Was gibt's Neues?


Thema Plastikmüll:


Aktuelle Artikel


Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Ein Mülleimer für die Meere, neue verpackungsfreie Läden und mehr


von Cookie
28.12.2015
8
12
100 P

Plastik ist ein Material, das nicht nur uns in der Community ständig beschäftigt. Mittlerweile haben viele die Probleme erkannt, die mit Kunststoffen zusammenhängen: Auf der ganzen Welt setzen sich Leute dafür ein, die Umweltverschmutzung durch Plastik zu verringern. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, die Welt ein kleines bisschen plastikfreier zu gestalten. Einige davon möchte ich euch hier kurz vorstellen.

Das gibt es diesen Monat:

- Mülleimer für die Meere
- Plastikflaschenverbot in San Francisco
- Tütensteuer in Longport
- Eine Lösung für den Obst- und Gemüseeinkauf ohne Plastik
- Neue verpackungsfreie Einkaufsmöglichkeiten
- Selbst aktiv werden

Evolution? 
(c) https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10208468539498143&set=a.4053855831883.2176542.1446675348&type=3&permPage=1

Mülleimer für die Meere

Stellt euch vor, der Müll würde einfach selbst zum Mülleimer laufen. Was an Land ziemlich märchenhaft klingt, ist im Wasser gar nicht mal so abwegig. Genauer gesagt an Orten wie Jachthäfen, Flüssen, Seen, Häfen und so weiter. Denn die Australier Andrew Turton und Pete Ceglinski haben einen Mülleimer entwickelt, den man an diesen Orten installieren kann. Der sogenannte "Seabin" wird an einem Dock befestigt und von einer sich an Land befindenden Pumpe betrieben, die das Wasser mitsamt dem Müll in den Eimer zieht. Der Müll wird von einem Auffangsack aus natürlichen Materialien aufgefangen, während das Wasser wieder nach draußen gepumpt wird. Zusätzlich kann man noch einen Filter einbauen, der Öl aus dem Wasser filtern kann. Den Auffangsack muss man genau wie einen Müllsack im Mülleimer regelmäßig leeren und den Müll dann ordnungsgemäß trennen. Fische sind nicht gefährdet, von dem Mülleimer verschluckt zu werden. Der Seabin stellt zwar keine Lösung da, um allen im Meer umhertreibenden Plastikmüll herauszufischen, aber er könnte dazu beitragen, dass weniger Abfall von den Häfen ins Meer treibt. Um das Projekt zu verwirklichen, fehlt es allerdings noch an Geld. Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis Ende des Jahres.

So funktioniert der Seabin

Das erste Plastikflaschenverbot weltweit

Was Plastikverbote angeht, kann man die Stadt San Francisco als echtes Vorbild ansehen: Plastiktüten und Behälter aus Kunststoffschaum sind dort schon seit einigen Jahren verboten. Jetzt hat San Francisco als erste Stadt weltweit den Schritt gewagt, ein Verbot für Plastikflaschen auszusprechen. Dieses besagt, dass PET-Flaschen mit bis zu 600 ml Inhalt in den nächsten vier Jahren nicht mehr verkauft werden dürfen. Wer dagegen verstößt, muss Strafen von bis zu 1000 Dollar befürchten. Und was sollen die Leute in San Francisco nun trinken? Am besten Leitungswasser aus der selbstmitgebrachten Mehrwegflasche. Um das zu ermöglichen, hat die Stadt im Voraus Trinkbrunnen und weitere Orte eingerichtet, an denen sich jeder kostenlos Trinkwasser abfüllen kann. Das Plastikflaschenverbot ist ein weiterer Schritt des ambitionierten Zieles, das San Francisco verfolgt: Bis 2020 will die Stadt müllfrei werden.

(c) www.pixabay.de Hans

Eine kleine Gemeinde setzt ein Zeichen gegen Einwegtüten

Eine solche Vorreiterrolle für andere Städte möchte auch Longport haben. Mit seinen nur etwa 900 Einwohnern ist die Gemeinde die erste in New Jersey, die eine Abgabe auf Tüten erhebt. 10 Cent muss man dort nun für Plastik- sowie Papiertüten zahlen. Dabei gibt es Ausnahmen für Produkte wie Fleisch und Medikamente. Obwohl die einzigen Unternehmen in Longport drei Restaurants, ein Postamt und ein Immobilienmakler sind, haben die Umweltschützer die Verabschiedung der neuen Regelung gefeiert. Es handelt sich eben vielmehr um ein symbolisches Gesetz, das zum einen dazu beitragen soll, dass die Kunden sich daran gewöhnen, eigene Taschen mitzubringen, und zum anderen weiteren Städten die Angst vor solchen Schritten nehmen soll.

