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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Meine Teilnahme bei der Plastik-Pause Teil 1


von Carina
28.01.2015
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Seit Montag läuft es endlich: Das Anti-Plastik-Experiment! Eine Woche lang wollen wir ohne oder doch zumindest mit so wenig Plastik wie möglich leben. Während den ersten drei Tagen begegnen mir unter anderem: Eine gähnenden Leere im Kühlschrank, eine letzte Rettung in der Bäckerei und ein Kommunikationsproblem an der Käsetheke. Doch lest selbst …

(Vorher noch kurz zur Erklärung: Jeder geht ja die Umsetzung des Experiments ein wenig anders an. Ich persönlich habe mich dazu entschlossen, mich auf meine Ernährung zu konzentrieren. Kosmetikprodukte wie meine Zahnbürste oder mein Shampoo verwende ich allerdings weiter.)

Tag 1: Montag, der 26. Januar

Unvorbereitet sein ist eigentlich sehr untypisch für mich. Normalerweise bin ich diejenige, die ellenlange To-Do-Listen schreibt, akribisch jeden Termin in ihren Kalender einträgt und jede Kleinigkeit doppelt checkt. Und doch fühlte ich mich heute Morgen genau so, als ich in das Anti-Plastik-Experiment starten wollte: Unvorbereitet.

Der Grund: Ich bin seit Donnerstag nicht mehr Zuhause gewesen. Die Oma hatte Geburtstag, die Eltern beschwerten sich, dass man mich kaum noch zu Gesicht bekäme – kurzum, ich war von Donnerstag bis Sonntagabend unterwegs. Und Einkäufe im Zug von Aachen nach Wesel und von Wesel wieder nach Münster zu karren, darauf hatte ich dann auch keine Lust. So kam es, dass ich mit leerem Kühlschrank am Sonntagabend in meiner Wohnung in Münster ankam und der nächste Wochenmarkt würde erst wieder Mittwoch sein. Keine guten Aussichten!

Immerhin war ich so vorausschauend, meine Oma nach ein paar übrig gebliebenen Äpfeln aus dem Garten zu fragen. Zusammen mit Haferflocken (Glücklicherweise ja in der Papierverpackung erhältlich) und Wasser ließ sich damit ein ganz passabler Frühstücks-Brei kochen.

Die Äpfel aus dem Garten meiner Oma.

Mittags in der Uni besorgte ich mir ein Brötchen und auch gleich ein halbes Vollkornbrot. Doch hier winkte gleich die erste Gefahr: Gerade rechtzeitig konnte ich die Verkäuferin daran hindern, mein Brot in eine Plastiktüte zu packen! Es war kein Problem, das Brot stattdessen in einer Papiertüte zu bekommen. Auf meine Erklärung hin („Selbstversuch … ohne Plastik einkaufen …“) reagierte sie eher verhalten. „Na dann viel Spaß! Das ist ganz schön schwer!“ Es klang nicht gerade enthusiastisch, ließ aber zumindest vermuten, dass sie sich auch schon einmal mit dem Thema auseinander gesetzt hatte.

Tja, doch was auf das Brot drauf tun? Selbst wenn man Käse an der Frischetheke kauft, ist dies ja meist mit Plastik-Einlegescheiben oder einer Plastik-Verpackung verbunden. Ich beschloss, kein Risiko einzugehen und fuhr nach der Uni bei einem dm-Markt vorbei, um veganen Brotaufstrich im Glas zu kaufen. Damit sind zumindest die Butterbrote für die nächsten Tage organisiert.

Veganer Brotaufstrich aus dem dm: Glastopf, Metalldeckel und Papierettiket. Und außerdem echt lecker!

Für das Abendessen winkt noch ein Kürbis, der aus der letzten Woche übrig geblieben ist – Gott sei Dank völlig ohne Plastikverpackung! Nach einem langen Tag an der Uni und mit einem verplanten Abendprogramm bin ich zu faul zum Einkaufen und beschließe, das auf morgen zu verschieben. Während ich das hier schreibe, garen die Kürbisspalten bereits im Ofen. Lecker!

