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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Meine ersten Erfahrungen während der Plastik-Pause


von Ronja96
29.01.2015
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Seit dem Beginn der Plastik-Pause sind schon ein paar Tage vergangen. Ich möchte euch nun von meinen bisherigen Erfahrungen berichten:

Sonntagabend:

Nachdem ich den Bericht über meine Gedanken zu der Plastik-Pause geschrieben hatte, habe ich am Abend begonnen, meinen Kleiderschrank zu durchsuchen. Meine Mission: Alle Klamotten, die Polyester oder einen anderen Kunststoff enthalten, für die Woche aussortieren. Zunächst klappte es ganz gut, doch dann musste ich feststellen, dass ich bei einigen Klamotten entweder das Zeichen herausgeschnitten hatte, oder dass das Oberteil schon so oft gewaschen wurde, dass die Schrift unlesbar war. Also auch erstmal aussortieren.

Als ich dann bei meinen schönen warmen Pullis angekommen bin, musste ich leider feststellen, dass meine ganzen Pullis, bis auf einen einzigen, einen Kunststoff-Anteil haben. Schade, dann wohl kein Pulli in dieser Woche... Genau das gleiche Problem zeigte sich auch bei den Sweatshirt-Jacken. Dort blieb dann wirklich keine übrig.... Auch bei meinen Hosen hatte ich kein Glück: Alle Hosen enthielten Polyester, weshalb ich mich dann entschied, die mit dem geringsten Anteil, also 3%, auszuwählen.

Die Auswahl der Kleidung war dann recht überschaubar, und beschränkte sich bei den Oberteilen auf dünne und langärmlige Kleidung (bis auf den einen Pulli natürlich).

Montag:

Am Montag ging es dann erst richtig los. Und beinahe wäre mir kurz nach dem Aufstehen, noch etwas schlaftrunken, schon der erste "Fehler" passiert. Aus Gewohnheit griff ich beim Händewaschen nach links, wo der Seifenspender steht. Doch gerade noch rechtzeitig ist mir mein Fehler aufgefallen, und ich nahm die feste Seife. Dann konnte ich mein plastikfreies Frühstück aus Joghurt aus dem Glas mit einer Banane, Haferflocken, Leinsamen und Weizenkeimen zubereiten. Anschießend musste ich aber feststellen, dass das Zähneputzen ganz und gar nicht plastikfrei war, und nahm mir vor, unbendingt noch etwas dafür zu kaufen.

Aber hier möchte ich euch auch noch eine Creme vorstellen, die ich nach langem Suchen am Samstag gefunden habe:

In der Schule ging es dann damit weiter, dass ich mit dem dicken Ordner, in den ich alle Materialen aus den Plastikheftern geheftet hatte, doch viel Platz wegnahm. Dafür war aber meine Federmappe recht überschaulich ausgestattet: Ein paar Buntstifte, ein Holzanspitzer, mein Füller (leider besteht die Patrone aus Plastik) und ein Bleistift.

Dienstag:

Heute nach der Schule wollte ich nun endlich eine Zahnpasta kaufen, damit das Zähneputzen etwas plastikfreier wird. Diese fand auch recht schnell, dank dem Tipp von Jayfeather. Allerdings wollte ich auch noch eine Haarseife kaufen. Doch das gestaltete sich recht schwierig. Nachdem ich alle Läden abgeklappert hatte, wo es so eine Seife hätte geben können, musste ich feststellen, dass man diese hier anscheinend nicht kaufen kaufen kann. Schade, und ich dachte, Detmold wäre eine Großstadt =)

Mittwoch:

Nachdem ich um 17 Uhr Schulschluss hatte, sind mir zwei Dinge aufgefallen: Erstens, dass meine Wettervorhersagen doch nicht so treffend sind, und zweitens, dass ein Regenschirm doch manchmal ganz sinnvoll ist: In der Zeit, wo ich noch Schulsport gehabt hatte, hat es sich richtig schön eingeregnet. Den Schirm hatte ich selbstverständlich nicht dabei, da es ja ganz bestimmt nicht anfangen würde zu regnen, und da dieser auch Plastik enthält. Naja, dachte ich, bis zur Haltestelle ist es jetzt ja nicht so weit. Also machte ich mich auf den Weg zur Haltestelle. Der Weg kam mir allerdings doch ein bisschen länger vor, da nach fünf Minuten meine Hose schon komplett durchweicht war. Aber ich hatte ja wenigstens eine Kapuze.

Zu Hause wollte ich dann erstmal duschen und die Haare waschen. Für die Haare wollte ich mir ein Shampoo selbst anrühren, wozu ich mir ein Rezept im Internet angeschaut hatte. Dafür brauchte ich ein Ei, ein Eigelb, einen Teelöffel Honig und einen Teelöffel Öl. Dies rührte ich wie im Rezept an. Eigentlich sollte noch Zitronensaft hinzu, aber ich entschied mich dagegen, da das Shampoo schon eine etwas sehr flüssige Form angenommen hatte.

