Aktuell zu Virunga:


Neues aus dem


bedrohten Paradies


Brent Stirton / WWF
Verschnaufpause für Bergorilla und Co. - Ölfirma stoppt Bohrung im Virunga-Nationalpark


von Hanadi
23.05.2013
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Gibt es Hoffnung für den Virunga-Nationalpark? Es sieht so aus. War er lange Zeit von dem Mineralölkonzern TOTAL für Ölförderungen ausgebeutet worden, so lenkt die Firma nun ein und verspricht die Grenzen zum Nationalpark zu achten und nicht zu überschreiten. Das ist ein großer Schritt für den Schutz dieser wertvollen Naturstätte. 

Virunga birgt eine extrem hohe Artenvielfalt - mehr als 200 Säugetierarten und über 700 Vogelarten sind hier beheimatet. Der sehr seltene Berggorilla lebt mittlerweile an nur noch zwei Orten. Gegen Wilderei und Bürgerkrieg konnte der Park jahrzehntelang geschützt werden. Bedroht wird die Schönheit der Landschaft und Gesundheit der Tiere und Pflanzen vor allem durch Ölfirmen, die rücksichtslos ihrer Profitgier hinterher jagen und die Natur ausbeuten ohne Rücksicht auf Verluste.

© Timothy Geer / WWF-Canon

© Timothy Geer / WWF-Canon

Dank des Einsatzes des WWF wurde TOTAL dazu bewegt, kein Öl mehr im Virunga-Nationalpark, einer UNESCO-Weltnaturerbestätte, zu fördern. Christophe de Margerie, der TOTALs Vorstandsvorsitzender ist, gab dies auf der Generalversammlung in Paris bekannt. Natürlich sind das gute Nachrichten. Das findet auch Lasse Gustavson: "Wir begrüßen diese klare Versicherung", der Geschäftsführer für Naturschutz des WWF International weiß aber auch: der Kampf ist noch nicht vorbei. Auch wenn TOTAL sagt, dass kein Öl mehr gefördert würde in Virunga, so ist das Naturparadies leider nicht sicher vor anderen Mineralölfirmen. Einer dieser Firmen ist die britische Firma SOCO.

Der Virunga Nationalpark liegt im Grenzgebiet zwischen der Volksrepublik Kongo und Ruanda - und birgt viele Bodenschätze und Rohstoffe, weswegen Firmen wie SOCO dort aktiv sind. SOCO zeigt starkes Interesse für Förderrechte für die in Virunga vermuteten Öl- und Gasvorkommen. Daher fordert der WWF die Ölfirma auf, die Aktivitäten im Park einzustellen und eine ähnliche Erklärung wie TOTAL abzugeben!

© naturepl.com / Jabruson / WWF-Canon

Waldabholzung für Ölförderung (© naturepl.com / Jabruson / WWF-Canon)

Warum hört TOTAL auf, Öl im Virunga-Nationalpark zu fördern? Weil der WWF erfolgreich Druck auf den Konzern ausüben konnte. Mit Demonstrationen, Online-Petitionen und einem Offenen Brief an die Firma konnte die WWF-Gemeinschaft und Unterstützer ihr Anliegen durchsetzen. Der Virunga-Nationalpark ist für TOTAL ab sofort eine No-Go-Area. Das soll er auch für andere Mineralölkonzerne werden. Eine Untersuchung des WWF ergab, dass 80 Prozent der französischen Bevölkerung es "sehr begrüßen" würden, wenn französische Firmen, wie beispielsweise TOTAL, Weltnaturerbestätten respektieren würden. Viele sahen laut Untersuchung auch die Geldgeber der Ölfirmen in der Verantwortung.

