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© Marcel Gluschak / WWF
Tipp der Woche! - Fahrrad fahren im Winter


von LaLoba
28.12.2012
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Fahrrad fahren im Winter? Wo ist das Problem? Schwing dich aufs Fahrrad und los geht’s! Im Moment scheint der Matsch unter den Reifen wohl das einzige Problem. Aber na gut, falls die Temperaturen doch mal wieder die 10 Grad unterschreiten und ein wenig Schnee mitbringen, erzähl ich euch im heutigen Tipp der Woche schon mal, worauf man beim Fahrrad fahren im Winter achten sollte.

Bibber, frier, rutsch, schlitter – Radfahren im Winter kann unangenehm werden. Völlig überfüllte Busse und Bahnen aber auch. Deswegen scheuen manche eingeschweißte Radfahrer auch bei Schnee und Kälte nicht davor auf ihren Drahtesel zu steigen. Für Kälte gibt es passende Kleidung und der Schnee ist eigentlich auch kein Problem. Das einzige was wirklich Gefahren bringt, ist das Eis. Deswegen sollte man im Winter seine Fahrradroute so anpassen, dass für Glatteis bekannte Stellen ausgelassen werden. Auch Hügel sollte man vermeiden. Wenn es gar nicht ohne geht, lieber absteigen und schieben.

Wenn wirklich mal dick Schnee liegt, fährt es sich am Besten in den Reifenspuren der Autos. Scheue dich im Winter nicht auf der Straße zu fahren. Die ist wahrscheinlich besser geräumt als der Gehweg und die Fahrradspur. Besonders aufpassen musst du dort allerdings wegen metallenen Gullideckeln, mit Schnee sind die besonders rutschig. Verwende beim Bremsen die Hinterradbremse und versuche dabei nicht zu lenken. Sei besonders vorsichtig beim Anhalten an Kreuzungen und Stoppschildern. Du kommst vielleicht noch rechtzeitig zum Stehen, aber das Auto hinter dir auch?

Ein Mountainbike ist im Schnee besser als ein Stadtfahrrad. Generell gilt: Je breiter die Reifen, desto mehr Halt im Schnee. Teilweise wird sogar empfohlen zusätzlich etwas Luft aus den Reifen zu lassen, damit die Kontaktfläche zur Straße noch größer ist. Es gibt auch extra Winterreifen für Fahrräder mit Stollen und Spikes. Die sind allerdings teuer. Eine billige Alternative sind Kabelbinder - einfach um Reifen und Felge herum festmachen. So wirken die Kabelbinder wie Schneeketten bei Autos. Achtung: Das funktioniert aber nur bei Fahrrädern mit Scheibenbremsen! Manche Großstadtbiker schwören übrigens auch auf dünne Reifen – die pflügen besser durch den Matsch. Hier heißt es wohl ausprobieren!

Vergiss auch nicht, dass es im Winter häufig dunkel ist. Es schadet deswegen nicht ein paar zusätzliche Lampen am Fahrrad anzubringen. Je 2 vorne und 2 hinten wird empfohlen, falls eine abfällt.

Du frierst schnell? Übertreib es trotzdem nicht mit warmer Kleidung auf dem Fahrrad. Versuch lieber durch die Bewegung warm zu bleiben – fängst du an zu frieren, tritt schneller in die Pedalen, wird dir zu heiß, mach wieder langsamer. Am wichtigsten ist es, dass du den Kopf, die Hände und die Füße warm hältst. Der restliche Körper bleibt durch die Bewegung von selbst warm. Pack Füße und Hände also ruhig in mehrere Schichten ein. Für die Hände einfach dünnere Wollhandschuhe unter den Winterhandschuhen tragen. Pass aber auf, dass du trotz dicker Handschuhe die Bremse noch gut betätigen kannst! In die Winterschuhe kommen mehrere Socken, Strumpfhosen schaden natürlich auch nicht.

Gerade im Schnee solltest du auf den Helm nicht verzichten! Selbst erprobte Winterbiker fallen mindestens ein mal pro Saison hin. Damit musst du trotz aller Vorsichtsmaßnahmen rechnen. Um Kopf und Gesicht warmzuhalten kannst du einfach eine Mütze, die am Besten auch über die Ohren geht, unter den Helm anziehen. Eine Skimaske geht beim Fahrradfahren genauso gut wie auf der Piste. Ansonsten solltest du dir den Schal um Hals und untere Gesichtshälfte wickeln. Die Nase friert schließlich besonders schnell. Es schadet auch nicht, eine Fahrradbrille mit durchsichtigen Gläsern zu tragen. Mit im Wind tränenden Augen haben wir wahrscheinlich alle schon mal Erfahrungen gemacht.