Tag 2: Dienstag, der 27. Januar

Heute kann ich mich nicht mehr vor dem Einkaufen drücken. Doch Wochenmarkt ist – wie gesagt – erst morgen. Ich muss also im Supermarkt mein Glück versuchen. Normalerweise kaufe ich im ALDI, doch da ich weiß, dass ich dort kaum etwas ohne Plastik bekomme, beschließe ich, durch den REWE zu stöbern.

Und siehe da: Ich bin überrascht davon, wie viel ich tatsächlich ohne Plastik bekomme. Vor allem bei dem Gemüse ist vieles „lose“ ohne Verpackung zu haben. Natürlich greift Otto Normalverbraucher dann zu den bereitstehenden Plastiktütchen. Doch wenn man auf diese verzichtet und sich nicht davor ekelt seine Tomaten auf das Laufband an der Kasse zu legen, hat man hier eine recht große Auswahl. Beim Obst sieht es da leider anders aus: Sind Apfel, Birne und Co. nicht extra eingepackt, so ist doch auf jedem einzelnen Exemplar ein Aufkleber drauf. Hier muss ich leider verzichten.

Ich staune: Die Palette der plastikfrei erhältlichen Produkte im Supermarkt ist doch relativ groß.

Meine Begeisterung erreicht ihren Höhepunkt an der Käsetheke. Aus reiner Neugierde frage ich hier, ob ich nicht ein paar Scheiben Butterkäse in meine Brotdose bekommen könnte. Ich wolle auf die Plastikverpackung verzichten, da ich an einer Art Selbstversuch teilnähme, erkläre ich. Die Verkäuferin kommt meinen Wünschen nach und ich frohlocke: Das war ja viel einfacher als gedacht! Erst Zuhause kommt das böse Erwachen: Zwischen den Scheiben sind Plastikfolien eingelegt! Und zwar zwischen jede einzelne. Wie kann das sein? Die Verkäuferin hatte mein Anliegen doch verstanden. Vermutlich konnte die gute Dame da einfach nicht aus ihrer Haut. Eine kleine Niederlage … aber ich lasse mich nicht entmutigen! Morgen werde ich die Lage auf dem Wochenmarkt auschecken.

Tag 3: Mittwoch, der 28. Januar

Wie angekündigt war ich heute Morgen vor der Uni erst mal auf dem Markt. Doch auch hier ist nicht alles plastikfrei: Auf vielen Äpfeln, Birnen, Khakis oder Avocados ist wieder der verhasste Aufkleber. Mandarinen ohne Aufkleber zu finden, ist gar nicht so einfach. Doch vor allem einheimisches Obst und Gemüse ist auch ohne Plastik zu haben. An einem Stand frage ich nach einem Kilo Boskop-Äpfel. Der Verkäufer greift – oh Schreck – direkt zur Plastiktüte. Doch es ist gar kein Problem, wenn ich ihn stattdessen darum bitte, die Äpfel in meinen Stoffbeutel zu packen.

Münsteraner Markt – natürlich mal wieder bei Regenwetter.

Nach meinem Besuch auf dem Markt fühle ich mich gut ausgerüstet mit plastikfreiem Proviant. Leider weiß ich aber bereits, dass in den kommenden Tagen noch ganz andere Herausforderungen auf mich warten. Doch davon mehr am Ende der Woche im zweiten Teil meines Erfahrungsberichts.
 

