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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Es tüt sich was - Deine Aktion gegen Plastikmüll


von Cookie
23.06.2016
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Eine ganze Supermarktkette verbannt Plastiktüten aus ihren Läden. Und nicht irgendeine Kette, sondern der zweitgrößte Lebensmittelhändler Deutschlands. Die Rede ist von Rewe. Vor wenigen Wochen hat der Konzern angekündigt, Plastiktüten aus dem Sortiment zu nehmen. Ausgenommen davon sind die dünnen Tüten aus der Obst- und Gemüseabteilung sowie stabile Mehrwegtaschen aus Plastik. Die Umstellung sei in einer dreimonatigen Testphase in über 130 Märkten positiv von den Kunden aufgenommen worden. Nun werden die Restbestände noch bis Juli verkauft, danach ist Rewe plastiktütenfrei. Durch diesen wichtigen Schritt im Kampf gegen die Plastikflut sollen laut dem Lebensmittelhändler 140 Millionen Plastiktüten jährlich eingespart werden.

Auch wenn das definitiv ein Grund zum Jubeln ist, gilt es zu bedenken, dass die angebotenen Alternativen zur Plastiktüte nicht automatisch umweltfreundlicher sind. Die Herstellung von Papiertüten, Einkaufskartons und Stofftaschen verbraucht nämlich deutlich mehr Ressourcen als die von Plastiktüten. Die umweltfreundlichste Alternative ist es, beim Einkaufen immer die eigene Tasche oder den eigenen Korb dabei zu haben.

(c) www.pixabay.com 

Dennoch setzt Rewe mit der Abschaffung der Plastiktüten ein wichtiges Zeichen gegen den Plastikwahnsinn. Damit die Tüten bald aus noch mehr Geschäften verschwinden, hat der WWF die Aktion Tütenlos gestartet. Diese Aktion hilft der Umwelt gleich doppelt: Sie regt dazu an, eigene Taschen mitzubringen, und führt zur finanziellen Unterstützung von Naturschutzprojekten. Für jede eingesparte Plastiktüte spenden die teilnehmenden Unternehmen nämlich einen kleinen Betrag an den WWF. Dafür erhält das Unternehmen das Aktionslogo. Mit an Bord sind bisher DEPOT und der Landesapothekerverband Baden-Württemberg.

(c) WWF

Jetzt sind wir gefragt! Auch die WWF Jugend wird im Rahmen der Aktion Tütenlos aktiv und plant eine gemeinsame Aktion mit der Wildpark-Apotheke in Karlsruhe. Stattfinden wird die Aktion vermutlich am 9. Juli, weitere Infos folgen am bald. 

Karlsruhe liegt nicht in deiner Nähe? Kein Problem! Du hast trotzdem unbegrenzte Möglichkeiten, dich dafür einzusetzen, dass die Welt ein kleines bisschen plastikfreier wird. Ich habe hier ein paar Aktionsideen zusammengestellt:

1. Der Zero-Waste Workshop

Zero Waste heißt der Lebensstil, der darauf basiert, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Ein wirklich spannendes Thema, über das ich vor Kurzem einen Workshop geben durfte. Es hat mir großen Spaß gemacht, über ein Thema zu informieren, das mir am Herzen liegt, und mit den Teilnehmern gemeinsam Ideen zur Müllvermeidung zu sammeln. Wenn ihr auch einen solchen Workshop veranstalten wollt, stelle ich euch gerne mein Material zur Verfügung. Ihr könnt natürlich auch euren eigenen Workshop zum plastikfreien Leben gestalten. Wie wäre es zum Beispiel, mit den Teilnehmern Kosmetik selbst herzustellen? Ihr sprecht selbst nicht gern vor Leuten? Das macht überhaupt nichts. Es gibt immer mehr Blogger, die sich mit Themen wie Zero Waste und plastikfrei Leben beschäftigen. Viele sind gerne bereit, Vorträge zu halten und Workshops zu geben. Fragt einfach mal an!

(c) Anne Zeiß

2. Deine Upcycling-Bude

Wir Deutschen sind Europameister im Müllmachen. Um kreativ auf unser Müllproblem haben wir die Upcycling-Bude ins Leben gerufen. Dabei geht es darum, zum einen über das Problem zu informieren, zum anderen mit den Besuchern am Stand Dinge aus Müll zu basteln, also Upcycling zu betreiben. Wie du deine eigene Upcycling-Bude organisierst, erfährst du hier

(c) Sina Bohm

3. Die Lebensmittel-Demo

Die Idee zu dieser genialen Guerilla-Aktion stammt von drei Studentinnen aus Weimar. Sie haben eine Vorlage für kleine Demo-Schildchen entworfen, die man im Supermarkt platzieren kann, damit die Lebensmittel gegen ihre Plastikverpackung protestieren. Alle Infos zu dieser Aktionsidee findest du hier.

