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Steven Siegel, NOAA / Marine Photobank
Activist Abby - "You are not too young to make a difference"


von Cookie
25.09.2015
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Mit gerade mal 13 Jahren hat sie es schon geschafft, 173.000 Unterschriften gegen ein Gesetz, das ein Plastiktütenverbot unmöglich machen würde, zu sammeln und so einen Lokalpolitiker dazu zu bewegen, gegen das Gesetz zu stimmen. Und noch immer setzt sich Abby Goldberg in ihrer Heimatstadt Grayslake in Illinois (USA) gegen Einweg-Plastiktüten ein und bringt den Menschen dort das Thema Plastik und seine Gefahren näher. Im Interview erzählt sie, wie es dazu kam und wie ihre weiteren Pläne aussehen.

Du wars grade mal 13, als du beschlossen hast, dich für ein Verbot von Einweg-Plastiktüten in deiner Heimatstadt einzusetzen. Wie hat das alles angefangen?

Eigentlich hat es angefangen, als ich 12 Jahre alt war. Vor der High School ging ich auf eine umweltfokussierte Charterschule. Um den Abschluss dort zu machen, mussten wir ein zweijähriges Projekt entwerfen, das unserer Gemeinde nützt und der Umwelt hilft. Im Frühjahr vor meinem Projekt habe ich ein Meeresschildkröten-Krankenhaus in Florida besucht und Bilder von Schildkröten gesehen, die operiert werden mussten, weil sie Plastiktüten gefressen hatten. Außerdem lebe ich sehr nah an einer Mülldeponie und an windigen Tagen werden dort temporäre Abzäunungen aufgebaut, um Tausende von Tüten abzufangen. Das war der Punkt, an dem ich wusste, dass ich Einkaufstüten aus meiner Heimatstadt verbannen wollte.

Wer hat dich unterstützt, als du dein Projekt gestartet hast?

Meine Lehrer natürlich und meine Eltern. Aber eine Person, die mir wirklich geholfen hat, war der Produzent dieses Videos: 

Er war der Freund eines Freundes. Ursprünglich wollte ich mein eigenes Video mit Kindern darin machen, um zu versuchen, die Verantwortlichen in meiner Heimatstadt zu überzeugen, Tüten zu verbieten. Ich wollte Rat von ihm, wie ich mein eigenes Video machen könnte. Wir haben angefangen, zu telefonieren, da er in Kalifornien lebt. Er ist immer noch mein Mentor.

Als Lobbyisten von den Politikern forderten, ein Gesetz zu verabschieden, das es illegal macht, Plastiktüten zu verbieten, hast du eine Petition gestartet und 173.000 Leute zum Unterschreiben gebracht. Das ist eine bewundernswerte Anzahl an Unterschriften, Viele von uns beim WWF wissen, wie schwierig Unterschriften sammeln sein kann. Wie hast du das geschafft?

Es war schwierig für mich, dieses Gesetz zu verstehen. Aber ich wusste, wenn ich nichts tun würde, wäre mein Projekt vorbei, bevor ich überhaupt angefangen hätte. Zum Glück schlug mit der Video-Produzent, Ben Zolno, Change.org für eine Online-Petition vor. Er dachte, dass meine Petition auffallen würde, da ich nur 12 war. Er half mir zu verstehen, dass ich, während ich dieses Gesetz bekämpfte eigentlich gegen die Tütenmacher kämpfte, die meine Politiker beeinflussten. Ich hatte eine Geschichte zu erzählen. Er konnte mich außerdem anderen Aktivisten und Umweltschützern vorstellen. Ich bekam alle möglichen Ratschläge von ihnen allen, da sie den gleichen Kampf in anderen Gemeinden kämpften. Meine Petition war ihre Petition, es waren wir gegen die, und so teilten sie die Petition. Mit der Hilfe von Social Media sprach es sich herum. Social Media ist so hilfreich. Du kannst ein Aktivist sein und dir Gehör verschaffen – nur mit deinem Computer.

Ich weiß nicht, wie es in den USA aussieht, aber hier in Deutschland sind die Probleme, die mit Einweg-Plastiktüten verbunden sind, ständig in den Medien. Was denkst du, warum viele Menschen sie immer noch benutzen, anstatt ihre eigenen Taschen mitzubringen?

Es ist einfach eine schlechte Angewohnheit. Die Leute sind stur und wollen sich nicht verändern und sie wollen vor allem nicht, dass andere Leute ihnen vorschreiben, was sie tun sollen. Außerdem denke ich, sind wir abhängig von der Bequemlichkeit und billigen Sachen und denken nicht über die Konsequenzen nach.


(c) Abby Goldberg

In deinem Heimatort ist September jetzt „Bring Your Own Bag Month“. Was genau bedeutet das?