Deine Jacke sollte im Winter auch gegen den Wind schützen. Wenn der durch die Kleidung pfeift, wird es schnell ungemütlich. Falls du gerade keine warme Regenjacke zur Hand hast, gibt es auch eine praktische Notfalllösung: Einfach alte Plastiktüten unter die Jacke stopfen. Die halten den Wind ab und isolieren zusätzlich. Sieht aber natürlich nicht sehr elegant aus, wenn du in der Schule die Jacke aufmachst und eine Ladung Tüten fällt zu Boden …

Für die Fahrradkette und andere Teile solltest du im Winter dünnflüssigeres Schmiermittel verwenden. Das wird nicht so schnell zäh und schützt das Fahrrad vor Kies und Salz. Achte hier auch auf die Verpackung des Schmiermittels, manchmal steht drauf für welche Temperaturen es geeignet ist.

Zum Schluss noch eins: Wenn du dein Fahrrad nach einer Schneetour wieder für längere Zeit in die Garage stellst, solltest du vorher Schnee und Salz von deinem Drahtesel entfernen. Sonst erkennst du es am Ende des Winters vielleicht nicht mehr wieder – Rostgefahr! Und wo wir gerade dabei sind: Es wird häufig vorgeschlagen, für den Winter ein altes Zweitfahrrad zu verwenden. Durch viele Stürze, Salz und Nässe sieht das Fahrrad am Ende des Winters nämlich wahrscheinlich nicht mehr so schön aus wie davor. Denke also vielleicht lieber noch mal darüber nach, welchen Gefahren du dein Lieblingsfahrrad aussetzt.

Trotz der vielen unschönen Seiten eines verschneiten Winters fahren einige Radfahrer begeistert im Schnee. Man hat die Straße so gut wie für sich allein, verbrennt ordentlich Kalorien, kommt immer warm bei der Arbeit an und stärkt zusätzlich die Gesundheit. Was ist mit euch, ward ihr auch schon mal im Schnee mit dem Fahrrad unterwegs?

Hier geht es zum letzten Tipp der Woche: Ökologische Weihnachtsbäume


Quellen:
http://www.guardian.co.uk/environment/bike-blog/2012/oct/26/winter-cycling-tactics-alaska
http://www.gutefrage.net/tipp/go-green-tipps-und-tricks-zum-winterradeln
Bilder:
Fahrrad im Schnee: By Andou [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Spuren im Schnee: By Coyau [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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Kommentare (10)
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Sortieren nach Aktualität:
09.01.2013
zeemzee hat geschrieben:
Am Samstag soll es in Berlin wieder schneien. Danke für die Tipps :)
02.01.2013
Katarata hat geschrieben:
Danke für die Tipps =) Ich fahre eigentlich jeden Tag mit dem Fahrrad, auch bei Schnee und Eis, und auch wenn es am Anfang noch nicht so gut klappt und ich ziemlich langsam fahren muss, klappt es nach ein paar Tagen immer besser mit dem fahren, deswegen finde ich, dass man auf jeden Fall auch bei Schnee Fahrrad fahren sollte, anstatt mit dem Auto.
Ich hab aber auch noch einen Tipp: Bei mir steht das Fahrrad über nacht immer draußen und dann friert der Sattel immer ein. Einfach eine Tüte drüber und dann passiert das nicht.
02.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
02.01.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
31.12.2012
MaRyLoU hat geschrieben:
Vielen dank für die nützlichen Tipps - sollte morgen massenweise Schnee bei uns liegen (haha...) werde ich wissen was zu tun ist, wenn ich mich aufs Rad schwinge ;)
30.12.2012
Gravena hat geschrieben:
Vielen Dank für den Tipp, auch wenn ich ihn schon kannte und fröhlich mind. zweimal die Woche zum Pony fahre... (zur Schule wird schwierig, zu viele Hügel und ungeräumte Fahrradwege, außerdem eine große Kreuzung, auf der ich nicht hinfalle möchte). Hingepackt habe ich mich natürlich diesen Winter auch schon, die Eisfläche vor mir war doch nicht zum Fahrradfahren geeignet.
Ich würde deinen Tipp aber noch ein wenig ergänzen: In den Fahrspuren kann es auch ordentlich glatt sein, da hilft es dann, wenn man ein oder zwei Beine (mehr geht nicht^^) von den Pedalen nimmt und zum Ausbalancieren nutzt. Und gerade wenn man Bremsen muss bewahrt einen das doch mal vor dem Sturz...
Übrigens: Sättel auf dem Lenker machen sich im Winter echt schlecht^^
30.12.2012
Taki hat geschrieben:
Danke für den Tipp, Bei uns liegt eh wenig Schnee
28.12.2012
LaLoba hat geschrieben:
Ja aber andererseits auch wieder nicht zu viele, damit er nicht schwitzt! Haha, irgendwie widersprüchlich xD
28.12.2012
midori hat geschrieben:
Der Tipp ist echt super, liebe Ines! So wie Du den perfekten Fahrradfahrer im Winter beschreibst, scheint der ungefähr hundert Kleidungsstücke anzuhaben! :D
28.12.2012
LSternus hat geschrieben:
Danke für den interessanten Tipp.
Auch wenn ich mich nicht gerade zu den begeisterten Radfahrern zähle ;)
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