(c) www.pixabay.de stux

GO-BAG – Der wiederverwendbare Gemüsebeutel

Obst und Gemüse findet man in vielen Läden erst mal verpackungsfrei. Meistens hängen aber dünne Einwegplastiktüten daneben, mit denen man die Ware selbst verpacken soll, was ein Großteil der Kunden auch tut. Das idiotischste, was ich in diesem Zusammenhang beobachtet habe, war ein Mann, der die schon in Plastik verschweißten Salatgurken noch einmal extra eingetütet hat. Ich lege das Obst meist einfach lose in meinen Einkaufskorb und dann auch aufs Band an der Kasse und hatte damit noch nie Probleme. Für diejenigen, bei denen man Obst und Gemüse nicht lose aufs Band legen kann oder die es einfach generell lieber in einer Schutzhülle wissen, gibt es die die GO-BAG: Ein dünner Beutel aus Bio-Baumwolle, in den man die frischen Produkte füllen kann. Hergestellt wird sie in Karlsruhe, wo man sie bereits in einigen Läden erhält. Man kann sich seine GO-BAG aber auch online bestellen.

(c) www.pixabay.de romanov

Verpackungsfrei einkaufen – Was sich getan hat und was sich im nächsten Jahr tun wird

Alle Leipziger können sich darauf freuen, im nächsten Jahr regionale Lebensmittel und Reinigungsmittel ganz ohne Verpackung kaufen zu können. Pünktlich zu Weihnachten haben Pierre und Christin ihr Crowdfunding Ziel erreicht und können nun ihren Traum, einen verpackungsfreien Laden zu eröffnen, verwirklichen. Bei Einfach Unverpackt kann man sich Produkte in genau der Menge, die man benötigt, aus sogenannten Bulk Bins in seine eigenen Behälter bzw. in dort ausgeliehene oder gekaufte Behälter abfüllen. Das spart jede Menge Plastikmüll und Lebensmittelabfälle. Wer noch Inspiration zum Kochen braucht, findet bei Einfach Unverpackt auch Taschen, die schon ein Rezept sowie die dafür benötigten Zutaten enthalten. Nicht nur Lebensmittel kann man sich in Leipzig bald selbst abfüllen, sondern auch Reinigungs- und Pflegeprodukte. Komplett mikroplastikfei versteht sich natürlich.

Auch im Ruhrgebiet darf man sich 2016 auf einen neuen verpackungsfreien Laden freuen. Bei Tante Trine in Recklinghausen kommt richtiges Tante Emma Laden Feeling auf.

Münchner haben bereits seit einem Monat die tolle Gelegenheit im Bioladen bioundnah einen Teil des Sortiments plastikfrei zu erstehen. Trockenware wie Linsen, Müsli und Haferflocken stehen dort nun in Spendern bereit, um in Baumwollsäckchen gefüllt zu werden. Diese muss man sich allerdings zunächst im Laden kaufen, was auch dazu dient, das neue System zu finanzieren. Einmal gekauft füllt man sein Säckchen mit der gewünschten Ware, lässt es an der Kasse wiegen, bezahlt und kann es beim nächsten Einkauf wieder benutzen. Läuft es mit dem neuen Unverpackt-Sortiment gut, wird dieses vielleicht ausgeweitet.

Kann man auch in deiner Nähe verpackungsfrei einkaufen? Hier erfährst du es.

Zurück zum Absender

Selbst aktiv werden

Der erste verpackungsfreie Laden in Thüringen kann mit deiner Hilfe Realität werden

Ihr möchtet in Thüringen in Zukunft auch plastikfrei einkaufen? Dann unterstützt Louise genießt, den ersten verpackungsfreien Laden in diesem Bundesland, der nächstes Frühjahr in Erfurt eröffnen soll. Das Crowdfunding für ein großes Regal mit Schütten und Röhren läuft bis zum 24.01.2016. Den Spendern winken tolle Dankeschöngeschenke sowie das Geld zurück, falls die benötigte Summe nicht zustande kommt. Bei Louise genießt wird es übrigens auch eine Kaffeeecke sowie monatliche Seminar- und Infoabende geben.