Na ja, nachdem ich Erfolg mit meiner Petition für meinen Staat hatte, wurde mir erzählt, dass meine Heimatstadt die Tüten nicht mal verbieten konnte, wenn sie wollte. Das Gesetz in Illinois besagt, dass du keinen Gegenstand verbieten oder regulieren darfst, wenn deine Heimatstadt weniger als 25.000 Einwohner hat. Also habe ich seit der Petition meine Gemeinde über Plastiktüten aufgeklärt. Ich habe mich mit einem Stadtbeamten getroffen und wir haben beschlossen, dass wir mit dem Ausrufen eines „Bring deine eigene Tasche Monats“ die Leute wenigstens dazu bringen könnten, darüber nachzudenken, keine Plastiktüten zu benutzen. Es ist nur ein kleiner Schritt, aber da es in den Nachrichten war und der Lebensmittelladen mir geholfen hat, es zu bewerben, bringt es die Leute einfach dazu, innezuhalten und nachzudenken.

Was denkst du war dein größter Erfolg im Kampf gegen Plastiktüten bisher?

Ich denke mein größter Erfolg ist es, dass andere Kinder mich jetzt um Rat für ihre eigenen Plastiktüten-Kampagnen fragen. Ich liebe es, mit Schulkindern über dieses Thema zu reden. Ich hab ein paar Reden für Erwachsene gehalten und war Zeugin bei einer Anhörung in Chicago zur dortigen Plastiktüten-Ordnung.

Was sind deine nächsten Pläne oder Ziele?

Ich will weiterhin meine Gemeinde über Plastiktüten informieren. Ich werde reden halten, wann immer ich kann und meine Facebook-Seite aktuell halten. Und vielleicht dafür sorgen, dass die Proklamation in anderen Städten durchgeführt wird.

(c) Abby Goldberg

Im Januar haben viele WWF Jugend Mitglieder versucht, eine plastikfreie Woche einzulegen und so wenig Plastik wie möglich zu benutzen. Ist es dir im Alltag auch wichtig, Plastikmüll zu reduzieren?

Ja, besonders Einweg-Plastik. Es gibt Alternativen. Nachdem meine Familie Plastiktüten aufgegeben hatte, haben wir langsam angefangen, mehr Plastik abzuschaffen. Wir sind auf Milchflaschen aus Glas umgestiegen und verzichten unter anderem auf Wasserflaschen aus Plastik. Es ist schwer, aber alles, was ich von den Leuten verlange, ist es, Dinge neu zu durchdenken und zu reduzieren wo immer sie können. Sobald du mit ein paar Sachen angefangen hast, merkst du, wie einfach es ist.

Was würdest du anderen jungen Leuten raten, die Plastiktüten aus ihren Gemeinden verbannen wollen?

Ich würde empfehlen, zuerst eine Gruppe von Freunden zusammenzutrommeln und Müll zu sammeln. So realisiert man, wie groß die Plastikverschmutzung ist. Es öffnet dir die Augen. Dann empfehle ich, einen Weg zu finden, die Sache bekannt zu machen. Starte deine eigene Kampagne. Schreibe Briefe an deine Zeitungen und deine Regierung. Rede in Schulen und Büchereien zu Kindern. Starte vielleicht deinen eigenen Umweltclub.

Hast du eine Botschaft für andere junge Leute, die etwas verändern wollen?

Denkt daran, ihr seid nicht zu jung, um etwas zu verändern. Wir haben vielleicht kein Geld und können noch nicht wählen, aber wir haben unsere Stimmen. Gehe mit gutem Beispiel voran und sei ein Vorbild.

(c) Abby Goldberg

Danke Abby, wir wünschen dir alles Gute und viel Erfolg für deine weiteren Projekte!

 

Ich bin jedenfalls sehr beeindruckt von Abbys Engagement. Wenn es euch auch so geht, könnt ihr über ihre Facebook-Seite immer auf dem Laufenden bleiben, was ihren Kampf gegen die Plastiktüte angeht.

Titelbild: Abby Goldberg

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Kommentare (6)
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26.09.2015
Hummelelfe hat geschrieben:
Wahnsinn!
26.09.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Wow, ihr Engagement ist wirklich cool. Und die Fragen für das Interview sind auch supergut. Danke!
25.09.2015
RichardParker hat geschrieben:
Richtig, richtig, richtig toll!!!!!!!
25.09.2015
Tierfreundin hat geschrieben:
Wahnsinn ! Super !!! Da sehr ihr wieder Leute, JEDER kann etwas erreichen ! Man muss nur dran glauben UND HANDELN !!! Let's change the world !
25.09.2015
midori hat geschrieben:
Ein tolles Mädchen! Ich bin echt stark beeindruckt. Aber auch die Tatsache, dass sie auf ihrer vorherigen Schule mit gerade mal 10 Jahren ein zweijähriges Projekt starten soll, ist echt eine krasse Aufgabe, die sie wunderbar gemeistert hat. Solche Kinder brauchen wir! :o)
25.09.2015
BlueLikeTheSky hat geschrieben:
Danke für den sehr schönen Artikel! :) Das ist total bewundernswert, was Abby geschafft hat! Ihr Video ist auch sehr gut geworden und ich finde es schön zu sehen, dass über 10.000 Menschen dafür ein Daumen hoch gegeben haben! Interesse gibt es für das Thema anscheinend, super! Und gut, dass sich so viele dafür einsetzen, die Umwelt zu schützen wie z.B. Abby :)
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