Der Kampf ist noch nicht vorbei! Unser Afrika-Experte des WWF Deutschland Johannes Kirchgatter freut sich über die Durchsetzungskraft eines internationalen Netzwerken wie der WWF eines ist. Trotzdem wird der WWF "aber weiter dafür kämpfen müssen, dass in Virunga nicht angefangen wird zu bohren - damit äre die Büchse der Pandora offen und weitere Projekte würden folgen." sagt er. Eine weitere große Gefahr für die Tiere und Pflanzen des Nationalparks ist die Regierung der Demokratischen Republik Kongo, die fünf Ölsuchgebiete in und um Virunga ausgeschrieben hat und dies mit "nationalem Interesse" rechtfertigt. Es wird sogar überlegt, den Park zu verkleinern, damit nicht gegen UNESCO-Richtlinien verstoßen werden kann.

Der WWF die Regierungen und Ölfirmen auf, die Grenzen nicht zu verkleinern und keine Ölbohrungen innerhalb des Nationalparks durchzuführen. Außerdem kämpft der WWF gegen die Einführung eines geplanten Gesetzes der Demokratischen Republik Kongos, welches die Ausbeutung von Bodenschätzen und die Plünderung der gesamten Naturschätze des Landes vereinfachen würde.

Mehr über den Virunga-Nationalpark, kannst du auf der WWF-Kongo-Becken-Projektseite nachlesen

(Titelbild: © Martin Havey / WWF-Canon)

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Kommentare (10)
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22.06.2013
Smilex hat geschrieben:
Super! Hoffentlich hält sich TOTAL daran .. und hoffentlich folgen weitere Firmen ihrem Beispiel!!
26.05.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
26.05.2013
Niiura hat geschrieben:
Das ist ja mal ne Super Nachricht =) =) =)
Aber von wegen Grenzen verschieben um gegen keine Richtlinien zu verstoßen...ist ja mal wieder typisch Mensch und sowas von Sinn der Sache...
26.05.2013
Rhino hat geschrieben:
Endlich mal gute Neuigkeiten aus der Krisenregion!
25.05.2013
LSternus hat geschrieben:
Ich muss zugeben: Ich hatte wenig Hoffnung dass TOTAL die Bohrungen stoppt. Ich habe mich selten so gefreut falsch zu liegen :)
Jetzt gilt es die anderen Konzerne fern zu halten - auf in den Kampf ;)
24.05.2013
lotte98 hat geschrieben:
@ eagle4nature: ich bin ganz deiner meinung! es ist echt wichtig dass die ölfirmen ihr verhalten ändern !

toller bericht, echt gut geschrieben :)
24.05.2013
RichardParker hat geschrieben:
Ja ich finde es wirklich wichtig, dass die Ölfirmen ihre Bohrungen eingestellt hat und dem Nationalpark weiterhin geholfen wird!
24.05.2013
Marcel hat geschrieben:
Auch zu diesem Thema wird euch der WWF natürlich auf dem Laufenden halten. Diese Nachricht ist neben der Katastrophe, die sich gerade in Dzanga-Sangha abspielt, wirklich ein wichtiger Hoffnungsschimmer. Wir werden in beiden Projektgebieten unser Bestes geben, um das Maximum an Verbesserung für Mensch und Natur zu erreichen.
23.05.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
23.05.2013
FabianN hat geschrieben:
Das ist ja ermutigend zu hören, das TOTAL Einsicht zeigt und keine weiteren Eingriffe im Virunga-Nationalpark vornehmen möchte. Schön zu sehen, dass man immer wieder kleine Erfolge verschreiben kann. Der Nationalpark und seine Berggorillas sind sowieso schon bedroht genug, da müssen nicht auch noch profitgierige Eingriffe vollzogen werden, die das Ökosystem enorm belasten.
Jetzt muss nur noch dafür gekämpft werden, dass auch andere Ölfirmen sich ein Beispiel nehmen und dass die Demokr. Rep. Kongo dieses Gesetz doch nicht verabschieden.

Vielen Dank für diesen tollen Bericht! Ein kleiner Hoffnungsschimmer neben den dunklen Ereignissen in Dzanga-Sangha tut wirklich gut.
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