808/jennifer_timrott_strandgut_aus_plastik_und_anderer_meeresmuell_3529054569.html?aUrl=90008524
http://www.rtl-west.de/beitrag/artikel/plastik-ade-mit-einem-song-gegen-die-umweltverschmutzung/
http://www.codecheck.info/news/Barcardi-startet-Anti-Strohhalm-Kampagne-134284

 

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Kommentare (3)
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31.07.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Schade, dass die Messe in Dortmund nicht mehr während den Ferien ist. Ich wäre echt gerne hingegangen!
31.07.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Danke für die Tipps! Ich werde auch noch alle Links ausprobieren und vielleicht landet eins der vorgestellten Bücher auf meiner nächsten Wunschliste. Ich finde deine Plastic-Updates immer sehr inspirierend! Du hast mich sehr motiviert stärker auch auf meinen eigenen Plastikkonsum zu achten :)
31.07.2016
Orcara hat geschrieben:
Richtig guter Bericht! Da bekommt man gleich Lust alle Links anzuklicken und nachzuschauen :)
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