Hier das Ergebnis.

Nun war ich gespannt, wie es funktionieren würde. Ich feuchtete die Haare etwas an, ließ das aufgetragene Shampoo 5 Minuten einwirken, und spülte es dann gründlich aus. Das Auftragen gestaltete sich schon etwas schwierig, da es wirklich recht flüssig war. Nun war ich gespannt, wie das Ergebnis sein würde. Allerdings musste ich dafür ein paar Stunden warten, bis meine Haare ganz getrocknet waren. Allerdings hieß es in dem Rezept, dass man schon begeistet sein würde, wenn das Haar trocknet. Im meinem Fall traf das Wort "entgeistert" aber eher zu. Mein Haar fühlte sich trocken und spröde an. Jeglichen Glanz hatte es leider auch verloren. Durch intensives Bürsten konnte ich aber die Wirkung etwas aufheben, und es sah schon besser aus. Allerdings werde ich in Zukunft wohl nicht mehr darauf zurückgreifen.

 

Mein Zwischenfazit: Im Bereich Ernährung konnte ich bis jetzt fast ganz ohne Plastik auskommen: Viele Brotaufstriche bekommt man auch in Glas, genauso wie Wasser. Für warmes Essen habe ich bis jetzt auch ganz gute Sachen gefunden, wie zum Beispiel Nudeln mit Pesto. Allerdings ist schwierig im Badezimmer ohne Plastik auszukommen. Für die eine oder andere Sachen, konnte ich zwar Alternativen finden, aber meine Zahnbürste und das Shampoo (von dem Selbstgemachten werde ich erstmal Abstand nehmen) konnte ich bisher nicht ersetzen. Vielleicht  finde ich bis Sonntag doch noch Alternativen.

Auch alltägliche Dinge, wie Regenschirme oder Wecker, sind recht schwer ersetzbar.

 

Ich bin schon auf die nächsten Tage gespannt, und werde euch am Montag mein abschließendes Fazit präsentieren. =)

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Kommentare (11)
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01.02.2015
Carina hat geschrieben:
Wow, ganz schön mutig! Vor allem die dicken Pullis auszusortieren und das mit dem self-made Shampoo! Hut ab!
30.01.2015
Ronja96 hat geschrieben:
@Cookie: Wie Jayfeather schon geschrieben hat: Die Nudeln gubt es von Barilla in einer blauen Pappbox. =)
30.01.2015
pusteblumenstaub hat geschrieben:
Also bis jetzt habe ich eigentlich gemerkt, dass ich relativ wenig Plastik verwende. Folglich ist das Verzichten nicht so das große Problem....Es ist nur erschreckend, wo überall Plaste drin ist!
30.01.2015
Jayfeather hat geschrieben:
@Cookie: Plastikfreie Nudeln gibts von Barilla

Das Regenschirmproblem hatte ich auch, zum Glück hat es aber nur lleicht geregnet :D
29.01.2015
lolfs hat geschrieben:
Oh ja, ein unangenehmes Gefühl, wenn sich die Klamotten alle mit Wasser vollsaugen.
29.01.2015
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
29.01.2015
Cookie hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht! Sehr mutig, dass du dich an das selbstgemachte Shampoo getraut hast, schade, dass es nicht geklappt hat. Haarseife kann man bei Lush auch bestellen und das Geld lohnt sich wirklich, kann ich aus Erfahrung sagen. Es riecht super, die Haare fühlen sich danach toll an und so ein Stück Seife hält ewig. In Deutschland hab ich die Haarseife sonst auch im Bioladen und im Naturkosmetikladen bekommen, die war blumenförmig, allerdings leider in Plastik verpackt, anders als bei Lush.
Was die Plastikhefter angeht: Die gibts auch in Papierform. Dann brauchst du keinen großen schweren Ordner schleppen. :)
Wo hast du denn plastikfreie Nudeln gefunden?
Ganz viel Spaß noch für den Rest der Woche, bin gespannt, was du noch so zu berichten hast! :)
29.01.2015
anni95 hat geschrieben:
Deine Probleme kommen mir sehr bekannt vor...^^
29.01.2015
Franzi... hat geschrieben:
Danke für deinen Bericht und die Tipps! ;)
29.01.2015
RichardParker hat geschrieben:
Sehr cool Ronja! :) Ein witzig-spritziger Bericht, ich finde es echt mutig, dass du das so durchziehst, Hut ab und weiter so! :)) Ich bin gespannt auf Montag!
29.01.2015
Janinadl hat geschrieben:
Ich habe auch selber Shampoo gemacht, allerdings aus tee, Seife und wasser:D
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