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© Marcel Gluschak / WWF
Tipp der Woche! - Etepetete: Wer is(s)t schon gern normal?


von Buchenblatt
02.10.2015
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11
100 P

„Bis zu 28% der Ackerfläche werden weltweit umsonst bewirtschaftet, weil die Ernte wegen kleinen Schönheitsmacken nicht in den Handel gelangt. Deshalb werden jährlich etwa 250 Milliarden Kubikmeter Wasser sinnlos verbraucht.“

Als ich das gelesen habe konnte ich es zuerst nicht glauben: Über ein Viertel der Ackerfläche werden umsonst bewirtschaftet, wobei dann auch umsonst Treibhausgase entstehen? Und trotz der Wasserknappheit in vielen Ländern wird so viel Wasser verschwendet?
Doch ein Artikel von Franzi, sowie der Verein "Ugly Fruits" bestätigten mir die Zahlen. Hier war sogar von 40% der Lebensmittel, die nie die Geschäfte erreichen (zumindest in Deutschland), die Rede. Und auch CulinaryMisfits, über die Uli schon einmal berichtet hat und von denen auch schon beim 2°Campus gekostet wurde, bestätigte die Zahlen. Hier wird von etwa einem Drittel der Ernte gesprochen.

Leider macht diese Bestätigung der Zahlen das Problem nur noch deutlicher. Doch haben wir Verbraucher überhaupt eine Wahl? Läden, in denen es „Gemüse mit Macken“ gibt, sind bisher nur sehr wenig in Deutschland vertreten. Dieses Problem hat die Firma „Etepetete“ erkannt: Sie verschicken „unperfektes“, regionales Biogemüse deutschlandweit. 24528 kg verkanntes Gemüse haben sie somit schon gerettet.

Die Firma sieht dabei die Vielfalt des Gemüses als Zeichen für Qualität. Möhren mit zwei Beinen, herzförmige Kartoffeln oder krumme Gurken stehen demnach für eine biologische Landwirtschaft ohne überzüchtete Sorten oder verfrühte Ernte. Das Sprichwort „Nobody is perfect“ passt eben nicht nur auf uns, sondern auch auf Gemüse. Und nicht nur wir werden durch unsere kleinen Macken vielleicht für unsere Freunde besonders liebenswürdig – eine herzförmige Kartoffel drückt ebenfalls mehr aus als eine, die den Standardgrößen entspricht.
Doch wie funktioniert das Geschäftsprinzip der Firma genau? Wenn man sich eine Gemüseretterbox bestellt, erhält man je nach Angaben in einem Zeitintervall von einer Woche bis hin zu einem Monat eine Box mit 5kg Biogemüse zugeschickt. Das Team von Etepetete stellt die Box für einen dann so zusammen, dass man möglichst Gemüse aus der eigenen Region bekommt – die Transportwege also relativ kurz sind. Auch dadurch wird die Box noch einmal umweltfreundlicher. Freitags kann man sich dann über seine vielfältige Gemüseauswahl freuen und direkt mit den beigelegten Rezepten anfangen zu kochen.

Die Box kann man mittlerweile deutschlandweit als Abo für knappe 20 Euro pro Box beziehen.

Wer wenig Zeit zum Kochen hat, findet zudem in manchen Bioläden Fertiggerichte der Firma Etepetete. So kann man auch ohne viel Zeit Gemüse retten.

Insgesamt ist die Firma also auf jeden Fall unterstützenswert und sicherlich für jeden, der viel und gerne kocht gut geeignet. Auch Studenten-WGs, in denen oft gekocht wird, könnten sich vielleicht eine solche Box teilen. Das Potential, auf diese Art und Weise Lebensmittel zu retten, ist nämlich riesig!

 

Eine Kartoffel aus unserem Garten. Irgendwie erinnert sie leicht an einen Hobbitfuß...  :)


Auch das Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten ist nicht immer perfekt: Die Erdbeere hat zwei Spitzen, die Äpfel sind sehr klein, die Zucchini sehr dünn oder sehr dick. Doch gerade dadurch ist Essen aus dem eigenen Garten immer etwas Besonderes. Wer sich selbst einen Gemüsegarten anlegen will, fängt damit am besten im Frühjahr an. Dann habt ihr nächstes Jahr im Sommer (aber auch noch um diese Zeit) Erbsen, Kartoffeln, vielleicht Möhren, Zwiebeln, Bohnen, Zucchini...

Und alle anderen, die ihr Gemüse nach wie vor ganz normal im Supermarkt kaufen, können vielleicht einmal darüber nachdenken, warum immer genau 6 Tomaten so gut in eine Schachtel passen und warum das Gemüse oftmals nicht mehr gewogen, sondern abgepackt zum Festpreis verkauft wird. Wenn wir dieses System unterstützen bleibt das Gemüse mit kleinen, teilweise minimalen, Macken auf der Strecke und somit dann auch unsere Umwelt und unser Klima.

Quellen:
https://etepetete-bio.de/das-konzept/
http://www.wwf-jugend.de/leben/bio-essen/keine-krummen-sachen;4813
http://www.culinarymisfits.de/misfits/

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Die Essensretterbox könnte zu einer nachhaltigen Form des Handels in der Zukunft gehören. Doch wie werden unsere Häuser dann aussehen? Wie unsere Städte? Wenn ihr eure eigenen Zukunftsstädte entwerfen wollt, könnt ihr an einem Minecraft-Wettbewerb teilnehmen, den Ronja euch letzte Woche vorgestellt hat und dabei sogar noch tolle Preise gewinnen.

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Kommentare (5)
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10.10.2015
Elena1998 hat geschrieben:
Ich findes es auch nicht in Ordnung, dass so viele Lebensmittel verschwendet werden. Ich sehe an unserem eigenem kleinen Gemüsegarten wie viel Gemüse nicht perfekt ist aber mir ist Gemüse, das gut schmeckt lieber als Überzüchtetes.
Danke für den Tipp mit der Gemüsebox :D
04.10.2015
Sunlight hat geschrieben:
Danke für den tollen Tipp!
Wirklich traurig, wie "äußerlich" unsere Gesellschaft auch beim Essen ist..
Umso besser, dass es Essensretter wie Etepetete gibt! Die werde ich mir auf jeden Fall mal merken! :)
04.10.2015
LaLoba hat geschrieben:
Danke für diesen schön geschriebenen und informativen TdW! Es ist wirklich sehr schade, dass so viel Gemüse einfach weggeworfen wird, ohne auch nur die Chance zu bekommen, auf dem Teller zu landen. Eben so schade finde ich es, dass sich noch nicht mal Biosupermärkte dieses Gemüses annehmen können (oder wollen?). Eine sehr schöne Lebensmittelretter-Aktion von Etepetete!
03.10.2015
Raquel hat geschrieben:
Danke für den super Tipp!:)
02.10.2015
Luke24 hat geschrieben:
Die am Anfang des Berichtes genannten Zahlen sind sehr alarmierend. Zudem kommen - wenn ich es richtig verstehe - ja noch die Lebensmittel dazu, welche die Geschäfte zwar erreichen, aber letzten Endes nicht verkauft und deshalb weggeworfen werden.
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