(c) www.pixabay.de angelolucas

Jugendumweltfestival "Crash the Trash"

Die NAJU veranstaltet nicht nur den genialen Müllsammelwettbewerb Trashbusters, sondern 2016 auch das Jugendumweltfestival "Crash the Trash" vom 13. bis zum 16. Mai 2016, das sich rund um den Müll dreht. Dort wird es jede Menge spannende Workshops zu Gewässer- und Ressourcenschutz geben, man kann in Sachen Naturschutz selbst anpacken und seine Kreativität bei vielen weiteren Angeboten ausleben. Im Camp auf dem Zeltplatz in Hamlen in Niedersachsen lernt man viele Gleichgesinnte kennen und es stehen jede Menge Freizeitaktivitäten wie gemeinsame Lagerfeuerabende und eine Silent Disco auf dem Programm. Dabei sein kann jeder ab 14 Jahren. Anmelden kann man sich hier. Bei Anmeldungen bis zum 15.03. zahlt man 25 Euro für Einzelpersonen und 20 Euro bei einer Gruppenanmeldung ab 5 Personen. Bei Anmeldung vom 16.03.-01.05.16 30 Euro liegen die Preise bei 30 Euro für Einzelpersonen und bei 25 Euro pro Person für Gruppenanmeldungen. Hier in der WWF Jugend haben sich schon einige Interessierte gefunden. Vielleicht können wir uns als Gruppe anmelden? Wenn du Interesse hast, dabei zu sein, dann schau mal hier vorbei.

(c) www.pixabay.de Unsplash

Im November habe ich euch unter anderem über plastikfutternde Würmer, Tütenverbote in aller Welt und plastikfreie Städte berichtet. Das letzte Plastik-Update findet ihr hier.

Quellen: 
http://www.trueactivist.com/san-francisco-becomes-first-city-to-ban-the-sale-of-plastic-bottles/
http://www.greenality-movement.de/san-francisco-verbietet-plastikflaschen.html#
http://www.nj.com/atlantic/index.ssf/2015/11/nj_town_bans_plastic_and_paper_bags_at_businesses.html
http://www.philly.com/philly/news/20151123_Longport_ties_a_price_tag_on_plastic_bags.html#EqP8t0Mxo3ivsk4Y.99
https://www.indiegogo.com/projects/cleaning-the-oceans-one-marina-at-a-time#/
http://www.einfach-unverpackt.de/
http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/baumwollsackchen-statt-plastiktute-bioladen-kampft-gegen-mull-1.4824812
http://bioundnah.de/
http://go-bag.de/
http://www.trashbusters.de/jugendumweltfestival-2016/

Titelbild: www.pixabay.de Hans

Weiterempfehlen

Kommentare (8)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
06.01.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
super tolle zusammenfassung..
dieser Wassermülleimer ist echt genial
04.01.2016
FranziL hat geschrieben:
Endlich ein verpackungsfreier Laden in Leipzig! :) Danke für die vielen Infos in diesem tollen Bericht :)
03.01.2016
Cookie hat geschrieben:
@Fencer: Ich kann es dir nicht ganz genau sagen, verstehe das aber so, dass der Seabin unmittelbar an der Oberfläche ist und die Fische untendrunter durchschwimmen. Vielleicht ist der Sog auch gar nicht erst stark genug, um die Fische in den Eimer zu ziehen. Laut den Erfindern wurden bisher wohl jedenfalls noch keine Fische eingesaugt, genaue Erklärungen dazu hatte ich allerdings nicht gelesen, findet man aber vielleicht irgendwo auf der Seite.
03.01.2016
Fencer hat geschrieben:
Klingt alles echt super ;)
Aber eine Frage: Wie kann man eigentlich verhindern, dass in den Unterwasser-Mülleimer keine Fische eingesogen werden?
02.01.2016
theresapanda hat geschrieben:
Man kann beim einkaufen gleich einfach einen baumwollsack mitnehmen und nicht die Plastiktüte ich finde das total schlimm wenn man immer an der Kasse eine Plastiktüte entgegen nimmt
29.12.2015
johannesS hat geschrieben:
Geniale Zusammenfassung! Vielen dank !-)
29.12.2015
j.planet.z hat geschrieben:
Verpackungsfreier Laden in Thüringen? Find ich eine super Sache!! Danke für den Hinweis ;)
29.12.2015
Jayfeather hat geschrieben:
Echt tolle Projekte! Hab die beiden Crowfunding Projekte gleich mal unterstützt :)
Danke für die Zusammenfassung! :)
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Mitglied des Monats
teaser_220.png


Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil
Folgen und mit Freunden teilen