(c) Gib Plastik keine Chance 

4. Der plastikfreie Stadtrundgang

Finde heraus, wo man in deiner Stadt gut verpackungsfrei einkaufen kann. Dazu ist sicher einige Recherche nötig. Frage zum Beispiel an Frischetheken und Imbissbuden nach, ob es dort möglich ist, die Ware in mitgebrachte Behälter füllen zu lassen. Vielleicht hat deine Stadt sogar einen Unverpacktladen? Ein tolle Möglichkeit zum plastikfreien Einkaufen bieten auch Wochenmärkte. Ein Stadtrundgang zu dem, was du herausgefunden hast, ist eine tolle Möglichkeit, Leute darauf aufmerksam zu machen, wie leicht man beim Einkaufen Plastik sparen kann. Alternativ kannst du auch eine Stadtkarte mit deinen plastikfreien Orten erstellen.

(c) www.pixabay.com

5. Der Umtüten-Flashmob

Verabrede dich mit einer großen Gruppe zum Wocheneinkauf im Supermarkt. Rüstet euch mit jeder Menge Behältern (Dosen, Stoffbeutel, Einmachgläser…) aus. Wenn ihr eure Waren bezahlt habt, fangt ihr noch hinter der Kasse vor aller Augen an, die gekauften Produkte aus ihren Plastikverpackungen zu befreien und in eure mitgebrachten Behältnisse umzufüllen. So wird allen Anwesenden der Verpackungswahnsinn vor Augen geführt. Hier findet ihr einen Bericht über einen solchen Flashmob.

(c) www.pixabay.com

6. Bilderbuchaktion

Kennst du schon den Poolreinigungsroboter PIWI? Der kämpft gegen die Plastiksuppe an und erklärt Kindern in einem wunderschön illustrierten total informativen Bilderbuch, wie der Müll ins Meer kommt. Das Beste daran: Das Bilderbuch ist völlig kostenlos. Hier könnt ihr bis zu 90 Stück für eure Aktion bestellen. Vielleicht könnt ihr ja zusammen mit einer Grundschule, einem Kindergarten oder einer Bücherei eine Lesung veranstalten?

(c) Anne Zeiß

7. Das Plastik-Alternativen-Memory

Für eure Infostände und Aktionen rund ums Thema Plastik haben wir euch ein Memory zusammengestellt, das ihr hier runterladen und ausdrucken könnt.

(c) Anne Zeiß 

8. Plastikfreies Kino

Den Film Plastic Planet kennen sicher die meisten von euch. Veranstaltet doch eine öffentliche Filmvorführung von diesem oder einem anderen Film zum Thema Plastik. Wichtig ist natürlich, dass ihr euch um eine Lizenz zur Vorführung kümmert. Alternativ könnt ihr auch einfach einen gemütlichen privaten Anti-Plastik-Filmabend mit Freunden machen.

(c) Anne Zeiß 

9. Coffee to go again

Coffee to go Becher sind nur ein paar Minuten im Einsatz, aber sorgen für riesige Müllberge. Dabei kann man fast überall seinen eigenen Becher befüllen lassen. Coffee to go again versucht, darauf aufmerksam zu machen, indem Kaffeeverkaufsstellen, bei denen man den eigenen Becher befüllen lassen kann, durch einen Aufkleber darauf aufmerksam machen. Sorgt dafür, dass auch Verkaufsstellen in eurer Nähe an der Aktion teilnehmen. Mehr Infos dazu findest du hier. Starte doch einen Wettbewerb, zum Beispiel in deiner Klasse, wer die meisten Verkaufsstellen zum Mitmachen überzeugt.

(c) Anne Zeiß

10. Der Klassiker: Müllsammelaktion

Sammelt Müll in der Natur und stellt diesen hinterher aus, um Leute darauf aufmerksam zu machen, wie viel Abfall in unserer Umwelt landet.

(c) FranziL

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Anregungen geben, gegen Plastikmüll aktiv zu werden. Natürlich gibt es noch viele andere tolle Aktionsideen.

Falls ihr euch noch fragt, wann eure Aktion stattfinden soll: Wie wäre es denn zwischen dem 3. Und 10. Juli? Das ist der Aktionszeitraum rund um den Plastiktütenfreien Tag. Da darf die WWF Jugend doch nicht fehlen! Hier findet ihr mehr Infos und könnt eure eigene Aktion in eine Deutschlandkarte eintragen. Dort findet ihr übrigens auch Aktionen, die in diesem Zeitraum in eurer Nähe stattfinden.

Viel Spaß beim Planen und Aktivwerden!

Quellen:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/abschaffung-der-plastiktuete-bei-rewe-laut-oekologen-nutzlos-14263982.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rewe-stoppt-verkauf-von-plastiktueten-a-1095181.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/rewe-plastiktueten-101.html

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Kommentare (1)
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23.06.2016
Verenajohanna hat geschrieben:
Dein Bericht ist super! Auch gerade das Plastik-Alternativen-Memory finde ich ist eine ganz tolle Idee!
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