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Kommentare (9)
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20.02.2015
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Schöner Bericht!
Ich ärgere mich auch immer total über die vielen Aufkleber auf dem Obst und Gemüse. Wenn ich im tegut Bananen kaufe, dann ist auf JEDER einzelnen ein Aufkleber, obwohl sie alle zusammenhängen.
Mit den Metalldosen habe ich noch ein ganz anderes Problem: In der Regel sind sie innen beschichtet und enthalten somit Bisphenol A - was ich einfach nicht zu mir nehmen will, wenn ich auf meine Gesundheit achte. Das ist total schade, weil es z.B. Bio- Kokosmilch nur in diesen Dosen gibt. Dabei ist Kokosmilch so toll - ein wunderbar leckerer Milchersatz!
Bleibt wohl nur: Selber machen...
02.02.2015
Anais hat geschrieben:
Sau cool, dass das mit dem Käse zumindest mehr oder weniger funktioniert hat - das nächste Mal könnte man nochmal zusätzlich betonen, dass du auch keine Zwischenfolien brauchst (klingt bescheuert, weil du es ja schon gesgat hast, aber als ich im Ausland war, haben die auch immer nicht verstanden, dass wenn ich sage, dass ich kein Fisch esse, dass ich dann auch keine Schrimps oder sonst welche Meerestiere esse. Was ich meine ist, dass für viele Leute manche Dinge einfach so selbstverständlich sind, dass es überdeutlich kommuniziert werden muss und ggf. doppelt und dreifach, bis bei denen ankommt, was man meint) oder halt den Käse als Block kaufen und selbst schneiden wäre vielleicht einen Versuch wert ;))

Hut ab jedenfalls, dass du dich dem Experiment gestellt hast und danke für den tollen Bericht :))
29.01.2015
Cookie hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht! Ich liebe den Toskana-Aufstrich von Alnatura! Wenn es so was doch auch hier in England gäbe... Ich hatte es heute auf dem Markt auch gar nicht so leicht, mich gegen die allgegenwärtigen Plastiktüten zu wären und an meinem geliebten Gemüsestand wird immer mehr Obst und Gemüse in Plastik eingeschweist verkauft. :(
Ich finde es klasse, dass du mitmachst und wünsche dir noch eine tolle zweite Hälfte der Plastik-Pause!
29.01.2015
anni95 hat geschrieben:
Hehe, den Toskana-Brotaufstrich habe ich auch gekauft^^ Der schmeckt so gut! Leider ist der nächste DM von hier aus etwa 40min weg...
Und, liebste Carina, wenn du dich um die Dosenetikette sorgst: Deine Metalldeckel sind idR alle mit Plastik beschichtet, damit keine bösen Metallionen ins Essen kommen.
Aber was hab ich in der Uni gelernt? Richtig- vernachlässigen. Denn seien wir mal ehrlich: Im Vergleich zur gesamten Verpackung ist der Plastikanteil sehr gering. Und im Vegleich zu komplett-Plastikverpackungen sowieso. Zumal man die Gläser immer wieder verwenden kann! ;)

Und ja, die Aufkleber auf Obst sind total unnötig. Auf einigen von Kaisers steht nur "Kaisers Starmarke" drauf. Nicht mal was sinnvolles... -.-'
28.01.2015
Carina hat geschrieben:
Danke für die lieben Kommentare. Mir ist aber ein "Fehler" bei meinem REWE-Einkauf aufgefallen: Die Etiketten der Konservendosen sehen doch sehr danach aus, als wären sie mit Kunststoff beschichtet. Wenn man ganz genau ist, hätte ich die wohl auch nicht kaufen dürfen ... Ja, es lauern doch überall Tücken!
28.01.2015
JuliusS hat geschrieben:
Das mit Rewe der käsetheke hört sich interessant an
Muss man mal ausprobieren
Bin auf teil 2 gespannt :)
28.01.2015
Franzi... hat geschrieben:
Super Bericht! Du hast ziemlich viele Strategien entwickelt, um dem Plastik zu entkommen! ;)
28.01.2015
lolfs hat geschrieben:
Stimmt, die kleinen Aufkleber am Obst nerven total. Zumal, wenn der Sticker auch noch Kleber am Apfel hinterlässt. Wofür sind die Aufkleber überhaupt da? - Liest sich wirklich jemand durch, was dadrauf steht?
28.01.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für deinen tollen und ehrlichen Bericht! Mir ist auch schon aufgefallen, wie schwer es teilweise ist, ohne Plastik auszukommen.
Ich wünsche dir noch viel Erfolg für die nächsten Tage! =)
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